Freitag, 28. April 2017

[Rezension] Isle of Gods: Die Kinder von Atlantis von Alia Cruz

Freitag, 28. April 2017


Autor: Alia Cruz
Verlag: Impress
Umfang: 198 Seiten
Preis: 3,99 €
ISBN: 978-3-6466-0309-5
Leseprobe



Klappentext

Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, entsandten die griechischen Götter einst fünf direkte Nachkommen auf die versunkene Insel Atlantis. Dort sollten sie bis zu ihrem Erwachsenenalter ein behütetes Leben führen, um sich nach dem Eintreten ihrer göttlichen Fähigkeiten mit den Stärksten der Insel zu paaren und Kinder zu gebären. So lautet die Legende, die Isabel ein Leben lang begleitet hat. Sie ist eine der fünf Auserwählten, nun fast volljährig und immer noch ohne göttliche Eigenschaften. Sie lebt in Luxus und Überfluss, während die anderen Jugendlichen der Insel in Arenakämpfen ums Überleben und um die Hand eines der Götterkinder ringen. Darunter auch der momentane Champion Quinn, der nichts von der Legende hält… (Bild- und Textquelle: Impress Verlag)



Meine Meinung

Mich interessiert das Buch wegen dem Einfluss der griechischen Götter – schon immer konnte mich solch eine Thematik gut in ihren Bann ziehen und ich war sehr auf die Storyline im Detail gespannt. 
     Die Idee hinter dem Buch ist neuartig; die griechische Mythologie mit ihren tausend Göttern und fantastischen Figuren bietet so viel Platz für neue Erzählungen. Auch das sagenumwobene Atlantis bekommt einen hohen Stellenwert, was mir sehr gut gefällt. Die Gegensätze der Menschen, die auf der Insel leben, sind nicht neu und ich war gespannt, wie das Ganze umgesetzt wird. 
     Die Umsetzung hat mich dennoch stark ernüchtert, denn neben der ausreichenden Anzahl der griechischen Götter treten plötzlich sämtliche andere Mythologien weltweit dazu und man kann echt schnell den Überblick verlieren. Generell ist das Buch geprägt von einer gewissen Distanz und sehr arrangiertem Handlungsverlauf. Auch die Welt von der Insel Atlantis wird nur sehr oberflächlich beschrieben und man kann gar nicht seine Fantasie auf die Reise schicken, da man zu wenige Informationen für eine Imagination bekommt. Auch ein paar kleine Logikfehler schlichen sich ein, wie z.B. die unzähligen Kinder, die jeden Tag aufs Neue ihr Leben in den Kämpfen lassen mussten – wohlbemerkt schon seit vielen Jahren; wo nehmen sie immer wieder so viele neue Kinder her? 
     So richtig fesseln konnte das Buch mich nie, eher im Gegenteil: ich musste mich wirklich zwingen weiterzulesen. Es gibt keine spannenden Wendungen, keine großen Geheimnisse – alles wirkt starr platziert und oberflächlich gehalten, was auch meinen Lesespaß wirklich sehr in Grenzen hielt.

Die Charaktere im Buch sind zahlreich, bleiben aber alle auf einer gewissen Distanz zum Leser und insgesamt dann doch eher blass. Die Protagonistin Isabel ist eine herzliche junge Frau, die für die Gerechtigkeit einsteht und die einem schon sympathisch sein kann, aber dennoch irgendwie fremd wirkt. Ihr Gegenstück Quinn ist dagegen noch ein ganzes Stück blasser und seine superschnellen Sinneswandel nicht gerade sehr nachvollziehbar. 
     Die Beziehung der beiden konnte mich überhaupt nicht berühren, allein schon deswegen, weil man den Charakteren nie wirklich nah kommt. Emotionen zwischen ihnen sind einfach überhaupt nicht greifbar und prallen an mir ab wie von einem Schild. Generell gingen mir ihre plötzlich sehr tiefen Gefühle einfach zu schnell, so schnell kann man kein echtes Vertrauen aufbauen. Auch der kurze, prägnante aber auch abgehackte Schreibstil trug dazu sein Übriges bei. 
     Nebencharaktere gab es viele, angefangen bei Isabels Geschwistern, anderen Kämpfern, dem Rat oder auch allen Göttern – dennoch, es waren auch nicht alle nötig und sie bekommen teilweise nur wenige Charaktereigenschaften zugeordnet und/oder dienen einem bestimmten Zweck.

Die Handlung begann für mich eigentlich ja noch ganz gut; ich mochte gerade zu Beginn diese prägnante Schreibart der Autorin, die einem auch gleich Isabel und Quinn nah brachte und man nicht das Gefühl hatte, dass hier eine große Einleitung entstehen sollte. Doch sehr schnell zog das Tempo immer weiter an und man rast förmlich durch die Handlung, was keinen Spaß macht. Detailreiche Beschreibungen der Umgebung suchte ich vergeblich. 
     Irgendwann fühlte ich mich schon richtig gehetzt und konnte überhaupt keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Die Spannung war quasi auch nicht wirklich vorhanden und an einem bestimmten Punkt wusste ich auch überhaupt nicht, was das Ziel der ganzen Geschichte sein soll – was soll erreicht werden? Ich erkannte den roten Faden einfach nicht und empfand viele Szenen als sinnlos; gerade weil auch die Beziehung von Isabel und Quinn schnell in den Vordergrund rückte und mich kaum berühren konnte. 
     Leider konnte auch im Verlauf die Storyline nicht sehr facettenreich werden, es blieb flach und oberflächlich,e gal was die Autorin noch aus ihrem Hut gezaubert hatte. 
     Am Ende war ich sehr unzufrieden, denn insgesamt wirkt das Buch wie eine lange Einleitung auf weitere Teile; vieles wirkt zu gepresst auf diese wenigen Seiten – da hätte man sich auch mehr Zeit und der Geschichte mehr Raum geben müssen, damit das Werk bei mir besser punkten kann.
 
 
 

 Fazit

Für mich war „Isle of Gods“ viel zu oberflächlich und emotionslos geschrieben. Man rast förmlich durch die Handlung und hat keine Zeit die Charaktere richtig kennen und lieben zu lernen. Emotionen sind kaum greifbar und bis auf den guten Start ins Buch und die außergewöhnliche Idee bleibt mir nicht viel Positives am Ende des Tages zu sagen. Verschenktes Potential, man hätte so viel mehr daraus machen können, v.a. mit mehr detailreichen Beschreibungen und einer ruhigeren Atmosphäre.


Isle of Gods bekommt:

2/5 Herzen

 

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