Sonntag, 26. Februar 2017

[Rezension] Lisbetta 01. Das Spiel des Grafen von Tanja Penninger

Sonntag, 26. Februar 2017


Reihe: Lisbetta #1
Verlag: Dark Diamonds
Umfang: 306 Seiten
Preis: 3,99 €
ISBN: 978-3-6463-0022-2



Klappentext

Als Lisbettas Herrin und beste Freundin Marjan erfährt, dass sie bald an einen Grafen von hohem Stand verheiratet wird, ist ihre Freude zunächst einmal groß. Schon lange hat sich die Adelstochter ausgemalt, welch attraktivem Mann sie einst gehören wird.
Aber bereits beim ersten Treffen zeigt sich, dass ihr zukünftiger Gemahl so gar nicht ihren Vorstellungen entspricht. Lediglich ihre Dienerin Lisbetta ist von dem mysteriösen Fremden fasziniert, der seine Abende lieber am Schachbrett als in Gesellschaft verbringt. Durch einen geheimen Ort erfährt sie mehr über die Vergangenheit des Grafen und entdeckt, dass magische Wesen nicht nur in Büchern zu finden sind.
Doch das wird ihr bald zum Verhängnis. Denn ehe sie sich versieht, spielt Lisbetta die Hauptrolle in einem Meer aus Lügen, Intrigen und dunkler Gefühle… (Bild- und Textquelle: Dark Diamonds Verlag)



Meine Meinung

Ich war ja so verdammt neugierig auf dieses Buch; es war immerhin das erste Werk aus dem neuen eBook-Imprint „Dark Diamonds“ vom Carlsen Verlag. Das Buch klang wirklich sehr gut und ich war mehr als gespannt, was mich erwarten würde. 
Die Idee des Buches ist sowohl recht überschaubar, aber dennoch genau in meinem Interessenbereich: eine mittelalterlich-angehauchte, aber auch fantastische Welt, die einst von mächtigen Drachen bewohnt wurden. Mittendrin Protagonistin Lisbetta, eine heranwachsende junge Frau, die ihre jüngere Herrin Marjan begleitet auf dem Weg zu ihrer Hochzeit. Gerade das höfische Leben steht hier im Vordergrund, allerdings gibtes auch viele Mysterien und die unterschiedlichsten Emotionen zu finden, so wie es schon der Klappentext verrät. 
Die Umsetzung der Idee fand ich noch ein Stück besser als beschrieben: man begleitet Lisbetta aus der Sicht der Ich-Perspektive bei einer Reise in ein neues Leben, doch nichts ist so rosig, wie sie es sich zuerst ausmalt. Die Welt, die Penninger schafft, ist gut durchdacht: es gibt mittelalterliche Zustände, aber auch in weit entfernten Gegenden erste neue Technologien. Die Geschichte der Welt wird mitsamt der Ära der Drachen gut erklärt und auch der Glaube an den mächtigen Drachen Gohor spielt eine wichtige Rolle. 
Viele kleine Details machen das Leseerlebnis zu einer wahren Augenfreude und gerade die vielen Lügen, Intrigen und Gefühle haben es mir angetan; dennoch fehlt noch ein Quäntchen zur absoluten Lesefreude, was ich im Verlauf noch ein wenig weiter erläutern möchte.

Mit den Charakteren tat ich mich teilweise wirklich schwer, da sie vor allem zu Beginn der Geschichte sehr eindimensional dargestellt werden – so bekommt der Graf Wilhelm zunächst nur das Charaktermerkmal böse zugeschrieben und die junge Marjan das Merkmal kindisch. Im Verlauf hauchte die Autorin aber allen viel mehr Leben ein, was mich schon mehr zufrieden stellen konnte und alles vielschichtiger wirken ließ. Jedoch konnte ich nicht für jede einzelne Person eine Sympathie entwickeln. 
Glücklicherweise mochte ich die Protagonistin Lisbetta schon von Beginn an sehr: sie ist 19 Jahre alt und dafür dennoch unglaublich reif. Aufgewachsen ohne Eltern war sie schon von klein auf Marjans Zofe und Freundin und ist deswegen allzu viel Luxus nicht gewöhnt. Sie ist einfach, stark und ich konnte sie mir jederzeit gut als meine Freundin vorstellen. Ihre natürliche Neugierde bringt die Geschichte ins Rollen, auch wenn sie durch einige Fehltritte immer wieder ins Stolpern gerät und Gohor um Verzeihung anfleht. Sie bleibt immer sie selbst, auch wenn sie im Verlauf immer mehr in ein Netz aus Lügen und Intrigen gerät – gerade ihre Natürlichkeit fand ich so sympathisch an ihr. 
Die Beziehung von Lisbetta steht nicht die ganze Zeit im Vordergrund und würde ich insgesamt doch eher ein wenig einseitig beschreiben. Ihre Gefühle zum unausstehlichen Grafen kann ich für eine lange Zeit nicht nachvollziehen, da er für mich der Teufel in Person ist... aber Lisbettas Neugier und der Glaube an etwas Gutes in ihm lassen zarte Bande der Liebe entstehen – die irgendwann auf eine Faszination und Erwiderung des Grafen stoßen. Dennoch ist alles überhaupt nicht so, wie es sein sollte und die aufkommende Dramatik fixte mich total an! Drama, baby, Drama sind hier für genau die richtigen Worte.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der mich sehr neugierig auf alles Weitere macht, denn hier kommt die ältere Lisbetta zu Wort, die zurück auf ihre Jugend blickt und ihre Geschichte erzählt. Hier bekam ich auch schon den etwas altbacken wirkenden Schreibstil zugeführt, der aber perfekt zur Geschichte passt und das Leseerlebnis komplettiert. Allerdings war mir der Schreibstil im Verlauf auch an manchen Stellen einfach zu blumig, v.a. wenn Lisbetta in den Augen des Grafen unmögliche Dinge sehen konnte wie einen ablaufenden Farbfilm – nein, so viel kann man, denke ich, aus Augen dann doch definitiv nicht lesen... 
Auch der weitere Handlungsverlauf haute mich erst mal nicht so vom Hocker, denn er war insgesamt sehr langsam und etwas lasch. Gerade zu Beginn wurde viel erläutert und erklärt und oftmals habe ich auch den Sinn und/oder den Tiefgang an einer bestimmten Szene verzweifelt gesucht. 
Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr verstrickt sich Lisbetta in eine Vielzahl von Intrigen und Lügen und die Spannung stieg definitiv an. Ich fieberte mit ihr mit und ich litt auch mit ihr mit – meine Emotionen kochten teilweise auch sehr hoch, auch wenn das nicht unbedingt an dieser Liebesgeschichte lag sondern eher an Lisbettas Leiden und ihren unerfüllten Wünschen und Träumen. Auch mysteriöse Morde in der Grafschaft Eckstein brachten immer mal ein wenig Abwechslung in die ganze Sache, was wirklich erfrischend war. 
Das Ende jedoch enttäuschte mich ein wenig, da von den angedeuteten Morden überhaupt nichts geklärt wurde und ich da immer noch total im Dunkeln tappe. Doch so viele Sachen machen mich verdammt neugierig auf Teil Zwei, weswegen dieser auch schon gekauft ist und sehr bald gelesen wird. Ich will endlich ein Happy-End für Lisbetta!
 
 
 

Fazit

„Das Spiel des Grafen“ ist eine seichte Geschichte rund um eine junge, heranwachsende Protagonistin, die die Liebe findet, sie ihr aber einfach nicht gegönnt wird. Im Vordergrund stehen hier eindeutig ihre Gefühlswelt, weswegen man keine herausragend hohe Spannung und keine abenteuerliche Handlung erwarten kann. Dennoch gefiel mir Lisbettas Geschichte, vor allem die großartige Dramatik und das Netz aus Intrigen und Lügen, was ihr das Leben verdammt schwer macht. Es war einfach mal etwas anderes und doch kann das Buch glänzen – ich hoffe nun auf ein Happy-End im zweiten Band!


Das Spiel des Grafen bekommt:

4/5 Herzen

 
 
Band 1: Das Spiel des Grafen
Band 2: Das Herz des Grafen


1 Kommentar[e]:

  1. Hey :)
    Ich habe gerade deinen wunderschönen Blog entdeckt und bin dir direkt gefolgt. Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch bei mir vorbei schauen würdest :)
    Das Buch habe ioh leider noch nicht gelesen, aber es freut mich, dass es dir gefallen hat
    Liebe Grüße Melie
    http://melanies-buecherwelt.blogspot.co.at/

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