Montag, 15. August 2016

[Rezension] Witch Hunter von Virginia Boecker

Montag, 15. August 2016


Titel: Witch Hunter
Originaltitel: The Witch Hunter
Reihe: Witch Hunter #1
Verlag: dtv
Umfang: 383 Seiten
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3-4237-6135-2
Leseprobe



Klappentext

Die 16-jährige Elizabeth Grey sieht harmlos aus und ganz und gar nicht so, als könnte sie einen Hexer vergiften oder zehn Totenbeschwörer nur mit einem Schwert und einem Beutel Salz überwältigen. Trotzdem gehört Elizabeth zu den gefährlichen Hexenjägern in Anglia. 
Doch als sie mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und selbst der Hexerei angeklagt. Wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich auf. Doch was wird der Preis sein, den sie dafür bezahlen muss? (Bild- & Textquelle: dtv Verlag)



Meine Meinung

Das Buch wurde mal wieder von der gesamten Buchcommunity gehypt und wie es eben so ist warte ich, bis der erste Schwall durch ist und lese es im Anschluss, weil meine Neugier schlussendlich einfach stärker ist. Ich habe bisher noch nicht allzu viele Bücher über Hexen gelesen und noch weniger als gut befunden – aber „Witch Hunter“ hat genau meinen Nerv getroffen und ist ein kleiner fantastischer Schatz!

Zunächst zur Idee des Buches einige Worte: die Autorin hat einen innovativen Ansatz gefunden, um eine genreübergreifende Hexen-Geschichte zu erzählen. Die Inhaltsangabe kann überzeugen, macht neugierig und war so noch nicht da gewesen. 
Die Umsetzung der Idee ist fast genauso gut. Das historische Setting des 16. Jahrhunderts ist ein interessanter Schauplatz, der von den magischen Einflüssen sehr eingenommen und vervollständigt wird. Die Protagonistin passt perfekt in die Geschichte und die Handlung verliert nie den roten Faden; ein Ziel wird ohne Umschweife verfolgt. Es gibt viele wichtige Informationen, die den Leser in die Welt gut eintauchen lassen, diese nehmen auch nicht Überhand. In gut portionierten Brocken werde diese gereicht und auch ohne jedes einzelne Detail fällt es einem sehr leicht, in die Geschichte zu finden und vollkommen abzutauchen. Viele fantastische Elemente, wie z.B. das Stigma der Hexenjäger, welches viele ihrer Verletzungen einfach so heilt, oder den Hausgeist Hastings sind innovative und neue Ideen, die mich durch ihre klugen Erklärungen sehr gut von sich überzeugen konnten. Die Autorin hat sich große Mühe gegeben, alles lückenlos zu gestalten und viele Fragen zu beantworten, was ihr definitiv gelungen ist. 
Mein Lesespaß war von der ersten Minute an sehr hoch und ich wusste sehr früh, dass mir dieses Buch sehr gut gefallen wird. Ich fühlte mich sofort wohl mit der Protagonistin, die mir durch die Ich-Perspektive gleich nah gebracht wurde. Der Schreibstil der Autorin war flüssig und sehr angenehm zu lesen. Durch viele bildhafte Beschreibungen konnte ich mir gut das Geschehen vorstellen und mich komplett in die Zeit des 16. Jahrhunderts einfühlen. Schneller als ich mich versah hatte ich die ersten Kapitel hinter mir gelassen und die Zeit war vorangeschritten.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig und besitzen sehr unterschiedliche charakterliche Merkmale, die sie einzigartig machen und von der Allgemeinheit abheben. Die Protagonistin Elizabeth ist eine junge Hexenjägerin, was man bei ihrer zarten und zierlichen Figur niemals erwarten würde. Sie ist eine tapfere und starke, aber auch gleichzeitig ängstliche und verletzliche Person und gerade diese Mischung machen Elizabeth so greifbar und realistisch. Ich fand sie vom ersten Moment an sympathisch und war es nie leid, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Ich konnte mich mit ihr identifizieren und empfand durch sie viele Emotionen während des Lesens sehr greifbar. Auch entwickelte sich Elizabeth weiter, kann sich beweisen und wächst teilweise über sich hinaus. 
Andere wichtige Charaktere wie Caleb, Elizabeths bester Freund und ihr heimlicher Schwarm oder ihr Ausbilder Blackwell nahmen nicht so große Teile der Handlung ein und blieben daher ein wenig eindimensional mit wenig anderen Zügen. Auch spätere Weggefährten von Elisabeth, wie z.B. John, den Heiler, George, den Hofnarr, Fifer und Nicholas Perevil lernt man bei weitem nicht so gut kennen wie Elizabeth, aber jeder konnte mit einer eigenen Persönlichkeit glänzen und überraschte in der Handlung auch mit manchen Ansichten und Entwicklungen. Die Beziehungskonstellationen waren stets dynamisch und sie so, wie zuerst vermutet. Viele Charaktere entwickelten sich weiter und zeigten sowohl ihre Stärken, als auch ihre Schwächen. Neben der Haupthandlung gibt es auch eine kleine romantische Liebesgeschichte, die aber neben der eigentlichen Handlung still läuft, nicht die Überhand nimmt und eine tolle Ergänzung darstellt.

Die Handlung beginnt sofort auf der allerersten Seite: Elizabeth und Caleb sehen bei einer Hexenverbrennung zu und brechen kurz darauf auf eine Mission auf, um fünf Totenbeschwörer zu verhaften. Schon hier war das ganze bereits sehr spannend und ich fühlte mich sofort pudelwohl. Die bildhaften Beschreibungen und die sympathische Protagonistin fesselten mich ebenfalls an das Buch und schneller als ich sehen konnte vergingen die ersten Kapitel. Mit neuen Informationen konnte ich mehrmals überrascht werden und eine durchdachte, realistisch ablaufende Handlung ließ mich ständig am Buch dran bleiben. Jeder Satz im Buch verfolgte den roten Faden der Handlung, um das schlussendliche Ziel zu erreichen. 
Dennoch war die Geschichte vor allem in der Mitte nur unterschwellig spannend. Natürlich gab es die ein oder andere actionreiche Szene oder auch einige romantische Einlagen, aber für mich hätte es schon ein bisschen mehr sein können. Die Handlung basierte insgesamt mehr auf den Charakteren und deren Entwicklung, was für mich nicht schlimm war. Es gab keine Längen und man konnte viel erleben. Die Handlung würde ich eher als angenehm und entspannend beschreiben, aber niemals als langweilig. Trotzdem liegt hier der Punktabzug, der für mich das Buch nicht ganz perfekt machte. 
Diese ruhige Herangehensweise zieht sich bis zum Finale, welches wirklich verdammt gut daher kommt! Hier konnte mich das Buch noch einmal richtig überzeugen und ich saugte jedes Wort wie ein gieriger Schwamm auf. Es war emotional und spannend. Das Ende ist rund und es gibt keinen fiesen Cliffhanger: man kann ruhig auf den nächsten Teil warten ,da einige wenige Fragen und Entwicklungen noch ausstehen, aber viele relevante Dinge geklärt werden. Auch der Handlungsstrang findet ein Ende, wodurch sich in Band Zwei etwas Neues entwickeln muss. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Fazit

Für mich war „Witch Hunter“ eine richtige Überraschung! Ein Buch, was mit einem tollen Setting und fantastischen Elementen glänzen kann. Eine sympathische und realistisch handelnde Protagonistin, ein bildhafter Schreibstil und viele interessante, vielschichtige Charaktere runden die Handlung gut ab. Die Handlung selbst ist gespickt von actionreichen und romantischen Szenen, ist jedoch insgesamt sehr ruhig, wo ich ein wenig mehr erwartet hätte. Das macht aber gar nichts, denn das Buch endet mit einem Paukenschlag und kann ich uneingeschränkt empfehlen. Ein tolles historisches Abenteuer!


Witch Hunter bekommt:

 4,5/5 Herzen


 
Band 1: Witch Hunter
Band 2: Herz aus Dunkelheit (ab November 2016)

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