Dienstag, 23. August 2016

[Rezension] Obsidian: Schattendunkel (#1) von Jennifer L. Armentrout

Dienstag, 23. August 2016


Titel: Obsidian: Schattendunkel
Originaltitel: Obsidian
Reihe: Lux-Serie #1
Verlag: Carlsen
Umfang:
397 Seiten
Preis: 18,99 €
ISBN: 978-3-5515-8331-4
Leseprobe 

Klappentext

Als die siebzehnjährige Katy Swartz vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um „neue Freunde“ zu finden. 
Und lernt so den atemberaubend gutaussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat... (Bild- & Textquelle: Carlsen Verlag)

Meine Meinung

Ein klischeehaft aussehender Klappentext, der allerdings so viele positive Stimmen hervorgerufen hat? Das kann doch nur gut sein! Ich wollte mitreden können... stattdessen bin ich eine der wenigen Gegenstimmen, die das Buch hart kritisieren müssen. Denn ganz ehrlich? Ich verstehe die ganze Begeisterung wirklich kein Stück.

Die Idee hinter dem Buch klingt wirklich altbekannt wie Stephanie Meyer: ein junges Mädel zieht in einen sehr abgelegenen Ort und besitzt nur noch ein Elternteil, was nur arbeiten ist und sonst keine großartige Funktion hat. Ihre Nachbarn sind wunderschön, faszinierend, das Stadtgespräch und natürlich mag die Protagonistin Katy sie – oder auch nur teilweise. Ach, und übernatürliche Wesen sind sie auch noch! So weit, so gut... bis hier hin klingt alles sehr bekannt, finde ich. Einige wenige innovative Einflüsse sind z.B. die Thematik des Buchbloggens oder was für Wesen der streitlustige Daemon und sein kleiner Freundeskreis wirklich ist. 
Allerdings ist die Umsetzung des Buches und dieser wenigen eigenen Ideen mehr als dürftig. Das Buchbloggen nimmt fast gar keinen Einfluss auf die Geschichte; auf mich wirkt es sogar so, als dient es nur als Verkaufsköder. Auch die übernatürlichen Wesen verlieren sich in ein paar wenigen Logiklücken und insgesamt wird das Geheimnis viel zu spät gelüftet. Dennoch war es der einzige Grund, wofür ich gerne ein paar wenige Pünktchen gebe... 
Anschließend ist irgendwie so richtig die Luft raus gewesen... Lesespaß? Den hatte ich relativ schnell im Buch verloren, zwischenzeitlich immer mal kurz wiedergefunden. Aber es hat nie ganz ausgereicht, mich zu begeistern. Viele gute Szenen entstanden durch den frischen, jugendlichen und direkten Schreibstil der Autorin, aber einige ständige Wiederholungen und das Angezicke der Charaktere bis zur letzten Seite zogen auch dieses Fakt wieder runter. Was anfangs noch lustig war, wird irgendwann nur noch nervig...

Die Charaktere sind ebenfalls großartige Klischees und dennoch alle sehr blass und eindimensional. Die Protagonistin Katy glänzt damit, dass sie sich schnell auf die Palme bringen lässt und schnell beleidigend wird. Von einem buchliebenden Charakter ist nur sehr wenig zu sehen – stattdessen wirkt sie sehr naiv und teilweise unsicher. Natürlich kann sie sich auch gut in Gefahren stürzen und muss ständig gerettet werden. 
Ihr ständiger Retter, Daemon, ist nicht unbedingt sympathischer, aber ein bisschen amüsanter als Katy – dennoch nicht weniger nervend. Seine ewigen Stimmungsschwankungen haben leichte schizophrene Züge und gingen mir irgendwann nur noch auf den Keks. Seine Motive waren entweder nicht begründbar oder einfach nicht vorhanden – jedenfalls war es ab einem bestimmten Zeitpunkt im Buch einfach nur noch nervig und kindisch. 
Andere Charaktere, wie Katys Mutter oder Daemons Schwester Dee nahmen zwar Platz in der Handlung, bekamen aber meistens nur ein oder zwei Charakterzüge zugeordnet und zu viel mehr waren sie leider auch nicht fähig. Teilweise wurden alle Charaktere in manchen Situationen sehr überzogen dargestellt, was den letzten Funken Realität im Keim erstickte. 
Die Beziehung zwischen Katy und Daemon ist einfach nur anstrengend, da sie sich gegenseitig ständig abstoßen, obwohl ihre Anziehung klar ist – für wirklich jeden. Aber nein, aufgrund einer Spannungskurve (haha) ist sogar am Ende des Buches trotz heißer Knutscherei nichts anderes zu erwarten. Schade, Frau Armentrout: Null Charakterentwicklung.

Der Einstieg in die Geschichte war eigentlich noch recht gut und konnte mich fesseln: man erfährt viele relevante Dinge und ja, auch anfangs konnte ich Katy gut leiden – ja, durch die Ich-Perspektive nahm ich sie sogar als sympathisch wahr. Ich empfand das Buch als fesselnd und las leider viel zu schnell weiter, wodurch diese tolle Blase geplatzt ist. 
Die anstrengende Geheimniskrämerei, welche bis über die Hälfte des Buches ihren ständigen Platz fand, gab mir und der Handlung den Rest. Ich hatte längst durchschaut, was hier lief, nur Katy war nicht intelligent genug, 1 und 1 zusammen zu zählen. 
Dazu kamen noch die unbegründeten Sinneswechsel von Daemon und der Spannungskiller war perfekt. Hinzu kommt noch eine gewisse Vorhersehbarkeit und ein eher langweiliger Alltag, der auch nach der großen Enthüllung einfach nicht weichen will.. Mit der Zeit merkte ich auch schon, wie mein Augenrollnerv einfach total überfordert war und ich ständig schlechte Laune hatte, wenn ich das Buch nur ansah. 
Als dann so langsam das Finale eingeleitet wurde, konnte das Buch erstmals seit dem Beginn wieder so langsam überzeugen und die wenigen actionreichen Szenen gegen die gefährlichen Schattenmänner waren recht gut geschrieben. Dafür dann wohl noch die Aufrundung auf 2 Punkte, anstatt nur auf 1,5... Yeah.

Fazit

Für mich war „Obsidian – Schattendunkel“ ein relativ misslungener Auftakt einer Buchserie, was vor allem an den vielen Parallelen zu dem Roman von Stephanie Meyer lag. Aber nicht nur das, auch eine naive und nervige Protagonistin und einen stimmungsschwankenden Schönling liesen mich nicht vor Freude Luftsprünge machen. Die Handlung war insgesamt eher langweilig und klischeelastig. Aus einigen Ideen hätte man wirklich mehr machen können. Schade, verschenktes Potential³!


Obsidian: Schattendunkel bekommt:

2/5 Herzen

 

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