Mittwoch, 13. Juli 2016

[Rezension] Das Vermächtnis der Wölfe #1 Zähmung von Farina de Waard

Mittwoch, 13. Juli 2016


Titel: Zähmung
Reihe: Das Vermächtnis der Wölfe #1
Umfang: 788 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-945073-00-1

Klappentext

Verschleppt - Gefoltert – Verloren... 
... findet Sina sich in einer fremden, von erbitterten Kriegen und Leid gezeichneten Welt. Nach ihrer Befreiung aus dem Gefängnis der Unterdrücker entdeckt sie Kräfte in sich, die nicht nur ihr eigenes Leben verändern sollen. Doch die Tyrannin Zayda macht erbarmunglos Jagd auf sie.
Als Sina endlich die Gründe für ihre Lage erfährt, ist sie bereits in Geschehnisse verwickelt, die ihr Schicksal und das der magischen Dimension Tyarul bald durch ausweglos scheinende Prüfungen zerren werden.  (Bild- & Textquelle: Farina de Waard)



Meine Meinung

Mit großer Vorfreude bin ich an das Buch herangegangen – vielleicht ja dieses Mal eine Indie-Autorin, die überzeugen kann? Die Inhaltsangabe konnte das definitiv schon mal und lockte mich mit ihrem Inhalt wie ein Licht eine Motte. Nach einem holprigen Start wusste das Buch mich zu fesseln... doch irgendwann verlor sich die Autorin in irrwitzigen Beschreibungen und verlor mich und meine Leselust bei der Hälfte des Buches komplett. Ich las nur noch quer, was einem Buchabbruch gleich kam.

Die Idee hinter dem Buch ist wirklich sehr interessant und lockt vermutlich dutzende Leser an – so auch mich. Unsere Dimension und eine magische Dimension namens Tyarul sind mittels magischen Portalen miteinander verbunden; auch wenn die Menschen nichts von ihrer Gegenwelt wissen, so sind sich die magischen Bewohner derer sehr bewusst. Durch eine bösartige Herrscherin wurden die Bewohner Tyaruls in Angst und Schrecken versetzt – doch eine Prophezeiung und ein Mädchen geben ihnen Hoffnung. 
Die Umsetzung dieser Idee war weitaus weniger toll. Schon zu Beginn des Buches begegnen dem Leser tausend neue Begriffe, die man erst einmal sortieren musste. Dies stellte nicht lang ein Problem für mich dar, dennoch merkte ich schon sehr bald, dass die Geschichte sich wahnsinnig in die Länge zog und die Autorin einen sehr ausgeschmückten Schreib- und Erzählstil an den Tag legte. Es folgten hier die ersten langatmigen Szenen, dennoch konnte die Geschichte Fahrt aufnehmen und mich fesseln! Ich war neugierig, wo mich das Ganze hinführen wird und genauso soll es ja auch sein. Insgesamt muss ich aber sagen, dass die Geschichte insgesamt sehr eindimensional und oberflächlich bleibt. Hintergründe werden kaum bis gar nicht beleuchtet, wodurch einige Charaktere und ihre Handlungsgründe blass und unfertig wirken.

Apropos Charaktere: diese waren mehr als eindimensional gestaltet, d.h. jeder Charakter bekam ein bis maximal zwei Merkmale zugeordnet und diese lebten sie in jedem kleinen Satz aus. So war die böse Königin eben böse... aber mehr auch nicht. Wieso wurde sie so? Auch das wird nie geklärt. Genauso wenig wurde jemals geklärt, warum ausgerechnet die Protagonistin Sina die Auserwählte sein soll. Tollpatschigkeit, Impulsivität und Naivität zeichnen sie aus, genauso wie der ständige Hinweis darauf, wie toll sie ist und was sie alles auf Anhieb schaffen kann. Sie wird als perfekt dargestellt und das passt überhaupt nicht mit ihrem kindlichen Charakter zusammen. Wieso soll ausgerechnet so ein kleines Küken auch die komplette Welt retten? Ja, auch diese Frage fand keine Antwort. Ihr Widerwille war für mich auch einfach nur nervig und so konnte ich mich mit der Hauptperson nicht identifizieren. 
Eine richtige Beziehung kam in dem Buch nicht direkt vor – oder ich habe sie einfach überlesen. Bei einem guten Fantasie-Buch muss das auch nicht zwingend sein, aber ich hatte weder das eine, noch das andere so wirklich gespürt. Dementsprechend konnte ich auch keine große Emotionalität hervorrufen, außer meine negativen Gefühle in Bezug auf Sina und ihr Handeln und Tun.

So begann der Start in die Handlung zwar holprig, aber dennoch gelang der Autorin der Einstieg in ihre beiden Welten recht gut. Es folgte allerdings schon bald ein Umbruch: viele Erklärungen wurden gegeben, die man auch gerne kürzer hätte fassen können. Ich habe im Verlauf ständig den Faden verloren und ihn ab der Mitte des Buches auch nicht mehr so richtig wieder gefunden. Ich erwartete ein Abenteuer, doch irgendwann bekam ich nur noch den langweiligen Alltag der Protagonistin Sina geboten, den ich mir wirklich spannender hätte vorstellen können. Ebenfalls konnte ich viele Dinge einfach vorhersehen, was die Spannung nicht zwingend steigerte. Weiterhin kamen Ungereimtheiten zu Tage, wie z.B. das sich Sina eine Nacht in einer Jägerfalle befindet und dann sich plötzlich mit ihrem neuen Schicksal (das der Auserwählten) urplötzlich total anfreunden kann. Äh... ja, klar. Sehr realistisch. 
Diese künstlichen Dramen nervten mich und führten nicht etwa zur Spannungssteigerung, sondern minderten meinen Lesespaß enorm und damit auch meine Leselust. Ich quälte mich bis zur Hälfte des Buches und las dann nur noch quer – Auslöser waren die vielen „tollen“ Dinge, die Sina mit Kieselsteinen anstellen kann... sie kann sie schieben und ziehen, schweben lassen und teleportieren. Ja, sie wird definitiv die Welt retten! Wenn die Autorin nicht alles so umschweifend beschreiben würde, dann wäre dies sicherlich kein Problem gelesen. Aber jeder kleinen Sache wurde ein komplettes Kapitel gewidmet und das war bei weitem zu viel des Guten. 
Irgendwann habe ich dann das Buch enttäuscht abgebrochen, da sich für mich keine Besserung einstellte und mein Interesse für den Ausgang der Geschichte gegen Null tendierte. Ich bin wirklich enttäuscht, denn die Autorin hat so gut begonnen und verliert sich total im Mittelteil ihrer Geschichte. Da hätten auch weniger Seiten gut gereicht, um eine gute und spannende Handlung zu erzählen.

Fazit

Für mich war der Auftakt der Reihe „Das Vermächtnis der Wölfe“ eine wahre Enttäuschung. So begann das Buch zwar sehr spannend und konnte mich fesseln, doch irgendwie verlor sich die Autorin in ihren unzähligen Beschreibungen, die mich gelangweilt zurückließen. Die Hintergründe der Handlungen wurden kaum geklärt und auch die Charaktere konnten mit ihrer eindimensionalen Handlungsweise gar nicht punkten. Für mich leider eine negative Überraschung, von der ich ganz andere Sachen erwartet hätte! Für Leser, die seichte Geschichten mögen wird es defintiv ein gutes Buch sein – alle anderen sollten davon die Finger lassen.


Zähmung bekommt:

1/5 Herzen

 

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