Mittwoch, 27. April 2016

[Rezension] Taking Chances: Im Herzen bei dir von Molly McAdams

Mittwoch, 27. April 2016




Umfang: 475 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-9564-9518-2


Klappentext

Harper wächst unter dem strengen Regiment ihres Marine-Dads auf. Sie zählt die Tage, bis sie aufs College gehen kann, um endlich die Dinge zu erleben, von denen sie bislang nur gehört hat: flirten, daten, küssen. Gleich auf der ersten Party trifft sie Chase, der all das ist, was ihr Vater hasst: sexy, wild, verwegen. Nur mühsam widersteht Harper seinem Bad-Boy-Charme. Obwohl sie sich kurz darauf in seinen attraktiven Mitbewohner Brandon verliebt, scheint ihr Körper jedes Mal vor Verlangen zu vibrieren, sobald Chase in der Nähe ist. Sie ist überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war... (Bild- & Textquelle: Mira Taschenbuch Verlag)



Meine Meinung

Wenn man die Inhaltsangabe so liest, dann könnte man gleich denken: „Was für ein billiger Schinken – da geht es doch immer nur um das Gleiche!“ Für diesen Gedanken kann man dann 100 Punkte abstauben, denn genauso ist es! Keine der Zweifel werden beseitigt: „Taking Chances“ ist ein einziges dramatischen Love-Triangel, wobei gute Szenen sehr sparsam gesät sind.

Ja, wo fange ich da nur bloß an? Die Idee des Buches ist offensichtlich: ein Mädchen kommt endlich raus aus dem goldenen Käfig und verliebt sich sofort in zwei heiße Typen, die natürlich auch beide auf sie stehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir bei dem Buch auch nicht gleich sicher war, da ich genau so eine Geschichte befürchtet hatte... hätte ich doch nur auf mein Bauchgefühl gehört. Das Hauptthema des Buches war und blieb das Love-Triangel – welches meist völlig überzogen und unrealistisch dargestellt wurde. 
Eine gute Umsetzung der Idee war quasi nicht vorhanden. Natürlich gab es auch einige gute Szenen, doch überwogen Klischees und verdammt große Zufälle, die teilweise sehr weit hergeholt waren. Viele Charaktere handelten im Laufe der Geschichte sehr unrealistisch (z.B. als die Mutter des betrogenen Freundes zur Protagonistin sagt, dass sie das überhaupt nicht schlimm findet und sie ihre Entscheidung verstehen kann... äh, WHAT?!). 
Viele Gespräche wirkten total überzogen und im Laufe der Handlung musste ich immer mehr feststellen, wie sehr die Autorin auch die Emotionen erzwungen hat. Gerade bei einem sehr dramatischen Buch setze ich auf gute Emotionen, die mir den Lesespaß garantieren! Hier wird sich halt einfach tausend Mal geprügelt, gehasst und dann doch wieder heiß geliebt – manchmal auch alles oder mehrere Menschen gleichzeitig. Die ganzen Klischees ala strenger Militär-Vater, Vogel im goldenen Käfig und graues Mäuschen, auf welches dennoch alle Männer stehen, machen es einfach nicht besser. Lesespaß für mich? Absolute Fehlanzeige. Bis auf wenige Szenen (die mich merkwürdigerweise an das Buch gefesselt haben) blieb dieser bei mir aus und verwandelte sich bis zum Ende in ein genervtes Aufseufzen für jeden dümmlichen Satz der Charaktere und hochgespielte Situationen.

Weiter geht’s nun mit den Charakteren, zu denen ich auch nur in Ansätzen gute Worte finden kann. Natürlich sehen im Buch alle Menschen total gut aus und alle stehen natürlich irgendwie auf die Protagonistin Harper. Das arme Mädchen, welches als graue Maus nur bei ihrem strengen Vater aufwachsen musste und nun endlich leben kann. Natürlich ist sich Harper ihrem guten Aussehen nicht bewusst und natürlich müssen alle gut aussehenden Männer gleich auf sie stehen. So etwas wird in Fachkreisen auch Mary-Sue genannt und gilt als unrealistisch und überzogen. Noch dazu kommt, dass Harper sehr naiv ist und sich einfach nicht zwischen zwei Männern entscheiden kann. Auf jeder Seite wird ihre Zerrissenheit und ihre verschiedenen Gefühle thematisiert und ja, es nervt verdammt schnell! 
Ihre beiden Herzblätter Chase – der Bad-Boy – und Brandon – der Prinz Charming – könnten unterschiedlicher nicht sein. Beide bleiben dennoch irgendwie flach, auch wenn sie mir wesentlich sympathischer waren als Harper. Zum ganzen Rest an Charakteren – also Chase Schwester Breanna, Chase Familie, Carter, Brandons Familie und Co. - kann ich nur sagen, dass sie alle ein wenig farblos bleiben oder nervtötend sind. Auch sie reagieren meist nicht realistisch und reden vor allem Harper immer wieder ein, wie toll sie doch ist und das es überhaupt nicht schlimm ist, zwei Männer zu lieben und beiden weh zu tun. 
Übrigens tun das manchmal die Jungs selbst... Womit ich gleich beim Punkt Beziehung bin: denn diese ist verdammt weit hergeholt. Ist Harper mit dem einen zusammen, dann will sie nur den anderen und umgekehrt. Dieses Mädchen kann sich einfach nicht entscheiden, betrügt irgendwo ja auch beide und die lassen das einfach mit sich machen, denn Harper ist die wunderschönste Frau, die sie je gesehen haben. Sie ist so perfekt! Und ich muss würgen... Hier übertreibt die Autorin maßlos und ich kann nicht wirklich verstehen, wie man als es gut finden soll, dass Harper die beiden Jungs ständig miteinander betrügt. Für mich persönlich ist das ein verdammtes No-Go! Diese Beziehung(en) haben nichts Romantisches an sich und werden trotzdem an vielen Stellen so kitschig, dass sich die Balken biegen!

Die Handlung ist nicht wirklich vielseitiger und abwechslungsreicher, als oben schon beschrieben. Alles dreht sich um das berüchtigte Dreieck. Vielen Szenen, die in der Handlung ein wenig Interesse des Lesern aufbauen sollen, sind meiner Meinung nach reine Effekthascherei. Immer wieder kam ich an den Punkt, an dem mich das Buch mehr zur Weißglut trieb, als dass ich es mögen konnte. Trotzdem gab es auch gute Stellen, die mich fesseln konnte – diese tauchten immer mal wieder im Buch auf und zeichneten vor allem die Szenen ab, wo alles mal normal lief und keine Gedanken an das Triangel verschwendet wurden. Auch nach der Hälfte des Buches gab es einen gewaltigen Umschwung (der auch Effekthascherei war) und die Story einmal komplett änderte. Für mich größtenteils gut, da ich hier das Buch am meisten mochte und deswegen auch 2 Punkte insgesamt vergeben – allerdings wird auch das dann zu sehr in die Länge gezogen und mit viel zu viel Kitsch geschmückt. 
Für mich gab es auch nicht wirklich Spannung im Buch, da man sich schnell an diese abgedroschenen Gefühlswechsel der Protagonistin gewöhnen konnte. Das Ende des Buches war für mich dann noch einmal richtig überzogen, da hier ein Happy-End nach dem Anderen herbei gezaubert wurde und es so viel Unrealismus auf einem Fleck überhaupt nicht geben kann. Natürlich kann ich die Autorin verstehen: Wer mag schon nicht Happy-Endings? Aber hier war es einfach zu viel – mal wieder. Damit kann das Buch definitiv glänzen!

Fazit

Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass Molly McAdams von allem einfach zu viel wollte: eine zu perfekte Protagonistin, zu viel Love-Triangel und zu viel Dramatik. Gerade ich – die Dramaqueen, wenn es um Bücher geht – konnte dies hier nicht gut wegstecken und musste mich mehrmals einfach nur zusammen reißen, weiter zu lesen. Die Handlung war insgesamt einfach zu unrealistisch und das Buch wurde künstlich in die Länge gezogen. Von Romantik keine Spur – zurück bleiben viel zu viel Kitsch und ein nerviges Love-Triangel.

Taking Chances bekommt:

2/5 Pfoten

 

1 Kommentar[e]:

  1. Das ist so ein Buch, da hätte ich dir das mal wieder vorher sagen können :P Zumindest von den Goodreads-Bewertungen her - da haben die nämlich genau das beschrieben, was du auch schreibst. Insofern wusste ich zum Glück schon vorher, dass ich das nicht lesen werde. Fremdgehen mag ich ja auch gar nicht. Und die Dialoge sind ja offensichtlich genial und sehr realitätsnah :D

    Bin ja doch beruhigt, dass du mich sozusagen bestätigst. Aber mein Beileid, dass du dieses fiese Ding lesen musstest!

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