Freitag, 12. Februar 2016

[Rezension] Wie Monde so silbern von Marissa Meyer

Freitag, 12. Februar 2016


Originaltitel: Cinder
Reihe: Luna-Chroniken #1
Verlag: Carlsen
Umfang: 381 Seiten
Preis: 18,90 €uro
ISBN: 978-3-5515-8335-2



 Klappentext

Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. 
Als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai an ihren Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? 
Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesesmal wird Cinder mehr verlieren, als nur ihren Schuh... (Bild- & Textquelle: Carlsen Verlag)



Meine Meinung

Die Inhaltsangabe klingt meiner Meinung nach ja ziemlich klischeehaft; man hat direkt das Gefühl, eine billige Nacherzählung von Cinderella vor sich zu haben, nur dass diese in eine andere Zeit versetzt wurde. Doch, wer hinter diesen fälschlichen Text blickt, der hat wahrlich eine vorzügliche Geschichte für sich gewonnen, denn „Wie Monde so silbern“ ist viel mehr als nur eine Cinder(ella)-Story!

Zu Beginn des Buches ist man sofort mitten in der Geschichte; ohne große Einleitung und man hat sofort das Gefühl, dass das Buch etwas ganz Besonderes darstellt. Natürlich, die Grundidee des Buches liest sich ja schon aus der Inhaltsangabe heraus und ich konnte immer wieder Parallelen dazu herstellen. Dennoch finde ich, dass die Geschichte keineswegs vorhersehbar wurde, denn Meyer erschafft etwas absolut Einzigartiges und orientiert sich grob am Vorbild von Cinderella. 
Die Umsetzung ist demnach einfach atemberaubend: Cinder ist ein Cyborg, noch dazu Mechanikerin und wohnt in einer zukünftigen Welt über 100 Jahre nach dem 4. Weltkrieg in Neu-Peking. Die Erde wird momentan von der Blauen Pest heim gesucht und es droht ein Krieg mit den Lunariern, welche auf dem Mond ein Zuhause gefunden haben. Dieser Genre-Mix aus Fantasy, Science-Fiction und ehemaligem Märchen ist absolut neuartig und hat mir fast sofort zugesagt – nachdem ich ein wenig Einlese-Zeit gebraucht hatte. Dies verging aber schnell und ich war sofort gefangen von dem futuristischen und innovativem Buch! 
Demnach war mein Lesespaß auch ungeheuer hoch, denn mir machte das Buch von der ersten Seite an Spaß und ich freute mich immer wieder darauf, was sich die Autorin wohl auf der nächsten Seite hat einfallen lassen. Dieses Gefühl verspüre ich nur bei wenigen Büchern.

Weiter geht’s mit den Charakteren, wobei vor allem die Protagonistin Cinder mir sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist eine starke junge Frau, die versucht, mit ihrem Leben als Cyborg klar zu kommen. Sie ist deswegen ein Cyborg, weil ihre eine Hand und ihr einer Fuß aus Metall bestehen. Außerdem hat sie einen Netzhautscanner, der ihr z.B. anzeigen, wenn jemand sie anlügt und viele andere Extras. Cinder fühlt sich nicht Willkommen in ihrer Stieffamilie (bis auf ihre kleine Schwester Peony), liebt daher ihre Arbeit als Mechanikerin ganz besonders. Im Laufe des Buches muss Cinder mehrmals über sich hinauswachsen und sich weiter entwickeln. Sie erfährt mehr über ihre Herkunft, ihr wahres Ich und ihre Aufgabe in der Welt. Sie muss einige Verluste einstecken und gibt trotzdem nicht auf – gerade dieser Kampfgeist macht Cinder sympathisch. Cinders zu Beginn geringes Selbstbewusstsein wegen ihres Körpers lässt sich im Laufe der Geschichte stärken und das ist definitiv authentisch. Ich hoffe, sie in den weiteren Bänden weiter kennenlernen zu dürfen; ich denke, da steckt noch mehr in ihr drinnen. 
Den männlichen Gegenpart bildet scheinbar Prinz Kaito, welcher ein sehr charmanter Kerl ist, der immer wieder Cinders Nähe sucht und ihr geringes Selbstvertrauen aufbaut. Kai ist liebenswert, keine Frage. Er setzt sich für die Menschen ein, die er liebt und möchte nur das Beste für sein Volk. Dennoch wirkt er mir manchmal zu glatt. Zwar auch irgendwie authentisch in seinen Entscheidungen, dennoch zu glatt. Hier würde ich mir gerne eine Weiterentwicklung wünschen, gerade nach den Enthüllungen am Ende. 
Andere Charaktere neben eher nebensächliche Rollen ein und dies merkt man auch: Cinders Stieffamilie bleibt überwiegend blasser und in ihrer vorgesehenen Rolle, nämlich Cinder schlecht zu behandeln. Königin Levana von Luna ist ein sehr interessanter Gegenpart, der wohl noch so einiges Unheil mit sich bringen wird. Ich freue mich darauf, mehr über diese Königin zu erfahren, die alle manipuliert und in Angst und Schrecken versetzen kann. 
Generell steckt da noch viel Potential in den Charakteren, welches noch besser genutzt werden kann.

Erfrischend und anders an der Geschichte ist außerdem, dass eine richtige Liebesbeziehung erst mal ausbleibt. Natürlich gibt es für die Romantiker unter den Lesern einige Andeutungen und Entwicklungen, dennoch bleibt ein Happy-End für Cinder erst einmal aus. Ich könnte mir durchaus gut vorstellen, dass dieses noch folgen könnte in den weiteren Bänden und hoffe auch ein wenig darauf. Dennoch war es für den Moment so absolut richtig und stellte mich zufrieden. 
Emotional fesselnd war die Geschichte natürlich trotzdem. Auch die Handlung beeinflusst das ziemlich positiv, denn mir wurde insgesamt eigentlich nie langweilig. Natürlich kommt keine obermäßig großartige Spannung auf, aber es reicht aus, um am Ball zu bleiben und das Buch nicht als „langweilig“ bezeichnen zu können. Anders als zuerst erwartet geht die Autorin auch vermehrt von der Originalgeschichte „Cinderella“ weg und kreiert wirklich ein einzigartiges Werk, das Seinesgleichen sucht. Es gibt dutzende Wendungen und Enthüllungen, die frischen Wind in die Geschichte bringen und es nie langweilig enden lassen. Viele Überraschungen rücken manche Tatsachen plötzlich in ein ganz anderes Licht und ich persönlich bekam einfach nicht genug davon. 
Das Ende ist meiner Meinung nach total realistisch und für mich wird damit ein Rätsel gelöst. Das Puzzle für's Erste beendet. Natürlich hätte ich mir hinten heraus gerne noch mehr gewünscht, aber da kann nur Band Zwei Abhilfe schaffen, denn das ist ja die Fortsetzung. Ich freue mich schon sehr darauf!


Fazit

„Wie Monde so silbern“ ist ein Buch, das man gar nicht so richtig in Worte fassen kann, denn die passenden Worte dafür exisiteren meiner Meinung nach einfach nicht. Fakt ist, dass dieses Buch wahnsinnig innovativ, einzigartig ist und viele Überraschungen bereit hält, die die normale Cinderella niemals bewältigen könnte. Tolle Märchen-Adaptation, von denen ich unbedingt mehr Lesen muss! 


Wie Monde so silbern bekommt:

5/5 Herzen



Band 1: Wie Monde so silbern
Band 2: Wie Blut so rot
Band 3: Wie Sterne so golden
Band 4: Wie Schnee so weiß

1 Kommentar[e]:

  1. Jaja, das werde ich auch ganz bestimmt irgendwann noch lesen - habe auch schon lange vor, mir Band 1 mal zuzulegen, aber ich schwanke immer zwischen deutsch und englisch, denn die Übersetzung ist einfach so TEUER. (Carlsen übertreibt es aber auch einfach immer.)

    Wobei ich gedacht hätte, dass du 4,5 vergibst, weil du ja doch zwei Kritikpunkte hattest ;) Ich glaube auch, in Band 2 geht es ja um jemand anderen, ne Weiterentwicklung des männlichen Protagonisten würde ich da dann also nicht erwarten.

    Nun ja, schreib es mal auf die Liste, falls ich in diesem Leben nicht mehr dazu komme, es zu kaufen, ja? :D

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