Dienstag, 19. Januar 2016

[Rezension] Engelsstaub von Anne-Marie Jungwirth

Dienstag, 19. Januar 2016


Titel: Engelsstaub
Umfang: 221 Seiten
Preis: 3,99 €uro
ISBN: 978-3-646-60145-9 

  

Klappentext

Jade Brooks ist ein Nerd. Mit Mädchenkram, Partys und schicken Klamotten hat sie nicht viel am Hut, ihr Herz gehört der Wissenschaft und ihrem verstorbenen Vater. Zumindest bis sie auf den vermeintlichen Bad Boy und Rockmusiker Caspar Sinclair trifft. Doch kurz bevor es zwischen dem ungleichen Paar ernsthaft zu knistern beginnt, wird Jades Leben durch einen Autounfall ein jähes Ende gesetzt. Als sie sich kurze Zeit später als Engel im Himmel wiederfindet, prasseln die Ereignisse auf sie nieder: Ausgerechnet sie soll im Engelsheer der Matchmaker als Liebesengel dienen, von ihrem Vater fehlt jede Spur und der junge Mann, den sie verkuppeln soll, ist kein Geringerer als Caspar Sinclair... (Bild- & Textquelle: Impress Verlag)



Meine Meinung 

Das Buch durfte ich ihm Rahmen einer Blogtour lesen, welche für Ende Februar geplant ist. Natürlich hat mich die Engels-Thematik sofort gereizt und mal wieder habe ich gehofft, dass ich etwas finde, was mich so zufriedenstellt, wie es Nalini Singh tut. Jungwirth schafft es, mich für das Buch zu begeistern, auch wenn mir das Ende dann doch nicht so gut gefallen hat...

Das Buch beginnt bei einem Ausflug von Jade und ihrer Sportmannschaft, wobei in dem Ausflugsziel – einer Bar – gerade Caspar einige seiner Songs auf der kleinen Bühne performt. Das Buch kann man eigentlich in zwei große Teile unterteilen, denn zunächst begleitet man die Protagonistin Jade in ihrem menschlichen Leben, in dem sie Caspar etwas näher kommt. Nach ihrem Tod beginnt der zweite große Abschnitt der Geschichte – beide sind eng miteinander verwoben. Diese Art zu Schreiben und diese innovative Ideen hinter der Story finde ich wirklich gut. Keiner der beiden Abschnitte wirkt langweilig, ggf. könnte man sie sogar getrennt betrachten und sie erscheinen immer noch gut! Auch die beschriebene Inhaltsangabe findet sich im Buch wieder und wird gut umgesetzt
Jade mochte ich sehr als Protagonistin des Buches. Sie lernt man als eine junge Frau kennen, die unbedingt als „Nerd“ klassifiziert werden möchte und unter diesem Klischee auch gerne abtaucht. Zusammen mit Jade ließen sich die Seiten einfach so weg lesen – ich merkte gar nicht, wie schnell ich voran kam. Gerade durch die Ich-Perspektive konnte man eine besondere Beziehung zu Jade aufbauen, die einem durch und durch sympathisch erscheint. Caspar ist mir auch nicht unsympathisch gewesen, aber irgendwie war er mir schon fast zu glatt. Gegen Ende des Buches war ich dann irgendwann genervt von seiner total verschossenen Art und ich finde, dass er mehrmals sehr unrealistisch gehandelt hat. 
Die Beziehung von Caspar & Jade ist wie Zuckerwatte: locker-luftig, zuckersüß und leicht. Sie beginnt zart und selbst der Tod kann die beiden nicht voneinander trennen. Dennoch stehen sie vielen Problemen gegenüber, die am Ende ihre ganz besondere Lösung findet. Ich liebe dramatische Elemente und bin mit dem realistischen Ausgang mehr als zufrieden.

Der Schreibstil besteht vor allem anfangs aus humorvollen Wortwechseln, die mich ehrlich zum Schmunzeln brachten und geht irgendwann in eine emotional-verzweifelte Richtung über. Durch den tollen Schreibstil war ich von Anfang an mitten in der Story und konnte mich kaum losreißen. Auf einen langen Einstieg wird glücklicherweise gut verzichtet. Mir wurde vor allem das Gefühl vermittelt, dass nur die wichtigsten Dinge beschrieben und erzählt wurde, wodurch keine Längen aufkamen. Gegen Ende des Buches hätte ich mir jedoch ab und an ein paar mehr Seiten gewünscht, da es mir hier dann zu abrupt insgesamt endete und ich das Gefühl hatte, durch die Handlung getrieben zu werden. 
Die Handlung fand ich schon sehr toll, und das auch bevor die Engel überhaupt auf die Bildfläche getreten sind. Mir gefielen die teilweise nerdige Sprache, der Stil und die Atmosphäre, die das Buch verströmte. Durch Jades plötzliches Tod und ihre Wiedergeburt als Engel änderte sich alles dramatisch und die Geschichte wendete sich um 180 Grad. Im weiteren Verlauf muss sich Jade erst mal mit ihrer Rolle als Matchmaker („Liebesengel“) zurecht finden und trifft immer wieder auf Caspar, von dem sie sich einfach nicht lossagen kann. Die Ideen um die Engel und ihre Hierarchien sind mir als totaler Engelfanatiker nicht neu, finde sie aber gut in Szene gesetzt. Auch die Ausbildung von Jade und die vielen kleinen Details davon haben mein Herz höher schlagen lassen. Zum Beispiel fand ich es auch super, dass der Titel „Engelsstaub“ so eine gute und wichtige Verwendung im Buch fand. Dafür: Hut ab, Frau Jungwirth!

Die Seiten verflogen richtig schnell und ich wollte keine Sekunde lang, dass diese wunderbare Gefühl endet. Doch leider konnte ich meine absolute Begeisterung gegen Ende nicht mehr allzu gut aufrecht erhalten und muss nun zu einer kleinen Kritik kommen. Jade versucht verzweifelt alles, um ihren Caspar so oft wie möglich wiederzusehen – teilweise fand ich ihre Handlungen in dieser Richtung von ihr zu unüberlegt und insgesamt zu erzwungen. Für mich passte dies nicht mehr ganz so gut zum Rest. Außerdem passierte mir am Ende einfach zu viel auf zu wenig Seiten; ich war teilweise total überfordert, weil sich jede Sekunde eine Information wieder geändert hat. Weiterhin finde ich Caspar dann einfach nur noch dämlich und blind vor Liebe und Luzifers Spiel viel zu einfach und konsequenzlos. Nach diesen Szene habe ich mir gedacht: „Ja, die hätte man auch nicht schreiben brauchen.“ 
Das Ende kam mir persönlich viel zu schnell, aber es war für mich rund um in Ordnung und realistisch dargestellt. Ich glaube, kein anderes Ende hätte an dieser Stelle besser gepasst. Auch wenn in meinem Kopf viele offene Fragen bleiben... vielleicht bekommen diese ja irgendwann auch eine Antwort?

Fazit

Für mich war „Engelsstaub“ erfrischend neu und innovativ. Das Buch konnte mich sofort fesseln und Jade überzeugte mich von ihrem tollen Charakter. Humorvolle Wortwechsel und eine Beziehung wie Zuckerwatte vollenden das Bild. Auch die kleinen Details der Engelausbildung und die Umsetzung der Thematik haben mich vollends überzeugt – einzig allein einige wenige Punkte gegen Ende des Buches waren für mich unverständlich. Dennoch tut das dem Buch keinen Abbruch: Es hat definitiv einen Platz auf jedem e-Reader verdient und sollte dringend gelesen werden!


Engelsstaub bekommt:

 4/5 Herzen

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