Donnerstag, 8. Oktober 2015

[Rezension] Dark Canopy von Jennifer Benkau

Donnerstag, 8. Oktober 2015


Verlag: Script 5
Umfang: 525 Seiten
Preis: 18,95 €uro
ISBN: 978-3-8390-0144-8



Klappentext

Stell dir vor, du musst täglich ums Überleben kämpfen. Stell dir vor, dein Gegner ist unbesiegbar. Stell dir vor, du kommst ihm zu nah. Stell dir vor, du verliebst dich in ihn.  
Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Die Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr... (Bild- & Textquelle: Script5 Verlag)



Meine Meinung

Es gibt mehr als ein dutzend Lobeshymnen auf dieses Buch; irgendwann war es also auch für mich klar: „Ich muss es einfach lesen!“. Ich war gespannt darauf und hatte wirklich hohe Erwartungen, die zum Glück auch erfüllt wurden. „Dark Canopy“ ging ab wie ein Zäpfchen!

Im Prolog wird man mitten in die Handlung geworfen, allerdings findet man sich sofort zurecht und mein Interesse wurde sofort geweckt. Ich wollte unbedingt mehr! 
Entschlossen las ich weiter und machte mich 3 ½ Jahre später erneut vertraut mit Joy, der Protagonistin des Buches und diejenige, die man ständig begleiten darf. Man lernt sie bereits im Prolog kennen, darf sie ab dann jedoch ständig begleiten. Joy gehört zu einem Rebellenclan und lebt in einer Welt, die nach dem dritten Weltkrieg zerrüttet ist und von künstlich geschaffenen Soldaten – den Percents – regiert wird. Menschen werden unterdrückt oder als Diener gehalten, doch Joy und ihr Clan rebellieren. Am Anfang ist Joy unschlüssig, ob sie ihren Clan verlassen soll oder nicht, denn sie möchte endlich etwas an der Welt ändern. 
Die Idee hinter dem Buch ist wirklich grandios und für mich absolut gut durchdacht! Denn mit der Zeit lernt man, dass es auf Seiten der Rebellen und auf Seiten der Percents Schwarz und Weiß gibt. Und das wird auch Joy noch lernen. Auch die Umsetzung war für mich wirklich gut, ich war ständig gefesselt an das Buch und zweifelte nie an der geschaffenen Welt und den folgenden Handlungsszenen. 
Ich hatte großen Spaß, das Buch zu verfolgen und konnte es irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen. Für mich gab es eine perfekte Mischung aus Liebe, Verzweiflung und einem kleinen Hoffnungsschimmer, der am Ende des Buches zerdrückt worden ist.

Die Charaktere sind allesamt gut durchdacht und facettenreich; manche spielen auch ein falsches Spiel, was sich erst spät entpuppen sollte. Joy ist eine wirklich sympathische junge Frau, die für ihre Überzeugungen kämpft und das Beste aus ihrem Leben machen will. Sie will die Welt verändern, ist stets mutig und klug. Dennoch ist auch sie nicht gefeilt vor der Macht der Liebe, die sie umhaut wie ein Orkan. Neél, der Mann ihres Begehrens, gehört zu den Percents und ist ein sogenannter Varlet, noch in der Ausbildung. Er scheint genauso zu sein wie alle anderen Percents: kalt, ignorant und arrogant. Doch mit der Zeit verändert er sich und zeigt unter seinem harten Panzer sein wahres Ich, vor allem gegenüber seiner Soldatin Joy. 
Damit kann sich auch die Beziehung der beiden entwickeln, denn vor allem Neél überzeugt mit seiner gefühlvollen Art, die gleichzeitig sehr humoristisch und sarkastisch daher kommt. Mit der Zeit verliert auch Joy ihr Herz an ihren Varlet, allerdings scheint ihre Liebe nie unter einem guten Stern zu stehen. Frei nach dem Motto „Der Feind in meinem Bett“ treffen die beiden auf die Probleme ihrer verschiedenen Spezies und ihrer bestehenden Gesellschaft, auch wenn beide die momentane Situation ihrer Welt ablehnen. 
Durch diese schier unüberwindbaren Hindernisse kommen oftmals dramatische Szenen vor, wo die Emotionen der Charaktere hochkochen. Auch mich nahm dieses hohe Maß an Dramatik schier mit und des Öfteren musste ich mir ein paar Tränchen verkneifen. Emotional gesehen bekommt man bei diesem Buch eine großartige Palette geboten, die einen nervlich an den Rand der Verzweiflung bringt.

Für mich war von Anfang an ein gewisser Spannungspegel präsent, denn ständig lauerte Gefahr auf Joy. Die Menschen haben wenig Macht in der geschaffenen Welt von Benkau und fürchten stets um ihr Leben und ihre Freiheit. Zusammen mit dem Weltentwurf wird die Handlung gut dargestellt und passt perfekt in das dystopische Genre. Gerade die perversen Umfangsformen gegenüber Menschen ließen mich zurückschrecken, aber genau solche dystopischen Elemente waren es auch, die mich neben den Charakteren an das Buch fesselten. 
Benkau versteht, ihren Schreibstil perfekt einzusetzen und variiert in den verschiedenen Situationen sehr gekonnt ihre Sprachmelodie. Zusammen mit der voranschreitenden Handlung und dem Näherrücken von Joys großen Tag als Soldatin – dem Chivvy, bei dem sie für Neél laufen soll – verändert sich auch die Stimmung des Buches. Im Mittelteil des Buches wurde es meiner Meinung nach etwas ruhiger, doch das störte mich nicht. Denn hierbei wurden vor allem die sanften Bande der Liebe geknüpft. Gleichzeitig erfolgt eine großartige Charakterentwicklung der beiden Hauptfiguren, die ebenso durch einige Nebencharaktere bedingt wurde, wie z.B. der Percents Graves, die blinde Alex, Neéls Aufseher Cloud oder Joys Jugendfreund Matthial und Amber. 
Gegen Ende des Buches war ich oftmals nur noch fassungslos und emotional total mitgenommen. Die ganze Sache spitzt sich massiv zu, ich habe ein dutzend Tränen vergossen und litt mit Joy regelrecht mit. Schlussendlich suchte ich die Hoffnung und fragte mich, wie Benkau das Ganze nur wieder umlenken will...

Fazit

Teilweise sprachlos blicke ich noch immer auf dieses Buch zurück, was noch viel mehr war, als ich erwartet habe. Es gibt wundervolle Charaktere und keine klischeehafte Schwarz/Weiß-Teilung, denn jeder kann Gut oder Böse sein. Die Beziehung ist dramatisch-emotional ein Hochgenuss und zusammen mit meinen Gefühlen ständig am hochkochen. Die Handlung ist abwechslungsreich, es gibt einen ständigen Spannungspegel und die dystopisch geschaffene Welt von Benkau ist gut durchdacht und vom Schreibstil perfekt begleitet. Alles richtig gemacht! 


Dark Canopy bekommt:

 5/5 Herzen

 

2 Kommentar[e]:

  1. Dieses Ende hat mich total fertig gemacht! Ich hab geheult wie ne blöde und musste dann erstmal auf die Veröffentlichung des zweiten Bandes warten O,O

    Jennifer Benkau schreibt sowieso sehr schonungslos und ich finde, dass genau das wirklich der Hammer ist!

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  2. Huhu!

    Ich habe jetzt schon ein paar Mal auf verschiedenen Blogs von diesem Buch erfahren, konnte mir aber bisher nicht viel darunter vorstellen ... Jetzt habe ich allerdings richtig Lust daraufbekommen, es klingt wirklich sehr spannend! Und da ich gerade leider eine komplette Flaute habe, meine Arbeit über den CO2 Sensor fertigzustellen, hilft ein bisschen Abwechslung immer :).

    Liebe Grüße
    Luna

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