Donnerstag, 27. November 2014

[Rezension] Endgame 01. Die Auserwählten von James Frey

Donnerstag, 27. November 2014


Originaltitel: The Calling
Reihe: Endgame #1
Verlag: Oetinger
Umfang:
580 Seiten
Preis: 19,99 €uro
ISBN: 978-3-7891-3522-4
Leseprobe



Klappentext

Als zwölf Meteoriten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten der Erde einschlagen, gibt es keinen Zweifel mehr: Die Zeit ist gekommen. Endgame hat begonnen! Jeder der Meteoriten überbringt eine Nachricht, die die zwölf Auserwählten entschlüsseln müssen und die sie schließlich an einem geheimnisvollen Ort zusammenführt. Dort stehen sie ihren Gegnern zum ersten Mal gegenüber. 
Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt und eine rücksichtslose Jagd um den gesamten Globus. Die Spieler müssen zu allem bereit sein. Wird Arroganz Bescheidenheit schlagen? Klugheit Stärke übertreffen? Wird Gnadenlosigkeit am Ende siegen? Schönheit von Nutzen sein? Muss man ein guter Mensch sein, um zu überleben? Endgame wird es zeigen. Aber nur wer die Hinweise richtig deutet und die drei Schlüssel findet, geht als Gewinner hervor und wird die eigene Linie retten können, wenn die gesamte Menschheit vernichtet wird. (Bild- & Textquelle: Oetinger Verlag)



Meine Meinung

Das Buch war schon vor dem weltweiten Erscheinungsdatum der totale Hype und wie immer war ich bei solchen Sachen erst mal vorsichtig und unvoreingenommen. Neugierig natürlich auch und durch einen mehr oder weniger glücklichen Zufall kam ich dann auch zu diesem Werk.
Doch hätte mir einer mal eher gesagt, was mich erwartet, dann hätte ich freiwillig darauf verzichtet.

Das Buch beginnt verheißend, verschwörend und hört damit auch nicht wieder auf. Endgame ist hier, Endgame ist da, Endgame verändert alles – ja, ich habe es schon beim ersten Mal verstanden. Hier wird schon viel zu dick aufgetragen, sodass ich nur mit den Augen rollen konnte. Diese Verheißungen ziehen sich übrigens durch das ganze Buch und lassen irgendwann einen Brechreiz aufkommen.
Mit dem Schreibstil hatte ich auch so richtig meine Probleme. Der Bestand aus kurzen, abgehackten und sich immerzu wiederholenden Sätzen, die mir das Lesen schwer machten. Da steckt keinerlei Gefühl vom Autor dahinter und die fehlenden Beschreibungen machen es zusätzlich sehr schwer, dem Buch überhaupt irgendetwas abzugewinnen.
Ganz schlimm fand ich anfangs auch, dass man rein gar nichts über Idee von Endgame erfährt. Woher kommt es? Wer steuert es? Und vor allem: WIESO gibt es dieses Spiel? Man wird hier einfach in eine Welt geschmissen, die man rein gar nicht versteht und soll akzeptieren, dass sich 12 Menschen plötzlich einfach umbringen? Ich hatte das Gefühl, dass nicht einmal die Charaktere wussten, WIESO sie das gerade tun? Es erschien alles wie eine sinnlose Metzelei ohne irgendeinen nachvollziehbaren Grund.
Traurig, aber es wurde noch schlimmer. Denn man sollte wenigstens meinen, dass es genügend Handlung gibt, die man begleiten kann. Viele Reisen zu exotischen Orten, viele spannende Rätsel – stattdessen bekam man ein sinnloses Umherirren und ich wusste nie, WIESO sich die Charaktere jetzt gerade dort aufhielten und woher sie diese Informationen bekamen, genau dort irgendetwas zu suchen.
Weiterhin ruft das Buch natürlich Emotionen hervor – bei mir waren es: Wut, Aggressionen und totales Unverständnis. Wenn ein Buch so grundlos geschrieben wird, dann gibt es auch im Zuge der Morde genügend sinnlose Brutalität, Gewalt und Angst. WIESO hier ein Jugendlicher den anderen ermordet, obwohl dies nicht mal in den Regeln steht – tja, wer weiß das schon? Der Ekelfaktor stieg ein paar mal richtig hoch, was mir eindeutig zu viel war, da es bis ins kleinste Detail geschildert wurde. Unnötig.

Zu den Charakteren: die wurden einfach mal ganz plump in Schwarz und Weiß geteilt. Entweder gut oder böse, was anderes gab es da einfach nicht. Auch konnte keiner von denen mich so richtig überzeugen, außer die stumme Japanerin Chiyoko, die ich sehr interessant fand und deren Szenen ich als einziges auch gern gelesen habe. Vielleicht habe ich auch wegen ihr das Buch bis zum Ende gelesen, wer weiß das schon. Wegen den anderen Charakteren mit Sicherheit nicht, dafür waren sie mir einfach zu einseitig.
Zur Liebesgeschichte: so eine unnötige Sache hatte ich in einem Buch noch NIE vorgefunden. Die viel zu perfekte Sarah muss für Endgame ihren Freund Christopher zurücklassen. Da dachte sich dieser: Mensch, ich reise meiner Ex einfach mal hinterher! Ja, genau. Es geht hier ja um Leben und Tod und die 12 Spieler müssen ja eigentlich alles allein machen. Aber dieser normale, junge Mann kann sich einfach so in dieses gefährliche Spiel einmischen. Und wieder fragte ich mich: WIESO? Ich konnte über dessen Dummheit immer nur den Kopf schütteln. Achso, nicht zu vergessen, dass sich Sarah auch noch anderweitig „verliebt“, wenn man das denn so nennen kann.
Mit der Zeit wird das Buch immer unglaubwürdiger, liebloser, immer aufgespielter, schon fast krank. Es kommt keine Spannung auf, niemals. Vieles wird unnötig dramatisiert und ich fühlte mich teilweise einfach nur veralbert vom Autor.
Das Buch schritt weiter voran, meine Laune wurde immer schlechter. Ich griff immer seltener zum Buch und rutschte in so eine kleine Leseunlust hinein. Alles wird auf biegen und brechen weiter hochgepust und zweckgerichtet geschrieben. Es passiert zwar nichts ohne Grund, dennoch sehe ich einfach alles distanziert und mit wenig Begeisterung entgegen. Da man mit den Charakteren niemals warm wird, kann das auch nicht besser werden.



Fazit

Meiner Meinung nach hat sich „Endgame“ in keinster Weise diesen riesigen Hype verdient, der von aller Welt um dieses Buch gemacht wird. Für mich war dieses Buch die reine Zeitverschwendung, die mir nur Bluthochdruck, Kopfschmerzen und eine Menge Ärger eingebracht hat. Hier treffen sinnlose Gewalt auf langweilige Handlung, die man nicht wirklich so bezeichnen kann und unsympathische Charaktere, zu denen man keinen Zugang findet. Von mir gibt es eindeutig keine Empfehlung – selbst im nächsten Leben nicht!


Die Auserwählten bekommt von mir:

1,5/5 Herzen


3 Kommentar[e]:

  1. Keine Empfehlung - selbst im nächsten Leben nicht! Das ist hart! Ich hatte mich schon von Vornherein gegen das Buch entschieden. Jetzt weiß ich umso mehr warum! Auf Brechreiz und Bluthochdruck kann ich gern verzichten! LG

    AntwortenLöschen
  2. Ui, das Buch hat aber einen bleibenden Eindruck bei dir hinterlassen! Mich hatte der Hype so schon ein wenig abgeschreckt und irgendwie hört man doch mehr Negatives als Positives über das Buch. Wenn ich mir deine Rezension so durchlese, wundert mich gar nichts mehr. Tja, ich hab das Buch noch als englisches E-Book, aber ob ich das heute oder morgen lese...

    Liebe Grüße,
    Tina

    AntwortenLöschen
  3. So, ja. Ich hatte es ja versprochen und auch, wenn es SEHR viel länger gedauert hat, bin ich nun endlich da, um mir deinen freudig erwarteten Verriss zu Gemüte zu führen :D

    Ich habe ja schon mitgelitten, während du am Lesen warst und leide jetzt noch ein bisschen mehr. Dass du das ertragen musstest, meine Güte, was bin ich froh, das gleich ganz gelassen habe! Wenn man während des Lesens eigentlich permanent keine Ahnung hat, warum Charaktere tun, was sie tun, ist das schlecht. Und wenn man sich sowieso nur ärgert über die Geschehnisse, ist das noch viel schlechter :D Dass sich Sarahs Typ da auf die Suche nach ihr macht und einfach so in das Spiel reinstolpert, ist eh das allerbeste xD

    Es tut mir Leid, dass du das ertragen musstest, aber wir sehen es mal positiv: So kannst du andere davon abhalten, es sich auch anzutun ;)

    Habe mich gut amüsiert, besonders über den letzten Satz!

    AntwortenLöschen

Über Kommentare und Meinungen von Euch freue ich mich jederzeit sehr.
Und ich werde auch direkt unter jedem Kommentar antworten, sollte es Fragen oder Ähnliches geben - also schaut dann einfach noch mal 3-4 Tage später vorbei ;)

Also los, traut euch - ich freue mich über jedes geschriebenes Wort! ;)

Liebe Grüße
Lisa

Copyright by Lisa Ullrich 2011-2017. Powered by Blogger.

© little bookland, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena