Mittwoch, 29. Oktober 2014

[Rezension] Crossroads 01. Ohne Gnade von Michelle Raven

Mittwoch, 29. Oktober 2014


Titel: Ohne Gnade
Reihe: Crossroads #1
Verlag: Egmont LYX
Umfang: 462 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-9235-5



Klappentext

Der ehemalige Soldat Warren Harper macht gemeinsam mit seiner siebenjährigen Tochter Emma einen Campingausflug im Olympic National Park. In den letzteb Monaten – vor allem seit der Scheidung von Emmas mutter – hat das Mädchen sich von ihm entfremdet, und Warren möchte den Ausflug nutzen, um sich ihr wieder anzunähern und die Zeit aufzuholen, die er durch seine langen Auslandsaufenthalte verpasst hat. 
Doch dann verschwindet Emma nachts aus dem Zelt – und für Warren beginnt ein Horrortrip. Er kann seine Tochter nicht finden, niemand hat sie gesehen. Und als er sich schließlich völlig verzweifelt an die Polizei der naheliegenden Kleinstadt wendet, ist auch dort keiner in der Lage, ihm zu helfen: Alle verfügbaren Einsatzkräfte fahnden nach zwei Mördern, die nicht weit vom Campingplatz entfernt bei einem Gefangenentransport entkommen sind. Für Warren beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. 
Seine letzte Hoffnung ist die Hundetrainerin Angel Burns, die zurückgezogen im Park lebt und die Nähe zu anderen Menschen eigentlich meidet. Doch Angel kann sich der Bitte des verzweifelten Vaters nicht entziehen, und so brechen die beiden gemeinsam mit Angels Suchhund Moonlight in die Wildnis auf – nicht ahnend, dass Emma sich längst in den Händen der entflohenen Verbrecher befindet... (Bild- & Textquelle: Egmont LYX)




Meine Meinung

Ich liebe die Bücher aus der Feder von Michelle Raven abgöttisch – auch das neuste Werk verspricht sehr viel und kann auch mindestens genauso viel halten!

Womit ich direkt voll in meine Rezension einsteige, in dem ich zu erst die Idee beleuchten werde. Schon allein der Klappentext klingt gigantisch und spannend. Es geht um zwei verurteilte Mörder, die durch einen Tierunfall bei einer Überführung fliehen können. Dies findet im Olympic National Park statt – ein mehr als tolles Setting, welches größtenteils aus dem gemäßigten Regenwald und einer hügeligen Landschaft besteht. Perfekt für die beiden entflohenen Mörder, um sich zu verstecken und um ein kleines Mädchen namens Emma als ihre Geisel zu nehmen. Ihr Vater, Warren Harper, nimmt zusammen mit der Hundetrainerin Angel Burns die Verfolgung auf, da sämtliche Polizeikräfte schon nach den entflohenen Mördern suchen. 
Hierbei finde ich noch sehr interessant, wie das Mantrailing zwischen Angel und ihrem Suchhund Moonlight funktioniert und beschrieben wurde. Eine Idee, die mir so noch nie untergekommen ist und eine große besondere Note in das Buch bringt. 
Die Umsetzung dieser Grundideen sind meiner Meinung nach mehr als gelungen. Man bekommt eine richtig spannende, abwechslungsreiche und überraschende Flucht + Verfolgung geschildert, welche sich sehen lassen können. Die Geschichte ist absolut logisch aufgebaut, nachvollziehbar und glaubhaft; nichts wirkt an den Haaren herbeigezogen. Es gibt eine angemessen Anzahl an Perspektiven, die genügend Abwechslung bieten und die verschiedensten Einblicke in die Protagonisten gewähren, dennoch hat man beim Lesen nie das Gefühl, den Faden zu verlieren. Es entsteht durch die vielen naturellen Beschreibungen der Umgebung, der Situation und der Protagonisten ständig ein klares Bild, wobei natürlich auch der schöne, flüssige Schreibstil dazu beiträgt.

Die Charaktere sind alle samt sehr facettenreich, egal ob Hauptperson oder nur Statistenrolle. Sie wirken sehr durchdacht, größtenteils sympathisch und man versteht sie einfach. Einige Nebenpersonen haben jetzt schon das Zeug zum Protagonist im nächsten Buch – da darf man wie immer sehr gespannt sein!  
Angel Burns ist die weibliche Hauptperson des Buches und Hundetrainerin, welche allein mit ihren sechs Hunden am Rand des Nationalparks lebt. Angel distanziert sich sehr von anderen Menschen und baut schwer Beziehungen auf. Doch irgendwie scheint das zu Warren anders zu sein, denn sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Auf ihre Beziehung komme ich weiter unten noch mal zu sprechen. 
Warren Harper ist die männliche Hauptperson des Buches, Ex-Marine und möchte sich nach seinem Unfall und dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nun der einzig wichtigen Sache in seinem Leben widmen: seiner Tochter Emma. Doch Emma stellt zunächst auf stur und Warren hat es gar nicht so einfach mit ihr. Allerdings merkt man sehr stark, wie wichtig sie ihm ist. Einige niedliche Szenen zu Beginn und seine vehemente Suche nach ihr bestärken das.  
Emma selbst verhält sich für eine Siebenjährige schon sehr erwachsen, trotzdem behält sie aber genügend kindliche Züge, damit ihr Charakter auch gelungen wirkt. In den Händen der Entführer baut sie eine gewisse Bindung zu Damon auf, die einen ab und an sehr rühren können. Damon ist eine der beiden entlaufenen Mörder, wirkt allerdings gar nicht wie sein Ruf – eher im Gegenteil: Damon scheint ein großes Herz zu besitzen und sich nach Freiheit zu sehnen. Doch manchmal ist nicht alles so, wie es scheint... sein „Partner“ Russel ist ein Mörder, wie er im Buch steht. Sein Charakter ist hassenswert, brutal, aggressiv und absolut skrupellos. Zwischendurch wirkt er auf mich mal zu harmlos, was sich aber schnell wieder verliert. 
Außerdem gibt es da dann noch Gabriel Lynch, den FBI-Agenten, der mit seinem Team bei der Suche und Verfolgung der Mörder beteiligt ist und selbst eine große Rolle im Leben von Russel spielt. Er verschließt seine Gefühle, wirkt oft kalt und herzlos, dennoch ist dies Selbstschutz und ich bin gespannt mehr über ihn in den folgenden Bänden zu erfahren.

Die Beziehung zwischen Angel und Warren entwickelt sich in einer absoluten Ausnahmesituation, denn Warren lebt in ständiger Angst um Emma und Angel ist die Person, die zusammen mit ihrer Hündin Moonlight Warren bei der Suche hilft. Nach ersten vorsichtigen Annäherungen werden beiden größere Steine in den Weg gelegt. Zum einen ist das Warrens Angst um seine Tochter, so wie seine Schuldgefühle ihr gegenüber und Angels distanzierter Charakter. Trotzdem kommen sich die beiden näher, sowohl durch gefährliche Szenen, als auch durch Gespräche. 
Was mich hier bei etwas störte war, dass das Ganze wirklich in zwei Tagen geschieht. Gut, genau das ist hier so gewollt und dennoch, mir lag es etwas auf dem Magen. Manchmal habe ich etwas an dieser Anziehung gezweifelt, aber trotzdem kam es größtenteils glaubhaft herüber. Ein bisschen Hin- und Hergerissen war ich also, dennoch empfand ich die Anziehung der beiden als real und konnte mit ihnen mitfiebern. 
Auch emotional kam ich mal wieder an meine Grenzen, vor allem gegen Ende, als sämtliche Stränge ihren Höhepunkt erreichen und ich fast geplatzt bin vor Aufregung und Anspannung! 
Dies steigert sich von Anfang an kontinuierlich. Die Handlung beginnt mit dem Ausbruch, der Entführung und den Ermittlungen des FBI. Man bekommt sehr interessante Einblicke in die Polizeiarbeit und eine schöne Abwechslung durch die verschiedenen Perspektiven. Die Spannung tritt besonders dann in Vordergrund, als Angel & Warren auf der richtigen Fährte sind, um Emma zu finden und dann teigert sie sich kontinuierlich weiter bis zum bitteren Ende. Durch gefährliche Szenen wird sie noch unterstützt und als die Mörder schließlich aufdrehen und es erste Tote gibt, wird es so richtig spannend. Ich konnte das Buch kaum mehr weglegen, so gefesselt war ich! Dieses Gefühl, gleich zu Platzen, zog sich bis zum Ende hin und ließ mich dann mehr als fertig zurück. Bis dahin wendet sich das Blatt mehrmals, Jäger werden zu Gejagten und einige riskante Pläne werden geschmiedet. Schlussendlich bleiben dann einige Stränge offen, die die Grundlage für weitere Bände legen.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: „Ohne Gnade“ ist ein perfekter Auftakt für die neue Romantik-Thrill-Serie von Michelle Raven. Perfekt durchdachte, facettenreiche Charaktere treffen aufeinander, während es darum geht, unschuldige Leben zu retten und die Welt mal wieder von einigen bösen Seelen zu befreien. Unglaublich packend, spannend und atemberaubend, dass man einfach nicht daran vorbei kommen kann. Dazu noch die einmalige Landschaft, die das Tüpfelchen auf dem I darstellt. Rund um perfekt!


Ohne Gnade bekommt:

5/5 Herzen

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