Dienstag, 9. September 2014

[Rezension] Mystic City 01. Das gefangene Herz von Theo Lawrence

Dienstag, 9. September 2014


Originaltitel: Mystic City
Reihe:
Mystic City #1
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Umfang: 411 Seiten
Preis: 16,99 €uro
ISBN: 978-3-4734-0099-7
Leseprobe



Klappentext

Mystic City ist eine geteilte Stadt: Die Armen leben unten, die Mächtigen in den Türmen. Als die Armen rebellieren, gerät Aria, Tochter aus reichem Haus, zwischen die Fronten. Denn sie liebt Hunter, den Rebellen.
Aria Rose hat mit einem Schlag ihr Gedächtnis verloren. Als sie dann auch noch den gut aussehenden Hunter trifft, ist ihre Verwirrung vollkommen. Auf mysteriöse Weise fühlt sie sich zu ihm hingezogen, doch diese Liebe darf nicht sein. Denn Hunter gehört zu den Mystikern, einer Rebellengruppe mit magischen Fähigkeiten. Sie werden von Arias Familie von jeher unterdrückt. Kaum gibt Aria sich ihren verbotenen Gefühlen hin, entbrennt ein erbitterter Machtkampf in der Stadt und eine dunkle Erinnerung kehrt zurück ...(Bild- & Textquelle: Ravensburger Buchverlag)



Meine Meinung

Der Inhalt von „Mystic City“ klingt einfach nur durch und durch perfekt, das Cover tut dazu sein übriges! Um dieses Buch kommt man nicht ohne weiteres herum, denn hier werden auch die verschiedensten Genre gemischt und dementsprechend habe ich viel erwartet, wurde dann aber doch in meiner Freude gedämpft.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der zu fesseln weiß und ungeheuer viele Fragen aufwirft. Ich stellte mir direkt die Frage: „Ist das ein Zukunftsausblick?“ Die genaue Antwort darauf kam viel später und überraschte mich. Ein guter Start in das Buch! 
Schließlich geht es so richtig los: Arias Verlobungsfeier steht an und sie hat ungefähr zwei Wochen davor durch einen Zwischenfall ihr Gedächtnis verloren. Sie kann sich an viele Ereignisse nicht erinnern, so auch nicht an ihren Verlobten Thomas. Das Buch erzählt aus ihrer Perspektive und so erfährt man auch nur das, was Aria erfährt. Ihr Gedächtnisverlust wird gut dargestellt und man kann sich anfangs auch mit Aria einigermaßen anfreunden. 
Was mir besonders gut gefiel war die Welt, die Lawrence erschaffen hat. Die reichen Menschen aus den Horsten leben hoch oben in New York; ihre Wohnungen sind gebaut auf den Hochhäusern, Kuppeln schützen diese und eine Luftbahn verbindet sie. Im Gegensatz dazu leben tief unten in verfallenden Ruinen die Armen und die Mystiker, Menschen mit magischen Fähigkeiten. Doch diese werden von den Reichen ausgebeutet und unterdrückt, für viele Verbrechen schuldig gemacht. Die Klimaerwärmung ließ die Pole und Gletscher schmelzen und hob den Meeresspiegel an, weswegen Alt-Manhattan nun teilweise unter Wasser steht. 
Am Anfang schwirrte mir vor allem der Kopf bei den ganzen Informationen, die man bekam, die aber doch nicht immer ganz klar schienen. Manches ist mir selbst am Ende des Buches nicht klar geworden. Auch fiel es mir manchmal schwer, mir gewisse Sachen vorzustellen – man braucht definitiv sehr viel Fantasie!

Die Handlung besteht größtenteils daraus Aria auf der Suche nach ihren wahren Erinnerung zu begleiten. Dabei steht man ihr jedoch nicht besonders nah und so kann sie einem auch nicht großartig sympathisch werden. Durch ihre immer anhaltende Naivität macht sie es sich, ihren Mitmenschen und auch mir sehr schwer und dass das Ende so eskaliert geht eindeutig auf ihre Kappe. Anfangs mag das Ganze ja noch interessant und mysteriös sein, dann hinterfragt sie mehr und löst langsam ihre Fesseln, doch sie stellt es ungeschickt an und irgendwann nervt es einfach nur noch. 
Ihr Abenteuer beginnt also und es dauert nicht lange, da trifft sie auch auf die Rebellen und vor allem Hunter. Hunter ist gutaussehend und mysteriös, ein Mystiker. Viel mehr weiß man gar nicht über ihn, aber es reicht Aria aus um ihn sofort bedingungslos zu lieben und das ohne große Worte, Handlungen oder Sonstiges. Das, was ich bei Aria und Perry von Veronica Rossi liebte, wird hier fatal umgesetzt. Man ist den beiden in ihrer Beziehung nicht nah und so richtig begeistern tut sie mich auch nicht – obwohl die Liebesgeschichte trotzdem eine der besseren Dinge des Buches ist, denn: die Szenen mit Hunter sind immer die angenehmsten und man merkt, wie die beiden förmlich aufblühen! Außerdem gibt es einen Pluspunkt dafür, dass die Liebe sich trotz aller Schwärmerei erst recht spät in der Handlung entfaltet und entwickelt. 
Sämtliche Nebencharaktere werden eingeteilt in Gut und Böse, Zwischenstufen gibt es so gut wie keine und Charaktertiefe ist so gut wie nicht vorhanden, auch bei Aria und Hunter. Teilweise wird sich an Klischees bedient, die irgendwann einfach zu viel waren. Bei den Mystikern fühlte ich mich wohl und auch fand ich sie nicht so grässlich wie sämtliche Horstbewohner, obwohl sie auch so wirken sollen, doch war es ab und an einfach zu viel.

Von Spannung ist am Anfang überhaupt keine Rede, doch weiß das Buch zu fesseln und so kam ich sehr schnell voran. Was mich genau so band, kann ich selbst nicht benennen, aber ich tippe mal stark auf den Weltentwurf und die Neugier, was nun wirklich passiert war. 
Im weiteren Verlauf treten unglaubliche Überraschungen auf, die mich wirklich schocken konnten und gleichzeitig treten zu jedem gelösten Geheimnis drei neue auf die Bildfläche. Die Handlung ist somit direkt und wird nicht sinnlos ausgeschmückt oder gestreckt. Jedes Wort und jeder Satz ist wichtig und der Schreibstil tut sein Übriges dazu – im Großen und Ganzen war dieser auch voll in Ordnung. 
Die letzten 100 Seiten verändern noch einmal alles, was man bisher gekannt hat! Einige folgende Aktionen, vor allem von Aria, sind dümmlich und lassen vieles aus dem Ruder laufen. Gleichzeitig ahnt man, was passieren wird. Die Spannung steigert sich ein wenig, auch wenn Naivität mal wieder siegt. Es wird brutal und grässlich zwischen Arm und Reich, das Genre Dystopie wird dann doch gut umgesetzt und auch die fantastischen Anteile kommen ausreichend zum Zug. Alles erscheint hoffnungslos und sinnlos und schlussendlich war ich dann doch enttäuscht vom Buch, da ich einfach mehr erwartet hatte. 
Trotzdem bin ich neugierig, wie diese bahnbrechenden Konflikte und Änderungen wohl gelöst werden sollen und werde deswegen auch erst einmal weiterlesen!



Fazit

Meine Rezension klingt ziemlich negativ und doch kann ich sagen, dass mir der erste Teil von „Mystic City“ irgendwo gefallen hat. Der Weltentwurf ist phänomenal und ich war sehr gefesselt von der Geschichte. Auch die Mystiker gefielen mir, doch die Naivität der Protagonistin und die Oberflächlichkeit der Charaktere missfiel mir und brachte vieles durcheinander. Ich hoffe, dass es im zweiten Band einige Steigerungen gibt!


Das gefangene Herz bekommt:

3,5/5 Herzen



Band 1: Das gefangene Herz
Band 3: Schatten der Macht

1 Kommentar[e]:

  1. So, endlich schaffe ich es dann auch mal, meinen Senf zu deiner Rezension abzugeben, ich hab mir ja mal wieder ein bisschen viel Zeit gelassen, ne :D

    Ich glaube, das Werk steht ja auf der Liste, ne? In nächster Zukunft muss es nicht sein, aber irgendwann werde ich mir wohl auch mal ein Bild davon machen. Einfach nur, weil ich finde, dass die Story absolut einfallslos klingt und ich wissen will, ob sie besser umgesetzt wird :D Abgesehen davon werde ich Aria 100%ig grundsätzlich mit Veronica Rossis Aria vergleichen, und gegen die kann eigentlich niemand gewinnen. Und du schreibst ja auch, dass diese hier sehr naiv ist und damit habe ich ja so meine Probleme, ne :D

    Na, wir werden mal schauen. Irgendwann wird das wohl mal was, ich wäre jedenfalls mal gespannt...

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