Sonntag, 14. September 2014

[Rezension] Der Kelch von Anavrin 03. Geheimnisvolle Gabe von Lara Adrian

Sonntag, 14. September 2014


Autor: Lara Adrian
Reihe: Der Kelch von Anavrin #3
Verlag: Egmont LYX
Umfang: 380 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8520-3

Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse der Vorgänger enthalten.



Klappentext

Vor langer Zeit gab es ein mystisches Königreich mit Namen Anavrin. Das Volk dieses Reiches kannte weder Furcht noch Leid, und es herrschte Frieden und immerwährender Sommer. Doch als ein Sterblicher den magischen Drachenkelch stahl, kam Unheil über Anavrin. Der Kelch zerbarst in vier Teile, die in alle Winde verstreut wurden. Wer die vier Teile findet und wieder zusammenfügt, dem sind Unsterblichkeit, Reichtum und Glück sicher – so sagt die Legende...

Seit Randwulf of Greycliffs Familie auf grausame Weise getötet wurde, kennt er nur noch ein Ziel: Rache an dem Magier Silas de Mortaine zu nehmen. Dazu benötigt Rand den letzten Teil des Drachenkelchs. Er glaubt, diesen an einem heiligen Ort in Schottland zu finden, doch auf dem Weg dorthin wird er erneut von einem Schergen de Mortaines angegriffen und stürzt in das tobende Meer.
Als er wieder zu sich kommt, blickt er in die Augen einer wunderschönen jungen Frau. Serena, die seit jeher mit ihrer Mutter ein zurückgezogenes Leben im Wald führt, besitzt die Gabe der Ahnung – mit einer einzigen Berührung kann sie die dunkelsten Geheimnisse eines Menschen erfahren. Rands Schicksal bewegt sie zutiefst, und obwohl ihre Mutter sie vor dem geheimnisvollen Fremden warnt, beschließt Serena, ihm bei seiner Suche zu helfen... (Bild- & Textquelle: Egmont LYX)



Meine Meinung

Letzter Band und somit das große Finale um die Suche nach den Drachenkelch steht an – ich war mehr als gespannt, wie das nun alles gelöst wird, jedoch nahm dies einen weniger großen Part ein. Denn es ging insgesamt viel mehr um Rand und eine neue Chance für ihn.

Die Geschichte beginnt mit Rands Reise auf Schiff in Richtung Schottland, wo sich das letzte der vier Teilstücke des magischen Drachenkelchs befinden soll. Außerdem ist Rand selbst voller Zorn, Schmerz und Rachegelüste, die er nur an dem Bösewicht Silas de Mortaines auslassen kann, um den Verlust seiner Familie zu verdauen. Doch es dauert nicht lange, da gerät Rand in einen Kampf mit einem der magischen Schergen de Mortaines und beide gehen über Bord. Hierbei kommt erstmals Spannung auf, die sich dann jedoch eine lange Zeit verliert.
Parallel dazu lernt man Serena kennen, die mit ihrer Mutter Calandra sehr zurückgezogen tief in einem Waldstück an der Küste wohnt. Sie ist jung, aufgeweckt und neugierig, darf jedoch keinen Kontakt nach außerhalb haben und hat noch nie einen Fuß über die Grenzmauern im Wald gesetzt. Doch eines Tages findet sie am Strang den schwer verletzten Rand und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Er nistet sich zur Genesung bei Serena und ihrer Mutter ein, für die ist dies beängstigend und aufregend zu gleich. So bleibt die Handlung ein ganzes Stück in dem kleinen Wäldchen, denn Rand muss erst genesen, bevor er seinen Weg fortsetzen kann und so wird viel Platz gemacht für die Liebesgeschichte.

Womit das Buch definitiv punkten kann sind die Charaktere und deren Entwicklung. Von Rand hat man im zweiten Band viel gehört, bis man ihn dann getroffen hat und er zerfressen war von Schmerz, Wut, Trauer und Rache. Genauso trifft man ihn hier wieder an und so trifft er auch auf Serena. Er ist einfach innerlich total zerstört, hat tiefe Wunden wegen dem Tod seiner Familie. Seine Emotionen werden perfekt dargestellt und doch ist seine folgende Wandlung perfekt und gut nachvollziehbar.
Denn diese setzt durch die liebliche Serena ein, die er seine liebliche Waldnymphe nennt. Sie ist unschuldig, glaubt bei allem an das Gute und hat auch noch nie Böses erlebt. Sie ist wunderbar, hat ein großes Herz und ist manchmal auch etwas naiv, doch insgesamt ist ihr Charakter sehr rund und man weiß genau, wieso sie so geworden ist und kann es nachvollziehen.
Bis zur Hälfte des Buches geht es fast ausschließlich um Gefühle und um die Beziehung zwischen den beiden Charakteren. Serena fängt Rand auf und rettet ihn vorm Ertrinken in seinen negativen Gefühlen. Ich fand ihre Beziehung zuckersüß, passend und sie gefiel mir ausgesprochen gut. Mit kleinen Schritten näherten sie sich an und man konnte jeden Schritt gut nachvollziehen. Da vergaß ich manchmal schon, dass die Haupthandlung bisher nicht weiter verfolgt wurde. Mir fiel es zwar kaum auf, doch dachte ich mir, dass es nach der Hälfte so langsam mal höchste Eisenbahn wird!

Natürlich gab es kleine abwechselnde Szenen zu anderen Charakteren, hier vor allem Silas de Mortaine. Allerdings fehlten mir in diesem Buch die Sichtweisen von Ariana, Kenrick und ihren Gefährten – das fand ich sehr schade! Gern hätte ich noch mal von ihnen gelesen bzw. hätte ich es schön gefunden, wenn alle zusammen den Abschluss mit den Drachenkelch finden.
Man erfährt mit der Zeit, dass die kleine Sage ganz am Anfang der Bücher mehr Wahrheit umfasst, als zuerst angenommen, was mich total faszinierte. Weitere Überraschungen folgten, Trennungen und Intrigen, doch wo bleibt die Spannung? Die habe ich dieses Mal kaum wahrgenommen, obwohl ich schon am Buch festsaß. Serenas sehr naives Handeln gegen Ende hat mich sauer gemacht und ja, es war eindeutig zweckmäßig von Adrian herbeigeführt.
Das Ende war, muss ich zugeben, sehr schlüssig in sich. Doch ein paar mehr Seiten hätten hier für dann echt nicht geschadet. Spannung ist plötzlich im Übermaß da, doch reist es das dann auch nicht mehr so richtig raus, weswegen ich ein wenig enttäuscht war.
Nun noch ein paar Worte zum Schreibstil: Adrians Schreibstil wirkte dieses Mal ein wenig gezwungen, dies fand ich in den Bänden davor anders. Doch hier hatte man das Gefühl, ihr fiel es nicht so leicht, die Figuren wie im 12. Jahrhundert sprechen zu lassen. Mal davon abgesehen hat es mich etwas gestört, dass Dinge, die Serena mit ihrer Gabe der Ahnung wahrgenommen hat, nicht hervorgestochen haben. Hier hätte eine kursive Schrift schon ausgereicht; durch die Gleichheit war ich manchmal etwas verwirrt und im Lesefluss behindert.



Fazit

Der Abschluss der Trilogie um den Kelch von Anavrin war anders als erwartet. Hier wurde viel mehr Fokus auf die Beziehung von Rand und Serena gelegt, sowie deren Entwicklung – was mir alles ja sehr gut gefiel und mich begeistern konnte! Doch für ein Finale war es zu lasch, es ging zu wenig um die Haupthandlung und deswegen bleibe ich doch etwas enttäuscht zurück. Das Augenmerk lag etwas zu stark auf der Beziehung, auch wenn es mir beim Lesen nicht so sehr auffiel. Schade!


Geheimnisvolle Gabe bekommt:

4/5 Herzen


Band 1: Das Herz des Jägers
Band 2: Das magische Siegel
Band 3: Geheimnisvolle Gabe

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