Freitag, 22. August 2014

[Rezension] Die Achse meiner Welt von Dani Atkins

Freitag, 21. August 2014


Autor: Dani Atkins
Titel: Die Achse meiner Welt
Originaltitel: Fractured
Verlag: Droemer Knaur
Umfang: 316 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-4265-1539-6



Klappentext

Rachels Leben ist perfekt: Sie hat einen gutaussehenden Freund, einen großen Freundeskreis und wird in wenigen Wochen ihr Studium beginnen. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt, was sie liebt. Sie überlebt nur, weil ihr bester Freund Jimmy ihr das Leben rettet und dafür mit seinem eigenen bezahlt. Mit Jimmy verliert sie nicht nur ihren besten Freund und ihre heimliche große Liebe, sondern auch ihre Zuversicht und die Balance. Rachel, die seit dem Unfall entstellt ist, zieht sich voller Schuldgefühle zurück - ihr Leben ist ein Scherbenhaufen. 
Die Hochzeit ihrer engsten Freundin lässt Rachel nach fünf Jahren zum ersten Mal an den Ort der Tragödie zurückkehren. Aber die Erinnerungen sind zu viel für Rachel, und sie bricht zusammen. Als sie im Krankenhaus erwacht, traut sie ihren Augen nicht. Ihr Leben ist plötzlich genau so, wie sie es sich immer erhofft hat: Sie hat einen Traumjob und ist verlobt. Und neben ihrem Bett steht Jimmy - kerngesund und mit seinem schönsten Lächeln. (Bild- & Textquelle: Droemer Knaur)

Meine Meinung

Ich bin durch einen wirklichen Zufall auf dieses Buch hier gestoßen, dachte mir doch glatt, es klingt gar nicht so schlecht und habe mein Glück bei einer Leserunde versucht. Nachdem ich das Buch mit seinem Zwilling zugeschickt bekam dauerte es nicht lange, dass ich mit dem Lesen anfing. Ich erwartete viel Drama und ging mit guten Erwartungen die Sache an – doch die wurden bitter enttäuscht.

Die Story beginnt mit einem Prolog, der es in sich hat, denn man versteht erst einmal nur Bahnhof und möchte so viele Dinge wissen, die eine unbedingte Klärung verlangen. Nach einem neugierigen Beginn befindet man sich im Jahr 2008: Rachel erzählt aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte. Sie trifft sich ein letztes Mal mit ihren Freunden, bevor alle an verschiedenen Ecken studieren. 
Anfangs ist es eine sehr ruhige Erzählung, die die Geschichte zunächst einleitet und langsam aufbaut; man merkt auch sofort, dass die Autorin viel Wert auf einen ausgeschmückten, gefühlvollen Schreibstil legt, der mir an manchen Stellen aber auch zu metaphorisch war (S. 51 „... meine Kopfschmerzen entflammen schlagartig zu einer lodernden Fackel aus Qual.“ 
Plötzlich geschieht die Wendung, die alles durcheinander bringen soll – ein Auto rast in das Restaurant und Jimmy stirbt um Rachel zu retten. Anschließend folgt auch schon wieder ein Zeitsprung von 5 Jahren, wobei Rachel nun seit dem Unfall erstmals in ihren Heimatort fahren soll. Sie hat immer noch ein Trauma, ihr Leben nicht im Griff und gibt sich die Schuld an allem. Man hat außerdem eine bestimmte Vorahnung, was mit ihr los sein könnte. Aber da sie aus dem Jammern um ihr Schicksal nicht mehr rauskommt, bekommt meine emotionale Seite hier schon einen Dämpfer. Bis hier hin war das Buch trotzdem recht gut, die Atmosphäre düster und pessimistisch, hoffnungslos und irgendwie zum Greifen nah. Auch wenn Rachel hier schon mit Widersprüchlichkeit und Naivität glänzt, so wusste ich nicht, was mich noch erwarten soll.

Schließlich kommt man durch Rachels Blackout in eine andere Situation, die im ersten Moment überhaupt keinen Sinn ergibt. Sie ist in einer schier perfekten Welt, mit Matt verlobt, hat Journalismus studiert und ist wieder auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Freundin. Auf dem Weg dorthin wird sie überfallen und landet im Krankenhaus. Dieses Psychodrama habe ich einfach für unsinnig gehalten – warum schmückt man etwas so aus, wenn es in meinen Augen kaum Sinn ergibt? 
Als Rachel im Krankenhaus aufwacht bleibt sie in dieser Welt, doch erstmals beginnt sie sich zu wundern. Die größte Verwunderung ist wohl, dass Jimmy plötzlich wieder am Leben ist. Doch vor eigener Verwirrung muss man sich erst einmal selbst zurecht finden. Jedes Kapitel wird rätselhafter, doch lässt es die Handlung auch nicht wirklich voranschreiten. Rachel beschließt nun, diese Realität für Unsinn abzuhalten, obwohl es tausend Zeichen gibt, dass es die Wirklichkeit ist. Mein Gott, noch nie hat mich eine Protagonistin so sehr genervt. Denn ihr Rumgeheule ging immer wieder von vorn los; in keiner Sekunde kann sie ihr Schicksal akzeptieren oder sich freuen, nein. Es wird ständig gemeckert und ich wurde immer genervter. Rachel hollte sich keinen einzigen Sympathiepunkt und sämtliche Nebencharaktere ala Matt, Sarah etc auch nicht. Einzig allein Jimmy konnte mich von sich überzeugen, jedenfalls ein bisschen – auch wenn er ziemlich perfekt wirkt.

Für Rachel musste es im weiteren Verlauf der Handlung doch wirklich wie ein Märchen vorkommen – sie hat alles, was sie wollte und noch mehr. Doch nichts da, sie kapiert ihre Situation einfach nicht. Es wird außerdem ziemlich langweilig sie dabei zu begleiten, ihre beiden Leben voneinander zu trennen und herauszufinden, was nun ihr wahres Leben ist, von dem alle wissen. Das hat mich ungefähr so sehr interessiert, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Von Spannung kann nach dem Auftakt einfach keine Rede mehr sein! 
Den Beziehungscharakter in diesem Buch kann man auch nicht wirklich thematisieren. Die wenigen Szenen mit Jimmy strotzen nur so vor Kitsch (und wenn ich das sage, dann heißt das schon was!) und berührten mich in keinster Weise. Auch mit Matt war nicht wirklich was los, wo ich emotional ergriffen war. Mal davon abgesehen, dass Rachel sich ja so hässlich fand und trotzdem jeder auf sie stand; was sie aber auch nicht begriff. Hach, ich hasse Mary-Sues. 
Der Epilog brachte erstmals Licht ins Dunkle und rundete das Buch ab. Auch wenn ich dieses Ausgang schon ab Seite 70 vorhersagen konnte, denn etwas anderes hat für mich einfach keinen Sinn ergeben. Aber natürlich bleiben trotzdem einige offene Fragen, die mich wütend machen. Und ich muss auch sagen, dass das Buch für mich nach dem Lesen irgendwie sinnlos erschien, aber das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

Ein Satz mit X, das war wohl nichts! Nach einem ganz guten Anfang wird das Buch von Dani Atkins einfach nur abstrus, sinnlos und schnarchend langweilig. Die Protagonistin nervt einen zu Tode mit ihrer Naivität und ihrer Perfektion, dass einem schlecht werden kann. Emotionen waren bei mir Fehlanzeige und das Ende erriet ich schon nach wenigen Seiten, weswegen es auch von mir hier keine weiteren Pluspunkte gibt.
Für mich einfach ein Buch, was keinen Sinn ergibt und ich nach dem Lesen auch nicht schlauer bin als davor. Die geniale Idee hätte man besser verarbeiten können – für diese und für den Anfang gibt es trotzdem zwei Punkte!


Die Achse meiner Welt bekommt:

2/5 Herzen


2 Kommentar[e]:

  1. Oh weh, du bist nicht die erste von der ich lese, dass das Buch zwar gut anfängt, aber dann total abbaut. Und dabei liegt es doch auch noch auf meinem SuB... also langsam wandert es unauffällig weiter nach hinten, glaube ich.

    Liebe Grüße,
    Ivy

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  2. Oh man, es ist wirklich schwer für mich, zu entscheiden, ob ich das Buch auf den Wunschzettel packen soll oder nicht. Entweder man sieht Rezensionen, in denen die Leser komplett begeistert oder total enttäuscht sind ... Ich finde, die Idee hört sich wirklich gut an, ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass es so genial ist :p Ich bin mir wirlich unsicher was ich machen soll :o

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