Sonntag, 18. Mai 2014

[Rezension] Alles aus Liebe von Liane Moriarty

Sonntag, 18. Mai 2014


Titel: Alles aus Liebe
Originaltitel: The Hypnotist's Love Story
Verlag: Bastei Lübbe

Umfang: 494 Seiten
Preis: 8,99 €uro
ISBN: 978-3-4041-6897-2
Leseprobe



Klappentext

Ellen ist überglücklich, seit sie mit Patrick zusammen ist. Optimistisch blickt sie in eine gemeinsame Zukunft, schmiedet Pläne und träumt von einer eigenen Familie. Auch Patrick ist bis über beide Ohren in Ellen verliebt. Doch über der Beziehung schwebt der Schatten von Patricks verstorbener Ehefrau Colleen. Sie war seine ganz große Liebe. Wie soll Ellen nur gegen die perfekte Erinnerung ankommen? Sie setzt alles daran, Patrick zu halten und ihm die Geborgenheit zu geben, die er braucht. Doch bald stellt sich heraus: Colleen ist nicht die Einzige, die die junge Liebe bedroht. (Bild- & Textquelle: Bastei Lübbe Verlag)



Meine Meinung


Der Inhalt ist Alles und Nichtssagend und so auch das Buch. Natürlich treffen Aussagen zu wie: „Wir tun mit Liebe alle verrückte Dinge“, aber dafür war mir das Buch dann einfach doch zu normal. Es klingt ja wirklich nach einer zuckersüßen Liebesgeschichte mit viel Drama und Lektionen fürs Leben - deswegen war ich ja auch total froh, als ich es von BloggDeinBuch bekam!
Doch so nichtssagend und öde fand ich lange kein Werk mehr! Schlaftablette hätte hier mehr zugetroffen.


Die Charaktere sind bei solchen Romanen der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, Sympathien und emotionale Nähe sind hier mehr als wichtig. Doch bleiben einem hier die Protagonisten einfach nur fremd und distanziert. Man leidet nicht einmal mit, obwohl das Mitfühlen hier doch das Wichtigste sein sollte, oder?
Ellen ist 35, Hypnotherapeutin und sucht einen Mann, wie sollte es auch anders sein? Schon zu Beginn hat sie ein Date mit Patrick, wo alles gut zu laufen scheint. Ellen zeigt sich immer sehr natürlich, auch wenn sie in der ein oder anderen Situation mit ihrer verrückten Seiten über die Stränge schlägt. Anfangs noch sympathisch und interessant durch ihren Job, entwickelt sie sich immer mehr zu einer Person, die zwiegespalten wirkt und mit der man sich nicht weiter anfreunden kann – mal davon abgesehen, dass sie Patricks Stalkerin besser versteht als ihren Freund...
Patrick, Vermessungsingenieur und Witwer, hat einen kleinen Sohn namens Jack und soll Ellens Herz erobern. Er selbst hängt immer noch an seiner toten Ehefrau Colleen und wird von einer Stalkerin belästigt. Er hat zwar ein großes Herz, braust jedoch schnell auf, ist aggressiv und manchmal wie eine tickende Zeitbombe. Was an ihm so liebenswert sein soll, habe ich leider nie verstanden; auf mich hat er einfach nur schizophren gewirkt. Die Erklärung ganz am Ende(!) auf sein Verhalten scheint mir sehr plausibel, doch einfach viel zu spät.
Auch die vielen Nebencharaktere bleiben mehr blass und distanziert, bis auf Saskia, Patricks Ex und Stalkerin, die mich als Einzige ehrlich faszinieren konnte. Liegt wahrscheinlich an ihrer ernsthaften Krankheit, aber sie mochte ich, irgendwie.
Die Beziehung von Ellen und Patrick sollte nach den Charakteren wohl der zweitwichtigste Punkt im Buch sein, doch ist diese gespickt von vielen Situationen und Problemen, die einfach so hingenommen werden und nicht näher geklärt werden – außer eben fast am Ende, wo es einfach zu spät ist. Auch bekam ich hier nicht Herzklopfen vor Emotionalität sondern eher ein Gähnen vor Langeweile.

Natürlich, am Anfang war für mich die Beziehung sehr interessant, weil gleich gegen Anfang bekannt wird, dass Patrick von seiner Ex gestalkt wird. Ihre Gedankengänge darf man auch mitverfolgen, da sie neben den Strängen um Ellen immer in der Ich-Perspektive redet und mir dies eindeutig am Besten gefiel.
Der Schreibstil war wirklich in Ordnung: immer ein wenig unterschwellig humorvoll und flüssig. Gute Beschreibungen der Umgebung, der Gefühlswelten und der Gedanken der Protagonisten, doch nie richtig einnehmend und fesselnd.
Die Handlung ist nicht groß nennenswert: wie gesagt fand ich es am Anfang noch spannend, als Saskia dazu kam. Aber das Stalken an sich war dann doch irgendwie keine so große Sache und wurde nicht so dramatisiert, wie es vielleicht im echten Leben sogar gewesen wäre. Es wurde einfach hingenommen und neben den ganzen Monologen und Dialogen, die nicht immer Sinn ergaben oder die Geschichte vorantrieben, war ich schnell gelangweilt.
Zufälle häufen sich dann auch noch, durch die wahrscheinlich die Spannung gehoben werden soll, aber Fehlanzeige! Es passierte urplötzlich viel zu viel Gutes worauf ein ganzer Haufen schreckliche Erkenntnisse und Ereignisse folgten: sorry, aber das ist so klischeehaft!
Patricks verstorbene Frau Colleen nimmt im Laufe der Handlung eine immer mehr zentralere Rolle ein, wobei einige Gedanken von Ellen wirklich böswillig werden wo ich mich gefragt habe: Was soll das? Einige Sachen sind so irre, dass mir wortwörtlich die Spucke weg blieb! Außerdem stellte ich mir des Öfteren die Frage, warum die Autorin beim Schreiben nicht selbst eingeschlafen ist.
Das Ende sollte wohl überraschend, schön und ergreifend zu gleich sein. Bei mir löste es keines dieser Gefühle aus, eher eine Erleichterung, dass ich es endlich geschafft habe! Das war mal so gar nicht mein Buch.



Fazit

Trotz meiner sehr negativen Worte fand ich einige Dinge der Geschichte recht in Ordnung. So gefiel mir von den eher blassen und distanzierten Charakteren gerade die Stalkerin am Besten, der Schreibstil gefiel mir und auch der Beruf der Hypnotherapeutin konnte mich überzeugen.
Was Beziehungen, Handlung und insbesondere die Spannung angeht ist das Buch aber definitiv ein totales No-Go. So viel Langeweile hatte ich beim Lesen noch nie!


Alles aus Liebe bekommt:

2/5 Herzen

1 Kommentar[e]:

  1. Autsch, schade :( Ich hatte von Liane Moriarty "Vergiss ihn nicht" gelesen und auch wenn es seine Zeit brauchte, bis ich im Buch angekommen war, hat es mir echt gut gefallen. Aber deine Rezension hört sich nicht nach einem ählich guten Buch an :-/ Besonders die Langweile ist ja total abschreckend!

    Danke dir für deine hilfreiche Rezi :)

    Liebe Grüße,
    Tina

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