Freitag, 21. März 2014

[Rezension] Zeitsplitter 01. Die Jägerin von Christin Terrill

Freitag, 21. März 2014



Autor: Christin Terrill
Titel: Die Jägerin
Originaltitel: All Our Yesterdays
Reihe:
Zeitsplitter #1
Verlag: Bastei Lübbe
Umfang: 330 Seiten
Preis: 14,99 €uro
ISBN: 978-3-4148-2390-8
Leseprobe



Klappentext

Marina hat alles: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen, der auf dem besten Weg ist, ein bedeutender Wissenschaftler zu werden.
Em hat nichts: Seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, rechnet sie beinahe täglich mit dem Tod.
Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre liegen zwischen ihnen. Doch in Ems Zeit wurde eine Möglichkeit entdeckt, in die Vergangenheit zu reisen. 
Es gelingt Em, vier Jahre zurück zu springen. Sie will verhindern, dass Marina dieselben Erfahrungen machen muss wie sie und dass ihr Zuhause zu dem von Krieg und Terror zerstörten Ort wird, der es in der Zukunft ist. Dazu muss sie denjenigen töten, der all das ausgelöst hat. Sie muss den Jungen töten, den Marina über alles liebt! Doch Marina würde eher sterben, als ihn aufzugeben... (Bild- & Textquelle: Bastei Lübbe Verlag)



Meine Meinung

Bisher las ich nicht allzu viele Zeitreiseromane – außer die Edelsteintrilogie sind mir eigentlich keine anderen bisher untergekommen. Es wurde Zeit, dies zu ändern! Denn das Buch klingt ausgesprochen gut und ich wollte sofort ergründen, was in den Jahren zwischen Marina und Em alles passiert ist und wie das Problem wohl gelöst wird. Das es jedoch SO wird, hatte ich nicht erwartet.

Beginnen tut das Buch in der späteren Zukunft, in der die Welt schon von Terror und Gewalt regiert wird. Em sitzt seit einigen Monaten in einer Gefängniszelle und muss jeden Tag Befragung und Folter über sich ergehen lassen, da sie wertvolle Informationen für den sogenannten Doktor besitzt, der die ganze Welt in einen Abgrund gerissen hat. Man weiß zunächst gar nicht so richtig, was passiert, verfolgt die Handlung aber gern. 
Auch von ihrem Zellennachbarn Finn erfährt man bald mehr – was mit ihnen und der Welt passiert ist, löst sich Stück für Stück während der Geschichte, was ich gut so fand. Es wurden immer gerade genug Informationen gegeben, dass man spannend dabei bleibt. Merkwürdige Vorkommnisse und Erinnerungen, so wie eine mysteriöse Botschaft tun ihr Bestes, um dies noch zu verstärken. Terrill weiß, wie man von Anfang an mit Spannung fesseln kann – denn dann erfährt man die Lösung, wie die Welt gerettet werden kann: Em und Finn müssen in die Zeit zurückreisen in der alles begann und alle Fehler gerade biegen, bevor sie passieren.

Dies geschieht dann auch: Em und Finn gelangen zurück in die Vergangenheit. Und nun begleitet man parallel zu Em auch noch Marina, ihr altes Ich, welches vier Jahre zuvor lebt. Hier merkt man, wie unterschiedlich die beiden Charaktere doch sind und wie sie die Zeit verändert hat.
Marina ist eine reiche, etwas versnobte und total naive, junge und schwer verliebte Jugendliche, die alles dafür tun würde, ihrem Schwarm James näher zu sein. Während Em von ihrer Geschichte gezeichnet ist, ungebrochen, und dennoch mit Narben bedeckt – willensstark, mutig und doch emotional stark beeinflussbar. Eine Entwicklung, die nachvollziehbar ist und sie trotzdem die gleiche Person bleiben lässt. Finn ist und bleibt der gute alte Finn: humorvoll, herzensgut und er tut alles für die Personen, die er liebt. Natürlich hat er später auch so seine Narben bekommen, aber er bleibt sich treu und wirkt authentisch. Der junge James ist mit einem IQ von 186 nicht nur schlau, sondern auch sehr angesehen und gutaussehend, was er aber kein bisschen ausnutzt. Er nutzt meist seine Intelligenz und ist ansonsten ein normaler Junge, der die beiden Kampfhähne Marina und Finn zusammenhalten kann, weil die beiden ihn lieben.
Insgesamt kann ich zu den Charakteren sagen, dass sie nicht ganz so viele Facetten haben, wie ich es gewohnt bin. Aber sie bleiben einem auch nicht fremd, man wird schon zum Mitfiebern animiert und leidet teilweise auch wie sie.
Eine große Liebesgeschichte sollte man hier jedoch nicht erwarten. Diese wird zwar immer wieder etwas angeschnitten, doch hat sie Terrill nie so richtig präsent werden lassen. Unterhalten tut sie trotzdem gut!

Die Sichtweisen von Em und Marina wechseln sich in einem guten Rhythmus miteinander ab, der die Spannung eindeutig oben hält. Nebenbei versucht man schon, die beiden Zeiten miteinander zu kombinieren um auf die Lösung vom Problem zu kommen und um die Lücken zu schließen, doch das ist hier wirklich gar nicht so einfach. Man rätselt einfach immer mit und Informationen, die wie Brotkrumen fallen gelassen werden, saugt man begierig auf wie ein Schwamm.
Natürlich treffen auch irgendwann die verschiedenen Ichs aufeinander – Chaos ist da vorprogrammiert. Emotionen können kaum mehr getrennt werden. Dazu kommt nämlich, dass auch die Zeit gegen Em und Finn arbeitet, die versucht sie zu zerreißen. Eine leichte Ungeduld machte sich bei mir breit, weil ich es kaum noch erwarten konnte, dass das Finale endlich beginnt. Spätestens im letzten Drittel des Buches wird übrigens auch der Titel „Zeitsplitter“ klar – phänomenale Lösung!
Als es schließlich zu einer erschütternden Wendung kommt, die vieles ändert, liegen meine Nerven blank. Irgendwie hatte ich zwar komplett etwas anderes erwartet, und doch kann das Buch mich begeistern so wie es ist.
Und am Ende? Tja, da war ich mehr als nur platt! Man braucht hier ein bisschen, bis man voll durchblickt, denn Zeitreisebücher sind meistens kompliziert und verwirrend gegen Ende. Hier konnte man nach einigen Kombinationen jedoch durchsteigen und der phänomenale Ausgang lässt mich wirklich nicht so schnell los! Auch wenn die große Frage jetzt ist: Warum eine Fortsetzung?



Fazit

Für mich war „Zeitsplitter“ definitiv ein sehr gutes Buch, auch wenn es anders war, als ich erwartet hatte. Es kann überzeugen mit einem immerwährenden Rätsel, einer spannenden Jagd und einer fesselnden Geschichte. Die Charaktere sind authentisch und man versteht, warum sie eben so handeln, wie sie es tun. Die Liebesgeschichte steht nicht im Vordergrund, was hier absolut passend ist. Das Thema Zeitreise wird gut verarbeitet und meiner Meinung nach perfekt dargestellt. Hier gibt es einfach keine Abzüge! Uneingeschränkte Leseempfehlung!


Zeitsplitter - Die Jägerin bekommt:

5/5 Herzen


1 Kommentar[e]:

  1. Wie du ja weißt, bin ich wirklich überaus gespannt, ob es mir auch so gehen wird wie dir. Bin ja meistens weniger ein Fan von Zeitreisegeschichten wegen der ganzen Paradoxa. Vielleicht kann ich aber ja hier drüber wegsehen - und besonders, dass keine große Liebesgeschichte vorherrscht, lässt mich schon mal Gutes erahnen ;)
    Sehr schön, meine Liebe <3

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