Freitag, 7. März 2014

[Rezension] Der Kelch von Anavrin 01. Das Herz des Jägers von Lara Adrian

Freitag, 7. März 2014


Autor: Lara Adrian
Titel: Das Herz des Jägers
Originaltitel: Heart of the Hunter
Reihe:
Der Kelch von Anavrin #1
Verlag: Egmont LYX
Umfang: 394 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8519-7
Leseprobe



Klappentext

Vor langer Zeit gab es ein mystisches Königreich mit Namen Anavrin. Die dort lebten, kannten weder Furcht noch Leid, und es herrschte Frieden und immerwährender Sommer. Doch als ein Sterblicher den magischen Drachenkelch stahl, kam Unheil über Anavrin. Der Kelch zerbarst in vier Teile, die in alle Winde verstreut wurden. Wer die vier Teile findet und wieder zusammenfügt, dem sind Unsterblichkeit, Reichtum und Glück sicher – so sagt die Legende...

England 1275: Die junge Lady Ariana of Clairmont ist auf der Suche nach ihrem entführten Bruder Kenrick, der Nachforschungen über den legendären Drachenkelch angestellt hat. Ein reicher Edelmann hat es auf Kenricks Aufzeichnungen abgesehen und schreckt vor nichts zurück, um sie in seinen Besitz zu bringen. 
Auf der Reise nach Frankreich gerät Ariana in höchste Gefahr, und nur durch das Eingreifen des verwegenen Braedon Le Chasseur entkommt sie dem sicheren Tod. Da sie keine andere Wahl hat, bittet Ariana ihn um Hilfe bei ihrer Suche – ohne zu wissen, ob sie dem düsteren Ritter, der nichts von sich und seiner Vergangenheit preisgibt und übernatürlich scharfe Sinne zu besitzen scheint, wirklich trauen kann. Doch trotz ihrer Zweifel fühlt sich die schöne Edeldame magisch zu Braedon hingezogen, entfacht er doch eine nie gekannte Leidenschaft in ihr... (Bild- & Textquelle: Egmont LYX Verlag)



Meine Meinung

Lara Adrians Midnight Breed Serie ist eine DER Serien, die mich total begeistern konnte, auch wenn ich eigentlich nicht so unbedingt auf Vampire stehe. Somit war ich sehr gespannt auf ihre historische Fantasy, auch wenn sie diese vor den Vampiren geschrieben hat. Meine Freude war riesig, doch wurde sie im Laufe des Buches etwas ausgebremst.

Der Prolog führt einen in die magische Geschichte um Anavrin und den Drachenkelch perfekt ein. Man wird vertraut gemacht mit der Legende und der Ausgangssituation und das in einem sehr schön erzählenden und epischen Schreibstil. Da kommt Märchenfeeling auf!
Anschließend lernt man Ariana kennen, die auf dem Weg  ist ihren Bruder Kenrick zu befreien, welcher in Frankreich gefangen gehalten wird. Schon hier treten größere Schwierigkeiten und Gefahr auf, die die Handlung ins Rollen bringen und es interessant machen. Deswegen dauert es auch nicht lange, bis man den unheimlichen, mysteriösen und entstellten Braedon kennenlernt.
Der Schreibstil konnte mich im Prolog noch überzeugen, so wirkt er jedoch nach einiger Zeit etwas gestelzt, teilweise schwierig, dennoch der Zeit meistens ganz angemessen, mit einigen Ausnahmen.
Trotz des historischen Setting ist die Magie immer irgendwie anwesend, wenn auch oft nur unterschwellig. Es macht meistens Spaß, in die Welt zu tauchen, die normal scheint und doch so ihre fantastischen Züge hat. Am Ende fand ich es dann doch schade, dass es so gekommen ist. Aber vielleicht stehen Anavrin und der Kelch in den Folgebänden mehr im Vordergrund. Die Hoffnung ist groß!

Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Handlung kontinuierlich weiter, einige besser als andere. Schon zu Beginn zeigt sich Arianas Charakter: sie ist eine treue und herzliche Seele, mutig genug um eine gefährliche Reise auf sich zu nehmen, aber nicht fehlerlos. Auch wenn sie durch ihre Herkunft anfangs etwas naiv und gutgläubig wirkt, so entwickelt sie sich im Laufe der Zeit, wird bodenständiger, hartnäckiger und hinterfragt mehr. Sie tut für ihre Liebsten alles und wirkt immer fest entschlossen, egal wie es dabei um ihr Leben bestellt ist. 
Braedon ist das halbe Buch erst einmal total unnahbar, geheimnisvoll und ein großes Fragezeichen. Gut fand ich, dass er kein perfekter Mann war, weder vom Charakter noch vom Aussehen her – das ist ja leider in vielen Büchern so. Doch plötzlich ändert er sich jedoch, meiner Meinung nach viel zu schnell, und zeigt sein wahres Wesen, das komplette Gegenteil. Für mich ist er weniger gut gelungen als Charakter, wirkt teilweise unglaubwürdig und unfertig. Zwar führt Adrian auch seine negativen Seiten wunderbar auf, doch war einfach seine Wandlung zu schnell und zu abrupt. 
Die Beziehung zwischen den beiden prickelt schon, haut mich aber nicht komplett um, wie ich es von Adrian gewohnt bin. Es gibt von Anfang an eine leichte Anziehung, aber Braedon scheint irgendein Spiel mit Ariana zu spielen; natürlich weiß man das nicht genau, da er ja Mr. Mysteriös ist. Durch Braedons schnelle Wandlung, die von einem zum anderen Satz stattfindet, wirkt auch das hier unrealistisch, wenn es auch später zuckersüß wird. Eindeutig Punkte verschenkt!

Im Laufe der Handlung verliert sich die Geschichte leider etwas und ich stellte mir des Öfteren die Frage: „Was hat das eigentlich alles mit Anavrin zu tun?“ Man kann zwar Vermutungen anstellen, aber bis zur Hälfte des Buches ist es unklar und das fand ich wirklich nicht gut. Außerdem kommt das Ganze nicht recht voran und tritt auf der Stelle herum.
Als es dann endlich Mal aufgeklärt wird, kommt auch erstmals so richtig etwas Spannung auf. Es wird im letzten Drittel dramatischer, heißer und verzweifelter und erstmals war ich in der Hochstimmung, die ich bei Adrians Büchern immer verspüre. Dennoch fehlte mir einfach irgendetwas, was ich nicht benennen konnte, auch nach längerer Überlegung nicht. Vielleicht vergleiche ich auch zu sehr ihre Werke, aber an die Vampire kam es einfach nicht ran und das scheint mein Problem zu sein, leider!
Es gibt gegen Ende einige kleine Überraschungen, die mich dennoch nicht vom Hocker hauen können. Die Emotionen konnten mich trotzdem wieder gefangen nehmen und zogen die Bewertung des Buches insgesamt etwas hoch.



Fazit

„Das Herz des Jägers“ ist für mich eine relativ gute Einführung in die Sage rund um das Königreich Anavrin und den magischen Drachenkelch. Leider kommt die Fantasie etwas zu kurz; das Historische überwiegt eindeutig. Der Schreibstil ist nicht so locker und etwas gestellt und auch die Charaktere können nur teilweise überzeugen; einige Entwicklungen waren hier einfach zu schnell, während andere richtig gut gelungen sind. Die Handlung tritt auch etwas auf der Stelle, bis es endlich spannend wird dauert es. Emotional wird es zwar, doch fehlt mir das gewisse Etwas. Weitergelesen wird trotzdem und natürlich auf eine Steigerung gehofft!


Das Herz des Jägers bekommt:

3,5/5 Herzen



Band 1: Das Herz des Jägers

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