Dienstag, 14. Januar 2014

[Rezension] Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater

Dienstag, 14. Januar 2014


Autor: Maggie Stiefvater
Titel: Wen der Rabe ruft
Originaltitel: The Raven Boys
Reihe: The Raven Cycle #1
Verlag: Script 5
Umfang:
459 Seiten
Preis: 18,95 €uro
ISBN: 978-3-8390-0153-0
Leseprobe



Klappentext

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey und das Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint? (Bild- & Textquelle: Script 5 Verlag)



Meine Meinung

Der Titel klingt gut und das Cover sieht besonders aus, auch der Inhalt schließt sich hier in irgendeiner Weise an, auch wenn es hier mehr so scheint, als würde es neben Magie eine dramatische Liebesgeschichte geben. Die angesprochenen Geister tun ihr übrigens und ich war mehr als gespannt, was mich wohl erwarten würde. Das hier der Inhalt unpassend gewählt wurde, bekam ich schon bald im schlimmeren Ausmaß zu lesen.

Der Einstieg in die Geschichte ist recht simpel: der Prolog stellt alle wichtigen und grundlegenden Fakten des Buches noch einmal direkt dar. Blue, die Protagonistin, wohnt zusammen mit ihrer Mutter und einigen anderen Frauen, die alle wahrsagerische Fähigkeiten haben. Nur Blue nicht, diese verstärkt die Magie in ihrer Umgebung. Man erfährt außerdem auch ihr Schicksal, dass der Junge, der ihre wahre Liebe ist, durch einen Kuss von ihr den Tod finden wird. Für mich als Einführung doch gut gewählt, alle wichtigen Fakten werden kurz vor dem Start zusammengefasst.
Doch wurden diese so gut wie nicht benötigt. Es war, als wäre der Beginn und der angesprochene Inhalt gar nicht vorhanden. Natürlich lernt sie diesen Jungen namens Gansey kennen, dessen Geist sie bei der Geisterwacht sieht, doch findet hier keine dramatische Liebesgeschichte statt, sodass dieser ganze Fakt total unnötig und überflüssig wird. Lediglich Wegkameraden stellen sie dar, für mich zu wenig, denn der Inhalt sagt ganz klar etwas anderes voraus! Somit kann man hier auch nicht von einer Art „Beziehung“ reden – nett und höflich vielleicht, aber keinesfalls dominant oder wichtig. Große Gedanken darum werden kaum verschwendet. Mal davon abgesehen, dass es ein totales Idee-Umsetzung-Problem gibt. Was sich in der Theorie einfach Mega anhört, wird in der Praxis einfach mal weggelassen. Warum zum Teufel?

Eher im Gegenteil: die Handlung ist gespickt von einer undefinierbaren Suche, die ich selbst am Ende des Buches immer noch nicht verstanden habe. So sucht Gansey, zusammen mit seinen drei eher merkwürdigen Freunden, nach den magischen Ley-Linien. Warum und Wieso spielt hier gar keine so große Rolle, Gansey hat dies einen Tages in den Kopf gekriegt und ist schier wahnsinnig, die Ley-Linien und den schlafenden König zu finden, um dann Macht zu erhalten – was auch immer er mit seinen nicht einmal 20 Jahren mit Macht möchte. 
Ein anfänglicher Wechsel zwischen Blue und Gansey soll vermutlich für Abwechslung sorgen, doch waren mir hier Blues Abschnitte tausendmal lieber, denn bei Gansey & Co. verstand ich einfach immer nur Bahnhof. Ich hatte das ganze Buch über 1000 Fragezeichen in meinem Kopf, die am Ende immer noch da waren. Mein Lesespaß konvergierte die ganze Zeit gegen Null – man bekommt hier etwas ganz anderes, als man erwartet hat und das hat mich schlussendlich mehr als enttäuscht! Aber nicht nur enttäuscht, meine Emotionen nahmen fast die gesamte negative Palette ein und DAS muss ein Buch erst einmal schaffen!

Doch es war auch nicht alles schlecht am Buch, so konnte bei mir vor allem der fantastisch, magische Schreibstil punkten, der einen regelrecht in den Bann zieht. Doch das war neben wenigen amüsanten Gesprächen, die vor allem Blue und ihre Familie hervorruft, so ziemlich das einzige. Die Fragen in meinem Kopf wiederholten sich immer wieder: Wo ist der Sinn? Wo ist der Rote Faden? Wo ist Irgendwas?
Mein Gehirn hat sich mit weiterem Voranschreiten gar nicht mehr beruhigt. Ich war vollkommen entsetzt über das, was ich hier vorgesetzt bekam. Es war absoluter Irrsinn! Ich meine, mit Bäumen auf Latein reden? Entschuldigung, wären wir in Narnia hätte ich das ja geglaubt, aber mit diesen Zusammenhängen hier war ich einfach nur empört!
Selbst den Charakteren kann man bei dem ganzen Wahnsinn nicht nähern kommen. Blue lernt man etwas besser kennen – sie ist als Einzige auch etwas facettenreich dargestellt. Wogegen Gansey und seine Kumpels alle eher blass bleiben, teilweise verstören und einer von ihnen auch in der absoluten Ungläubigkeit endet. Und ich verstand obendrein auch hier einfach mal so gar nichts. Traurig, einfach nur traurig.
Als dann das Ende kam hoffte ich wenigstens auf ein klein wenig Spannung. Was war? Null Spannung, Totale Verwirrung. Aber hey, die hatte ich ja eh schon die ganze Zeit über! Es war unbefriedigend und mehr als sinnlos. Hätte ich das Buch nicht gelesen, würde es mir jetzt genauso gehen. Ich war selten so enttäuscht von einem Buch!



Fazit

Bei „Wen der Rabe ruft“ ist nach dem Lesen vor dem Lesen. Das Buch glänzt mit einer absurden Umsetzung einer gut klingenden Idee, totaler Verwirrung und der ewigen Suche nach dem Roten Faden oder wenigstens etwas Sinn. Bei so blassen Charakteren und so vielen negativen Emotionen meinerseits kann selbst ein schöner Schreibstil und der ein oder andere Lacher nicht mehr helfen. Ich geh dann mal mit Bäumen auf Latein reden!


Wenn der Rabe ruft bekommt:

2/5 Herzen


3 Kommentar[e]:

  1. Hi Lisa,

    du fandest die Charaktere echt blass? Also ich finde gerade die Charaktere und die Beziehungen untereinander haben dieses Buch besonders aus gemacht. Schade dass es dir nicht gefallen hat.

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
  2. Na, du weißt ja, dass ich es mit der guten Maggie Stiefvater eh nicht so habe, und deine Rezension hat mir grade noch einmal klar gemacht, dass ich es auch mit dem neusten Buch nicht versuchen brauche. Wirr und konfus sind die Geschichten meiner Meinung nach nämlich immer, und dazu auch noch unendlich langweilig ;)
    Schade! Hätte mich trotzdem gefreut, wenn es dir gefallen hätte.

    AntwortenLöschen
  3. Na, du weißt ja, dass ich es mit der guten Maggie Stiefvater eh nicht so habe, und deine Rezension hat mir grade noch einmal klar gemacht, dass ich es auch mit dem neusten Buch nicht versuchen brauche. Wirr und konfus sind die Geschichten meiner Meinung nach nämlich immer, und dazu auch noch unendlich langweilig ;)
    Schade! Hätte mich trotzdem gefreut, wenn es dir gefallen hätte.

    AntwortenLöschen

Über Kommentare und Meinungen von Euch freue ich mich jederzeit sehr.
Und ich werde auch direkt unter jedem Kommentar antworten, sollte es Fragen oder Ähnliches geben - also schaut dann einfach noch mal 3-4 Tage später vorbei ;)

Also los, traut euch - ich freue mich über jedes geschriebenes Wort! ;)

Liebe Grüße
Lisa

Copyright by Lisa Ullrich 2011-2017. Powered by Blogger.

© little bookland, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena