Mittwoch, 4. Dezember 2013

[Rezension] Frostblüte von Zoe Marriott

Mittwoch, 4. Dezember 2013



Autor: Zoe Marriott
Titel: Frostblüte
Originaltitel: FrostFire
Verlag: Carlsen
Umfang:
455 Seiten
Preis: 14,99 €uro
ISBN: 978-3-5513-1270-9



Klappentext

Frost lässt keinen an sich heran – aus gutem Grund: Sie trägt einen Wolfsdämon in sich, der immer dann hervorbricht und sie wahllos töten lässt, wenn sie verletzt oder von Gefühlen überwältigt wird.
Als sie sich notgedrungen einer Schar Krieger anschließt, die das Königreich vor Aufständischen schützen, weckt sie schnell das Interesse von Luca, dem Anführer, und das Misstrauen von Arian, seinem besten Freund. Beide Männer spüren, dass sie etwas verbirgt. Und Frost ahnt bald, dass einer von ihnen das Feuer ihrer Gefühle entfachen wird.
Doch zu welchem Preis? (Bild- & Textquelle: Carlsen Verlag)



Meine Meinung

Das Buch interessiert mich in erster Linie wegen der Thematik – ein Mädchen, mit einem Wolfsdämon in sich klingt spannend und magisch. Wobei bei mir natürlich das Gestaltwandler-Genre immer gut ankommt, weswegen ich mich auf ein richtig gutes Buch gefreut habe! 

Das Buch beginnt mit einem Rückblick in Frosts Kindheit – der Moment, als der Wolf das erste Mal aus ihr herausbricht. Finde ich gut gewählt, da man so gleich mit der Thematik konfrontiert wird und es gleich für später mehrere offene Fragen gibt. Schon bald wird die Handlung richtig vorangetrieben und zeitnah trifft sie auf Luca & Arian. Es gibt keine langatmige Einführung, was richtig gut passt und ich gern begrüße!
Die Idee von Marriott ist, wie oben schon angedeutet, für mich ein wahrer Glücksgriff! Wolfsdämonen und Ähnliches, es gibt wohl doch immer etwas Neues. Ein seichter High-Fantasy-Epos mit sehr einfachem Weltentwurf, doch erfährt man hier auch nicht unbedingt viel, nur das Nötigste. Jedoch fand ich die Magie und das Fantastische gut erklärt, definitiv überzeugend! 
Womit ich auch gleich zur Umsetzung des Ganzen komme – diese ist für mich von der Grundthematik definitiv überzeugend, doch zwischenzeitlich hat das Buch einige Durchhänger, die mich nicht so begeistern konnten und von der Welt insgesamt erfährt man einfach zu wenig.

Dennoch kann „Frostblüte“ mit tollen Charakteren glänzen, die einen auf die verschiedensten Weisen das Herz erwärmen. Frost ist die Hauptperson und wächst einem schnell ans Herz – in der Kindheit verstoßen und gehasst, auch  von der eigenen Mutter. Ein armes Mädchen, deren Vater ein großer Held war, aber durch die Fänge eines Wolfes gestorben ist – am Tag ihrer Geburt. Sie ist eine Außenseiterin, die gleichzeitig mit einem Wolfsdämon tief in sich Leben muss, der immer an die Oberfläche kommt, wenn sie körperlich verletzt wird und dann Alles und Jeden tötet. Sie ist traumatisiert von ihrer Kindheit und möchte ihren Fluch loswerden, doch so einfach ist das nicht. Obwohl sie so viel Leid erfahren hat, hat sie ein großes Herz und im Laufe des Buches entwickelt sie sich zu einer jungen Frau mit viel Selbstbewusstsein weiter, die fest im Leben steht.
Dies hat sie vor allem Luca zu verdanken, den Hauptmann einer Garde, die eine Gruppe von Räubern und Rebellen hinterherjagt, die unter anderem Sklaven halten und verkaufen. Er hat seine eigenen Gründe, wieso er sich daran beteiligt und ist doch ein herzensguter Mensch, ein wirklicher Sonnenschein, der auch Frost auftauen kann. Er ist ein ehrenhafter Mann und weiß ganz genau, wie er sie aus der Reserve locken kann.
Sein Gegenteil davon ist Arian, sein Leutnant, der nicht nur eine schreckliche Kindheit hatte, sondern für den Luca alles in seinem Leben und für den Frost eindeutig ein Eindringling ist. Seine Kindheit hat ihn geprägt und nun bringt er alle dazu, in zu respektieren, aber auch zu hassen. Er ist schwierig und versteckt sein wahres Ich tief in sich.
Insgesamt sind alle Charaktere sehr verschieden und authentisch, haben positive und negative Eigenschaften und entwickeln sich durch die Geschehnisse weiter. Für mich ganz klar ein riesiges Top!

Auch einige Beziehungsgeflechte tun sich auf, wobei hierbei auch viel Wert auf die freundschaftlichen Bande gelegt werden. Doch Frost hilft nicht nur Freundschaft: sie verliebt sich und wird geliebt. Sie wird erstmals akzeptiert, sie bedeutet jemandem etwas. Und dadurch findet sie auch zu sich, macht eine unglaubliche Entwicklung durch – ein großer Pluspunkt für mich!
Der Schreibstil ist einfach, jugendbuchtypisch und doch irgendwie melodisch. Man erlebt das Buch aus Frosts Sicht – jedenfalls die meiste Zeit über. So fiebert man die meiste Zeit mit ihr und kann sie verstehen. Aber es gibt einen interessanten Sprachwechsel, nämlich wenn sich Frost und ihr Wolf unterhalten. Für mich ungewöhnlich und definitiv als gut zu bewerten.

Nach dem einführenden Prolog und einem Einblick in Frosts Kindheit beginnt dann die eigentliche Handlung in der Gegenwart. Frost ist nun 17 Jahre alt und reist durchs Land um die Feuergöttin zu finden, von der sie laut einer Legende gehört hat. Diese soll Wünsche erfüllen können und was sie sich wünscht liegt klar auf der Hand. Sie schlägt sich irgendwie durch und trifft bei einem vermeintlichen Raubüberfall auf Luca und Arian, womit ihr Schicksal vorbestimmt sein. 
Neben der Haupthandlung bekommt man immer wieder kurze Passagen erzählt, um Frost und ihre Kindheit zu verstehen, sowie ihre Entwicklung. Sie hat schier Schreckliches getan, jedoch nie mit Absicht, weswegen sie einem eigentlich nur leid tun kann. In der Gegenwart ist Frost bei Luca im Lager, lebt sich ein, lernt dazu und wird langsam immer mehr sie selbst. Hier im Mittelteil zieht sich das Ganze ein wenig, es passiert einfach zu wenig beziehungsweise eigentlich gar nichts. Frost lebt sich ein, schön und gut, aber auf Dauer ist es öde. Es gibt ab und an süße Wendungen, die auch mal für den miesepetrigen Arian sprechen oder das Herz erwärmen, wenn Luca wieder loslegt. Dadurch gibt es auch erstmals Hintergründe zu den Charakteren – aber es gibt einfach keinerlei Spannung. Großes Manko! Es entwickelt sich sichtlich alles, doch scheint sich das Leben auch zu wiederholen.
Bis plötzlich der Umbruch kam: ab dem letzten Viertel des Buches wird es erstmals so richtig spannend! Dramatische und emotionale Elemente kommen auch noch dazu, was das Ganze für mich perfekt abrunden kann! Es geht rasant zu, doch irgendwie kommt dann auch alles viel zu plötzlich; die Autorin will zu viel auf einmal. Das anschließende Ende konnte mich etwas überraschen und auch überzeugen. Definitiv ein Buch, was ich nicht zum letzten Mal las!



Fazit

Für mich war „Frostblüte“ insgesamt gut – eine einfach gestrickte Geschichte mit fantastischen Elementen, die so noch nicht da waren und überzeugen können. Sie ist auf ihre Weise bezaubernd und die Protagonistin wächst einem schnell ans Herz. Die Beziehungsgeflechte stellen Werte für Liebe und Freundschaft hinaus, die vor allem etwas jüngere Leser ansprechen können. Dieses Werk ist sichtlich perfekt für sie! 
Für mich jedoch war es im Mittelteil ein wenig zu eintönig – Abwechslung wäre gut gewesen. Aber dennoch: bedingt empfehlenswert!


Frostblüte bekommt:

3,5/5 Herzen



2 Kommentar[e]:

  1. Sehr schöne Rezension :) Weißt du, ob "Frostblüte" ein Einzelband ist?
    LG
    Krypta :-)
    http://planet-der-buecher.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  2. @Krypta:
    Vielen lieben Dank! :) Also, ich habe bei der Autorin auf der Website nachgeforscht; es klingt stark so, als wäre die Geschichte damit abgeschlossen. War auch eine sehr runde Geschichte. :)

    AntwortenLöschen

Über Kommentare und Meinungen von Euch freue ich mich jederzeit sehr.
Und ich werde auch direkt unter jedem Kommentar antworten, sollte es Fragen oder Ähnliches geben - also schaut dann einfach noch mal 3-4 Tage später vorbei ;)

Also los, traut euch - ich freue mich über jedes geschriebenes Wort! ;)

Liebe Grüße
Lisa

Copyright by Lisa Ullrich 2011-2017. Powered by Blogger.

© little bookland, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena