Freitag, 1. November 2013

[Rezension] Silhouette: Gefährlicher Ehrgeiz von Thalia Kalkipsakis

Freitag, 1. November 2013



Originaltitel: Silhouette
Verlag: Planet Girl
Umfang: 252 Seiten
Preis: 12,95 €uro
ISBN: 978-3-5225-0378-5



Klappentext

Scarlett ist der Star der Tanzakademie. Sie ist beliebt, zählt zu den Besten ihres Jahrgangs und weiß genau, was sie will: ein Engagement als Solotänzerin am Nationalballett! Ihr großer Traum ist zum Greifen nah, als ein Tag ihr Leben komplett auf den Kopf stellt: Sie ergattert die Hauptrolle in einem Musikvideo und lernt den charismatischen Sänger Moss kennen. 
Plötzlich ist Scarlett hin und her gerissen zwischen dem verlockenden Glamour-Leben mit ausschweifenden Partys und der hart umkämpften Tanzwelt. Doch wie weit kann sie gehen, ohne alles zu verlieren? (Bild- & Textquelle: Planet Girl Verlag)



Meine Meinung

Ich bin selbst ein Mensch, der schon seit seinem vierten Lebensjahr tanzt, allerdings viel mehr hobbymäßig, als es in diesem Buch schließlich beschrieben wird. Der Zwiespalt der Protagonistin, der im Inhalt schon angeschnitten wird, klingt schon mal mehr als interessant und ich erhoffte mir hierbei so einiges – deswegen war ich auch froh, dass ich durch BloggdeinBuch die Möglichkeit bekam, das Buch zu lesen. 

Das Buch beginnt mit einer Szene aus dem harten Balletttraining, wo man einen ersten Einblick in Scarletts Welt bekommt. Hierbei kommen jedoch schon Begriffe vor, mit denen man als Normalsterblicher nicht viel anfangen kann. Selbst ich kam mir hierbei ziemlich hilflos vor, einfach in die Handlung geworfen und fertig war der Lack. Doch leider stieß das bei mir größtenteils auf Missfallen.
Die Idee des Buches klingt wirklich richtig gut – eine leidenschaftliche junge Tänzerin kommt in einen Konflikt und muss sich zwischen einem Jungen und dessen Lifestyle und ihrer Leidenschaft zum Tanzen entscheiden. Nicht unbedingt etwas Neues, doch für mich sehr ansprechend.
Allerdings scheitert es hier mehr als genug an der Umsetzung, die mich einfach nur fassungslos zurückließ. Anstatt eines guten Konfliktes bekam ich einen egoistischen Teenager, welche mit Sex, Drugs and Rock'n Roll konfrontiert wird und am Ende mehr als abdreht. Das Tanzen stand hier nicht mehr im Vordergrund, wohl eher Scarletts Absturz.

Den Charakteren bleibt man die ganze Zeit über fremd, nicht mal der Hauptperson kommt man sonderlich nah. Diese gewisse Distanz ist es auch, die das Buch scheinbar gefühllos macht. Scarlett wird von Anfang an als wahre Schönheit beschrieben und ist natürlich auch noch die Beste ihres Jahrgangs. Ihr Vater war Balletttänzer, ist aber nach einem Unfall gestorben, wodurch ihre Mutter ihr am liebsten das Tanzen verbieten würde – trotzdem darf sie es tun.
Scarlett ist stur, ehrgeizig und egoistisch. Würde ich versuchen wollen, an ihr eine positive Eigenschaft zu finden, so würde ich kläglich scheitern. Für sie steht das Tanzen glasklar im Vordergrund, bis sie auf den Sänger Moss trifft. Der wirft natürlich alles aus der Bahn. Sie ist außerdem sehr trotzig, wenn etwas nicht nach ihr geht, bricht die ganze Welt zusammen. 
Auch die Nebencharaktere wie der sehr überhebliche Moss, der ein typischer abgehobener Sänger ist, sowie mehrere Balettfreunde von Scarlett bleiben blass und man bringt für keinen einzigen Sympathien auf.
Beziehung kann man es außerdem nicht wirklich nennen, was sich hier zwischen Scarlett und Moss abspielt. Er ist ein Typ, der sie nur ausnutzt und mit ihr spielt, seinen Vorteil daraus zieht. Sie fällt natürlich glasklar darauf rein, für sie ist er die große Liebe. Auch freundschaftliche Beziehungen sind hier kaum zu finden. Durch den hohen Konkurrenzdruck, der jedoch sehr gut dargestellt ist, hat Scarlett keine richtigen Freunde, was sich mehr als einmal zeigen wird. Jeder kämpft für sich.

Selbst der Schreibstil ist distanziert und kalt – sogar einige grammatische Fehler haben sich eingeschlichen, was ich nicht wirklich verstehen kann. Dafür habe ich generell kein Verständnis.
Die Handlung insgesamt ist so anders gestaltet, als ich dachte – auch eine richtig herbe Enttäuschung. Ich wurde nie so richtig mit der Geschichte warm, auch nicht mit den Charakteren. Nach den unzähligen Trainings gab es teilweise richtig merkwürdige Situationen, die alles nur verschlimmerten. Teilweise habe ich auch absolut nicht verstanden, was das soll. Von Spannung kann außerdem auch nicht die Rede sein, denn Scarlett schmeißt im Endeffekt ihr ganzes Leben hin, was mich eher wütend machte, als spannend auf den weiteren Verlauf. Plötzlich dreht sich alles nur noch um Drogen, Sex und Alkohol, sie kommt komplett auf die schiefe Bahn und es gibt einfach keinen Lichtblick. 
Natürlich zeigt dies auch, dass man unter so hartem Konkurrenzdruck einfach nicht richtig leben kann, dass man schnell zerbricht. Das ist die einzig wahre Aussage an diesem Buch. Doch für mich völlig übertrieben und Fehl am Platz dargestellt. Auch der Konflikt zwischen Scarlett und ihrer Mutter wirkt zu überzogen, hier hätte es weniger auch getan.



Fazit

Von diesem Buch habe ich mir etwas komplett anderes erhofft – eher das, was es verspricht. Die Idee war ausschlaggebend für mich, dieses Buch zu lesen. Doch leider bekam ich statt einem tollen Tanzbuch ein schnödes Teenie-Problem-Buch, welches sich um Sex, Drugs und Rock'n Roll dreht und ein Mädchen bei ihrem Absturz begleitet. Die Charaktere bleiben blass und distanziert, man kann keinerlei Sympathien für irgendjemanden empfinden und die Handlung macht einen mehr wütend als interessiert. Das war leider mal gar nichts!


Silhouette bekommt:

1,5/5 Herzen


3 Kommentar[e]:

  1. Ha! Das Buch hat bei mir genauso eine schlechte Bewertung bekommen. Mir hats also genauso wenig gefallen wie dir :/

    Alles Liebe,
    Jule von
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  2. Nach deinem Fazit bin ich froh, dass ich die Finger von dem Buch gelassen habe. Und dabei wird's dann wohl auch bleiben. ;>

    AntwortenLöschen
  3. Mann, du gerätst aber auch immer an Bücher :( Als hättest du es dir bei mir abgeguckt, ey! Lass das mal!

    Ich bin echt froh, dass mich schon das Thema des Buches nicht interessiert hätte, ich hätte mich sonst bestimmt mindestens so aufgeregt wie du :O So dämliche Charaktere kann ich ja, wie du weißt, ebenfalls nicht leiden. Und von Teenie-Problemen hab ich in der Realität schon genug, das brauch ich nicht auch noch in Büchern :D

    Schöne Rezension!

    AntwortenLöschen

Über Kommentare und Meinungen von Euch freue ich mich jederzeit sehr.
Und ich werde auch direkt unter jedem Kommentar antworten, sollte es Fragen oder Ähnliches geben - also schaut dann einfach noch mal 3-4 Tage später vorbei ;)

Also los, traut euch - ich freue mich über jedes geschriebenes Wort! ;)

Liebe Grüße
Lisa

Copyright by Lisa Ullrich 2011-2017. Powered by Blogger.

© little bookland, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena