Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Rezension] Masken: Unter magischer Herrschaft von Mara Lang

Mittwoch, 23. Oktober 2013



Autor: Mara Lang
Titel: Masken - Unter magischer Herrschaft
Verlag: Droemer Knaur
Umfang:
602 Seiten
Preis: 14,99 €uro
ISBN: 978-3-4265-1009-4
Leseprobe



Klappentext

Die Maske ist ein Geschenk. Sie gibt euch die Freiheit.
Das ist der erste Artikel der Konvention, die das Zusammenleben der Merdhuger mit den vor Jahrhunderten besiegten Pheytanern regelt. Und so ist auch die junge Ferin überglücklich, als sie endlich ihre Maske erhält, die ihre hässlichen Gesichtsmale überdecken und ihr makellose Schönheit schenken wird.
Doch Ferins Glück hält nur wenige Stunden an, dann zerfällt die Maske zu Staub – und macht sie zu einer Gesetzlosen. Sie flüchtet in den Dschungel und findet Unterschlupf bei einer Gruppe unmaskierter Rebellen, zu denen wenig später auch der attraktive Martu stößt. Hier erfährt Ferin von den magischen Kräften ihres Volkes, die durch die Masken unterdrückt werden – und lernt, sie zu nutzen.
Doch dann wird das Versteck der Rebellen von den Merdhugern angegriffen, und Ferin erkennt, dass es für sie, Martu und ihr Volk nur einen Weg geben kann, in Frieden zu leben: Die Masken müssen ein für alle Mal vernichtet werden! (Bild- & Textquelle: Droemer Knaur)



Meine Meinung

Durch eine Wanderbuchaktion kam ich in den Genuss, dieses Buch lesen zu dürfen. Schon länger war ich interessiert daran und schließlich doch überrascht, wie viele Seiten das gute Stück hat. Insgesamt bereue ich es nicht das Buch gelesen zu haben, jedoch hätte ich es mir ein wenig besser vorgestellt.

Der Einstieg in die Geschichte fällt einem relativ leicht: Ferin soll an jenem Tag ihre Maske bekommen, was bis dato ihr größter Traum ist. Sie wird gereinigt und man erhält sofort einige relevante Informationen über die Masken und Ferins Welt. Sie wirkt überglücklich und doch merkt man als Leser hier schon, wie weit die Unterdrückung der Merdhuger vorangeschritten ist und wie hart sie in das Leben der Pheytaner eingreift.
Womit ich auch gleich überleitend zur Idee des Buches komme – Mara Lang hat eine magische Welt geschaffen, in der verschiedene Völker miteinander leben. Vor Jahrhunderten haben die Merdhuger die Pheytaner besiegt und seitdem müssen diese unter den harten Regeln der Konvention leben. Nur mit makelloser Haut und verdeckten Malen werden sie in der Gesellschaft anerkannt und diese bekommen sie nur durch die Masken, die selbst lebende Wesen zu sein scheinen und doch auch nicht gut für die Pheytaner sind. Die Grundidee gefällt mir richtig gut, auch wenn sie durch die Rebellen ein wenig dystopisch wirken kann, so ist sie ganz und gar fantastisch.
Auch wenn es hierbei meiner Meinung nach schon etwas an der Umsetzung scheitert, was ich im Laufe der Rezension näher erklären werde. Insgesamt wurde hier aber ein sehr gutes Grundgerüst geschaffen.

Die Charaktere konnten mich im weder so richtig begeistern und teilweise auch nicht überzeugen. Ferin ist die Hauptperson, jedoch eine ganze Zeit lang mehr als feige, naiv und beeinflussbar. Sie versinkt die erste Zeit in Selbstmitleid und ist weinerlich – so etwas wirkt einfach nicht sympathisch auf den Leser und wirkte auf mich auch ein wenig überzogen. Mit der Zeit wird ihr Charakter ein wenig unstimmig und ihre Gefühle wirken weiterhin mehr als übertrieben, ihre Blindheit bringt mich oft in Rage und ich fand sie eine Zeit lang absolut ersetzbar, sowie alle Nebencharaktere um sie herum besser. Doch ab der Hälfte des Buches wird es endlich besser, Ferin entwickelt sich und kann mir gegen Ende dann doch noch ganz sympathisch werden, beste Freunde sind wir trotzdem nicht.
Mehr überzeugen können mich dagegen sämtliche andere Nebencharaktere, die absolut authentisch wirken. Sei es Rhys, der stets gutgelaunte Läufer, seine überhebliche Schwester Jasta, die übrigen Rebellen, Sobenio, ihr Magier, der doch irgendwie nicht so richtig zu sich findet, oder auch der Anführer der Garde, der ein großes Herz hat. Hier ist es egal, auf welcher Seite sie stehen: sie überzeugen.
Als Martu dann in die Geschichte eingeführt wird, war ich erst einmal von seinem Wesen überrascht. Sein Charakter wirkt ein wenig unschlüssig, mal herzzerreißend toll und ein anderes Mal unnahbar kalt. Doch trotzdem konnte er mich von sich noch überzeugen und bei der Beziehung der beiden war ich das ein oder andere Mal mehr als mitgerissen. Leider bleiben hier sehr viele Fragen noch offen und einige andere Schwärmereien, die Ferin allerdings nicht mal bemerkt, aber mehr als offensichtlich sind, zerstören ein wenig das Bild.

Die Handlung braucht natürlich einige Zeit, bis sie ins Rollen kommt – doch für mich war es teilweise viel zu lang. Allein braucht Ferin erstmal 100 Seiten, bis sie überhaupt auf die Rebellen stößt und es braucht weitere 200 Seiten, bis endlich mal Spannung in die Geschichte reinkommt. Bis dahin gibt es langatmige Passagen und ab und zu pure Ödnis.
Was nicht heißen soll, dass es mir ab und an nicht auch gefiel: das Abenteuer im Dschungel, die Rebellen und wie sie leben, all das fand ich anfangs sehr interessant! Doch irgendwie verliert sich die Autorin dann darin. Es „passieren“ einige vorhersehbare Dinge, die es aber auch nicht recht raus reißen können.
Nach der Hälfte des Buches kommt plötzlich Action in die Bude! Zusammen mit Martus Erscheinen wird die Bedrohung der Merdhuger auf die Rebellen immer größer – ich konnte endlich mal so richtig in die Geschichte eintauchen. Hier kann man dann auch schlussendlich mal von Spannung reden.
Das Finale wird früh eingeläutet und ist wirklich das Beste am ganzen Buch. Die Rebellen beschließen zu handeln und wollen die Masken zerstören. Die gefährliche Reise beginnt – obwohl es auch hier eine Stelle gab, wo ich über Ferins Feigheit am liebsten ausgerastet wäre. Anschließend wird es dramatisch, gewalttätig und mitreißend. Es geht um Alles oder Nichts, für alle Beteiligten. Um Freiheit oder weitere Gefangenschaft. Um Leben oder Tod. Im Endkampf gibt es Spannung und Emotionen pur! Eine Szene trieb mir schier Tränen in die Augen – für mich die absolut größte Steigerung des Buches! Ein recht offenes Ende lässt weiteren Spielraum und das gefiel mir hier recht gut.



Fazit

Für mich ist „Masken – Unter magischer Herrrschaft“ ein eher mittelmäßiges Buch. Eine richtig tolle Idee verliert sich in zig langatmigen Passagen und purer Ödnis – auch wenn es zu Beginn viele interessante Informationen für den Leser gibt und man die neue Situation gern erkundet, so ist es auch die Hauptperson, die einem richtig wütend machen kann. Ab der Hälfte des Buches wird jedoch alles besser und der finale Endkampf kann sich wirklich sehen lassen! Für mich also dann doch noch ein kleiner Glücksgriff.


Masken bekommt:

3/5 Herzen


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