Sonntag, 8. September 2013

[Rezension] Leaving Paradise von Simone Elkeles

Sonntag, 8. September 2013


Autor: Simone Elkeles
Titel: Leaving Paradise
Originaltitel: Leaving Paradise
Reihe:
Leaving Paradise Dilogie #1
Verlag: Cbt
Umfang: 332 Seiten
Preis: 8,99 €uro
ISBN: 978-3-5703-0793-9
Leseprobe



Klappentext

Das Letzte, was Caleb Becker vorhat, als er in seinen Heimatort Paradise zurückkehrt, ist, sich in Maggie Armstrong zu verlieben. Denn wegen Maggie, die er in jener fatalen Nacht mit dem Auto angefahren haben soll, war er verurteilt worden. Maggie wiederum will alles, nur nicht Caleb wiederbegegnen – dem Jungen, den sie für ihr Unglück verantwortlich macht. Und doch verbindet diese eine Nacht sie für immer, und so fühlen sich Caleb und Maggie, als sie sich wiederbegegnen, gegen ihren Willen zueinander hingezogen. Aber gerade, als die beiden sich näherkommen, kommen Dinge ans Tageslicht, die alles zu zerstören drohen… (Bild- & Textquelle: Cbt Verlag)



Meine Meinung

Erst vor kurzem las ich mein erstes Werk von Simone Elkeles, was mich mehr als überzeugen konnte. Während der Warterei auf „Du oder der Rest der Welt“, widmete ich mich einem der anderen Bücher, die ich von ihr schon besitze – und das wurde dieses Stück hier. Ich war richtig gespannt, ob die Story wieder so bezaubernd werden würde und meine Erwartungen wurden sogar noch mehr als übertroffen!

Zu Beginn des Buches lernt man zunächst Caleb kennen, der kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis steht. Man erfährt einiges über den Abend, der ihn in dieses Schlamassel gebracht hat und dabei auch seine tiefen Schuldgefühle. Durch jugendlichen Leichtsinn hat er ein Mädchen angefahren, welches nun mit den Konsequenzen leben muss und auf das er bald wieder stoßen wird – und dann wird sich mal wieder alles im Leben ändern.
Die Idee hinter der Geschichte wirkt so real, dass sie auch im echten Leben hätte passieren können, vielleicht sogar dem Jungen von nebenan. Jugendlicher Leichtsinn, Autounfälle – so etwas, zusammen mit Alkohol ist wirklich nicht abwegig. Natürlich wirkt die Inhaltsangabe mehr als dramatisch und die Geschichte somit sofort klischeebehaftet.
Was jedoch Elkeles daraus gemacht hat, ist etwas einzigartiges. Die Umsetzung dieser Idee war für mich wieder der pure Himmel. So eine süße Geschichte muss man einfach würdigen. Allerdings konnte ich einige Nebencharaktere nicht verstehen, die entweder einfach mal ihre Freundin nach dem Autounfall vergessen und ausschließen anstatt ihr zu helfen und Eltern mit total verdrehten Vorstellungen, die ihren eigenen Sohn eher verstoßen wollen, als mit ihm zu leben. Dieser Egoismus und diese Intoleranz fand bei mir keinen Anklang, weswegen es hier definitiv Abzüge gibt.

Die Charaktere haben mehr Tiefgang, als es zuerst scheint. Caleb Becker ist definitiv kein schlechter Kerl. Ihn plagen seit jenem Abend schlimme Schuldgefühle, was ihn definitiv zu keinem schlechten Kerl machen kann. Er würde gern die Zeit zurückdrehen und alles ungeschehen machen, nicht seinetwegen, sondern wegen Maggie. Ich verstand gut, wie er sich fühlt und empfand Sympathien für ihn. Am liebsten würde er einfach gern sein altes Leben zurückhaben, aber dass das nicht geht, erfährt er schon bald – nicht nur er, sondern auch seine Familie hat sich gewandelt und am schlimmsten hat es dabei seine Zwillingsschwester Leah erwischt.
Maggie Armstrong war damals das Opfer, was Caleb angefahren hat und kann, selbst nach einem Jahr, immer noch nicht wieder richtig laufen. Nach mehreren Operationen und mehreren Monaten im Krankenhaus lebt sie sehr zurückgezogen und einsam, nichts ist mehr von dem Mädchen von früher übrig. Sie ist die totale Außenseiterin geworden und ihre Freundinnen haben sich seitdem auch von ihr abgewandt, nur einer der Gründe, wieso sie gern ein Stipendium für eine spanische Universität hätte: dort könnte sie komplett neu anfangen. Calebs Freilassung unterstreicht diesen Wunsch nur noch mehr, doch auch da treten Probleme auf.
Eine weitere zentrale Rolle nimmt eine alte Dame namens Mrs. Reynolds ein, die hier eine Art Schicksal spielt und einfach ein sehr toller Nebencharakter ist, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.

Sowohl Caleb, als auch Maggie würden gerne in ihre altes Leben zurück und versuchen es wieder aufzunehmen, doch dass das nicht geht, erfahren sie bald. Ihre Beziehung zueinander ist am Anfang wirklich sehr schwer, so scheint Hass zwischen ihnen zu stehen, der verständlich erscheint. Der Leser erfährt immer mehr brisante Details über ihre frühere Freundschaft und ihre Gefühle und immer mehr Informationen vom Unfallabend kommen ans Licht. Durch die verschiedensten Zufälle finden sie immer wieder zusammen und ihre vorsichtige Annäherung ist purer Zucker für den Leser. Obwohl so viel zwischen ihnen steht, ist da ein Knistern, doch Caleb trägt noch ein großes Geheimnis mit sich herum, was alles noch mal ändern soll... Insgesamt fand ich die beiden zusammen doch sehr gut, obwohl natürlich noch alles offen ist für Teil Zwei. Die Beziehung bekommt insgesamt von mir jedoch definitiv Pluspunkte.
Emotionen tauchen vor allem während ihrer zögerlichen Annäherung auf, die gleichzeitig von negativen Vorurteilen und Geheimnissen begleitet werden, weswegen die Gefühlsebene sehr abwechslungsreich ist. Gegen Ende wird selbst mir das Ganze etwas zu dramatisch und überspitzt, was meine Begeisterung hierfür dämpfte.
Der Schreibstil von Elkeles ist wieder total angenehm, leicht zu lesen, flüssig und passt perfekt zur den jungen Erwachsenen. Ich war allein davon gefesselt und empfand ihn als absolut passend, hier ein dickes Like!
Die Sichten wechselten hier, ähnlich wie in den „Du oder...“ Geschichte immer zwischen Caleb und Maggie, während man dann, im jeweiligen Kapitel, jeweils aus der Sicht der Person alles mitbekam, auch deren Gedanken und Gefühle. Diese Option finde ich immer noch super, denn so lernt man beide gleich gut kennen und findet sie sympathisch. Für mich eine der besten Lösungen, auch weil sich beide Personen wieder durch den Erzählstil unterschieden, was ich immer wieder richtig phänomenal finde.

Die Handlung des Buches kommt schon zu Beginn ins Rollen, als Caleb und Maggie unabhängig voneinander versuchen, ihre Leben aufzunehmen und das Beste aus den Situationen zu machen. Dass das nicht lange gut geht, war vorherzusehen. An Caleb klebt ein Bewährungshelfer und Sozialstunden, die er noch ableisten muss und an Maggie der Wunsch, nach Spanien zu gehen um zu studieren. Durch einige Zufälle müssen sie plötzlich jeden Nachmittag miteinander verbringen und nähern sich auch so immer wieder an, was sehr den Verlauf der Geschichte prägt.
Gerade als man denkt, man gerät in eine Art Trott hinein, kommt die Überraschung, die plötzlich das ganze Buch ändert und mich kurzzeitig sprachlos zurückließ. Hierbei hätte ich niemals Vermutungen angestellt oder an den vorhandenen Tatsachen gezweifelt, aber es war so  - eine unterschwellige Spannung war augenblicklich vorhanden und begleitete den weiteren Verlauf der Handlung. Für mich änderte diese Enthüllung alles, aber in der Geschichte selbst kann sich deswegen nur passiv ein wenig was tun.
Das Schöne an der Geschichte ist definitiv, dass viel Zeit vergeht. Viele Entwicklungen, vor allem die der Gefühle von Caleb und Maggie, sind sehr real und dadurch nachvollziehbar, keinesfalls aus der Luft gegriffen. Gegen Ende wird es dramatisch und teilweise auch zu überspitzt, denn plötzlich scheint einfach alles schief zu laufen, was nur schieflaufen kann. Dann geht es gegen Ende alles zu schnell, die Ereignisse überschlagen sich, ich kam kaum noch mit. Plötzlich sind da Zeitsprünge, die man als Leser gar nicht begreifen kann, da sie von Satz zu Satz einfach stattfinden. Das plötzliche Ende tut sein übriges dazu bei – ein zu offenes Ende, hier hätte man Band Zwei gleich anschließen können.
Doch um ehrlich zu sein wurde mein Lesespaß dadurch nur bedingt beeinflusst. Mir machte die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere, das Zurückfinden ins Leben einfach zu viel Spaß – ich habe sie dabei gern begleitet, sodass für mich die anderen Sachen weniger ins Gewicht fallen, auch wenn sie störten.



Fazit

Auch wenn „Leaving Paradise“ einige Schwächen vorweisen kann, gehört es zu den Büchern, die mich absolut begeistern, schockieren und fesseln konnte. Eine eher klischeehafte Idee wird schon wieder unglaublich gut umgesetzt, auch wenn einige Figuren wirklich engstirnig leben. Die beiden Protagonisten sind definitiv sympathisch, menschlich und zusammen der pure Zucker. Ihre vorsichtige Annäherung und das Zurückfinden ins Leben, auch wenn es nur für kurze Zeit war, sind die Aspekte, die mich an diesem Buch so begeistert haben. Das Buch hätte, mit etwas mehr Feinschliff, so als eigenständige Geschichte gereicht, doch zu einem zweiten Band sage ich an dieser Stelle nicht nein, zu viele Sachen sind noch offen. Ich freue mich schon auf eine ebenso emotionale Fortsetzung!


Leaving Paradise bekommt:

5/5 Herzen



Band 1: Leaving Paradise
Band 2: Back to Paradise

3 Kommentar[e]:

  1. Ich bin genau deiner Meinung :)
    Allgemein liebe ich Simone Elkeles Bücher total!

    Schöne Rezension! <3

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  2. Dann bin ich gespannt wie du den zweiten Teil findest. :)

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  3. Ich muss sagen, das klingt wirklich, wirklich, wirklich schön! Hab jetzt grade total Lust, mal wieder eine der Liebesgeschichten von Simone Elkeles zu lesen, auch wenn ihr anderes Buch für mich so ein Flop war :D
    Besonders interessant fände ich hier einfach die Entwicklung in der Beziehung zwischen den beiden, die ja, wie du es beschreibst, sehr schön dargestellt ist.
    Bin definitiv sehr gespannt!
    <3

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