Mittwoch, 14. August 2013

[Rezension] Gelöscht von Teri Terry

Mittwoch, 14. August 2013


Autor: Teri Terry
Titel: Gelöscht
Originaltitel: Slated
Reihe:
Slated Trilogie #1
Verlag: Coppenrath
Umfang: 429 Seiten
Preis: 17,95 €uro
ISBN: 978-3-6496-1183-7
Leseprobe



Klappentext

England 2054: Alle Grenzen sind geschlossen und das Land bekämpft den Terrorismus, der sich unter den Jugendlichen ausgebreitet hat. Eine Maßnahme zu diesem Zweck ist das Slating: Verbrecher unter sechzehn Jahren werden einer Operation unterzogen, die sie ihr altes Leben vergessen lässt. Danach werden sie mit einer neuen Identität in fremden Familien untergebracht.
Es ist Kylas allerletzte Chance, denn sie hat bereits das zweite Slating hinter sich und soll nun, nach neun Monaten im Krankenhaus, bei der Familie Davis leben. Doch die Sechzehnjährige muss immer wieder feststellen, dass sie anders ist als die übrigen Slater: Sie kann sich an Bruchstücke aus ihrem früheren Leben erinnern und entwickelt Fähigkeiten, von  denen niemand erfahren darf. Kyla ist verstört – wo kommen diese Erinnerungen her? Wer war sie in ihrem vorherigen Leben und warum wurde ihr Gedächtnis gelöscht?
Zusammen mit dem Slater Ben will sie mehr über ihre Vergangenheit erfahren und begibt sich damit in große Gefahr: Denn ein erneutes Slating würde sie nicht überleben...



Meine Meinung

Eine weitere Dystopie zog mit „Gelöscht“ in mein Regal – die Thematik der ausradierten Persönlichkeit spricht mich persönlich ja sehr an. Warum passiert das und wer ist Kyla in Wirklichkeit? Ich war sehr gespannt, was da wohl rauskommen mag und die Leserunde bei Lovelybooks.de schenkte mir gleichzeitig auch noch nette Diskussionen!

Zu Beginn des Buches erlebt man einige Erinnerungen an das Leben, was Kyla vor ihrem Slating führte. Anschließend ist man in der Gegenwart angekommen, genau an dem Tag, an dem Kyla entlassen werden und ihre neue Familie kennenlernen soll. Zusammen mit ihrer Schwester Amy und ihren neuen Eltern erlebt sie ein neues normales Leben, was für sie jedoch mehr als interessant und neu ist, da sie durch das Slating alle Erinnerungen verloren hat. Doch Kyla weiß, dass sie anders ist und Erinnerungen an ihr Leben vor dem Slating, welche einfach nicht sein dürfen, unterstreichen ihre Sorgen.
Die Idee hinter der Geschichte hat einige interessante Aspekte und die Umsetzung ist auch recht in Ordnung. Die Geschichte spielt in der Zukunft, was man aber erst mitten im Buch mitbekommt – wie England sich so entwickelt hat, wird etwas angerissen und erklärt, trotzdem bleiben einige Fragen offen. Die Idee des Slating ist neuartig und gut durchdacht, bringt definitiv Einzigartigkeit in die Geschichte. Auch neue interessante Sachen wie den Levo, den geslatete Jugendliche haben. Dieser misst ihre Glückshormone und kontrolliert sie – es sind keine gewalttätigen Handlungen mehr möglich. Schön fand ich auch, dass die englische Begriffe, wie eben zum Beispiel „Slating“, beibehalten wurden, was dem Buch gut tut. Mit Kyla alles zu entdecken macht Spaß, ist interessant und man lernt die neuen Umstände dadurch kennen.

Das Hauptaugenmerk der Charaktere liegt natürlich auf Kyla, die auch die Geschichte erzählt. Sie weiß schon von Anfang an, dass sie anders ist, was sie auch mehrmals in der Geschichte bestätigt bekommt, denn es gibt immer wieder Hinweise dafür. Zu Beginn ist sie sehr ruhig, naiv und eher der Beobachter. Mit der Zeit entfaltet sich jedoch ihre Persönlichkeit und bis zum Ende des Buches macht sie eine totale Entwicklung durch, die aber gleichzeitig gut nachvollziehbar ist. Von ihrer Familie wird sie zu Beginn unterschiedlich aufgenommen, vor allem ihre Mutter scheint ihr das Leben schwer zu machen – doch das heißt nicht, dass das zwingend das ganze Buch über so sein muss.
Dagegen konnte mich ihre plötzliche Flamme Ben kaum von sich überzeugen. Er wirkt die meiste Zeit wie ein normaler Slater – das heißt richtig glücklich und zuvorkommend – am Ende macht er dann eine eher ruckartige und unglaubwürdige Entwicklung durch. Generell bleibt er sehr blass und was an ihm so interessant sein soll, weiß ich auch nicht so genau.
Die Beziehung der beiden ist auch die meiste Zeit über sehr seicht. Die beiden lernen sich in einer Gesprächsrunde für Slater kennen, die sie besuchen müssen. Die meiste Zeit über sind sie Freunde, bis ihre Beziehung plötzlich ernster wird – das Ganze geht so schnell, dass ich diesen Aspekt ein wenig unglaubwürdig fand und auch die Frage „Warum?“ kann ich einfach nicht beantworten. Ich finde, hier steht die Beziehung eh nicht so im Vordergrund, so wie bei den meisten Dystopien – hier hätte man sie auch locker weglassen können oder man wäre anders an die Sache ran gegangen.

Emotionen im Buch werden vor allem durch Kyla vermittelt. Ihre Gefühlswelt ist wie ein offenes Buch und mit ihr zusammen durchlebt man Angst, Wut und Verzweiflung, aber auch Glück und Freude. Auch beim Leser kommen später auch gute Erkenntnisse über das Slating, was ich bis dato doch eher negativ betrachtet habe. Hier darf man sich definitiv überraschen lassen. Natürlich haben auch Kyla und Ben füreinander Gefühle, die auch relativ gut rüber gebracht werden, doch stehen diese nicht so sehr im Vordergrund.
Zum Schreibstil der Autorin gibt es nicht viel zu sagen: sie weiß definitiv zu fesseln. Dies ist vor allem am Anfang sehr wichtig, wo man einfach nur mit Kyla das neue Leben entdeckt. Doch irgendwie weckt Terry das Interesse und man bleibt automatisch dran. Außerdem macht sie einem durch die Ich-Perspektive Kyla sehr sympathisch, hier wirkt nichts gestellt. Verschiedene Handlungsstränge gibt es dieses Mal nicht, was ganz erfrischend ist – so kann man sich zurücklehnen und alles mit Kyla entdecken.

Die Handlung braucht ein ganzes Stück, bis sie mal so richtig ins Rollen kommt. Wie ich schon oft angemerkt habe, begleitet man zunächst einfach nur Kyla in ihrem neuen Leben. Erste Ungereimtheiten fallen einem natürlich auf, denn Kyla erinnert sich an ihr altes Leben, was nicht sein darf. Es wird ab hier mysteriös, was eigentlich bis zum Ende nicht nachlässt. Nach einigen Seiten verschwinden aus Kylas Umgebung plötzlich Menschen und auch geslatete Jugendliche – warum ist hier noch nicht so ganz klar, doch das facht das Feuer nur weiter an. Kyla bekommt auch vermehrt Erinnerungen und man selbst erste Erkenntnisse über ihr Dasein. 
Ab circa der Hälfte des Buches bricht dann auch endlich die Spannung so richtig durch. Die englische Regierung demonstriert ihre Macht und die Terroristen schlagen zu. Verschiedene Geheimnisse werden aufgedeckt und der Leser definitiv an der Stange gehalten. Die Handlung spitzt sich ein wenig zu und am Ende bekommt man eine Überraschung geliefert, die bei mir jedoch nicht ganz so einschlug. Ein wenig schockiert war ich, doch auch nicht so sehr. Mitreißen ist definitiv etwas anderes.
Die Atmosphäre im Buch wird vor allem durch die kühle Gesellschaft und den ganzen Fakten geprägt. Man könnte sie aber auch als angespannt bezeichnen, denn irgendwie kam das Gefühl auch bei mir an. Der Lesespaß war nicht gigantisch, das Buch ist sehr seicht. Teilweise hatte ich auch den Gedanken, dass das Buch wie eine ewig lange Einführung in die Geschichte wirkt – dennoch werde ich wohl zu Band Zwei greifen, denn Spaß hatte ich ja doch und es sind noch so viele Fragen offen, die möchte ich einfach geklärt haben!



Fazit

Trotz einiger negativer Aspekte konnte mich das Buch doch recht gut von sich überzeugen, auch wenn ich zunächst etwas anderes erwartet hatte. „Gelöscht“ hat eine definitiv dystopische Geschichte, in die man gut eingeführt wird. Neue Ideen, wie das Slating, machen das Buch einzigartig und interessant. Die Hauptperson ist einem sympathisch und macht eine große Entwicklung durch, während der männliche Gegenpart in meinen Augen fast unnötig erscheint. Terry weiß definitiv zu fesseln und bringt Gefühle gut rüber. Die Handlung beginnt seicht und braucht ein wenig Zeit, bis sie ins Rollen kommt, doch alles in allem hatte ich Spaß an der Geschichte und werde mit Sicherheit zu Band Zwei greifen!


Gelöscht bekommt:

4/5 Herzen



Band 1: Gelöscht
Band 2: Zersplittert (ab Frühjahr 2014)
Band 3: ???

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