Sonntag, 18. August 2013

[Rezension] Dark Kiss von Michelle Rowen

Sonntag, 18. August 2013



Autor: Michelle Rowen
Titel: Dark Kiss
Originaltitel: Dark Kiss
Reihe:
Nightwatchers #1
Verlag: Darkiss
Umfang: 367 Seiten
Preis: 12,99 €uro
ISBN: 978-3-8627-8778-4
Leseprobe



Klappentext

Gefährliches? Oh nein, nicht mein Ding. Übervorsichtig, unauffällig - das bin ich, Samantha. Zumindest war ich das. Bis ich durch einen leidenschaftlichen Kuss eine "Gray"wurde. Seitdem hat sich etwas geändert. In mir tobt ein Hunger, der nichts mit Essen zu tun hat. Und nur wenn ich anderen ihre Seele raube, kann ich ihn stillen. All dies weiß ich von Bishop. Zuerst hielt ich ihn für einen verwirrten Straßenjungen, aber er ist ein Engel, in einer gefährlichen Mission zur Erde gesandt. Denn das Böse, das mich zur "Gray" gemacht hat, muss bekämpft werden. Ich kann nur hoffen, dass Bishop mich und meine Seele retten kann. Dafür werde ich alles tun. (Bild- & Textquelle: Mira Taschenbuch Verlag)



Meine Meinung


Die Idee des Buches klingt recht ansprechend und verrät auch nicht allzu viel – dass es um Engel gehen soll, kann man jedoch gleich herausnehmen. Da ich bekanntlich Engelsgeschichten mag, habe ich mich hier drauf ein wenig zu sehr gefreut Ein großes Danke an den Verlag Darkiss und an Blogg dein Buch – doch hat mir das Buch so gar nicht zugesagt.

Der Anfang ist ein wenig aufgeteilt – zuerst lernt man Bishop im Prolog kennen, der als Engel eine Mission auf der Erde bekommt und diese erfüllen soll. Anschließend lernt man Samantha kennen, die mit ihrer Freundin Carly in einem Club  feiern geht und im Laufe des Abends von ihrem derzeitigen Schwarm geküsst wird – ab hier geht ihre Veränderung los, die viele Probleme mit sich bringt.
Die Ideen hinter dem Buch sind teilweise neu und teilweise alt. Älter ist der Kampf zwischen Himmel und Hölle und einem Mädchen, dass darin eine besondere Rolle spielt. Neu ist, dass sich diese zwei Parteien gegen einen dritten Feind auch mal verbinden können – denn eine Dämonin die sogenannte Gray, menschenähnliche seelenfressende Dämonen, erschafft, macht ihnen das Leben schwer. Wie immer nimmt jedoch die Zerstörung der menschlichen Welt das Grundthema ein. Das Gleichgewicht der verstorbenen Seelen, welches man später kennenlernt ist gut durchdacht und definitiv neuartig.
Aber leider scheitert es hier an der Umsetzung. Mit der Geschichte selbst wurde ich nicht so wirklich warm. Es ging mir insgesamt zu schleppend voran. Das „besondere“ Mädchen ist meiner Meinung nach zu besonders, was auch ungefähr auf jeder dritten Seite noch mal extra erwähnt werden muss und eine ganze Zeit lang erfährt man erst einmal GAR NICHTS. Besonders als Begründung reicht ja. Ein klischeehafter Einstieg macht das Ganze natürlich auch nicht besser und auch wenn die Ideen teilweise überzeugen können, sie wurden mir meistens gehörig vermiest.

Die Charaktere konnten mich, um ehrlich zu sein, auch kaum überzeugen. Samantha ist zu Beginn ein sehr unauffälliges Mädchen, was natürlich auch gern den Status behalten würde. Durch ihre Verwandlung in eine Gray wird sie plötzlich mega beliebt bei den Jungs, hat Heißhungerattacken und kann plötzlich magische Sachen vollbringen, die ihr von allen nur den Status „Besonders“ einbringen. Sie ist an vielen Stellen schlagfertig, auch wenn das schon wieder teilweise sehr erzwungen und gar nicht komisch wirkt. Mit ihrer neuen Situation kommt sie ausgezeichnet klar, ist ja auch nicht merkwürdig, plötzlich nicht mehr normal zu sein. Außerdem ist sie sehr naiv, so glaubt sie fast alles sofort, wenn man es ihr erzählt. Figurentiefe sucht man hier vergebens.
Dieser Aspekt ist auch beim Engel Bishop nicht besser, bei dem man auch die ganze Zeit auf Distanz gehalten wird. Zu keinem der beiden kann man eine Beziehung aufbauen. Zu ihm kann ich gar nicht so viel schreiben, so viel Charakter hat der Gute leider nicht an den Tag gelegt. Da er auch noch sein Gedächtnis vom Sturz auf die Erde verloren hat und meistens ziemlich wirr im Kopf ist, lernt man ihn auch nicht direkt kennen.
Bei ihrem ersten Zusammentreffen findet Bishop Samantha sofort wunderschön. Nicht nur das macht ihre Beziehung unglaublich absurd. Die meiste Zeit über vertrauen sie sich kein Stück und plötzlich fangen sie an rumzumachen. Jo, das ist doch normal, nicht? Ich meine, sie ist besonders und er mehr als verwirrt – klingt perfekt! Außerdem ist Samantha die meiste Zeit über so unglaublich naiv, dass sich das schon auf ihre Beziehung auswirkt. Also nein, eine gute, gefühlvolle und leidenschaftliche Beziehung sieht definitiv anders aus!

Wenn man das Buch liest, sollte man nicht hoffen, irgendwelche Emotionen vermittelt zu bekommen. Das Buch ließ mich fast vollkommen kalt, bis auf ein wenig Verärgerung und ab und an Wut empfand ich vor allem bei der Liebesgeschichte keinerlei Emotionen. Man ist den Charakteren so schon nicht nah, da braucht man auch nicht mehr erwarten.
Der Schreibstil ist eines der wenigen Dinge, die mir wirklich gut gefielen. Dieser wirkt angenehm und natürlich, außerdem ist er flüssig und irgendwie einfach zur Geschichte passend. Jedoch muss ich hier wieder anmerken, dass in vielen Rezensionen der Sarkasmus gelobt wird, den Samantha an den Tag legt. Hier kann ich für mich sagen, dass der irgendwie total an mir vorüber ging und ich den gar nicht lustig fand. Da fand ich einen der Dämonen, der sie begleitet, wesentlich amüsanter und natürlicher. Ein toller Charakter!
Die Sicht, aus der man die Geschichte erlebt ist klar festgelegt – Samantha ist eine Ich-Erzählerin und dies bleibt auch fast das ganze Buch über so. Normalerweise würde ich sagen, sie wird einem so sympathisch und man kommt ihr nah. Sympathisch vielleicht ein bisschen, aber Nähe ist auf keinen Fall vorhanden.

Die Handlung ist mehr als durchwachsen und das ist schon noch sehr nett ausgedrückt. Wie ich schon oben erwähnte, wirkt am Anfang vieles sehr klischeehaft: das unscheinbare Mädchen, das plötzlich alle anhimmeln, ein Kuss der alles verändert etc. Das Interesse wird geweckt und man bekommt den Begriff „Gray“ zusammen mit „Besonders“ an den Kopf geworfen, doch das heißt noch lange nicht, dass es Antworten gibt. Man tappt im Dunkeln und nach ungefähr 100 Seiten habe ich das Gefühl, dass endlich mal etwas passiert, also so langsam. Doch dieses positive Gefühl wird schnell vermiest, denn die ständige und übertrieben Erwähnung, das Samantha so besonders ist aber nie genannt wird, WAS sie eigentlich so besonders macht, nervt einfach nur und frustriert mich zutiefst. 
Die meiste Zeit hatte ich auch das Gefühl, dass die Geschichte einfach so an mir vorbeizieht – es plätscherte, aber so richtig übel. Irgendwann kommt DIE Enthüllung des Buches: Samanthas Herkunft. Was hier überraschend wirken soll, wirkt auf mich einfach nur langweilig, denn es war einfach nur total vorhersehbar. Auf den letzten 50 Seiten wird es dann wieder interessant und man könnte sagen, es kommt so etwas Ähnliches wie Spannung auf. Aber auch wenn das Ende mich halbwegs fesseln konnte, dass riss nun auch nichts mehr raus. 
Man kann es einfach nicht anders sagen: während des Lesens wurde ich immer enttäuschter von dem Buch. Von Lesespaß war hier kaum die Rede. Die Geschichte ließ mich so kalt, dass es eigentlich schon traurig ist. Auch wenn es am Ende ein Stück besser wurde – den Rest des Buches kann es trotzdem nicht toppen. Schade, ich hatte mir durch die ganzen positiven Stimmen etwas besseres vorgestellt!



Fazit

Das hochgelobte „Dark Kiss“ war für mich eher eine Zeitverschwendung, als eine Bereicherung. Die Idee könnten überzeugen, doch eine Umsetzung mit Charakteren, zu denen man keine Nähe aufbauen kann, machen das Ganze sehr schwierig. Die Liebesgeschichte ist absurd und ruft keinerlei Emotionen hervor. Währen der Schreibstil mir sehr gut gefiel, war die Handlung eine reinste Katastrophe: sie plätscherte meistens vor sich hin und man erfährt die meiste Zeit über gar nicht, was eigentlich an Samantha so besonders sein soll. Da konnte auch das etwas bessere Ende die nervigen Seiten davor kaum ausgleichen – schade, aber das Buch ließ mich so kalt, das hätte ich nicht erwartet! Eine pure Enttäuschung für mich!


Dark Kiss bekommt:

2/5 Herzen



Band 1: Dark Kiss
Band 2: Gray Kiss (ab Dezember 2012)

2 Kommentar[e]:

  1. Du weißt ja, ich finde es sehr schade, dass dir ausgerechnet dieses Buch so wenig gefallen hat, wo doch alle - und ich glaube auch du, oder? - ganz heiß drauf waren...Immerhin besser als Soul Screamers 4 :D
    Ich denke, wenn du und Tina beide sagt, dass das Werk nix ist, sehe ich das genauso, aaaaber ich muss mich ja mit eigenen Augen davon überzeugen, wie "besonders" die liebe Samantha denn nun genau ist :D Hach, unverblümt, besonders, die Autoren, echt...
    Bin gespannt - und schöne Rezension!

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  2. @Sonne:
    Na komm! Bei den ganzen positiven Rezensionen erwartet man irgendwas Gutes und dann bekommt man DAS. Da kann man nur enttäuscht sein!
    Ach, so besonders ist sie nicht :P Davon brauchst du dich doch nicht überzeugen. Du wolltest doch nur noch gute Bücher lesen, oder nicht? :D
    Danke dir <3

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