Samstag, 10. August 2013

[Rezension] City of Lost Souls von Cassandra Clare

Samstag, 10. August 2013



Originaltitel: City of Lost Souls
Reihe:
Chroniken der Unterwelt #5
Verlag: Arena
Umfang: 677 Seiten
Preis: 19,99 €uro
ISBN: 978-3-4010-6667-7

Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse der Vorgänger enthalten.



Klappentext

Die Dämonin Lilith ist besiegt und Jace aus ihren Fängen befreit. Aber als die Schattenjäger am Schauplatz eintreffen, finden sie nur noch Blut und zerbrochenes Glas. Nicht nur von Jace, den Clary über alles liebt, fehlt jede Spur, auch ihr dunkler Halbbruder Sebastian, den sie aus tiefstem Herzen hasst, ist verschwunden. 
Doch Jace findet Clary wieder und enthüllt sein schreckliches Schicksal: Durch Liliths Magie ist er auf immer mit Sebastian und den dunklen Mächten verbunden. Nur ein kleiner Trupp glaubt daran, dass Jace noch gerettet werden kann. Dazu müssen sich allerdings auch die Schattenjäger der dunklen Magie verschreiben. Clary geht den gefährlichsten Weg: Sie möchte Jace's Seele retten. Aber kann sie Jace überhaupt noch trauen? (Bild- & Textquelle: Arena Verlag)



Meine Meinung

Schon „City of Fallen Angels“ konnte mich wieder vom neuen Beginn der Ära überzeugen – jetzt zum fünften Band fehlen mir wieder fast jegliche Erinnerungen an den Vorgänger. Doch ich dachte mir, dass das bei Clare eh nie so das Problem war und da täuschte ich mich wieder nicht. Ich hoffte also auf eine spannende und berauschende Geschichte, doch erstmals verteilte ich Abzüge.

Am Anfang des Buches begleitet man im Prolog Simon, der versucht, mit seiner Mutter ein normales Gespräch zu führen, welche ihn allerdings verachtet. Hierbei werden die letzten Ereignisse noch einmal angeschnitten, was den Einstieg massiv erleichtert. Anschließend folgt ein Zeitsprung zur Gegenwart, wo die Handlung aufgenommen wird. Jace ist zusammen mit Sebastian verschwunden und bei den Schattenjägern beginnt die große Suche nach den beiden. Doch schon bald wird diese eingeschränkt, weswegen sich Clary und ihre Freunde schon bald selbst auf den Weg machen, um ihren Freund und Bruder zu retten.
Zu der Idee der Schattenjäger gibt es im fünften Band der Reihe nichts Neues zu sagen, außer: innovativ und einzigartig. Allerdings gibt es wieder Probleme zwischen Jace und Clary, die einfach kein Happy-End verdienen, so wie es aussieht. Sebastians Auferstehung ist auch ein Knackpunkt, entweder man begrüßt es, oder eben nicht – denn er war ja schon mal ein besiegter Feind. Die verbundenen Bruder ist eine Idee, die auch mich skeptisch lässt – muss das denn so unbedingt sein?
Die Umsetzung der Ideen – egal wie sie einem gefallen mögen – ist dagegen wieder mal perfekt gestaltet. Bis auf den zähen Anfang gibt es wieder zig Möglichkeiten in der Story, auch wenn man sich endlich einfach mal ein gesamtes Happy-End für alle wünscht, doch bis dahin dauert es noch ein wenig. Clare scheitert in der Umsetzung minimal, doch läuft sie im Laufe des Buches wieder zur absoluten Höchstform auf.

Die Charaktere, die man nicht nur auf die beiden Hauptfiguren einschränken kann, sind vor allem an Anfang sehr speziell und können einen ein wenig die Laune verderben. Clary wirkt zu Beginn sehr weinerlich und verzweifelt, ihre dramatische Seite ist zu überspitzt dargestellt. Auch hat sie immer noch eine rosarote Brille auf, ist später regelrecht blind vor Liebe und handelt auch dementsprechend sehr unklug. Ich dachte eigentlich, dass sie hier ein Stück erwachsener geworden ist, deswegen hat es mich enttäuscht.
Jace hingegen ist die Hälfte des Buches nicht er selbst, auch wenn er oberflächlich so wirkt. Seinen Charakter kann man also wieder nur schwer mit dem normalen vergleichen, da er wieder kontrolliert wird. Ansonsten punktet Simon mit seiner authentischen Art, der mir doch von Buch zu Buch sympathischer wird und hier sehr erfrischenden Wind reingebracht hat. Auch die Lightwood-Geschwister, Magnus und der Rest treten auf, wie man sie kennt und überzeugen als einzelne Personen.
Doch betrachtet man die Beziehungsgeflechte genauer, muss man vor allem zu Beginn wieder Abzüge machen. Dies trifft vor allem auf Alec und Magnus zu, welche die alten Probleme mit der Sterblichkeit aufrollen und unnötig ein Drama entsteht. Hier dachte ich, dass diese längst beseitigt wurden und störten mich größtenteils.
Bei Clary und Jace ist es hingegen sehr dramatisch, was mir mit der Zeit auch richtig gut gefiel. Hier wurde es mehr als kompliziert und Clary stürzte von einem Schlamassel ins Nächste. Auch wenn sie größtenteils sehr mutig handelt, was mich zwiegespalten zurückließ. 
Dagegen sind Simon und Isabelle, sowie Maia und Jordan die absoluten Traumpaare – ihre gemeinsamen Szenen machen Spaß und erhellten meine Miene. Hier muss man ganz klare Abstriche machen.

Die Emotionen werden bei Clare mal wieder groß geschrieben, auch wenn sie gegen Ende einfach besser rüber kommen. Der Anfang wirkt auch bei diesem Aspekt sehr gestellt, was schade ist, denn auch das ist man von der Autorin einfach nicht gewohnt.
Der Schreibstil ist, wie jedes Mal eigentlich, sehr flüssig, sehr fesselnd und einfach richtig gut. Es macht Spaß, das Buch zu lesen und die Seiten fliegen einfach nur so dahin. Ein wenig Witz lockert natürlich die sonst sehr angespannte Thematik auf, was auch nicht verkehrt ist. Doch vermisse ich persönlich den Charme aus den anderen Büchern.
Natürlich gibt es bei der Menge an Personen auch verschiedene Handlungsstränge und Sichten. So begleitet man zuerst Clary, die alles daran setzt, ihren Jace zu finden und ihre Suche dabei nie aufgibt, egal wie kompliziert es auch scheint. Dann ist da Alec, der natürlich versucht zu helfen, mit der familiären Situation klar zu kommen versucht und auch die wachsenden Probleme zwischen sich und Magnus thematisiert. Simon ist die meiste Zeit über für Clary da, aber durch ihn ist man auch mit Maia und Jordan verknüpft und auch Isabelle nimmt einen immer größeren Teil seines Lebens ein. Hier steht Abwechslung an erster Stelle und am Ende führt dann mal wieder alles zusammen, ohne Punkt und Komma.

Die Handlung tritt, wie ich schon schrieb, gleich zu Beginn ein, jedoch dauert es ein ganzes Stück, bis sie so richtig in Fahrt kommt. Man begleitet Clary, Alec und Simon in verschiedenen Handlungssträngen, die zu Beginn nicht wirklich stark fesseln können. Alles geht eher mäßig vor, interessante Möglichkeiten tun sich zwar auf, jedoch haut es einen einfach nicht vom Hocker. Abenteuerlich geht es weiter und ungefähr nach 150 Seiten geht es so langsam mal richtig vorwärts! Es fesselt, es begeistert, wird abwechslungsreich und lebendig, so wie man es gewohnt ist. Mit der Zeit nimmt es rasant an Fahrt auf, man weiß einfach nicht mehr, wo oben und unten, was Wirklichkeit und was Täuschung ist. 
Die letzten 150 Seiten haben es dann noch einmal so richtig in sich – hier herrscht Spannung pur! Ein schier glühendes Finale erwartet den Leser, welches es nochmal in sich hat. Das Wichtigste hierbei: nicht alles renkt sich ein: es gibt Tode, Ende von Liebschaften und vor allem neue Wendungen. Es ließ mich sehr gespannt auf die Finale Schlacht im letzten Band zurück.
Die Atmosphäre im Buch ist je nach Handlungsstrang anders geprägt. Das fesselnde Gefühl, was nach dem zähen Anfang auftritt, ist jedoch immer präsent, egal ob es gerade um Beziehungskram, die Rettung der Welt oder actionreiche Kämpfe geht. Durch den humorvollen Charme wird diese meist etwas aufgelockert und auch der Lesespaß tritt mehr in den Vordergrund. Dieser tritt vor allem am Anfang einfach nicht auf, erst nach einiger Zeit – was eigentlich so nicht sein sollte. Schade eigentlich, das hätte ich nämlich nicht erwartet!



Fazit

Der fünfte Band der Chroniken der Unterwelt wirkt am Anfang gar nicht verloren – die letzten Ereignisse werden noch einmal wiederholt, sodass man sehr schnell wieder rein findet. Jedoch dauert es erst einmal , bis man das Buch interessant findet, ein zäher Anfang von rund 150 Seiten nimmt einen den Lesespaß. Auch einige Charaktere und Beziehungen sind ein wenig nervig, werden jedoch durch positive andere ausgeglichen. Der humorvolle Schreibstil gleicht so manche fesselnde Szene aus und schon bald kommt Clare wieder in ihre altbekannte Hochform – das Buch plättet einen bis zur letzten Seite! Alles in allem wurde es dann doch noch recht gut, weswegen ich nun gerüstet bin für die letzte Schlacht!


City of Lost Souls bekommt:

4/5 Herzen



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