Mittwoch, 3. Juli 2013

[Rezension] Zweilicht von Nina Blazon

Mittwoch, 3. Juli 2013



Autor: Nina Blazon
Titel: Zweilicht
Verlag: Cbt
Umfang:
412 Seiten
Preis: 8,99 €uro
ISBN: 978-3-5703-0869-1
Leseprobe



Klappentext

Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York verbringen. Dort verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison. 
Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, Ivy, das nur er zu sehen scheint. Sie entführt ihn in eine verwunschene Welt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. 
Als auch im New York der Gegenwart die Geister erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten… (Bild- & Textquelle: Cbt Verlag)




Meine Meinung

Das nächste Buch von Blazon musste her, nachdem ich schon zwei erfolgreich gelesen hatte - und sie mich in ihren Bann ziehen konnten. Dieses Buch soll anders sein, als die bisherigen und auch sehr ungewöhnlich. Außerdem auch noch gewöhnungsbedürftig - ich war also gespannt und ließ es auf mich zu kommen. Doch so richtig daran gewöhnen, konnte ich mich nicht!

Das Buch beginnt sehr mysteriös und zwar mit einer einleitenden Szene von drei Mädchen, die aber keine normalen Mädchen zu sein scheinen. Sie nennen sich Mo, Night und Cinna und beobachten einen schlafenden Jungen, dessen Träume für sie gefährlich sein sollen. Schon diese ganzen kleinen Fakten werfen einen Haufen von Fragen auf und das waren noch längst nicht genug für Miss Blazon.
Was ich hierbei jedoch positiv anmerken kann ist, dass sie sofort wieder mit ihren magischen und innovativen Ideen begeistern kann. Die drei sind keine Menschen und doch wird nicht gleich verraten, was sie sind - doch winzige Details machen einen neugierig und zeigen die richtig guten Ideen der Autorin. Außerdem reagiert Mo anders als die anderen auf den schlafenden Jungen, wo gleich Konfliktpotenzial aufkommt.
Nach der Einführung gibt es einen kleinen Schnitt – man lernt dann Jay, den träumenden Jungen kennen, der gerade ein Austauschjahr in den USA begonnen hat und eigentlich aus Deutschland kommt. Er flirtet auch sofort mit einem Mädchen namens Madison – die Wichtigkeit dieser Sache ist hier noch nicht klar.
Allerdings kam dann auch schon der riesige Minuspunkt, der mir das Buch vermieste. Schon nach kurzer Zeit driftet die Geschichte ab und wird merkwürdig. Ich verstand nichts und man bekam auch nichts erklärt. Weder was für Wesen hinter Jay her sind, noch was sie vor haben. Auch nicht, warum sich alle so komisch benehmen. Man könnte denken, dass Jay verrückt ist, so gibt es doch einfach keine Erklärung für die Vorkommnisse.

Plötzlich gibt es neben Madison noch ein zweites Mädchen namens Ivy, die Kontakt zu Jay aufnimmt – ich hatte ja erst hinter ihrer wahren Identität jemand ganz anderen vermutet, sogar die verschiedenen Personen schafften es, mich zu verwirren. Nur Jay kann Ivy sehen und das macht diese Sache schon wieder sehr magisch, was bei mir positiven Anklang fand. Doch irgendwie war diese Sache mit Ivy gleichzeitig auch einfach nur wieder mysteriös und ich kam noch weniger mit als davor schon. Allzu spannend kann man die bisherige Handlung auch nicht nennen, wohl eher interessant.
Was ich dann irgendwann selbst herausfand war, dass es zu New York und insbesondere zu Manhattan eine parallele Wirklichkeit zu geben scheint, doch bis diese richtig vorgestellt wird vergeht die Hälfte des Buches.
Die Beziehung von Jay und Madison ging mir auch auf einen Schlag viel zu schnell – man hat überhaupt kein Gefühl, wie viel Zeit schon vergangen ist. Außerdem wirkt Madison teilweise wie eine gespaltene Persönlichkeit. Zu dem anderen Protagonist, Jay, ist zu sagen, dass seine große Naivität einen echt nerven kann, so war er mir ebenfalls nicht sehr sympathisch.
Mir war das Ganze einfach viel zu verworren und undurchsichtig – ich war immer verwirrter und hatte ständig das Gefühl, dass wichtige Informationen an mir vorbeigingen und die Charaktere die mitkriegen, sie mir aber nicht mitteilen. Schwierige Sache, meine Leselust nahm immer weiter ab. 
Ich verstehe einfach nicht, wieso es diesmal so übermäßig viele Verschleierungen geben muss. Klar, die sind Blazons Markenzeichen, doch hier waren es einfach zu viele. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sie selbst nicht mehr so ganz klar kam.

Nach der Hälfte des Buches bekam man endlich – endlich! – Antworten. Blazon liefert teilweise richtig gute Erklärungen, die vieles, was bisher geschehen ist, begründen können. Auf der anderen Seite verstand ich manche Sachen immer noch nicht, zum Beispiel wieso ausgerechnet Jay überlebt hat? Was ist an ihm so besonders? Auch war hier klar: frühere Erklärungen wären viel besser gewesen! Auch wenn hier das erste Mal so etwas wie Spannung aufkommt, die erste Hälfte des Buches hinterlässt einfach einen bitteren Nachgeschmack.
Was dann im Laufe der Geschichte richtig gut erklärt wurde, war der Titel „Zweilicht“ – hier verfiel ich wieder in totale Schwärmerei für Blazon, denn diese tiefe Bedeutung hat mich schier umgehauen!
Gegen Ende wird es dann noch mal so richtig schön verwirrend, allerdings gibt es dann auch die letzten Antworten, die Licht ins Dunkle bringen. Gegen die präsente Gefahr des Wendigos wird eine Lösung gefunden, auch wenn sie mich nun nicht mehr sonderlich umhaut. Wie gesagt hat das Buch sämtliche Sympathien in der ersten Hälfte verspielt.
Das Ende empfand ich persönlich als schwach, vieles wird nicht erklärt und bleibt ungesagt – aber das konnte man sich ja schon fast denken bei diesem Buch.



Fazit

Für mich hat das Buch in der ersten Hälfte durch seine Undurchsichtigkeit und die totale Verwirrung, die es mir beschaffte, sämtliche Sympathien verspielt. Da halfen auch kaum noch das magische Setting oder die innovativen Ideen. Die Charaktere wirkten oft zwiegespalten und flach, das Lesevergnügen ließ nach. Ab der Mitte bekam man dann endlich Erklärungen, auch wenn nicht alle Sinn machten und sie meines Erachtens einfach zu spät kamen. Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass das Buch im Großen und Ganzen ganz gut ist, je nachdem, wie sehr man sich an den ganzen Irrungen und Wirrungen stört – mir waren es eindeutig zu viele! Ein Buch, was man ausprobieren sollte, denn es könnte bei jedem einen anderen Anklang finden.


Zweilicht bekommt:

3/5 Herzen


2 Kommentar[e]:

  1. Sag mal, ich könnte schwören, als ich letztes Mal geguckt habe, gab's für "Zweilicht" noch 3 Punkte :O Oder bin ich jetzt doof? :D

    Nun ja, egal. Etwas verspätet komme ich jetzt doch noch dazu, endlich mal meinen Senf dazu zu geben. [Du weißt, Arbeit & so. Meh.] Du weißt auch, ich bin ein kleeeines bisschen traurig, dass dir das Buch nicht so wahnsinnig gefallen hat. Aber du weißt ebenfalls, dass ich weiß, dass es mehreren so ging [nur mir eben nicht]. Muss man mögen, liegt nicht jedem, ist halt Blazon :D Aber trotzdem war das Werk ja nun kein Reinfall und das freut mich wiederum ;)

    Und...ich bin IMMER NOCH gespannt auf deine Meinung zur "Totenbaut", also lies schnell!

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  2. @Sonne:
    Nein, es waren die ganze Zeit 3 Punkte, aber das habe ich dir ja mittlerweile schon erklärt! ;)
    Eben, es ist außergewöhnlich und daran gewöhnen konnte ich mich einfach nicht. "Ascheherz" ist bei mir der ungeschlagene Favorit!
    Irgendwann mal/demnächst/oder so werden ich "Totenbraut" mit Sicherheit lesen! ;)

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