Samstag, 27. Juli 2013

[Rezension] Engel der Dunkelheit 01. Ewiger Schwur von Anne Marsh

Samstag, 27. Juli 2013


Autor: Anne Marsh
Titel: Ewiger Schwur
Originaltitel: Bond with Me
Reihe:
Engel der Dunkelheit #1
Verlag: Egmont LYX
Umfang: 315 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8901-0
Leseprobe



Klappentext

Mischka Baran ist verzweifelt: Ihre Cousine Pell ist spurlos verschwunden, und alles deutet darauf hin, dass sie ihre Seele an einen Gefallenen verloren hat – einen Dämon, dem einst die Seele entrissen wurde und der sich von den Gefühlen junger Frauen nährt. Mischka kann nicht glauben, dass Pell ein solches Bündnis eingegangen sein soll. 
Ihre Suche führt die junge Frau in den Nobelclub G2, wo sie auf den geheimnisvollen Besitzer Brends Duranov trifft Obwohl sie weiß, dass Brends gefährlich wie attraktiv ist, fühlt Mischka sich augenblicklich zu dem gefallenen Engel hingezogen. Sie zögert daher nicht, als dieser ihr ein verheißungsvolles Angebot macht: Gibt Mischka sich ihm mit Körper und Seele hin, hilft er ihr dabei, Pell aufzuspüren.
Doch dann stellt sich heraus, dass deren Verschwinden mit einer Reihe von Morden zusammenhängen könnte – und dass nicht nur Pell, sondern auch Mischka in höchster Gefahr schwebt... (Bild- & Textquelle: Egmont LYX)



Meine Meinung

Auf das Buch bin ich durch seine besondere Idee aufmerksam geworden. Ich hab ja sowieso eine Schwäche für Engel und alles, was mit gefallenen Engeln und deren Geschichte zu tun hat, punktet bei mir sowieso immer. Ich war gespannt, wie die Geschichte wohl umgesetzt wird – doch es war alles andere als überragend!

Zu Beginn der Geschichte erfährt man erst einmal, wie ein Teil der Engelschöre eigentlich zu den Gefallenen wurde. Anschließend geht auch schon die richtige Handlung los, in der Brends in seinem Club G2 unterwegs ist und nach einer bestimmten Frau Ausschau hält, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Während er sich mit seinem Herrn trifft, kommt auch Mischka in den Club, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Cousine Pell ist. Es dauert nicht lange, da laufen sich die beiden über den Weg und Mischka erfährt, dass Pells Verschwinden nicht so schrecklich abgelaufen ist, wie es zunächst scheint.
Die Grundidee des Buches ist wirklich nicht verkehrt. Die Geschichte rund um die Gefallen ist interessant und alles schreit nach einer großen Intrige von einer Person, die keiner auf dem Plan hat. Die Gefallenen sind nun seelenlose Monster, die die Gefühle junger Menschen stehlen. Dabei trinkt der Dämon in ihnen ihre Seele bis zum bitteren Tod. Ihre einzige Erlösung ist ihre Seelenverwandte, doch in den ganzen Jahren hat keiner der Engel seine Gefährtin je gefunden. In M City, eine Stadt in Russland, in der die Geschichte spielt, herrschen die paranormalen Wesen, was neben den Engel noch Vampire, Banshees und andere sind. An sich ist die Idee innovativ und einzigartig. 
Leider scheitert es hier komplett an der Umsetzung. Geschaffene Bündnisse sind für die Engel Freifahrtsscheine für körperliche und seelische Gelüste, die nicht immer mit Logik geschlossen werden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass in mehreren tausend Jahren keiner der Engel je seine Seelenverwandte gefunden hat und auch in der Handlung gibt es unzählige Logiklücken, Ungereimtheiten und anderes, worauf ich später nochmal eingehen werde.

Die Charaktere des Buches erwecken zunächst einen sehr klischeehaften Eindruck. Brends Duranov ist ein gefallener Engel, Clubbesitzer und jede Frau will mit ihm ins Bett und bietet ihm seine Seele an. Er ist dunkel, gefährlich grob und alles andere als nett, was an seinem Dämon liegt, was hier jedoch eindeutig übertrieben wird. Mischka Baran ist eine Frau, die den Spitznamen Eisprinzessin weg hat. Sie wirkt unnahbar, stark und am Anfang unglaublich naiv. 
Was sich auch am Anfang ihrer Beziehung zeigt, wenn man das überhaupt so nennen darf. Brends will den Ton angeben, duldet nichts anderes, ist arrogant und überlegen. Mischka wirkt als würde sie sich nichts sagen lassen, doch ohne guten Grund lässt sie sich plötzlich auf ihn ein und glaubt ihm alles, was er erzählt. Dieses klischeehafte Handeln lässt dann glücklicherweise etwas nach, als das gefährliche Seelenspiel beginnt. Beide Personen haben viel Schlimmes erlebt, doch man kommt ihnen trotzdem überhaupt nicht nah während der Geschichte, sie bleiben blass. 
Ihre „Beziehung“ ist nicht weiter erwähnenswert, denn es ist rein körperlich und macht größtenteils keinen Sinn, was mich sehr wütend gemacht hat. Mit großen Gefühlen kann man hier wirklich nicht rechnen. Vor allem die Sexszenen finden bei mir keinen Anklang: viel zu lieblos, zu offensiv – das entschuldigt auch nicht, dass Brends ein Dämon ist und nicht anders kann. Die Verträge bzw. Verbindungen der Engel mit Menschen ist im Übrigen mehr als grenzwertig, denn bei dem Akt muss es auch noch Zeugen geben, was ich einfach nur übertrieben finde.

Von Emotionen kann ich nicht groß reden, denn falls es welche gab, kamen die bei mir einfach nicht an. Negative Gefühle, wie Hass und Wut standen hier ganz klar im Vordergrund und insgesamt ist alles sehr brutal und gewalttätig. Doch berühren konnte mich das Buch kaum, wohl eher bei den wenigen Sequenzen von Pell und ihrem Engel, aber keinesfalls bei der Haupthandlung. Hier kann man leider nicht viel oder besser gesagt fast gar nichts erwarten!
Der Schreibstil macht das Ganze auch nur unwesentlich besser. Er ist in Ordnung, wirkt flüssig – doch ab und an hatte ich das Gefühl, nicht richtig mitzukommen. Als würden wichtige Informationen mir vorbehalten sein, was mich schon wieder störte und den Lesefluss behinderte. In den erotischen Szenen war es mir, wie gesagt, viel zu offensiv und kalt: Emotionen gleich Null und das sollte doch dabei anders sein.
Einige verschiedene Handlungsstränge versuchen die Geschichte lebendig und dynamisch zu machen, was jedoch auch nicht so gut gelingt. Bei Mischka und Brends, da wo keinerlei Gefühle vorhanden sind, ist es interessant, wenn sie nicht die halbe Zeit im Bett verbringen würden. Die Suche nach Pell gerät definitiv in den Hintergrund. Doch ist auch Pells Sicht vertreten, bei der alles anders als gedacht ist. Bei ihrem Freund Dathan sucht sie Schutz, doch auch dort scheint sie nicht außer Gefahr zu sein und kann nur auf eine fatale Lösung zugreifen. Dann bleibt da noch die Sicht des Bösen, des abtrünnigen Gefallenen, der scheinbar ziellos Frauen ermordet. Schon bald klärt sich für alle auf, wer dahintersteckt und warum. Große Geheimniskrämerei wird hier also auch nicht betrieben – schade, denn da hätte Spannung aufkommen können.

Die eigentliche Handlung ist sehr durchwachsen und auch alles andere als überzeugend. Das Auftauchen des Abtrünnigen und der Mord an einer Frau und ihrem Gefallenen bringt erst einmal alles durcheinander, weswegen Mischka und Brends auch voneinander selbst abgelenkt werden. Hier fand ich alles noch sehr interessant und war schon etwas im Bann des Buches. Durch den Mord kommt ein wenig Fahrt auf und ein gefährliches Spiel beginnt, was die Spannung ein wenig steigen lässt. Das Grundthema, also der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Engel und Dämonen, wird angeschnitten und doch weiß man zuerst gar nicht, wer wozu eigentlich gehört. Doch auch das klärt sich mehr als schnell auf.
Die Geschehnisse werden richtig blutig und brutal, sodass auch die Atmosphäre einfach nur mehr als düster sein kann, was gut zu dem Buch passt. Es macht den Gesamteindruck komplett. 
Im Buch selbst gibt es viele Absätze, die meisten sogar ein wenig sinnfrei gesetzt, mitten in einer Situation, was nicht nur verwirrt, sondern auch nervt und massiv stört. Die Handlung nimmt Wendungen an, die man schon vorhersehen konnte, was natürlich nicht gerade spannend ist.
Logiklücken, wo manche Personen plötzlich irgendwo auftauchen und man keine Ahnung hat, wie die dahin kommen, machen den Lesespaß kaputt. Genauso wie verpasste Informationen und Vorgänge, die einfach mal nicht erklärt werden und die Tatsache, dass der Mörder der Mädchen die ganze Zeit bekannt ist und am Ende so getan wird, als wäre das eine totale Überraschung. Diese und die ganzen anderen Sachen zusammen ruinierten den Lesespaß auf das Maximalste.



Fazit

Die Idee von Marsh ist vielversprechend, innovativ und gut, doch es scheitert schon an der Umsetzung der Geschichte. Die Charaktere bleiben blass, auch wenn sie keinen klischeehaften Charakter haben, wie es zuerst scheint. Eine Beziehung zueinander ist nicht wirklich vorhanden, genauso wenig wie Gefühle – hier geht es rein um das Körperliche, was durch fehlende Emotionen im zu offensiven Schreibstil jedoch nicht gut ankommt. Verschiedene Handlungsstränge machen die Handlung interessant, doch werden sie teilweise einfach nicht weitergeführt. Die Handlung selbst ist durchwachsen, wird jedoch massiv zerstört durch Logiklücken und fehlende Spannung. Mein Lesespaß sank enorm in den Keller und erholte sich auch nicht wieder – absolute Zeitverschwendung das Buch. Schade, man hätte viel daraus machen können!


Ewiger Schwur bekommt:

2/5 Herzen




Band 1: Ewiger Schwur
Band 2: Unsterbliche Sehnsucht (ab Dezember 2013)

5 Kommentar[e]:

  1. Oha, da hast du aber eine Menge mehr geschrieben als ich. Im Endeffekt ist unsere Meinung tatsächlich die selbe und ich verstehe immer noch nicht, wieso das so verdammt schlecht sein musste :< schade, schade.

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  2. Oje, das habe ich öfters gelesen: gute Idee, aber schlechte Umsetzung....Gut, dass ich hier die Rezis abgewartet habe und nicht einfach das Buch auf die Autoby-Liste gesetzt habe wie man das manchmal so macht. :-)

    Lg Desiree

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  3. Oh man, die zweite nach Sarah, die das Buch zerrissen hat. Ich glaube ich sollte es die nbächsten Tage mal lesen, damit ich mir meine eigene Meinung dazu bilden kann. Mal sehen!

    LG
    Nazurka

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  4. @buchverliebt:
    Ich verstehe es auch immer noch nicht, um ehrlich zu sein. Ich meine, bei so einer Idee?! Einen schlechten Schreibstil hat sie auch nicht. Also Band 2 muss wirklich nicht sein!

    @Romantik Book Fan:
    Das war in diesem Fall wirklich besser. Ich meine, ich bin schon sehr offen für viele Geschichten und sehe nicht alles ganz soo eng, aber das hier war einfach nur reine Zeitverschwendung!

    @Nazurka:
    Ja, selbst eine Meinung bilden ist immer gut! Obwohl ich kaum glaube, dass es dir besser gefallen wird - aber man weiß ja nie! ;)

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  5. Also, dieses Buch klingt ja wirklich einfach so scheiße, dass ich es auf gar keinen Fall niemals nicht lesen will. Ich mein, ich find die Vornamen ja schon doof, und die Beziehung der beiden klingt einfach nur arg furchtbar. Wahrscheinlich würde ich mich, genau wie du, einfach pausenlos aufregen, und ich hab genug vom Aufregen :D [Außer, es geht um Filme.]

    Ich finde deine Rezension jedenfalls überaus gelungen!

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