Freitag, 10. Mai 2013

[Rezension] Leopardenblut von Nalini Singh

Freitag, 10. Mai 2013


Autor: Nalini Singh
Titel: Leopardenblut
Originaltitel: Slave to Sensation
Reihe:
Psy/Changeling #1
Verlag: Egmont LYX
Umfang: 378 Seiten
Preis: 9,95 €uro
ISBN: 978-3-8025-8152-6
Leseprobe



Klappentext 

Immer öfter liegt Sascha Duncan beim Aufwachen zusammengekrümmt in ihrem Bett. Die junge Frau spürt, dass sie nicht normal ist, sondern einen Defekt hat – nämlich Gefühle, die von den telepathisch begabten Medialen unterdrückt werden. Mit aller Kraft versucht Sascha die Fassade der kühlen Geschäftsfrau aufrechtzuerhalten. Sie will um keinen Preis in der berüchtigten Rehabilitationsanstalt landen, deren Insassen – jeglicher Persönlichkeit beraubt – ihr Dasein als lebende Tote fristen. 
Da stellt die Begegnung mit dem Gestaltwandler Lucas Hunter Sascha auf eine weitere Probe. Um die Macht der Medialen zu festigen, soll sie mit dem Anführer der DarkRiver-Leoparden ein Bauprojekt realisieren. 
Doch vom ersten Moment an fühlt sich Sascha in Lucas’ Bann gezogen – und auch in ihm erwachen ungezähmte Begierden. Er erwidert ihre Gefühle voller Leidenschaft – während er gleichzeitig noch eine ganz andere Mission verfolgt: Lucas will die Ermordung einer Leopardenfrau rächen und plant deshalb, in die engsten Regierungskreise der Medialen einzudringen, mit Saschas Hilfe… (Bild- & Textquelle: Egmont LYX)



Meine Meinung

Ich weiß noch ganz genau – diesen ersten Band las ich vor einigen Jahren das erste Mal in Tunesien am Strand. Ein Strandtag und schon war das Buch beendet! Es war unglaublich – und nun möchte ich meine Erinnerungen auffrischen und die Geschichte noch einmal, ganz von vorn erleben. Wie ich mich schon darauf gefreut habe!

Zu Beginn des Buches bekommt man einen Prolog, wie eine Art Einführung. Hier werden dem Leser die Medialen vorgestellt – Menschen, die übernatürliche geistige Fähigkeiten besitzen – und deren Aufstieg durch ein Programm namens Silentium. Silentium bedeutet soviel wie „Stille“ und das ist es für die Medialen auch, denn durch dieses Programm empfinden sie keine Gefühle mehr: weder Hass, noch Neid – kein Glück und keine Liebe. Sie denken rein pragmatisch, wie Maschinen. Ich finde es zunächst einmal eine tolle Idee, die hinter dieser Rasse steht und außerdem ist es auch toll von Singh, die wenigen wichtigen Sachen, die die Medialen ausmachen, schon gleich zu Beginn zu erklären.
Anschließend beginnt die eigentliche Handlung, die in der Zukunft spielt im Jahr 2078. In dieser Welt gibt es die Medialen, Menschen und Gestaltwandler, die sich den Planeten teilen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Kalifornien und in diesem Fall insbesondere San Francisco.
Hier lernt man Sascha Duncan kennen, eine kardiale Mediale, das heißt eine Mediale mit starken Kräften, welche man durch ihre nachtschwarzen, mit weißen Sternen versehene, Augen erkennt. Doch bei Sascha scheint etwas nicht zu stimmen: sie besitzt keine nennenswerten Kräfte. Außerdem quält sie die Tatsache, dass sie „defekt“ ist, da sie plötzlich die verschiedensten Dinge fühlen kann – für eine Mediale ein Tabu! Sascha hat Angst, dass sie rehabilitiert wird – eine Maßnahme, die ihre Rasse dann ergreift. So werden defekten Medialen die Selbständigkeit und das Denkvermögen genommen; sie bleiben als Arbeiterdrohnen für niedere Arbeiten zurück.

Doch für Sascha kommt es noch schlimmer. Ihre Mutter, Nikita Duncan, ist Ratsfrau und somit eine der führenden Medialen ihrer gesamten Rassen. Wenn sie etwas merkt, ist das Spiel sofort vorbei. Um die Situation noch weiter voranzutreiben bekommt Sascha von ihrer Mutter den Auftrag mit den gefühlsbetonten DarkRiver-Leoparden ein Architekturgeschäft abzuwickeln und zu betreuen. Dort lernt Sascha Lucas Hunter, den Alpha des Rudels, kennen, der ihr mehr als nur unter die Haut geht.
Lucas verfolgt mit seiner offensiven Flirterei jedoch andere Pläne – mithilfe des Projektes und der Nähe zu ratsnahen Medialen will er den Mord an einer Gestaltwandlerfrau aus seinen Reihen aufdecken und rächen. Anders als die Medialen immer behaupten glaubt kein Gestaltwandler, dass die Mediale keine Mörder in ihren Reihen haben: sie sind sich da ziemlich sicher.
Durch Lucas bekommt man auch Einblicke in das Rudelleben und dessen Struktur. Sie gehen ganz anders, viel herzlicher, mit ihren Rudelgefährten um und spenden sich gegenseitig Trost und Nähe – vor allem Dorian, der Bruder der ermordeten Leopardenfrau. Gestaltwandler und Medialen sind wie Tag und Nacht: Lucas handelt nach Gefühl und flirtet, was das Zeug hält während Sascha versucht, cool zu bleiben und Distanz zu wahren. Doch wie soll funktionieren bei einem Kater, der spielen will? Auf Sascha wirkt das Ganze ziemlich verlockend, doch sie muss sich zusammenreißen, wenn sie leben will.

Die Handlung schreitet voran und so bekommt man auf eine spielerische Art mit, wie sich Sascha und Lucas nähern. Dies geschieht zuerst in sehr realen Träumen, die Sascha projiziert und auch beide Anteil daran haben.
Mit der Zeit kommt man auch den Figuren näher, was höchste Eisenbahn ist – klar, beide sind einem von Anfang an sympathisch, doch war es Zeit, dass beide mehr Tiefe bekommen. Man erfährt, dass Lucas eine schwere Kindheit hatte, in der er große Verluste verzeichnen musste. Sie haben ihn geprägt und ihm gleichzeitig zum Alpha verholfen. Man kann mit ihm mitfühlen und ihn verstehen, womit er sich sofort in das Herz der Leser schleicht.
Die beiden bringen ihre Beziehung auf eine tiefere Art und vertrauen sich immer mehr Geheimnisse an. Lucas erzählt ihr von dem Mörder und das er wieder zugeschlagen hat, diesmal beim benachbarten SnowDancer-Rudel und noch kann die Frau gerettet werden – der Spannungsbogen steigt. Doch alles hängt von Sascha ab, die mit sich ringt. Hält sie ihren Leuten die Treue, obwohl sie diese vermutlich eh abschieben oder bringt sie Lucas die Loyalität entgegen? Doch auch Sascha ist nicht mehr außer Gefahr, auch ihr ist man schon auf den Fersen, was die Situation nur pikanter macht. Noch dazu zerbricht sie immer mehr an den Gefühlen, die sie für Lucas empfindet und ihr Verfall ist nicht mehr abwendbar.

Doch da ist noch das Problem mit dem Medialnet – eine geistige Ebene, mit denen alle Medialen miteinander verbunden sind und ohne die sie nicht leben können. Dort können sie auch in Kontakt treten – mega interessant! Doch es hält Sascha am Leben. Wenn sie bei Lucas bleiben will, kann sie nicht länger dort bleiben – ein riesiger Konflikt, der zusätzlich noch dazu kommt.
Immer weiter wird die Handlung vorangetrieben und die Spannung gesteigert. Die Wölfe kommen mit ins Spiel und es müssen lebenswichtige Entscheidungen getroffen werden. Sascha hat alle Fäden in der Hand: sie entscheidet über Leben und Tod, über ihre Beziehung und auch, ob es einen Krieg geben wird. Doch es ist von Anfang an klar: nicht alles kann gut ausgehen – jemand MUSS sterben. Es scheint keinen Lichtblick zu geben, was einen schier verrückt macht! Doch Hawke, der Alphawolf der SnowDancer, hat mehr im petto als man vermutet.
Alles geht rasend schnell und schon ist das Ende des Buches da – voller Emotionen! Unglaublich.



Fazit

Die Geschichte braucht ein bisschen bis sie ins Rollen kommt – das tut sie zunächst sanft, doch auf einen Schlag müssen alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden und doch gibt es nicht für alle ein Happy-End. Das Buch war unglaublich, auch jetzt, nach dem zweiten Mal lesen – die zukünftige Welt, die Medialen und die Umstände, die Singh geschaffen hat, sind unglaublich gut durchdacht und komplex, sodass es tausend Möglichkeiten zu geben scheint. Lucas und Sascha sind wandelbare Charaktere, die harmonieren und auch ordentlich Öl ins Feuer gießen. Top-Empfehlung!


Leopardenblut bekommt:

5/5 Herzen




Band 1: Leopardenblut
Band 11: Einsame Spur
Band 12: Geheimnisvolle Berührung

1 Kommentar[e]:

  1. Was für eine lange Reihe - hab gerade mal gegoogelt, geht ja immer noch weiter! Also Nalini Singh rutscht auf meiner Leseliste mal etwas weiter hoch. Ihre Ideen klingen ja sehr interessant. :)

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