Mittwoch, 27. März 2013

[Rezension] Beta von Rachel Cohn

Mittwoch, 27. März 2013



Autor: Rachel Cohn
Titel: Beta
Originaltitel: Beta
Reihe:
Ananda Serie #1
Verlag: Cbt
Umfang: 412 Seiten
Preis: 17,99 €uro
ISBN: 978-3-5701-6164-7
Leseprobe



Klappentext

Elysia ist eine Beta, ein geklonter Teenager, und sie lebt als Dienerin der Menschen auf der paradiesischen Insel Demesne. Ihr einziges Ziel ist es, ihren »Eltern« zu gefallen – bis sie entdeckt, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. 
Die heile Welt auf der Insel wird von Klonen gestört, die Gefühle und eine eigene Meinung haben, sogenannten defekten Klonen. Und dann entdeckt Elysia, dass auch sie Gefühle hat. Sie verliebt sich und hat Erinnerungen an ihre First, den Menschen, von dem sie geklont wurde und der längst tot sein muss. Ist sie selbst defekt? Dies würde ihren Tod bedeuten, doch Elysia ist bereit zu kämpfen, für ihre Freiheit und für ihre Liebe zu dem geheimnisvollen Tahir… (Bild- & Textquelle: Cbt Verlag)



Meine Meinung

Kaum wurde eine Dystopie beendet, schon beginne ich die Nächste, was aber daran lag, dass ich dieses Buch bei Lovelybooks.de gewonnen habe. Der Inhalt klingt spannend und unter defekten Klonen konnte ich mir erstmal nichts vorstellen. Eine neue Idee? Immer her damit! Doch von großer Spannung war nicht viel zu erwarten.

Schon der Beginn des Buches bringt die Grundthematik auf den Punkt: verstorbene Menschen werden durch fortschrittliche Maßnahmen geklont und auf der luxuriösen Insel Demesne verkauft. Diese Klone besitzen keine Seele und auch keine Gefühle. Erkennbar sind sie durch ihre fuchsiaroten, leeren Augen und einem Schwertlilientattoo auf der Schläfe. Sie werden in einem Labor erschaffen, um auf Demesne als „Sklaven“ zu arbeiten, da es für die Menschen ein reiner Erholungsort ist. Diese ganzen Tatsachen sind mega interessant, doch warum ist das für alle Menschen normal und selbstverständlich? Ethnisch gesehen, ist es keine feine Sache so mit verstorbenen Menschen umzugehen.
Der implantierte Chip schreibt den Klonen Sätze, Gefühle und Taten vor, so wie sie sich gegenüber Menschen in bestimmten Situationen verhalten sollen. Sie sind keine eigenständigen Individuen und existieren nur, um zu dienen.
Genauso ein Klon ist die Hauptperson Elysia, allerdings eine der ersten Teenager-Klone und das auch noch in der Beta-Phase, das heißt, sie werden noch getestet. Sie wird von einer reichen Familie gekauft und erklärt selbst, wie Klone erschaffen werden in dieser zukünftigen Welt.
Sie lernt schon bald ihre neue Familie kennen, die eigentlich recht normal, wenn auch verwöhnt vom luxuriösen Leben wirken. Zusammen mit ihren Eltern, ihrem Bruder Ivan und ihrer kleinen Schwester Liesel entdeckt sie das ihr geschenkte Leben – und das erstmal eine ganze Weile lang.

Schon bald bekommt Elysia Erinnerungen von dem Leben ihrer First, also dem Menschen, von dem sie geklont wurde. Dies ist eigentlich total untypisch für Klone und deutet eigentlich darauf hin, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt, weswegen sie es erstmal für sich behält.
Wie ich schon angedeutet habe lernt Elysia ihr neues Teenagerleben lernen und lieben. Die Clique rund um ihren Bruder Ivan sind typische Teenager, auch wenn das Problem der Drogensucht einen riesigen Anteil nimmt und komischerweise auch schon fast verherrlicht wird, was ich nicht so gut heißen kann.
Als dann Tahir auf Demesne kommt, verändert sich so einiges in Elysias Leben. Tahir musste Demesne aufgrund von Therapien verlassen, da er beim Surfen fast umgekommen wäre. Eylsia fühlt sofort eine gewisse Anziehung zu ihm, die sie jedoch gar nicht empfinden dürfte, da sie ja keine Seele besitzt. Der Unfall scheint Tahir außerdem sehr verändert zu haben, denn er verhält sich vollkommen untypisch laut seiner Freunde. Er ist kalt und unnahbar, was kaum zu ihm passt.
Dies war die erste Stelle, wo ich mich frage, wo hier bei dem Buch überhaupt die spannende Handlung abgeblieben ist.

Als dann doch endlich mal was passierte, war das halbe Buch auch schon wieder gelesen. Schade, aber noch nicht zu spät! Geheimnisse von Elysias Familie und anderen Klonen kommen ans Licht, die man vielleicht nicht vermutet hätte. Diese Erkenntnisse ändern einiges – insbesondere Xanthe spielt dabei eine große Rolle für Elysia, die mittlerweile der festen Überzeugung ist, dass sie defekt ist.
Auch Tahir wirft weitere Fragen auf, denn er hält sich weiterhin mysteriös und bedeckt. Man fragt sich, was wohl mit ihm passiert ist, auch wenn man da so eine Art Vermutung haben kann. Na, mal sehen.
Auch die Revolte der Klone wird erläutert und eingeführt – denn diese fangen an, sich gegen ihre Versklavung zu wehren und wollen eigenständige Wesen sein. Dabei kommt dann auch ein wenig Action auf, was die ganze Sache etwas vorantreibt und mit Pluspunkten belohnt wird.
Tahirs Eltern kommen schließlich auf die Idee, sie könnten sich Elysia ja mal ausleihen, damit diese Tahir bei seiner Genesung helfen kann. Die Beziehung, die die beiden zueinander finden, rückt die ganze Zeit über nicht in den Vordergrund und plätschert so nebenbei ein bisschen her. Nichts Aufregendes und nichts Nennenswertes. Die Beziehung bleibt für mich irgendwie blass, genauso wie Tahir.

Mal davon abgesehen – Tahirs Eltern bilden einen krassen Gegensatz zu Elysias Familie. Bei ihnen kommt es wirklich auf Liebe und Gefühle an, sie sind absolut herzlich – nur Prinz Tahir weiter komisch. Doch sein Geheimnis wird bald gelüftet, die Puzzleteile setzen sich zusammen. Wenn man gut kombinieren kann, wird einem das jedoch schon vorher klar und sorgt kaum für Überraschung.
Gut, durch die Veränderung tun sich neue Möglichkeiten auf, die nur bedingt genutzt werden. Und auch Elysia entscheidet mittlerweile für sich selbst und fängt schon an, etwas gegen die Menschen in ihrer Umgebung zu rebellieren.
Anschließend neigte sich das Buch dem Ende zu, wo man geradezu mit Wendungen überschüttet wird – diese sind jedoch auch fast immer vorhersehbar und dadurch eher langweilig. Ach, und ein Gefühlschaos für Elysia durfte dann natürlich auch nicht fehlen. Gut, dadurch erfährt man mehr über ihre First, aber nötig war es nun doch nicht.
Einige Wendungen und Überraschungen waren auch einfach nur überzogen und in meinen Augen unnötig. Auf den letzten Seiten wurde dann alles nachgeholt, worin man in der ersten Hälfte wartet. Und der miese Cliffhanger am Ende, der machte das Ganze auch nicht besser. So etwas Unfaires!



Fazit

Trotz meines vielen Gemeckers fand ich das Buch ganz in Ordnung. Die Idee, rund um die Klone, die Insel Demesne und Elysias Situation fand ich echt gut und interessant, schade war es hier, dass man nicht mehr darüber erfahren hat, wie sich alles so entwickeln konnte. Man durchlebt mit Elysia ihr Dasein als Klon und wie sie sich im Laufe der Zeit wandelt. Die ganze erste Hälfte plätschert so dahin und am Ende wird man mit Überraschungen überschüttet, die teilweise überzogen und vorhersehbar waren. Auch die Beziehung von Elysia und Tahir lässt einen eher kalt und läuft so nebenbei. Es wurde mehr Wert auf die Entwicklung ihres Charakters und ihres Individuums gelegt, was nicht schlecht ist, aber eben nicht vollkommen überzeugt.


Beta bekommt:

3,5/5 Herzen




Ananda Serie

Band 1: Beta
Band 2: ???
Band 3: ???

1 Kommentar[e]:

  1. Eine sehr schöne Rezension, auch wenn ich dir nicht ganz zustimmen kann. Für mich war das Buch nämlich ein absolutes 5 - Sterne - Highlight. Ich fand die Idee um die Klone wirklich originell und die ganze Handlung der Geschichte total spannend!

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