Donnerstag, 7. Februar 2013

[Rezension] Wolfspfade von Lori Handeland

Donnerstag, 7. Februar 2013

Autor: Lori Handeland
Titel: Wolfspfade
Originaltitel: Rising Moon
Reihe:
Geschöpfe der Nacht #6
Verlag: Egmont Lyx
Umfang: 359 Seiten
Preis: 9,95 €uro
ISBN: 978-3-8025-8262-2
Leseprobe

Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse des Vorgängers enthalten.



Klappentext

Seit ihre Schwester Katie vor drei Jahren spurlos verschwand, ist die Suche nach ihr der ganze Lebensinhalt von Privatdetektivin Anne Lockheart. Ein Foto führt sie zu einem Jazzclub namens Rising Moon im French Quarter von New Orleans. 
Als sie hier weitere Nachforschungen anstellt, erfährt sie, dass in den Sümpfen rund um die Stadt immer wieder grausam verstümmelte Leichen auftauchen. Da die Opfer zuletzt im Rising Moon gesehen wurden und es sich ausnahmslos um Menschen handelt, die man zuvor als vermisst gemeldet hatte, befürchtete Anne, auch Katie könnte eines Tages tot in die Wildnis gefunden werden. 
Um diese Spur weiter zu verfolgen, nimmt die Privatdetektivin einen Job als Kellnerin im Rising Moon an. Schon bald trifft sie auf den mysteriösen John Rodolfo, den Besitzer der Jazzkneipe. Rodolfo ist ein begnadeter Musiker – und blind. Er taucht regelmäßig abends auf, um die Menschen mit seinem Saxophon zu verzaubern. Sein ungewöhnliches Spiel rührt etwas tief in Annes Seele an. Immer mehr gerät sie in den Bann des faszinierenden Mannes, der ein finsteres Geheimnis zu hüten scheint… (Bild- & Textquelle: Egmont Lyx)




Meine Meinung

Auf den ersten Blick kennt man keinen der beschrieben Charaktere im Klappentext und das interessante dabei ist, dass die männliche Hauptperson blind ist, was man in Büchern ja nicht so häufig findet. Schon allein diese Tatsache macht das Buch interessant – doch, finde ich das zweite Mal Lesen dieses Buches auch so gut wie das erste Mal? Ich bin gespannt!

Anne, eine schlanke Blondine, ist Privatdetektivin, welche mittlerweile verzweifelt nach ihrer verschwundenen Schwester Katie sucht. Ihre Eltern sind mittlerweile der Meinung, dass ihre jüngste Tochter tot ist, doch Anne ist da anderer Meinung. Sie geht jeder winzigen Spur nach, um sie zu finden. Als sie ein anonymes Foto geschickt bekommt, auf dem Katie vor einer Jazzbar namens Rising Moon zu sehen ist, macht sie sich auf nach New Orleans.
Dort trifft sie auf den Barbesitzer, John Rodolfo, welcher sich als blinder, gutaussehender Saxophonist herausstellt. Er verbirgt eine Menge, was irgendwie immer so bei Lori Handeland Büchern ist. Über die Frauen ist meist alles bekannt, aber bei den Männern gar nichts, bis zum bitteren Ende. Etwas Neues wäre ja auch ganz schön.
Und natürlich, wie sollte es auch anders sein, gibt es eine urplötzliche Anziehung, die hier aber vor allem mehr körperlich ist. Da John blind ist, ist das definitiv etwas merkwürdig, aber insgesamt nur ein kleiner Kritikpunkt – geistig nimmt es zunächst keiner der beiden wahr. Aber trotz dieser Sache ist diese Anziehung merkwürdigerweise nicht so störend wie sonst.
Anne kümmert sich dann bald darum, dass sie das Rising Moon im Blick hat und fragt King, den Barkeeper, um einen Kellnerjob. Diesen bekommt sie auch – und diese Gelegenheit nutzt sie, um den Gästen das Foto ihrer Schwester zu zeigen, mit der Hoffnung, dass irgendjemand sie schon mal gesehen hat.

Dadurch dass Anne auch die obere Wohnung in der Bar bezieht, stößt sie des Öfteren mit John zusammen. So kommt es, dass die beiden sich annähern, mehr oder weniger. Man erfährt immer mehr über John, jedoch auch nur Bruchstücke. Er versucht sich, vor ihr zu verschließen, aber das gelingt ihm nicht immer. 
Man könnte ihre Beziehung auch als vertauschte Rollen bezeichnen. John ist sehr gefühlvoll und vielleicht auch etwas naiv, was diese Anziehung zu Anne angeht, während sie immer darauf beharrt, dass es doch nur eine rein körperliche Sache ist. Normal kennt man so etwas doch eher meist andersherum, schön, dass es hier mal anders auf den Punkt gebracht wird.
Natürlich stehen bei mysteriösen Mordfällen, bei denen John einer der Hauptverdächtigen ist, auch die Polizisten auf dem Plan. So kommt Sullivan wieder dazu, den man schon aus den beiden vorherigen Bänden kennt. Er erzählt Anne von seiner magischen Theorie und von den merkwürdigen Vorkommnissen, die er mit Diana und Cassandra schon erlebt hat. Außerdem begehrt er sie auch und eine leichte Dreiecksbeziehung bahnt sich an, die aber bald geklärt ist, da für Anne Sullivan nur ein Freund ist. Sullivan und John sind wie Tag und Nacht und Anne entscheidet sich in diesem Fall eher für die Nacht.
Sullivan hockt John also auf der Pelle, auch wenn es überhaupt keine Beweise dafür gibt, dass John die Morde begangen hat – Sullivan traut ihm einfach nicht über den Weg, und das sollte seiner Meinung nach Anne auch nicht so einfach.

Mit der Zeit kommen ihr auch Zweifel auf, da immer mehr mysteriöse Vorkommnisse und auch Mordfälle geschehen, mit denen John irgendwas zu tun haben scheint. Aber als Mörder stempelt sie diesen verwirrten Blinden nicht ab, doch braucht sie Rat.
So gelangt sie zu Cassandra – denn, obwohl sie nicht an das Übernatürliche glaubt, so merkt sie, dass doch irgendetwas vorgeht, was sie sich nicht erklären kann. Also trifft man auch auf Cassandra und Devon, die eine schöne kleine Überraschung haben, die das Leserherz erfreut. Bei ihnen fließen auch die ersten Handlungsstränge und Fragen zusammen, was schön ist und man merkt, dass sich das Ganze auf das Ende zu bewegt. 
Natürlich stehen Werwölfe wieder im Vordergrund – wäre ja schlimm, wenn es nicht so wäre. Als jemand in Annes Umgebung gebissen wird sieht man erstmal so richtig, was der Dämon dann mit Menschen eigentlich anrichtet. Selbst der am meisten kultivierte Mann wird zur grausamen Bestie. Diese Erkenntnis war für mich noch nach so vielen Büchern echt krass zu beobachten.
Gegen Ende wird dann auch endlich Johns größtes Geheimnis gelüftet: seine wahre Identität und seine Herkunft. Da würde man niemals draufkommen und haut einen komplett aus der Bahn. Auch Katies Verschwinden wird endlich erklärt und man denkt, man kann sich auf ein riesiges Finale gefasst machen!
Dem ist leider nicht so – es wird schnell eine einfache Lösung gefunden – nachdem drei Bände lang gesucht wurde, ist das echt schon fast lachhaft. Aber diese Lösung war plötzlich, vorher nicht bekannt und läutet für alle drei Paare das endgültige Happy-End ein.



Fazit

Für mich war dieses Buch, trotz der kleinen Kritikpunkte, bisher das beste Werk der Reihe. Das lag vor allem an diesem total gut durchdachten Überraschungsmoment, denn auf Johns Identität wäre ich niemals gekommen! Auch ist die Handlung sehr spannend und abwechslungsreich gestaltet und die Annäherung der Charakter dann doch irgendwie süß und herzlich gestaltet. Klar geht es bei ihnen auch mal heiß her, aber das hält sich im guten Maß. Auch sehr schön ist es, dass das auftretende Problem im vierten Band zum Abschluss kommt und alle in Frieden leben können. So mag ich das!


Wolfspfade bekommt:

5/5 Herzen




Geschöpfe der Nacht

Band 6: Wolfspfad
Band 9: Wolfsfeuer
Band 10: Wolfsmagie
Band 11: Wolfsflüstern

1 Kommentar[e]:

  1. Ich les grad 'Asche' von der Autorin - kann mich bisher aber nicht wirklich begeistern :(
    vielleicht wag ich mich ja mal an diese reihe? Oder ist die vom Stil sehr ähnlich?

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