Dienstag, 5. Februar 2013

[Rezension] Engelskrieger von Nalini Singh

Montag, 4. Februar 2013


Autor: Nalini Singh
Titel: Engelskrieger
Originaltitel: Archangel's Blade
Reihe:
Gilde der Jäger #4
Verlag: Egmont Lyx
Umfang: 423 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8596-8
Leseprobe


Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse der Vorgänger enthalten. 



Klappentext

Im Hudson River wird der abgetrennte Kopf eines jungen Blutsaugers gefunden. Der Schädel weist seltsame Tätowierungen auf, die sich der Vampir Dmitri nicht erklären kann. Als rechte Hand des Erzengels Raphael muss er die Ermittlungen übernehmen, da sich sein Sire und dessen Gefährtin Elena noch in Japan aufhalten. 
Um dem Rätsel auf die Spur zu kommen und den Täter zu finden, fordert Dmitri Hilfe bei der Gilde der Jäger an. Den Auftrag übernimmt Honor St. Nicholas – doch der Fall reißt alte Wunden auf: Die Jägerin wurde einst von einer Horde Vampire zwei Monate lang gefangen gehalten und grausam misshandelt. Die Spuren der Qual haben Narben an ihrem Körper und ihrer Seele hinterlassen, doch Dmitri fühlt sich sofort zu der grünäugigen Schönheit hingezogen. Auch Honor kann der gefährlichen Attraktivität des Vampirs kaum widerstehen, obwohl es ihr schwerfällt, ihren Schmerz und ihre Angst hinter sich zu lassen. 
Als weitere grausige Leichenfunde ans Licht kommen, müssen die Jägerin und der Vampir noch enger zusammenarbeiten. Und je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso faszinierter ist Dmitri von der Verletzlichkeit und Stärke, die der Jägerin innewohnen. In ihm erwachen Gefühle, die er seit Jahrhunderten vergessen glaubte. Er setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um Honors Peiniger ausfindig zu machen und diese ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Kann der Vampir es schaffen, die Seele der Jägerin zu heilen? (Bild- & Textquelle: Egmont Lyx)



Meine Meinung

Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich diesem Buch gewidmet hatte, obwohl ich nicht einmal genau weiß, warum eigentlich. Es ist das erste Buch der Reihe, welches Mal nicht aus der Sicht von Raphael und Elena geschrieben wurde – dementsprechend gespannt war ich auch. Doch begeistern konnte es mich mindestens genauso gut!

Schon in der Einleitung lernt man Dmitri – den Stellvertreter des Erzengels Raphael und einflussreichster Vampir New Yorks – ganz anders kennen, als bisher. Denn dort wird erstmals sein früheres Leben geschildert, wo er eine Frau, zwei Kinder und einen Hof in Russland besaß und außerdem sehr glücklich war. Doch auch hier wird sofort klar: irgendetwas Verheerendes muss passiert sein, denn Dmitri verlor alles, was er liebte und wurde so, wie er nun ist. Doch, was ist ihm und seiner Familie zugestoßen? Dieses Geheimnis gilt es endgültig in diesem Band zu lüften, neben vielen anderen.
Nach dieser Einleitung beginnt auch sofort die oben beschriebene Handlung, und das sehr vielversprechend. Dmitri und Illium, der blaugeflügelte Engel in Raphaels Reihen, ermitteln zusammen n einem mysteriösen Vampirmord, den sie allein nicht lösen können.
Sie ziehen den Rat der Gilde, welche aus gefährlichen Vampirjägern besteht, dazu, wodurch Dmitri auch Honor kennenlernt, welche dort als Jägerin angestellt ist. Honor ist jedoch bis dato im passiven Dienst gewesen, da sie vor nicht allzu langer Zeit zwei Monate lang von Vampiren gefangen gehalten und misshandelt wurde. Sie zog sich zurück und begrub sich unter einem Berg von Selbstmitleid und Angst – bis sie mit Dmitri zusammenarbeiten muss, denn ab da wird sie aus ihrem Schneckenhaus gelockt.

Schon bei ihrer ersten Begegnung durchschaut Dmitri sie und ihren Charakter und Honor bekommt einen Spitznamen weg, der total unglücklich übersetzt wurde – denn im Deutschen sagt er zu ihr „kleines Karnickel“. Hätte man nicht wenigstens Hase nehmen können? Zum Glück kommt diese Bezeichnung nur wenige Male am Anfang vor, weswegen es mich nicht das ganze Buch über stören konnte.
Dmitri hat natürlich als Raphaels rechte Hand noch mehr Aufgaben, als sich um die mysteriösen Mordfälle zu kümmern. So macht er es sich auch zur Aufgabe, Honors Peiniger zu finden und ihnen ihre gerechte Strafe zu geben. Neben der Tatsache, dass ihn seine Vergangenheit verfolgt, kümmert er sich auch noch um Holly, welche im ersten Band der Reihe eines von Urams Opfern war und es als einzige überlebt hatte. Man bekommt also nicht nur einen Einblick in seine Gefühlswelt, sondern auch in seine ganz normale Arbeitswelt, die trotzdem super interessant ist.
Außerdem bemerkt man auch in diesem Band erstmal so richtig, wie begehrt Dmitri eigentlich bei den Frauen ist und erfährt auch, dass er sogar einen Erzengel an der Leine hatte. Auch dies ist eine nette Ergänzung und macht das Bild über ihn vollständiger.
Die eigentliche Mordgeschichte rückt durch den geplanten Racheakt an Honors Peiniger weiter in den Hintergrund, was mich persönlich nicht störte, denn es passierte auch so genug, was die Spannung immer aufrecht hielt. Dadurch, dass Dmitri Honor hilft, an den Vampiren Rache zu nehmen, lernen sie sich auch besser kennen und öffnen sich gegenseitig immer ein bisschen mehr – ihre Anziehung wächst. Es war mal wieder himmlisch zu beobachten!

Doch diese Jagd ist so spannend gestaltet, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt als weiter zu lesen, man kommt kaum davon weg. Vor allem, da sich die Geschichte nicht in einem Handlungszweig verrennt, sondern ein richtig guter Mix gefunden wurde, der einen immer am Ball bleiben lässt - nie kommt Langeweile auf.
Auch Raphael und Elena haben so ihre Auftritte, aber da sie Nebenpersonen sind, werden diese stark reduziert. Aber sie sind da und das zählt – auch, weil man die beiden einmal aus einer komplett außenstehenden Sicht erleben kann. Außerdem wird so auch erstmal klar, was die ganze Zeit zum Beispiel in Dmitris Kopf vorging. Er verbindet so unglaublich viele Worte und Sätze mit Situationen aus seiner Vergangenheit, was man in den Vorgängern nie für möglich gehalten hätte oder einfach nicht gedacht hat. Es ist überraschend und erfreuend zu gleich.
Für Honor und Dmitri ist es jedoch nicht ganz so einfach, wie es zu seien scheint. Sie kämpft bei jeder Berührung von Dmitri um ihre Fassung, versucht nicht auszurasten und auch Dmitri hat durch seine dunkle Vergangenheit tiefe Narben bekommen – ein weiterer Verlust wäre tödlich für ihn. Doch beide vertrauen sich dies nicht an und diese Geheimnisse schaffen eine schier unüberwindbare Kluft, die einen emotional total mitnimmt.
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Gegen Ende, so ungefähr die letzten 100 Seiten, führen sämtliche Handlungsstränge so langsam zusammen und werden nacheinander geklärt. Diese Seiten strotzen nur so vor Spannung, aber auch die Emotionen kochen hier am höchsten.
Das eigentliche Ende ist für mich, na ja, etwas dürftig. Warum? Die Sache, die mit Honor passiert oder besser, die sie verkörpert, ist eine echt schöne Idee, aber an manchen Stellen einfach too much. Eine Umsetzung mit weniger Übertreibung in dieser Richtung wäre wünschenswert gewesen. Ansonsten ist es ein Happy-End, was sich sehen lassen kann, so wie immer bei Nalini Singh.



Fazit

Alles in allem hat mich die Geschichte von Dmitri und Honor komplett überzeugt – es geht eben auch mal ohne Raphael und Elena im Mittelpunkt. Es war für mich dieselbe emotionale Achterbahn, die ich von Nalini Singh gewohnt bin, welche sich aber in guten Abständen mit der spannungsgeladenen Verfolgung und dem Racheakt abwechselt. Beides kommt hierbei nicht zu kurz und die Beziehung der beiden Figuren, so wie die schier unüberwindbare Kluft zwischen ihnen, machen das ganze so absolut atemberaubend, wie es schlussendlich war. Ich bin begeistert!


Engelskrieger bekommt:

5/5 Herzen




Band 4: Engelskrieger
Band 5: Engelsdunkel
Band 6: Engelslied (ab März 2014)

1 Kommentar[e]:

  1. Also. Das ist ja echt fies. Dass du mir hier so eine Lust machst aufs Weiterlesen, obwohl der 3. Band noch nicht bei mir angekommen ist! Grr! Ich will jetzt von Illium und Raphael lesen, du Folterin :D
    Freut mich sehr, dass der Süße auch hier dabei ist, da kann ja gar nichts schief gehen ;) Bin gespannt! Wahnsinnig!

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