Montag, 7. Januar 2013

[Rezension] Trügerisches Spiel von Michelle Raven

Montag, 7. Januar 2013



Autor: Michelle Raven
Titel: Trügerisches Spiel
Reihe:
Die Hunters #4
Verlag: Egmont Lyx
Umfang: 436 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8830-3


Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse der Vorgänger enthalten. 



Klappentext

Die Studentin Jocelyn Callaghan muss mit ansehen, wie zwei Menschen vor ihren Augen kaltblütig ermordet werden. Es gelingt ihr, sich vor dem Killer zu retten und diesen mit ihrer Aussage hinter Gitter zu bringen. Doch damit ist der Albtraum für sie noch nicht vorüber. Die Morde sollen im Auftrag des skrupellosen Mafiabosses Antonio Leone geschehen sein – der es jetzt auch auf Jocelyn abgesehen haben könnte. Die junge Frau muss im Zeugenschutzprogramm ihr altes Leben hinter sich lassen und eine vollkommen neue Identität annehmen. 
Als Aerobiclehrerin Hannah Turner versucht sie, die furchtbaren Ereignisse der Vergangenheit zu vergessen und neu anzufangen. Als ein weiterer Anschlag auf ihr Leben verübt wird, weiß sie, dass sie verraten wurde und niemandem mehr vertrauen kann. 
In ihrer Verzweiflung sieht sie keinen anderen Ausweg, als nach San Francisco zurückzukehren und sich an Detective Jay Hunter zu wenden. Auch wenn er die verängstigte Frau, die aus heiterem Himmel bei ihm auftaucht und ihn um Schutz und Hilfe bittet, noch nie zuvor gesehen hat, erklärt Jay sich sofort bereit, ihr zu helfen – denn er hat selbst noch eine Rechnung mit Leone offen. Doch dann stellt sich heraus, dass hinter den Mordanschlägen weit mehr steckt, als bisher vermutet. Und schon bald muss Jay nicht nur Jocelyn, sondern auch alle Menschen schützen, die ihnen nahestehen… (Bild- & Textquelle: Egmont Lyx)



Meine Meinung

Es ist ein richtiges Phänomenen: jedes Buch von Michelle Raven kann mich absolut überzeugen und begeistern. Wie verrückt habe ich mich auf den letzten Bruder Jay gefreut, welcher bisher nur winzige Auftritte hatte. Tja, was soll ich sagen? Das Phänomen hat wieder voll zugeschlagen! <3

Der Prolog beschreibt eine einleitende Situation. Jocelyn hat gerade Arbeitsschluss und steigt in den Fahrstuhl nach unten. Dort befinden sich schon zwei Personen, die mit ihm großen Bürogebäude arbeiten. Plötzlich steigt ein sehr merkwürdiger Typ ein, von dem Gefahr auszugehen scheint. Und dem ist auch so: Jocelyn wird Zeuge von zwei Morden und entrinnt dem Mann nur haarscharf. Jocelyns Angst und ihre Emotionen sind so realistisch und absolut überzeugend, dass man nicht an ihr zweifeln kann. Auch die Spannung ist durch diese Einleitung von Anfang an greifbar – Michelle Raven weiß, wie man gut ein Buch beginnt. Denn der erste Eindruck zählt.
Anschließend erlebt man einen Zeitsprung und begleitet Jay auf einer Verfolgungsjagd mit seinem Partner Dave. Sie sind mal wieder hinter dem Mafiaboss Leone her, der ihnen schon so manchen Ärger einbrachte und wollen ihn diesmal hinter Gittern wissen. Sie haben eine richtig heiße Spur, jedoch ist Leone ihnen einen Schritt voraus, blamiert und demütigt sie. Auch Blut fließt und Jay schwört sich, ihn dafür büßen zu lassen, da er diesen Ausgang sehr persönlich nimmt.
Dem folgt wieder ein Zeitsprung und man ist in der Gegenwart angelangt. Jocelyn ist nun im Zeugenschutzprogramm und musste ihr komplettes Leben umkrempeln. Ihr Medizinstudium musste pausieren, ihren Bruder darf sie nicht mehr sehen und auch sonst war ihr Leben zerstört, genauso wie ihr Aussehen und ihre Persönlichkeit, die sie versteckte. Sie ist nun Aerobiclehrerin und man spürt, was für seelische Schäden sie davon getragen hat. Sie ist klaustrophobisch geworden und der ständigen Angst entdeckt zu werden ausgesetzt.

Schließlich kommt die Handlung ins Rollen und Jocelyn wird wieder aufgespürt. Sie ist wieder auf der Flucht, jeder der ihr hilft wird mit dem eigenen Tod konfrontiert. Trotz der ganzen Angst steht sie es irgendwie durch, ohne richtig zusammenzubrechen. Sie möchte Leben und ihr altes Leben zurück und dieser Gedanke hält sie aufrecht. Michelle Raven hat es geschafft, Jocelyn so echt wirken zu lassen, dass es einen schon fast erschreckt. 
Nachdem sogar ihre einzige Hilfe aus dem Zeugenschutzprogramm in Beschuss geraten ist, bleibt ihr nichts anderes übrig als einen letzten Versuch zu wagen: nach San Francisco zurückzulehren und Detective Jay Hunter, von dem sie von einer Freundin erfahren hat, zu suchen. 
Jay hingegen lernt man in Kapitel kennen, welche immer wieder Jocelyns Sequenzen unterbrechen – er ist ein absoluter Frauenheld und hat sozusagen jede in seinem Bett. Er möchte sich nicht binden, auch wenn er neidisch auf seine Geschwister ist, die entweder glücklich verheiratet sind oder Kinder haben. Jedoch kam einfach noch nicht die Richtige für ihn.
Doch das ändert sich bald als Jocelyn in seinem Büro steht und eine bühnenreife Vorstellung bietet, was ich richtig gut fand. Nachdem sie sich Jay erklären konnte und anvertraut beschließt er sofort, ihr zu helfen und dabei geht er so verdammt gefühlvoll mit ihr um, dass man fast neidisch auf sie werden könnte. Es berührte mein Herz, wie rührend er zu ihr war und wie viele Emotionen dahinter steckten.

Dann sind beide plötzlich gemeinsam auf der Flucht, da auch Jay keinen sicheren Unterschlupf bieten kann. Auch Jay gerät ins Visier der Drahtzieher, da er Jocelyn hilft und soll ebenfalls aus dem Verkehr gezogen werden. 
Der ständigen Angst ausgesetzt, getötet zu werden, suchen sie bei vielen verschiedenen Menschen Schutz. Dabei kommt natürlich – wie sollte es auch anders sein – die Familie Hunter ins Spiel, wobei es diesmal vor allen Jays Eltern sind. Diese Zusammenkunft der Familie Hunter ist für mich meistens das Beste an den Büchern. Toll war auch, dass sich meine Vermutung über Clint bestätigt hat und er Nachwuchs bekommen hat. Ich hätte Luftsprünge machen können ;)
In wenigen Momenten der waghalsigen Flucht bekommt man auch Einblicke in die Sicht der Feinde. Und schnell wird klar: hinter Leone steckt eigentlich etwas anderes. Meine innere Anspannung wuchs, ich wollte es am liebsten sofort wissen. Aber die Lösung war über so viele ecken verzweigt, dass man einfach nicht drauf kommen kann durch logisches Denken – es könnte jeder sein.
Derjenige jagte Jay und Jocelyn wirklich durch das ganze Land, wobei sie sich auch näher kamen, sowohl körperlich, als auch gefühlsmäßig. Nicht nur dadurch bekam Jocelyn nach und nach ihre eigene Identität zurück. Eines der vielen kleinen schönen Dinge dieses Werkes.

Jedoch gibt es genauso viele hässliche Seiten, wobei die schwerwiegendste wohl der Verrat ist, der an Jay begangen wird. Personen, denen er bedingungslos vertraut, fallen ihm in den Rücken. Ich hatte es irgendwann bereits vermutet, mir kam das alles ein bisschen spanisch vor, aber der Verrat und vor allem der Grund dazu war nicht aus der Luft gegriffen und gut überlegt.
Das eigentliche Finale des Buches umfasst die gesamten letzten 100 Seiten – es ist Spannung pur, der Höhepunkt. Ich konnte meine Augen nicht abwenden, las wie eine Kaputte und wollte einfach nur, dass alles irgendwie gut wird. Es war grandios, anders kann man es nicht sagen. Wenn ich mich mit Worten ausdrücken könnte, würde ich es tun, aber das kann ich einfach nicht. Mir fehlen immer noch sämtliche Begriffe dafür. Traumhaft, einfach Sahne!



Fazit

Das Phänomenen der Raven-Bücher hat wieder zugeschlagen: ich bin absolut geplättet, überwältigt und wortlos. Alles hat gestimmt, alles hat gepasst. Perfekter Mix aus Thrill und Romance, total authentische Charaktere, eine überzeugende Liebesbeziehung, welche mein Herz mehr als einmal berührte. Ein grandioses Finale – was will man mehr? Genau, mehr von diesen Büchern!


Trügerisches Spiel bekommt:

5/5 Herzen




Band 4: Trügerisches Spiel

1 Kommentar[e]:

  1. *Seufz* Ich muss dringend mal wieder Michelle Raven lesen <3

    LG Kersi

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