Mittwoch, 14. November 2012

[Rezension] Während ich schlief von Anna Sheehan

Mittwoch, 14. November 2012



Autor: Anna Sheehan


Originaltitel: A long, long sleep
Umfang: 352 Seiten
Preis: 12,00 €uro
ISBN: 978-3-4424-7565-0
Leseprobe


Klappentext

Rose Fitzroys Welt scheint perfekt: Als einzige Tochter steinreicher Eltern genießt sie alle Privilegien und ist zudem noch frisch verliebt. Doch dann versetzen ihre Eltern sie in einen künstlichen Schlaf – und niemand weckt sie auf. 
Bis ein fremder Junge sie 62 Jahre später zurück ins Leben holt. Rose muss feststellen, dass nichts in ihrer Welt mehr so ist, wie es war: Ihre Eltern sind verschwunden, ihr Liebster unauffindbar, und an ihre Fersen heftet sich ein seltsames Wesen, das ihr offensichtlich Böses will... (Bild- & Textquellen: Goldmann Verlag)


Meine Meinung

Dieses Buch wollte schon länger mal gelesen werden. Meine Freundin hat es mir wärmstens empfohlen und da dachte ich mir, warum nicht? Auf der Wunschliste stand es eh schon ewig. Ich war gespannt – und war am Ende bitter enttäuscht, denn das hatte ich nicht erwartet!

Das Buch beginnt damit, dass Rose urplötzlich aus einem künstlichen Schlaf namens Stasi erwacht. Dabei weiß weder der Leser noch sie selbst, was passiert ist. Fakt ist, sie erschreckt tierisch als ihr ein wildfremder junger Mann gegenübersteht. Nach einem kurzen Gespräch erfährt sie, dass sie 62 Jahre im künstlichen Schlaf lag und sich ihre Welt komplett geändert hat. Mir stellte sich hierbei zuerst die Frage: Warum hat sie solange geschlafen? Es wirkt wie ein riesiges Rätsel, welches darauf wartet gelöst zu werden und man entwickelte Interesse an der Vergangenheit und der neuen Welt, mit der man konfrontiert wird.
Das Ganze wird aus Rose sicht beschrieben, man erfährt so auf der Stelle ihre Gefühle und Gedanken, was nicht der einzige Grund ist, wieso sie einem glaubwürdig erscheint. Sie verhält sich zunächst schüchtern, zurückhaltend und muss körperlich noch einige Erschöpfungen hinnehmen. Außerdem verwirrt sie die ganze Situation, jedoch reagiert sie nicht über oder wirkt überfordert, was ihre Stärke beweist, die sie jedoch nur ganz am Anfang besitzt.
Auf mich wirkten die ganzen neuen Informationen und Ausdrücke verwirrend. Man weiß nicht so genau, wem der ganzen Personen man trauen kann und wer wirklich nur das Beste für Rose will. Außerdem werken merkwürdige Szenen mit dem Widersachen dargestellt, die Fragezeichen in meinem Kopf erscheinen ließen. Das hieß: Weiterlesen!

Um zurück auf Roses anfängliche Stärke zu kommen, die verflog schon nach wenigen Seiten. Sie ist verwirrt, verängstigt und traurig. Es ist schwer für sie, sich in der neuen Welt ganz allein zurechtzufinden. Sie kommt zu Pflegeeltern, denn alle, die sie je kannte sind tot – ihre Familie und auch ihr Freund.
Auch die Welt, in der sich Rose vor ihrem tiefen Schlaf befand, hat sich komplett gewandelt. Durch Kriege und Krisen ist sie das, was sie nun geworden ist. Diese Art von Zukunft wurde gut und interessant dargestellt, wenn auch ein wenig weit hergeholt. Aber das ist künstlerische Freiheit. Man merkt nämlich auch die fantastischen Einflüsse, da es übernatürliche Wesen oder „Aliens“ gibt und das Weltall ist dicht verwoben mit der Hauptthematik. Das erinnerte mich ein wenig an „Futurama“, falls das jemanden was sagt.
Anzukreiden wäre, dass das gesamte Buch über kaum Spannung herrscht. Am Anfang macht das wirklich nichts. Es ist interessant mit Informationen gefüttert zu werden und zu sehen, wie Rose sich in ihrem neuen Leben schlägt. Schon bald wird es jedoch super langweilig – die Action fehlt an jeder Ecke. Kleine Chatgespräche mit einem neuen Freund bringen ein wenig Abwechslung rein, auch wenn der Sinn sich mir nicht immer sofort erschloss.

Im Übrigen gibt es im Buch auch irgendwie eine Dreiecks-Beziehung. Denn Rose vermisst und liebt ihren Freund Xavier, mit dem sie vor der Stasi zusammen war und an den sie so viele Erinnerungen hat, die sie mit dem Leser teilt. Sie waren zuerst wie Bruder und Schwester, später die besten Freunde und schließlich ein Paar. Mit seinem Verlust hat sie wirklich zu kämpfen, da hilft es nicht, dass ihr Schulkamerad namens Bran ihm verdammt ähnlich sieht und in ihr ebenfalls wieder Gefühle weckt, obwohl sie doch Xavier liebt. Hach, wie durcheinander. Allerdings will Bran sie nicht und so artet das Ganze in einer endlosen Traurigkeit aus, denn Xavier ist tot und Bran will sie nicht haben.
Generell sind alle anderen Figuren Rose gegenüber abgeneigt, bis auf Otto, dem gezüchteten Alien, mit dem sie über Chatgespräche Kontakt hält. Mir war es manchmal einfach zu traurig – und das hat mich im realen Leben runtergezogen. Nichts, was für mich positiv ist. Manche Bücher berühren mich, hier verschlechterte es nur meine Laune. Spätestens hier habe ich gemerkt, wie anders ich mir doch das Buch eigentlich vorgestellt hatte und wie hoch die Erwartungen gewesen waren, die einfach nicht erfüllt wurden. Ergo? Ich war bitter enttäuscht.
Gegen Ende gibt es Enthüllungen, die einen vom Hocker hauen und alles ändern, was vorher geschah, was meine Laune ein wenig hob. Jedoch ist dieses Ende einfach nur schrecklich. Ich hätte schreien können vor Wut. Es passt zwar zur Geschichte, aber für mich war es zu weit hergeholt und absolut doof.


Fazit

Ein Buch, an das ich zu hohe Ansprüche hatte und bitter enttäuscht wurde. An sich ist die Welt, in der Rose nach langer Zeit erwacht sehr interessant und unterhält zunächst. Jedoch wird es schnell langweilig, die Traurigkeit von Rose zieht einen förmlich mit runter, auch da sie selten Glücksmomente erlebt. Das Ende hat mich tierisch wütend gemacht und war für mich absolut unpassend. Fortsetzung? Nein, ich lehne dankend ab! Es war für mich schon eine kleine Zeitverschwendung, es zu lesen.


Während ich schlief bekommt:
2/5 Herzen

3 Kommentar[e]:

  1. Och schade,
    ich wollte das Buch eventuell auch,
    ABER wenn es dir nicht gefiel streiche ich es.
    Mein Leben is zu kurz für schlechte Bücher^^

    LG Kersi :)

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  2. Hui ... schön geschriebene Rezi, nur kann ich dir leider nicht zustimmen. Ich fand das Buch wirklich toll und hab am Ende sogar ein paar Tränchen vergossen ....
    Aber da sieht man wieder wie unterschiedlich die Geschmäcker sein können.
    LG

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  3. Hmm, also irgendwie macht mich deine Rezension jetzt noch mal ein Stück neugieriger - schließlich habe ich bisher nur Gutes gehört, da fällt deine Meinung so völlig aus dem Rahmen! ;)
    Traurige Bücher mag ich allerdings nur selten...Ist ja nicht schön, wenn man deswegen die ganze Zeit deprimiert ist! Ich werde einfach mal schauen, vielleicht kann ich's mir irgendwann mal irgendwo ertauschen.

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