Freitag, 19. Oktober 2012

[Rezension] Wie viel Leben passt in eine Tüte? von Donna Freitas

Freitag, 19. Oktober 2012



Originaltitel: The Survival Kit
Umfang: 397 Seiten
Preis: 18,95 €uro
ISBN: 978-3-522-303-125


Klappentext

Rose ist erst 16, als ihre Mutter an Krebs stirbt. Danach ist nichts mehr so, wie es vorher war. Ihr Bruder studiert in einer anderen Stadt, ihr Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol, und Rose zieht sich immer mehr zurück, hört bei den Cheerleadern auf, geht nicht mehr mit Freundinnen aus. Musik, früher aus ihrem Leben nicht wegzudenken, wird für sie mit einem Mal unerträglich, und die sonst so vertraute Nähe zu ihrem Freund Chris schnürt ihr plötzlich die Luft ab. 
Doch dann beschließt sie, nach und nach die Botschaft zu entschlüsseln, die ihre Mutter ihr mit dem Survival Kit hinterlassen hat. Beim Pflanzen der Pfingstrosen lernt sie Will kennen. Er hat vor einigen Jahren seinen Vater verloren und scheint als Einziger nachvollziehen zu können, wie Rose sich fühlt. Mit seiner Hilfe findet Rose heraus, was ihr wirklich wichtig ist im Leben. Und sie merkt, wie stark sie sein kann, selbst als ihre Welt erneut droht, in tausend Scherben zu zerbrechen. (Text- & Bildquelle: Gabriel Verlag)


Meine Meinung

Zu diesem Buch hatte ich schon sehr schöne und positive Rezensionen gelesen und hatte dadurch große Lust es selbst zu verschlingen. Als das Buch schließlich auf BloggdeinBuch.de angeboten wurde, versuche ich mein Glück und bekam es zur Verfügung gestellt. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut! Nun war ich gespannt auf ein Werk voller Emotionen – die ich auch bekam!

Was mir von Beginn an auffiel war, dass die Titel der Kapitel Lieder sind. Das hat mir sehr gefallen, vor allem da diese durch Roses Survival-Kit eine noch besonderere Bedeutung bekommen und noch perfekter zur Storyline passen. Die Lieder selbst habe ich während des Lesens gehört und sie passten immer perfekt dazu, denn durch sie wurde das Geschriebene noch mehr unterstrichen.
Die Geschichte selbst beginnt damit, dass Rose nach der Beerdigung ihrer Mutter in deren Schrank ein Überlebenspaket für sich findet, welche eine Spezialität ihrer Mutter waren. Diese „Survival-Kits“ sollen Menschen bei einem größeren Verlust oder negativen Ereignissen helfen, damit klarzukommen und weiterzuleben. So hat Roses Mutter das für sie auch gedacht, jedoch schaffte Rose es nicht, es sofort zu öffnen, da die Wunde des Verlustes noch viel zu frisch war.
Daran schloss sich erst einmal ein Zeitsprung an, der einen in die nächsten Monate überführt. Dieser wurde ordentlich gekennzeichnet und ein neuer Teil begann. Ich fand diese Art von Zeitsprüngen gut platziert und sinnvoll, denn nach einziger Zeit entwickelte sich Rose auch weiter und die Handlung wurde vorangetrieben. Deshalb liegt das Augenmerk auch auf der Handlung und nicht auf unwichtigen Kleinigkeiten, was ich gut gelöst und praktisch fand.
Jedoch gab es auch Zeitsprünge, die mitten im Text passierten, ohne große Vorwarnung. Diese können verwirren – das haben sie mich auch teilweise – weswegen die andere, offensichtlichere Lösung eine bessere war.

Man begleitet Rose, wie sie versucht, nach dem Tod ihrer Mutter normal weiterzuleben. Jedoch hat sie dieses Ereignis stark verändert, was völlig normal ist. Sie zieht sich immens zurück aus ihrem alten Leben, vor ihren Freundinnen und auch vor ihrem festen Freund Chris. Vor dem Tod ihrer Mutter war sie beliebt, war sogar eine der Cheerleaderinnen, doch das gab sie alles auf und stürzte sich auf ihre Trauer.
Auch für den Rest der Familie ist es nicht leicht. Ihr Bruder Jim studiert und von seiner Situation bekommt man nur bedingt mit. Jedoch stürzte Roses Vater, mit dem sie nun allein im Haus wohnt, total ab. Den Tod seiner geliebten Frau versucht er in Alkohol zu ertränken, was es jedoch für Rose nicht leichter macht, da sie sich auch noch um ihren Vater sorgen muss.
Dieses Verhalten der Figuren wirkt sehr real und gut nachvollziehbar. Auch Chris, der mit der „neuen“ Rose irgendwann nicht mehr klar kommt und seine daraus folgenden Entscheidungen konnte man nachvollziehen, auch wenn es Rose gegenüber etwas unfair erscheint.

Die Dinge aus ihrem Survival-Kit führen Rose unweigerlich zu Will, dem eingestellten Gärtner, welcher sich um den Garten ihrer Mutter kümmert und in Roses Alter ist. Will ist ein ebenso zurückgezogener und schüchterner junger Mann, dessen Vater ebenfalls vor einigen Jahren an Krebs starb. Will ist anfangs sehr wortkarg Rose gegenüber, jedoch geht sie immer wieder auf ihn zu, sodass auch er immer mehr auftaut. Er führt sie zurück ins Leben, zunächst als guter Freund, doch dann auch als fester Freund mit einer zart entwickelten Liebe, welche jedoch kein Stück Kitsch enthält, sondern wie aus dem Leben gegriffen wirkt.
Doch half nicht nur Will dabei, Rose zurück ins Leben zu führen, sondern auch ihre beste Freundin Krupa. Diese ist eine der herzlichsten Personen, die mir je in einem Buch untergekommen sind. So eine beste Freundin, die in jeder Situation für einen da ist und zu einem steht, kann man sich nur wünschen! Sie punktet glasklar bei mir.
Aber auch die Cheerleader, mit denen Rose mal befreundet war, nähern sich ihr wieder an. Denn diese wussten, wie schwierig es für sie sein kann und ließen ihr Zeit, damit klar zu kommen. 

Doch Will ist einer der Personen, der mich am meisten begeistern konnte. Er ist so ein super netter Kerl, bei dem einen nur das Herz aufgehen kann. Mit kleinen Schritten gehen die beiden aufeinander zu und entdecken ihre Gefühle. Außerdem gefällt es mir, wie vielseitig Will doch ist und wie er mit den verschiedensten Situationen umgeht. Ich fand es sehr niedlich, wie die beiden sich gegenseitig durchs Leben führen.
Nachdem sie glücklich waren, kam dann noch einmal ein großer Umschwung, der alles änderte. All das neue Leben, was Rose sich mühsam seit dem Tod ihrer Mutter aufgebaut hat, wurde nichtig und sie fiel zurück in ihrer Entwicklung.
Hier wäre zu erwähnen, dass man nicht unbedingt sagen kann, dass das Buch spannend ist. Aber mich hat es gefesselt durch die emotionale Lage und den Charakteren. Für mich war es spannend – jedenfalls auf seine eigene, besondere Weise.
Ich jedenfalls fühlte in jeder Lebenssituation mit Rose mit. Ich freute mich, ich ärgerte mich, ich litt an einigen Stellen richtig mit ihr mit und bekam Tränen in den Augen, weil mich das Buch so sehr berührte und genau so sollte das sein! 
Als dann schlussendlich noch ein schönes Ende gefunden wurde, war ich Hin und Weg! Schöner hätte man es fast nicht machen können.


Fazit

Für mich ein Buch, welches einer Achterbahn der Gefühle gleicht. Man fühlt mit der Hauptperson mit und behandelt das schwierige Thema, einen geliebten Menschen verloren zu haben. Der Umfang mit der Trauer und das Zurückfinden ins Leben, das sind sehr wichtige Aspekte der Geschichte. Man lernt dabei auch, dass man niemals allein sein wird, da man immer auf Freunde zählen kann und Zusammenhalt macht stark. Eine herzzerreißende Geschichte, nicht nur wegen dem niedlichen Liebespaar!


Wie viel Leben passt in eine Tüte? bekommt:
5/5 Herzen



Herzlichen Dank an BloggdeinBuch.de & den Gabriel Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

3 Kommentar[e]:

  1. Och Mensch, das will ich auch noch sooo gerne haben ..
    Aber da gibts ja immer viele von, von den "Muss-Ich-Haben-Büchern" :D

    Tolle Rezi!
    LG
    Jana

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  2. Tolle Rezension!
    Und du hast einen wirklich schönen Blog bin direkt Leserin geworden :)

    Liebe Grüße Nina

    http://ninasbuecher.blogspot.de/

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  3. Wunderschöne Rezi!!
    Ich hab das Buch auch von Blogg dein Buch bekommen und hab es auch total geliebt *.*
    Krupa fand ich auch total toll :D So eine beste Freundin hatte ich bis jetzt nur bei "Daughter of Smoke and Bone" erlebt (Auch ein klasse Buch ;))

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