Montag, 15. Oktober 2012

[Rezension] White Horse von Alex Adams

Montag, 15. Oktober 2012



Autor: Alex Adams
Titel: White Horse
Reihe: White Horse Trilogie #1
Verlag: Piper Verlag
Umfang: 444 Seiten
Preis: 16,99 €uro
ISBN: 978-3-4927-0252-2


Klappentext

Die junge Zoe entdeckt in ihrer Wohnung ein merkwürdiges Glasgefäß, dessen Herkunft sie sich nicht erklären kann. Es enthält ein furchtbares Geheimnis. Denn als Zoe den Behälter öffnet, breitet sich eine geheimnisvolle Seuche aus, »White Horse«. Unzählige Menschen sterben, das Ende aller Zeiten scheint gekommen. Zoe verliert nicht nur ihre Familie, sondern auch ihren geliebten Nick, der verschwunden ist. Und sie stellt fest, dass sie von ihm schwanger ist. 
Auf sich allein gestellt, zählen für Zoe bald nur noch zwei Dinge – wird sie Nick wiederfinden, um das Geheimnis von »White Horse« zu lüften? Und wie kann sie ihr ungeborenes Kind in einer Welt beschützen, die dem Tod geweiht ist? (Text- & Bildquellen: Piper Verlag)


Meine Meinung

Von diesem Buch hatte ich einiges erwartet – vor allem einen guten Endzeitroman. Ich war sehr gespannt, inwiefern dies umgesetzt wird, denn der einzige andere Endzeitroman, den ich bis dato gelesen hatte, war „Ashes“ von Ilsa J. Bick. Als ich dann bei der Leserunde auf Lovelybooks.de das Buch glücklicherweise gewann, hatte ich mir sehr gefreut! Die Leserunde hat mir viel Spaß gemacht und mich mit Erfahrungen bereichert.

Auffallend von Beginn an ist, dass die Erzählungen sich aufgliedern lassen in Damals und Heute. Die Zeit von damals zeigt Zoes Leben vor der Seuche und erklärt, wie diese ausgebrochen ist und auch, wie sie Nick kennenlernt. Es ist ihr Leben, bevor wirklich alles den Bach runter ging. Hingegen zeigen die Szenen aus Heute ihre Reise und Suche nach ihrem geliebten Nick und welche Gefahren sie dabei überstehen muss.
Durch diese Wechsel in der Handlung bleibt diese immer recht spannend. Man ist sehr neugierig, wie es zu dem Untergang der Welt kam, aber auch, wie sich Zoe auf ihrer Reise durchschlägt. 
Gleichzeitig wird man mit vielen Fragen konfrontiert: Was hat es mit dem Gefäß auf sich, das so urplötzlich in Zoes Wohnung steht? Warum genau denkt sie, dass sie Nick in Griechenland finden wird? Was sind die Hintergründe der Geschichte? Wie hängt alles zusammen? Fragen über Fragen, und lange Zeit keine Antworten in Sicht.
Zunächst war ich auch etwas überfordert, denn die Wechsel zwischen Damals und Heute sind sehr häufig und so musste ich mich erst in beide Stränge einfinden. Aber als das geschehen war, konnte ich mich kaum davon losreißen und fand es gut, dass so geschickt die Vorgeschichte erklärt wird. 

Die Grundthematik der Story ist einfach: Die Menschheit stirbt aus. Die wenigen, die noch nicht an der Seuche erkrankt sind oder von ihr verändert wurden, nutzen alles aus, was sie finden. Wobei hier jedoch nicht immer die Würde und die Menschlichkeit im Vordergrund steht, denn so schrecken auch Familienmitglieder nicht vor Schandtaten zurück.
Zoe versucht also, in dieser grausamen Welt irgendwie zu überleben – gar nicht so leicht, wenn man dabei auch noch schwanger ist. Doch aus unerklärlichen Gründen hat sie die Seuche, die „White Horse“ genannt wird, überlebt. Die Hintergründe mit dem wahren Kern, woher die Seuche kommt, ist so real, dass man schon fast Angst bekommen könnte, genau so eine Situation könnte bei uns auch eintreten. Denn wer weiß schon, was in abgeschlossenen Laboren alles vorgeht? 
Auch hatte Zoe vor der ganzen Seuchengeschichte ein recht hartes Leben geführt. So war sie einmal verheiratet, hat den Mann ihrer Träume unglücklicherweise aber an den Tod verloren. In der Gegenwart sieht es nun auch nicht mehr besser aus – hat sie schon wieder einen Mann verloren, der ihr die Liebe geschenkt hat? 
Denn Nick zu finden erweist sich als eine schwierige Aufgabe. Er wird einem als netter und charmanter Mann vorgestellt, jedoch wirkt er etwas oberflächlich. So kommt er nur in wenigen Szenen vor, denkt irgendwie kurzzeitig mal nur an sich und am Ende… also nein! Dazu sage ich mal überhaupt nichts!

An einigen Stellen war mir das Buch zu krass. Manche Personen werden echt krank im Kopf dargestellt, keine mutierten Monster, sondern psychisch kranke Menschen. Das Buch war dadurch einfach nur düster, schockierend und schrecklich. Für mich zu schockierend und zwischendurch wollte ich einmal einfach nur abbrechen. Jedoch konnte ich mich zum Weiterlesen durchringen. 
Die Menschheit ist unweigerlich am Ausbruch der Seuche beteiligt, daran besteht kein Zweifel. ABER – und jetzt kommt das aber – man wird einfach nur die ganze Zeit verwirrt! Klar werden Fragen mit der Zeit auch langsam mal beantwortet, aber durch diese Antworten einfach nur mehr verwirrt. Was war denn nun WIRKLICH mit diesem blöden Gefäß? Ich fand diese ganzen Informationen sehr unbefriedigend, was meinen Lesespaß mächtig dämmte.
Außerdem machte mich das Buch manchmal einfach nur traurig. Während Zoes Reise und auch in der Vergangenheit sterben unendlich viele Menschen – irgendwann zieht einen das auch selbst runter! Mir persönlich war das einfach zu viel, ein Buch, das mich so traurig macht, möchte ich dann doch nicht! Gegen Emotionen habe ich nichts einzuwenden, aber das war too much.
Am Ende gab es dann erschreckende Wahrheiten, wobei ich auch hier zweifelte und mich fragte, wie das denn möglich sei? Das Ende selbst – Hm, das war, mehr oder weniger, ein Happy-End, was auf mich zwar auch irgendwie irreal wirkt…. aber der ganze Rest? Die Welt geht immer noch unter, hallo?! Ich bin so was von unzufrieden, denn man weiß gar nicht, ob die Welt denn nun gerettet werden kann, oder nicht. Die Umstände haben sich nicht gebessert! 


Fazit

Insgesamt war es ein Buch, was mit einer einzigartigen Idee, die jedoch erschreckend nah an die Wirklichkeit kommt, überzeugen kann. Man begleitet eine willensstarke, schwangere Frau auf ihrer abenteuerlichen Suche nach ihrem Geliebten durch die Welt, wobei man mit so vielen erschreckenden und extrem verstörenden Geschehnissen konfrontiert wird, dass man Albträume bekommen kann. Für manche sicherlich eine Spur zu viel. Viel zu viele unbeantwortete Fragen und Verwirrungen dämpften außerdem den Lesespaß und das zu offene Ende lässt einen unwissend zurück. Jedoch möchte ich wirklich wissen, was aus der Welt weiter wird und bin schon auf die nächste Geschichte der Trilogie gespannt, wobei es sich nicht um Zoe drehen wird.


White Horse bekommt:
3,5/5 Herzen



White Horse-Trilogie

Band 1: White Horse
Band 2: Red Horse (???)
Band 3: ???

2 Kommentar[e]:

  1. Ich bin schon sehr gespannt darauf, das lese ich als nächstes und die Meinungen fallen ja sehr gemischt aus.
    Nach den ganzen Jugenddystopien freue ich mich aber schon auf was "Härteres" :-)

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  2. Also dass am Ende noch nicht erklärt wird, wie die Erde nun gerettet werden kann, fand ich ganz passend im Anbetracht dessen, dass ja noch 1-2 Bände folgen sollen ;) Kann deine Frustration aber schon verstehen - manche mögen die Geheimniskrämerei und Gewalt, andere eben nicht.
    Wobei auch mich die vielen Tode gestört haben - jeder, den Zoe kennen lernt, stirbt irgendwann. Das war mir dann doch irgendwie zu viel :D
    Eine schöne Rezension!

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