Montag, 17. September 2012

[Rezension] Wolfskuss von Lori Handeland

Montag, 17. September 2012



Titel: Wolfskuss
Originaltitel: Blue Moon
Reihe: Geschöpfe der Nacht #1
Umfang: 365 Seiten
Preis: 9,95 €uro
ISBN: 978-3-8025-8153-3


Klappentext

Die Polizistin Jessie McQuade liebt ihren Beruf, auch wenn es in dem Städtchen Miniwa nicht gerade aufregend zugeht. Und auch Jessies Privatleben könnte eine Auffrischung gebrauchen, denn die Männer in den Wäldern von Wisconsin spielen für sie bestenfalls als Kumpel eine Rolle. 
Da wird die junge Frau eines Nachts zu einer Unfallstelle gerufen. Die Lehrerin Karen Larson hat einen Wolf angefahren und wurde von ihm gebissen. Kurz entschlossen begibt sich Jessie auf die Fährte des verletzten Tiers, das tollwütig sein könnte und erschossen werden muss. Mitten im Wald trifft sie auf einen äußerst gut aussehenden Ojibwa-Indianer. Als sie ihn um Hilfe bei der Suche bittet, lehnt er ab – obwohl die Blutspur genau an der Stelle endet, wo er gestanden hat. Wer ist der geheimnisvolle Mann, der sich als Tierschützer ausgibt? 
Wenig später überschlagen sich die Ereignisse. Bei einem Amoklauf an ihrer Schule tötet Karen Larson den Rektor mit einem Biss in die Kehle und wird selbst von einem Polizisten erschossen. Jessie findet heraus, dass es keine Tollwut gewesen sein kann, die Karen in eine irre Killerin verwandelt hat. Was aber dann? Und was hat es mit dem rätselhaften Wolfstotem auf sich, das sie am Unfallort gefunden hat? Rat suchend wendet sich Jessie an die Universität von Miniwa und begegnet dort ausgerechnet jenem Indianer wieder, den sie im Wald getroffen und der ungeahnte Gefühle in ihr geweckt hat… (Text- & Bildquellen: Egmont Lyx)


Meine Meinung

Mittlerweile habe ich das Buch zigmal gelesen, und immer wieder fand ich es absolut toll. Schon allein, dass die Werwölfe in dieser Reihe die Bösen sind ist etwas, was man dann doch nicht so oft in Büchern findet. Außerdem ist der schwarze Humor von Lori Handeland einfach der Oberhammer und so macht es immer wieder Spaß ihre Bücher zu lesen.

Das Buch ist aus der Sicht von Jessie geschrieben und man steigt sofort voll ein. Man ist ihr so das ganze Buch über nah, vor allem durch ihre offene und sarkastisch angehauchte Art.
Mit der ersten Seite wird man auch sofort in die Handlung geworfen und Spannung wird aufgebaut. Jessie wird an einen mysteriösen Unfallort gerufen, wo sie eine Frau findet, die wahrscheinlich ein Tier angefahren hat. Die Frau ist einfach nur verwirrt und das Tier verschwunden. Neben dem kaputten Auto findet Jessie ein mystisches Wolfstotem, was sie nicht ganz zuordnen kann und beschließt, es mitzunehmen. 
All das ist schon mal sehr geheimnisvoll, und als Jessie dann auch noch mitten in der Nacht einen nackten Mann trifft ist das Chaos perfekt. Will, ein Ojibwa-Indianer setzt dem ganzen mit der Geheimniskrämerei noch das Krönchen auf und Jessie steht vor unzähligen Fragen, die bis dato ohne Lösung scheinen. 
Auch die weitere Zeit tappt Jessie meistens im Dunkeln, was die Spannung oben hält und man nie weiß, was Wirklichkeit und was nur Schein ist. In winzigen Bruchstücken erfährt man dann immer weiter die Wahrheit, was nicht nur Jessie auf Trab hält.
Was jedoch sehr auffallend war, Jessie ist von Anfang an sehr hingezogen zu Will, vor allem das Körperliche überwiegt. Viele mag das sicherlich stören, aber mich stört es zum Beispiel in diesem Zusammenhang kaum. Jedoch ist dies Geschmackssache und kann bei anderen als großer Kritikpunkt gesehen werden.

Die Ereignisse geschehen Schlag auf Schlag, man bekommt wenige Verschnaufpausen und die Spannung und Lösung des Falles bleiben immer präsent. Jessie verfolgt den Fall natürlich weiter, was ziemlich interessant ist, da man auch mal Einblicke in den Dienst der amerikanischen Polizei bekommt. 
Und, wie es der Zufall so will, trifft sie auch wieder auf Will, dessen Hilfe sie braucht. Das Wolfstotem ist nämlich nicht ganz unwichtig für die ganze Sache und er kennt sich als Professor besonders gut mit solchen Dingen aus.
Als ich weiter oben schrieb, dass mich Jessies körperliche Anziehung auch als Kritikpunkt sehen konnte, war das gar nicht so falsch. Denn, je weiter man liest, desto schlimmer wird es. Irgendwann empfand ich ihre teilweise sexbesessene Art einfach too much, nervig und anstrengend. Ansonsten ist Jessie allerdings eine sympathische, starke Powerfrau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Außerdem hat sie einen sehr weichen Kern, denn wenn sie Angst vor etwas hat, teilt sie aus – und dieser Selbstschutz kommt häufig vor.
Schon bald bemerkt Jessie, dass irgendetwas Übernatürliches vor sich geht, was sie sich nicht erklären kann. Und da kommen die Jäger-Sucher ins Spiel, die sich mit dutzenden übernatürlichen Monstern rumschlagen. Sie schicken ihren Chef und Gründer Edward Madenauer höchstpersönlich, der sich Jessie gegenüber auch anfangs komisch benimmt. Aber dieser Stelle kann man noch gespannter sein, was weiter so passiert.

Als Jessie hinter die ganzen übernatürlichen Geheimnisse kommt, erfährt sie, dass es Werwölfe gibt. Die Hintergründe, wieso es diese Wesen gibt erzählt ihr Madenauer – und welch interessante Sachen bekam man da vorgesetzt! So entstanden diese durch Experimente der Nazis mit Menschen während des zweiten Weltkriegs. Viele haben überlebt und werden seitdem von den Jäger-Suchern gejagt. Die Wölfe sind also glasklar die Bösen, was ich sehr erfrischend fand.
Aber auch die indianischen Hintergründe werden geklärt, worauf diese Werwölfe eigentlich hinaus wollten. Hierbei spielt der blaue Mond, der eingangs erwähnt wird, eine große Rolle und so vermischen sich Indianerlegenden mit den bösen Geistern und den experimental entstandenen Werwölfen. 
Für mich waren all diese Ideen total toll und begeisterten mich von Anfang an. Die Autorin hat sich wirklich etwas Neues und einzigartiges einfallen lassen, was ich so ähnlich noch nie wieder erlebt habe.
Auf den letzten 50 Seiten wird dann das Finale eingeläutet. Die Handlung spitzt sich zu, nach und nach bekommt man zusammen mit Jessie schockierende Enthüllungen vor die Füße geworfen und das Puzzle wird komplett. Man erfährt, wer hinter dem Wolfsgottmythos steckt – und man nie vermutet hätte! Dieser Überraschungseffekt haut mich bei diesen Büchern jedes Mal wieder um und genau deswegen sind sie so lesenswert. Zum Abschluss bekam man dann ein geteiltes Happy-End – es ging dann alles ziemlich schnell.


Fazit

Alles in Allem ist das Buch ein richtiger Leckerbissen. Ein Kriminalfall wird von einer selbstbewussten Polizistin verfolgt, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Die indianischen Mythen werden sehr schön mit einbezogen und die Werwölfe spielen einmal die Rolle der Bösen, was sehr erfrischend ist. Außerdem ist die Entstehungsgeschichte dieser Wölfe einzigartig und unglaublich gut überlegt. Die Liebesgeschichte ist auch nicht zu verachten, einzig allein die körperliche Anziehung wäre eine Stufe niedriger besser gewesen. Eine Story, die vor Überraschungen nur so strotzt. Nichts ist wie es scheint – unglaublich!


Wolfskuss bekommt:
5/5 Herzen




Geschöpfe der Nacht

Band 1: Wolfskuss
Band 9: Wolfsfeuer
Band 10: Wolfsmagie
Band 11: Wolfsflüstern

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