Samstag, 29. September 2012

[Rezension] Feuer & Glas 01. Der Pakt von Brigitte Riebe

Samstag, 29. September 2012



Titel: Der Pakt
Reihe: Feuer & Glas #1
Verlag: Heyne Verlag
Umfang: 368 Seiten
Preis: 16,99 €uro
ISBN: 978-3-4532-6738-1


Klappentext

Für Milla scheint die Zeit stehenzubleiben, als sie an einem stillen Kanal zum ersten Mal den Gondoliere Luca begegnet. Wie ein Aristokrat gleitet er in seiner Gondel über das Wasser. Milla ist verzaubert und kann den jungen Mann nicht mehr vergessen. Als sie ihn kurze Zeit später wiedersieht, geschieht etwas Unfassbares: Luca umfließt ein blaues Licht. Magie oder eine Sinnestäuschung? Milla erfährt, dass Luca der Anführer der Wasserleute ist – und damit seit dem Bruch des Paktes zwischen Feuer- und Wassermenschen ihr Feind. 
Denn sie selbst ist die Tochter des Feuerkopfs Leandro, der vor fünf Jahren spurlos verschwand. Kurz danach fand Milla einen rätselhaften Brief von ihm. Verrät dieser, wo die gläserne Gondel versteckt ist, hinter der alle her sind? Auch Luca sucht nach der Gondel, um Venedig vor dem drohenden Überfall seiner Freunde zu retten. 
Als er Milla bittet, sie ihm auszuhändigen, ist sie hin und her gerissen: Ihre eigenen Gefühle für Luca sind stürmisch und tief, doch was will er wirklich von ihr? Als es zu einem schrecklichen Brand kommt, muss sich Milla entscheiden… (Text- & Bildquellen: Heyne Verlag)


Meine Meinung

Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste, deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich sah, dass die Betreiber des Blogs „His and her books“ eine Wanderbuchaktion dazu starteten. Da nahm ich natürlich teil und so kam ich dazu, dieses Buch zu lesen. Da ich erst vor zwei Wochen in Venedig war, kam mir das Buch gerade recht und die Erinnerungen daran waren so frisch, sodass ich fast bildlich im Geschehen dabei war. Nicht nur deshalb war ich gespannt wie ein Flitzebogen – und wurde weitestgehend zufriedengestellt.

Das Buch beginnt spannend, man wird sofort ins Geschehen geworfen und nimmt an einer Verfolgung teil. Man hat keine Ahnung, wer verfolgt wird und warum. Aber unterhaltsam ist es erstmal gewesen. Auch lässt diese Verfolgung sofort etwas Spannung aufkommen.
Nach der kleinen Einführung begleitet man Milla, die Hauptperson, das ganze Buch über bei ihrer Suche nach ihrem Vater und der gläsernen Gondel, die Venedig vor dem Untergang retten soll. Milla selbst hütet das Geheimnis vor ihrer Mutter und ihrer Tante Ysa. Wobei sie anfangs nicht weiß, worum es geht, da ihr Vater ihr einen sehr verschlüsselten Brief geschrieben hat und seitdem verschwunden ist.
Bei mir konnte vor allem dieses einzigartige Setting punkten, was ich atemberaubend fand. Venedig ist auch heute eine Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Dieses Feeling, was ich dort hatte, bekam ich auch im Buch wieder. Selten liest man von so einem einzigartigen Ort wie in diesem Buch – definitiv ein Pluspunkt!
Durch die Zusätze hinten im Buch, zum Beispiel dem Glossar oder den historischen Hintergründen, taucht man noch mehr in die Welt Venedigs ein und erfährt, wie die Stadt entstanden ist, was es dort für wichtige Sehenswürdigkeiten gibt und wofür diese damals standen. Diese Dinge waren ganz nötig, denn ohne diese Informationen wäre manches sicherlich schwerer verständlich gewesen.

Die Suche nach Millas Vater gestaltet sich als mysteriös und gleichzeitig sehr mystisch. Vor allem die Beziehungen der Wasser- & Feuerleute verstärken dies noch. Als Milla die Leute aus Konstantinopel kennenlernt, kommt der Konflikt erstmal richtig rüber. Denn Ganesh, Alisar und Luca sind Wasserleute. Und vor allem Luca umgibt ein blaues Leuchten, was merkwürdigerweise nur Milla aufzufallen scheint. Und dann ist da noch die getüpfelte Katze, die sie immer wieder zu Luca führt und ein netter Zusatz ist.
Ich habe mich als Leser gefragt, worauf das Ganze hinauslaufen soll und bekam erstmal keine Antwort. Man erlebt eigentlich anfangs nur Millas Alltag, wie sie in der Gaststube ihrer Mutter arbeitet, sich immer wieder die gleichen Fragen stellt und sich kaum etwas tut. Die Spannung steigert sich nicht, und das bleibt auch so – eine Sache, die sehr schade ist.
Auch sonst sind die Erklärungen von Wasser- & Feuerleuten zunächst sehr dürftig. Eigentlich bekommt man fast gar keine, was mich verwirrt und gestört hat.
Jedoch gefiel es mir sehr gut, dass das Buch irgendwas von einem Abenteuer hatte, trotz einem wirklich zähen Einstieg. Außerdem war da noch eine Dreiecksbeziehung, die ich fast schon unnötig fand: Milla findet Luca toll, ohne so wirklich ersichtlichen Grund, und er sie auch und das, obwohl er sie immer wieder verletzt und belügt. Dann war da noch Marco, der einer der Feuerleute ist, als Waisenkind aufgewachsen ist und nun für einen alten Herrn, der die Zügel von Venedig in der Hand hält, dreckige Arbeiten verrichtet. Er steht auch auf Milla, aber warum ist mir immer noch nicht so ganz klar. Die Romantik kam jedenfalls in diesem Buch viel zu kurz.

Was ich jedoch immer wieder loben kann, sind die einzigartigen Ideen der Autorin, die immer noch einen wahren Kern haben und mich begeistern. Es stört auch überhaupt nicht, dass das Buch im 16. Jahrhundert stört. Die Sprache ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber das scheint in diesem Genre wohl so zu sein.
Zusammen mit Milla weiß man nie so recht, was man glauben soll. So lügt Luca sie regelmäßig an, aber auch ihre Leute, die Feuerleute, sind nicht immer ehrlich zu ihr und wissen mehr über das Verschwinden ihres Vaters, als sie preis geben wollen. Trotzdem gab es auch bei der Hälfte des Buches keine Fortschritte in der Handlung, was mich wirklich ärgerte.
Als dann so langsam das Ende kam, war es mir zu schnell da. Die ganzen Sichtwechsel, die zu flott zu statten gingen, verwirrten mich und wirkten so, als gäbe es plötzlich Lücken in der Handlung. Außerdem war ich ein bisschen unzufrieden, dass es keinen großen Showdown gab, da man die ganze Handlung über schon wusste, was passieren wird und – wer hätte das gedacht! – das trat auch ein. Schade eigentlich! Das positive daran? Es gibt keinen miesen Cliffhanger.


Fazit

Ein Buch, was vor allem durch einzigartige Ideen gepaart mit dem außergewöhnlich schönen Setting von Venedig punkten kann. Eine schöne abenteuerliche Suche beginnt, wobei eine kleine Katze der ständige Begleiter ist. Jedoch steigert sich die Spannung kaum und eine ganze Zeit lang passiert nichts, was auch durch kaum vorhandene Liebesgeschichte nicht besser wird. Insgesamt ein Buch, was man lesen kann, aber nicht so unbedingt muss. Wer jedoch ein wunderschönes Setting erleben will und nicht so viel wert auf eine Liebesgeschichte legt, für den ist das Buch mit Sicherheit etwas!


Der Pakt bekommt:
3,5/5 Herzen



Feuer & Glas

Band 1: Der Pakt
Band 2: ???
Band 3: ???

2 Kommentar[e]:

  1. Stimmt, die Liebesgeschichte ist nicht gerade dominant :-)
    Mittlerweile gibt es irgendwie ziemlich viele historische Fantasy-Romane... Aber "Feuer&Glas" war der erste, den ich gelesen habe und hat mir somit die Tür zu der Vergangenheit geöffnet :-)

    Sehr schöne Rezension und danke für die Erwähnung.

    Liebe Grüße

    Steffi

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  2. Das Setting fand ich auch klasse - und die Dreiecksbeziehung völlig unnötig. Ich kann beide Kerle nicht leiden und kann weder die beiden in Hinsicht auf Milla, noch Milla in Hinsicht auf die beiden verstehen :D Schade drum!
    Aber die positiven Aspekte hast du schön zusammengefasst!
    Nur eines ist mir aufgefallen: "Auch sonst sind die dürftigen Erklärungen von Wasser- & Feuerleuten zunächst sehr dürftig." Das fand ich irgendwie lustig, weil es so schön doppelt gemoppelt ist. Ja, ich bin leicht zu unterhalten :D Das kannst du natürlich auch so lassen ;)
    Ich kann dir auf jeden Fall nur zustimmen!

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