Freitag, 3. Februar 2012

[Rezension] Wolfsschatten von Lori Handeland

Freitag, 3. Februar 2012




Originaltitel: Thunder Moon

Reihe: Geschöpfe der Nacht #8
Verlag: Egmont Lyx
Umfang: 364 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8427-5

Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse des Vorgängers enthalten.


Klappentext

Nach einem heftigen Gewitter geschehen merkwürdige Dinge in Lake Bluff, die die Polizeichefin Grace McDaniel in höchste Alarmbereitschaft versetzen. Nicht nur ein seltsamer Funkenregen und ein Geisterwolf suchen die Region heim, vor allem häufen sich rätselhafte Todesfälle. Hauptsächlich alte, kranke Menschen werden dahingerafft – und die Leichen haben eines gemeinsam: Ihnen allen fehlt das Herz. Nur gibt es keine äußeren Verletzungen, die diesen Umstand erklären könnten. Grace schwant Böses; irgendetwas scheint in Lake Bluff nicht mit rechten Dingen zuzugehen! 
Sie nimmt umgehend die Ermittlungen auf, und schnell fällt ihr Verdacht auf den geheimnisvollen Ian Walker. Der gut aussehende Arzt lebt erst seit kurzem in dem Örtchen und scheint doch mehr über die mysteriösen Ereignisse zu wissen, als er vorgibt. Trotz ihres Argwohns fühlt sich Grace stark zu ihm hingezogen. Und entgegen besseren Wissens lässt sich Grace auf eine heiße Affäre mit Walker ein – bis sie entdeckt, dass der Mann offensichtlich ein falsches Spiel mit ihr treibt… (Text- & Bildquelle: Egmont Lyx)


Meine Meinung

Ich freue mich jedes Mal wie eine Schneekönigin, sobald ein neues Buch der Reihe erscheint. Ich liebe diese Bücher, noch nie hat mich eines davon enttäuscht. Außerdem dank Band 7 kannte man die weibliche Hauptperson schon, und es versprach lustig zu werden, da sie sehr sarkastisch veranlagt ist.

Allgemeines & Handlungsverlauf
Vorneweg muss ich sagen, dass die Bücher abgeschlossene Geschichten sind, die nur teilweise aufeinander aufbauen. Um diesen achten Band zu lesen, sollte man eventuell den siebten Band „Wolfsdunkel“ gelesen haben. Wenn nicht dann ist das aber auch nicht weiter schlimm, denn wichtige Ereignisse werden erneut erläutert.
Das Buch beginnt gleich spannend und schon nach wenigen Seiten wird man mit der Handlung konfrontiert. Fantastisch und mysteriös wird der Leser direkt ins Geschehen befördert und zusammen mit Grace, die aus der Ich-Perspektive erzählt, wird man durch das Buch geführt.
Man lernt Grace sofort besser kennen, wodurch sie mir persönlich nur noch sympathischer wurde. Auch wenn ich das meiste nun schon über sie wusste.
Auch bemerkt man früh den altbekannten Humor der Bücher, den ich so verdammt liebe. Ich muss bei Lori Handeland und ihrem tollen Schreibstil meistens lachen, und das mag ich sehr an Büchern. Denn dann sind sie meistens perfekt.
Das erste Treffen mit Ian lässt auch nicht lange auf sich warten, und immer wieder treffen er und Grace aufeinander. Mit fortschreitender Handlung kommen sich natürlich die beiden auch näher, und lernen sich dabei besser kennen. Doch Vertrauen ist für Grace nicht einfach, und Ian ist nicht immer in jeder Situation ehrlich zu ihr. Neben der Haupthandlung fand ich die Romanze ganz gut inszeniert.


Manche Leute denken, bei so langen Reihen gehen dem Autor doch irgendwann die Ideen aus. Das ist bei der Reihe hier überhaupt nicht der Fall! Natürlich geht es im Grunde genommen um Werwölfe, aber jedes Mal werden sie anders verpackt. Hier in Form von Geisterwölfen, die Grace heim suchen. Die verschiedenen Legenden, Bräuche und Mythen, die in jeder Geschichte anders sind, sind auch hier wieder total interessant, da es vor allem diesmal um die Cherokee geht. Erst nach und nach erfährt man mehr darüber.
Grace hat natürlich neben ihren Kollegen von der Polizei, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen, und neben Ian auch andere Helfer, die man aus dem siebten Band schon kennt. So sind Claire und Mal auch wieder mit von der Partie, und dazu kommt noch ihr kleiner Sohn Noah, den Grace abgrundtief liebt. Ich habe ihn auch sogleich in mein Herz geschlossen.
Natürlich will man mit Grace und den anderen zusammen herausfinden, wer denn nun der eigentliche Böse ist. Hierbei wird man immer wieder in die Irre geführt, und als das Geheimnis am Ende schließlich gelüftet wird, ist man einfach nur überrascht und geschockt, da man auf diese Person niemals gekommen wäre.

Die beiden Hauptpersonen
Grace wirkt auf einen Betrachter selbstsicher, stark und mutig. Das war sie schon im Vorgänger. Aber nun lernt man, hinter ihre Fassade zu blicken, und dort sieht es anders aus. Sie scheint in ihrem Inneren durcheinander, empfindet zig Gefühle, teils viel zu viele, mit denen sie nicht auf einmal klar kommt. Mit ihrem ironischen Wortschatz versucht sie das jedoch zu überbrücken, was ihr vor anderen Figuren immer gelingt.
Außerdem hat Grace immer Angst, verlassen zu werden und öffnet sich nicht unbedingt Menschen. Ihre Mutter hat sie als sie noch klein war verlassen, und dieser Verlust hat sie sehr geprägt. Deswegen nimmt sie an, dass alle ihr wichtigen Personen sie früher oder später verlassen werden.


Ian ist insgesamt ein guter Kerl. Er ist, wie Grace, ein Nachfahre der Cherokee Indianer und dazu noch ein Medizinmann. Er besitzt einen Doktortitel und behandelt seine Patienten meist pflanzlich, mit großer Wirkung. In Lake Bluff macht er schließlich seine Praxis auf, und trifft schon bald auf Grace.
Jedoch wirkt Ian manchmal traurig, und gibt anfangs nicht unbedingt viel über sich preis. Er ist nett und zuvorkommend, aber oft überwiegt die Traurigkeit. Das, und noch viel mehr, macht ihn so geheimnisvoll, und man muss als Leser erst einmal herausfinden, was er denn nun eigentlich vorhat.

Das blöde Ende & die Jäger-Sucher
Zu dem Ende muss ich extra etwas schreiben, da ich mich dazu sehr genau äußern möchte.
Man erfährt nicht wirklich, wie es nun mit Grace und Ian weitergeht. Die Enden der Geschichten waren schon immer sehr offen, aber hier lässt es mich schon fast unbefriedigt zurück, da einem nichts so wirklich klar ist. Mir ist unklar, ob die beiden nun glücklich sind oder nicht. Es ist nicht so schon, wie das der Paare davor.
Außerdem gibt es nun, neben den Jäger-Suchern, die die Werwölfe und andere Kreaturen jagen und töten, noch eine weitere Organisation, die diesmal in den Vordergrund tritt. Die Jäger-Sucher selbst, die, wie ich finde schon zur Geschichte gehören, tauchen nur in kurzen Telefongesprächen auf. Damit war ich schon unzufrieden, sind sie doch ein Teil der Bücher. Am Ende nahm die Entwicklung davon noch eine merkwürdige Wendung, was mir überhaupt nicht gefällt, ich an dieser Stelle aber auch nicht verraten möchte. Ich frage mich nun, wo das hinführen soll? Man weiß es nicht und wird es vermutlich sehen.

Fazit

Obwohl die Werwölfe dieses Mal nur eine kleinere Rolle einnehmen, tut es dem Buch keinen Abbruch ab. Es war absolut genial, und durch die Mythen und Bräuche der Cherokee wurde es wirklich interessant und neuartig.
Das Buch ist ein Krimi gespickt mit Fantasy-Elementen, Mysterien und genug Romantik, damit die Handlung aufgelockert wird. Das Buch wäre perfekt, wenn mich das Ende in mehreren Hinsichten nicht so stören würde. Deswegen gibt es Abzug.
Aber umso mehr freue ich mich auf Band 9, in denen waschechte Werwölfe wieder auftauchen werden, und neue Möglichkeiten freigemacht werden. Ich bin gespannt!


Wolfsschatten bekommt:
4/5 Herzen




Band 8: Wolfsschatten
Band 9: Wolfsfeuer
Band 10: Wolfsmagie
Band 11: Wolfsflüstern

1 Kommentar[e]:

  1. Hey Lisa :)
    Wow, Deine Rezension gefällt :D
    Ich werde auf jedenfall regelmäßige Leserin und würde mich freuen, wenn Du auch mal bei mir reinschaust?

    LG Nina

    book-addicted.blogspot.com

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