Dienstag, 28. Februar 2012

[Rezension] Damian 01. Die Stadt der gefallenen Engel von Rainer Wekwerth

Dienstag, 28. Februar 2012



Reihe: Damian #1
Verlag: Arena Verlag
Umfang: 415 Seiten
Preis: 16,95 €uro
ISBN: 978-3-401-06513-7



Klappentext

Lara will ein paar aufregende Tage in Berlin verbringen, nachdem ihr Freund Ben mit ihr Schluss gemacht hat. Seit langem fährt sie mal wieder zu ihren Großeltern und ist gespannt darauf, was die Großstadt wohl so bieten wird. Doch hinter der Fassade der Großstadt verbirgt sich eine Welt, in der dunkle Kreaturen einen verbitterten Kampf austragen. Als Lara von Damian gerettet wird, weiß sie nicht, dass sich durch ihn eine alte Prophezeiung erfüllen soll. Ein düsteres Familiengeheimnis legt sich wie ein Schatten über die beiden und bedroht ihre Liebe und ihr Leben. (Text- & Bildquelle: Arena Verlag)


Meine Meinung

Meiner Freundin hatte das Buch wirklich sehr gefallen, und meistens haben wir auch den gleichen Geschmack. Bisher gab es nur sehr wenige Ausnahmen. Ich hatte außerdem keine großen Erwartungen an das Buch, aber wegen der Thematik rund um die Engel war ich schon gespannt. Jedoch zu Unrecht – denn diesmal hatten meine Freundin und ich total gegensätzliche Meinungen.

Am Anfang lernt man sofort die Hauptperson Lara kennen. Sie ist ein ganz normales 17-jähriges Mädchen, welches gerade seinen ersten Liebeskummer durchlebt, und somit mit typischen Teenie-Problemen zu kämpfen hat. Außerdem ist auch ihre Mutter eine ganz normale Person. Ich dachte anfangs wirklich noch, dass ich mich sehr gut mit Lara identifizieren kann. Tja, falsch gedacht.
Es dauerte nicht lange, da ging sie mir mit ihrem Gejammer, dass ihr Ben sie doch verlassen hat, tierisch auf den Keks. Ben hier, Ben da, Ben trallala. Es hat einfach nur genervt, und das schon nach wenigen Seiten. Sie verhält sich für ihre 17 Jahre wirklich sehr kindisch, und ich denke, mit dem Alter zeigt man doch schon eine gewisse Reife.
In Berlin angekommen wird sie dann, ganz zufällig natürlich, überfallen. So etwas Unrealistisches und „Unvorhersehbares“ war echt eine schlechte Idee des Autors, aber wie hätte sie sonst ihren großen Retter Damian kennenlernen sollen? Das ganze fand ich persönlich sehr klischeehaft! Und auch nicht zwingend gut umgesetzt.

Nicht nur die zufällige Rettung Laras durch Damian wirkte erzwungen. Auch die weitere Handlung wirkte erzwungen, so als wollte der Autor etwas total Spannendes schreiben, was ihm einfach nicht gelang und mir überhaupt nicht gefiel.
Hinzu kommt, dass mich auch der Titel sehr verwirrt hat. Anfangs dachte ich, die Stadt der gefallenen Engel hieße Damian, und nicht eine der klischeehaften Hauptpersonen. Das finde ich echt nicht gut gewählt, und hätte man anders machen können.
Mit fortschreitender Seitenanzahl wurde klar, auf welches große Klischee die Geschichte hinarbeitete: ein unwissendes Mädchen muss die ganze Welt vor dem Untergang retten! Juchhu! In manchen Büchern stört es mich nicht einmal, dass diese Tatsache verwendet wird. Aber hier war es einfach so schlecht umgesetzt, dass ich einfach Lachen musste, als mir das klar wurde. 
Und mir wurde das relativ früh klar, denn für mich war die Handlung sehr vorausschaubar. Ich wusste sofort, was Damian für ein Wesen ist (ist ja auch nicht schwer zu erraten), und auf welcher Seite er eigentlich steht. Mir war auch die Entwicklung der Beziehung zwischen ihm und Lara total klar, und dass er sich abschließend für sie entscheidet. Das wurde sehr offensichtlich dargestellt und erzeugte bei mir keinerlei Spannung.

Apropos Spannung – die gab es für mich auch nicht. Die Handlung und die Ereignisse wirkten auf mich übertrieben geheimnisvoll, sodass sie mich einfach anödeten und Langeweile pur aufkam. 
Auch kam ich mir an machen Stellen vor, wie in einem schlechten Porno. Da gab es zum Beispiel eine Stelle, wo eine Frau sich nackt von Farbe überschütten lässt, und mit ihrem Körper ein Bild malt. Ich bin nicht gerade prüde, und habe auch einige Erotikszenen bereits gelesen, was ich auch nicht als schlimm empfinde. Aber in diesem Buch, unter diesen Umständen, mit den Vorkenntnissen und für die Altersempfehlung – die bei 12 liegt – finde ich das total unpasend!
Nach dieser Szene versinkt Lara immer mehr im Selbstmitleid. Nicht mehr wegen Ben, nein diesmal wegen Damian, weil er sie ja nicht liebt und ihr egal ist- oder etwa doch nicht? Ihre Gedanken gingen mir tierisch auf die Nerven – sie  verhält sich einfach wie ein trotziges, kleines Kind.
Gegen Ende konnte mich das Buch doch noch mit einigen, kleinen Überraschungen positiv beeindrucken. Auch wenn das wirklich nichts mehr rausreißen konnte, aber wenige Szenen waren dann richtig gut.
Außerdem enthielt das Buch für mich auch einige Logiklücken, die ich jetzt aber nicht weiter erläutern möchte, da ich sonst spoilern würde – ich kann nur soviel sagen: wenn man ein Kind will, und keines bekommen kann, könnte man doch eigentlich auch, rein logisch gesehen, eines adoptieren, oder? Aber warum einfach, wenn’s auch schwer geht?

Auf den letzten 50 Seiten und beim finalen Kampf habe ich dann sogar Seiten überblättert. Ich wollte nur noch, dass das Buch zu Ende ist und wissen, wie es ausgeht. Sonst hätte ich mich niemals da durchgequält. 
Ich war froh, als das Ende endlich da war und es überraschte mich positiv, dass ich feststellen konnte, dass Gutes auch Böse werden kann, und umgedreht. Grautöne werden zugelassen, das fand ich wirklich gut.
Aber ansonsten war auch das Ende nicht herausragend, es gab kein wirkliches Happy-End und den zweiten Band werde ich definitiv nicht lesen.


Fazit

Eine erzwungene Spannung, eine klischeehafte Handlung und total nervige Charaktere haben das Buch zu einer Qual gemacht. Es war ein richtiges No-Go und ich würde es absolut keinem weiterempfehlen.
Obwohl ich Engel wirklich sehr mag, hat es nicht einmal dieser Fakt rausgerissen – das einzige, was mir gefiel, war das Cover und kleine, verspätete Überraschungen. Doch hat das Buch mich in eine leichte Leseunlust getrieben, was mir gar nicht passt. Ich bin froh, es nicht gekauft zu haben und rate es einem auch nicht unbedingt. 
Wer es trotzdem versuchen möchte, nur zu – es gibt auch Menschen, denen meine Kritikpunkte nichts ausmachen. Aber empfehlen würde ich es definitiv nicht!


Die Stadt der gefallenen Engel bekommt:
 1,5/5 Herzen



Die Damian-Reihe

Band 1: Die Stadt der gefallenen Engel
Band 2: Die Wiederkehr des gefallenen Engels

3 Kommentar[e]:

  1. Oh ja, dieser Buchtitel! *fauch* Mich hat da genau dasselbe genervt :D Und auch ansonsten, diese Klischees, diese Langeweile, diese Ungereimtheiten - ne, also ich werde ebenfalls nie verstehen, was alle so daran begeistert hat.
    Toll formuliert, ich stimme dir komplett zu! ;)

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  2. Oha. Ich fand das Buch einfach unglaublich toll. Wie unterschiedlich Buchgeschmäcker doch echt sein können, jedes Mal wieder erstaunlich. Aber gute Begründungen in deiner Rezension, sodass es trotzdem verständlich ist.

    Im Übrigen müssten jetzt alle deine Links für die LYX Challenge bis auf den Mai eingetragen sein. Die Mai Rezis verlinke ich nochmal extra.

    Liebe Grüße,
    Nazurka

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  3. Mir ging Lara auch total auf die Nerven -.-' Immer dieses Gejammere und Selbstmitleid...Sowas hatte ich, glaub ich, noch nie bei einem Buch so stark :O
    Zum Ende hin fand ich es dann richtig spannend :D Aber ich werd den 2. auch nicht lesen ^^ Vielleicht mal aus der Bücherei ausleihn, aber es gibt so viele andere tolle Bücher, dass man die Zeit besser nutzen könnte :D

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