Montag, 30. Januar 2012

[Rezension] Clockwork Angel von Cassandra Clare

Montag, 30. Januar 2012


Reihe: Chroniken der Schattenjäger #1
Umfang: 569 Seiten
Preis: 18,99 €uro
ISBN: 978-3-401-06474-1
Leseprobe


Klappentext

London, 1878. Ein mysteriöser Mörder treibt in den dunklen Straßen Londons sein Unwesen. Ungewollt gerät Tessa in den Kampf zwischen Vampiren, Hexenmeistern und anderen übernatürlichen Wesen. Als sie erfährt, dass sie auch eine Schattenweltlerin ist und zudem eine seltene Gabe besitzt, wird sie selbst zur Gejagten. 
Doch dann findet sie Verbündete, und zwar im Institut der Schattenjäger. Dort trifft sie nicht nur auf James, hinter dessen zerbrechlicher Schönheit sich ein tödliches Geheimnis verbirgt, sondern auch auf Will, der mit seinen Launen jeden auf Abstand hält – jeden, außer Tessa. Tessa ist völlig hin und her gerissen und weiß nicht, wem sie trauen soll. Schließlich sind die Schattenjäger ihre natürlichen Feinde… (Text- & Bildquelle: Arena Verlag)


Meine Meinung

Das Buch habe ich nun zum zweiten Mal gelesen, zwecks der „Zweiten Chance Challenge“, aber auch um meine Erinnerungen aufzufrischen und um diese Rezension hier zu schreiben.
Beim ersten Lesen fand ich das Buch damals sehr gut. Eigentlich mag ich Bücher, die in vergangenen Zeiten spielen eher nicht so, keine Ahnung warum. Aber Clockwork Angel ist dabei DIE Ausnahme gewesen, da ich schon die „Chroniken der Unterwelt“ sehr liebe und auch der Schauplatz, London, wunderschön ist, egal in welcher Zeit.

Allgemeines & Vergleich zu den City of-Büchern
Ich muss sagen, beim zweiten Lesen fand ich das Buch nicht ganz so interessant wie beim ersten Mal. Ich kam nur schleppend voran, was aber daran lag, dass die ungelesenen Bücher meist Vorrang hatten. Es ist also nicht schlechter geworden, nur weil ich es noch einmal gelesen habe.
Was ich gleich zu Beginn noch sagen muss, ist, dass man Clockwork Angel auch ohne die Chroniken der Unterwelt verstehen kann. Die beiden Reihen sind eigenständig, spielen in verschiedenen Zeiten mit komplett anderen Charakteren, eben nur in der gleichen Welt. Man bekommt alles noch einmal zusammen mit Tessa schön erklärt.
Die Zitate, die jedes neue Kapitel einleiten, sind sehr schön, und auch aus Werken gewählt, die es gegen Ende des 19. Jahrhunderts schon gab. Meistens spielen sie auf das folgende Kapitel an, was ich sehr gut finde.
Ein wichtiges Symbol des Buches – daher auch der Titel – ist der Klockwerk-Engel. Ich finde, dass das einfach eine scheußliche Übersetzung ist. Entweder man lässt es Englisch oder man übersetzt es komplett und sinnvoll ins Deutsche und nicht halbe-halbe. 

Auch in diesem Buch sieht man, wie Cassandra Clare alle Personen lebendig und facettenreich gestalten kann. Sie sind meistens sehr tiefgründig ausgebaut, egal ob Nebenfigur, Hauptperson oder kurzweiliger Statist. Vor allem wird man wieder sehr überrascht, trügt doch mancher Schein zunächst und führt einen hinters Licht. Die Überraschung, wer nun eigentlich der Feind ist und wer nur eine Marionette, war mal wieder bombastisch! So ist man das ganze schon aus den City of-Büchern gewohnt. Man kommt einfach nicht drauf.
Viele Leute finden, dass Clockwork Angel ein Abklatsch von City of Bones ist, doch ich kann dem nicht zustimmen. Beim ersten Lesen – und da bin ich wirklich ehrlich! – habe ich nur eine entfernte Parallele gefunden. Das Buch nimmt eine komplett andere Richtung ein. Es gibt Parallelen, ja, aber viel mehr Unterschiede, die man mehr beachten sollte. Insgesamt fand ich Clockwork Angel auch viel düsterer als die Chroniken der Unterwelt – woran es liegt? Lest selbst!

Das Liebesgeflecht & die Protagonistin
Auch in Clockwork Angel bahnt sich wie in den City of-Büchern eine Dreiecksbeziehung an, die für mich jedoch anders dargestellt wird. Für mich ist diesmal viel unklarer, wen Tessa eigentlich will: Will oder Jem?
In den Chroniken der Unterwelt war es mir sehr ersichtlich, dass Clarys Herz nur für Jace schlägt – aber hier? Es ist ein anderer Sachverhalt und ich finde das Liebesgeflecht somit auch spannender. Ich stehe auf Dreiecksbeziehungen. Außerdem sind die Charaktere der beiden Jungs viel unterschiedlicher und extremer, wozu ich aber gleich noch kommen werde.

Zunächst jedoch zu Tessa. Ich mag sie als Hauptperson nicht so, wie ich Clary gemocht habe. Bei Tessa und mir ist einfach nicht der Funke übergesprungen, ich mag sie einfach nicht. Obwohl sie nett, höflich und am Ende mehr als mutig ist. Auch ist sie eine liebreizende Person, die nur nach London kommt, um ihren Bruder zu besuchen, den sie jedoch nicht vorfinden wird. Anschließend macht sie es sich zur Aufgabe, nach ihm zu suchen, was einen großen Teil der komplexen Handlung einnimmt.
Allerdings finde ich an ihr ihre Gabe interessant. Sie ist selten und begehrenswert, und durch sie ist sie eindeutig kein Mensch. Was sie jedoch ist, wird in diesem Band noch nicht geklärt – ich bin sicher, da kann man darauf gespannt sein!

Die beiden unterschiedlichen Männer
Jetzt zu den beiden männlichen Hauptpersonen: Will und Jem.
William ist ein leichtsinniger, mutiger, eher rebellischer Charakter, der sich nicht viel sagen lässt. Er kann sehr verletzend wirken, was er nur zum Selbstschutz tut, damit ihm niemand zu nahe kommt. Er hat braunes Haar und blaue Augen. Man kann ihn auch als einfaches Arschloch bezeichnen, Entschuldigung für den Ausdruck. Aber mal ist er lieb und nett zu Tessa und dann verletzt er sie so sehr, was mich einfach nur genervt hat.
Bei manchen Charakterzügen kann man ihn mit Jace aus den Chroniken der Unterwelt vergleichen, aber längst nicht bei allen. Klar tragen beide sehr zur humorvollen Seite der Bücher bei, was auch schließlich ein wichtiger Wiedererkennungswert der Werke ist, aber ich finde schon, dass sie ansonsten unterschiedlich sind. Wer würde auch schon von einem zweiten Jace Abklatsch lesen wollen? Es gibt nur den einen wahren Jace.

James hat dagegen fast weißes Jahr und ebenso weiße Augen. Er ist ruhig, nachdenklich und besonnen. Im Gegensatz zu Will denkt er erst und antwortet danach. Er wirkt sehr erwachsen und lebenserfahren, was er durch seine schreckliche Kindheit und sein tödliches Geheimnis wohl auch ist. Er weiß, für ihn kann es jeder Zeit zu Ende sein, und doch lebt er sein Leben so, wie er möchte, ohne darüber nachzudenken.
Außerdem ist Jem sehr höflich und eine der ersten Personen, die Tessa mit offenen Armen empfängt. Schon allein deswegen ist er der krasse Gegensatz zu Will – und diesen Gegensatz finde ich wirklich gut. Die beiden sind wie Yin und Yang, und doch die besten Freunde, die engsten Vertrauten. Ich finde in Sachen Charaktertiefe hat Clare wieder gute Arbeit geleistet, auch was die Nebenfiguren angeht.


Fazit

Anfangs könnte man meinen, Clockwork Angel ist ein billiger Abklatsch von City of Bones, so gibt es einige Parallelen. Aber schon bald nimmt die Handlung eine komplett neue Richtung und man wird förmlich in das London des 19. Jahrhunderts gezogen.
Vor allem durch die beiden männlichen Hauptcharaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die andersartigen Ideen von Clare machen dieses Buch so lesenswert. Mord und Todschlag, sowie blutige Gefechte sind zur Genüge vorhanden und damit diese nicht die Überhand nehmen machen bezaubernde romantische Szenen dem Leser Luft.
Jedem, der noch zweifelt sei gesagt, es lohnt sich!


Clockwork Angel bekommt:
5/5 Herzen


Die Chroniken der Schattenjäger

Band 1: Clockwork Angel
Band 2: Clockwork Prince
Band 3: Clockwork Princess

1 Kommentar[e]:

  1. Wooooow ... Also Chroniken der Unterwelt liiiiiiebe ich (ich lese gerade den 2. Teil :D) und ich LIEBE London über alles und liebe auch total Bücher, die in der Vergangenheit spielen - aaaaaalso werde ich mir das wohl zulegen müssen ... Deine tolle Rezi ist dran schuld! ;)

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