Freitag, 11. November 2011

[Rezension] Lovesong von Gayle Forman

Freitag, 11. November 2011



Autor: Gayle Forman

Titel: Lovesong

Originaltitel: Where she went

Verlag: Blanvalet
Umfang: 269 Seiten
Preis: 12,99 €uro
ISBN: 978-3-7645-0402-1


Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse des Vorgängers enthalten.


Klappentext

Ruhm, Groupies, Charterfolge - Adam hat alles erreicht. Doch es interessiert ihn nicht mehr. Er ist ausgebrannt und hält sich nur noch mit Tabletten aufrecht, erst recht, seit ausgerechnet das Album Collateral Damage, in dem er seine Trauer, seine Wut und seinen Schmerz über die Trennung von seiner großen Liebe Mia verarbeitet hat, zu einem riesigen Erfolg wurde. 
Als er eines Abends einsam durch New York streift, sieht er ein Plakat an der Carnegie Hall. Mia - seine Mia! - gibt ein Cellokonzert. Adam muss sie einfach wiedersehen. Nach dem Konzert trifft er sie in ihrer Garderobe. Gemeinsam schlendern die beiden durch die New Yorker-Nacht und reden endlich über all das, was schief gelaufen ist. Und ausgerechnet auf der Brooklyn Bridge sollen sich ihre Wege wieder trennen? (Text- & Bildquelle: Blanvalet)



Meine Meinung

Ich war gespannt auf das Buch, da ich den ersten Teil "Wenn ich bleibe" schon gut fand. Man muss jedoch diesen nicht kennen, um "Lovesong" zu verstehen. Aber ich wollte es lesen, da ersterer sehr abrupt endet, und ich wissen wollte, wie es denn nun weitergeht, und was passiert ist, dass die beiden nicht mehr zusammen sind.
Doch ich wurde enttäuscht von dem Buch.

Allgemeines & Handlung
Besonders schön ist es erstmal, dass das Buch diesmal aus Adams Sicht erzählt wird, der mir im ersten Band schon viel sympathischer war als Mia, die doch einfach zu perfekt war. Auch hier ist wieder eine sehr flüssige Erzählweise, und Adams Sicht gibt einen vor allem Einblick auf seine kaputte, geschundene Seele, auf die ich noch einmal eingehen werde.
Das abrupte Ende, was einem am Ende von "Wenn ich bleibe" vor die Füße geworfen wurde, wird hier noch einmal aufgegriffen. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Erinnerungen, und auch hier gefällt mir dies wieder total gut. So erfährt man alles, was nach Mias Krankenhausaufenthalt passiert ist, und noch viel mehr. Dabei werden vor allem auch Adams Erinnerungen aufgegriffen, zu Musik, Mia, seinem Aufstieg mit der Band und seiner, mehr oder weniger, guten Beziehung. Erst nach und nach bekommt man genug Informationen, die man zu einem ganzen zusammenfügen kann. Das ganze war eine gute Abwechslung zur Haupthandlung und beantwortete viele, vorangegangene Fragen.

Die Musik selbst spielt auch, wie in seinem Vorgänger, eine große Rolle. Sie hat zum Beispiel Mia in der Zeit nach dem Unfall geholfen und wird auch sehr oft angesprochen in Bezug auf Adam. Jedoch diesmal nicht nur positiv, nein auch negativ.
Generell ist das Buch depressiver als das erste, was manchmal nicht so gut war. Da es Adam aber nun mal nicht so gut geht, kann man das nicht anders Hand haben und die Erinnerungen, die meist positiv sind, gleichen das auch wieder aus.
Man erfährt erst während des Lesens, was bei Mia und Adam eigentlich falsch gelaufen ist. Dass das nicht von Anfang an klar ist, und man eine Zeit lang nur eine Seite der beiden kennt, ist gut durchdacht und hält das Interesse des Lesers.
Auch gibt es in diesem Buch nicht direkt einen Spannungsverlauf. Es ist wie sein Vorgänger eine Geschichte über das Leben, wunderschön erzählt. Doch diesmal werden noch mehr Schattenseiten des Lebens aufgegriffen. Forman zeigt so eine ganze andere Seite des Lebens.
Was mir noch sehr gut gefallen hat, waren am Anfang jedes Gegenwartskapitels die Liedzeilen aus Adams Songs. Auch wenn die Übersetzung manchmal nicht so toll war, war es ein kleiner, schöner Bonus. Seine Gefühle kamen so noch einmal gut rüber und passten zur Situation.

Die Hauptcharaktere
Adam wollte im ersten Band unbedingt Musiker werden und mit seiner Band durchstarten. Und nun, drei Jahre später, hat er es tatsächlich geschafft. Seine Band Shooting Stars ist super erfolgreich geworden und er ist mit einem Supermodel zusammen.
Jedoch geht es ihm gar nicht gut. Die Schattenseiten des Ruhmes haben ihn fest im Griff, sprich Drogen und vor allem die Einsamkeit, an der er zu ersticken droht. Diese hängt aber nicht nur mit seinem großen Erfolg zusammen, sondern auch an seiner gescheiterten Beziehung mit Mia. Die Vergangenheit hat er auch nach drei Jahren nicht überwunden und fühlt sich mehr als allein gelassen und zerstört.

Zu Mia hatte ich dieses Mal noch weniger Draht als im ersten Band. Wieder ist sie zu perfekt und man merkt Seite um Seite, was sie eigentlich angerichtet hat, dass es Adam so schlecht geht. Dadurch ist sie mir unsympathisch geworden und ihre Rechtfertigung am Ende ist einfach nur billig gewesen. Es gab nicht einmal einen richtigen Grund für ihr Verhalten und trotzdem verzeiht ihr Adam natürlich alles. Man hat einfach eine totale Distanz zu ihr.
Meiner Meinung nach ist es auch wirklich nur ihre Schuld, dass Adam so krass abgerutscht ist und nichts mit sich anzufangen weiß. Dabei hat mich vor allem ein einziger Satz (den ich jetzt nicht erwähnen werde, zwecks Spoiler) sehr schockiert, dass ich das Buch erstmal weggelegt hatte. Auch wurde ich an einigen Stellen regelrecht wütend auf sie, sodass ich das Buch da auch weglegen musste. Das ging echt gar nicht!
Sie gibt immer anderen die Schuld und merkt nicht, wie verdammt weh sie Adam seit Jahren tut. Dabei wollte er ihr immer nur helfen. Versteh ich nicht, und so einen, sag ich mal, Hass auf eine Hauptperson ist mir auch noch nie passiert.

Das Ende
Es bessert sich dann schließlich gegen Ende etwas und rettet die total eskalierende Situation. Mia gibt ihr blödes und wirklich abartiges Verhalten Adam gegenüber zu und entschuldigt sich. Das wirft ein klein wenig besseres Licht auf sie, aber nicht viel. Das Ende insgesamt war aber wieder sehr schön und mit viel Gefühl geschrieben.


Fazit

Trotz des, dann doch, schönen Endes und auch der gefühlvollen Geschichte hat mir Mias Charakter und Auftreten das Buch versaut. Mir hat Adam oft so verdammt leid getan, und ich bin sehr froh darüber, dass die Geschichte doch aus seiner Sicht war. Ansonsten würde die Bewertung noch schlechter ausfallen, mit Sicherheit.
Jedoch bereue ich es etwas, die Fortsetzung gelesen zu haben, da sie eigentlich unnötig ist. Es sind beides in sich geschlossene Bände und wichtige Details aus dem Vorgänger werden aufgegriffen, sodass auch Nichtleser von "Wenn ich bleibe" dieses Buch verstehen können.


Lovesong bekommt:
2,5/5 Herzen



Band 2: Lovesong

3 Kommentar[e]:

  1. For you ♥ ^^ http://hannaslovelybooks.blogspot.com/2011/11/wooaaaahhhhhh-18-award.html
    Gruß Hanna :*

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  2. "Wenn ich Bleibe" will ich auch unbedingt noch Lesen, da ist es richtig schade, dass die Fortsetzung nicht an den ersten Teil herankommt.

    Aber eine wirklich schöne, ausführliche Rezension.

    Ganz liebe Grüße :)

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  3. Mia ist echt, wirklich das Letzte.

    Und ich dachte schon, ich wäre die Einzige, die von dem Buch nicht so angetan war. :D

    Die Bewertungen bei Amazon sind ja nicht schlecht...
    Hätte ich deine Rezension mal früher entdeckt!

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