Freitag, 4. November 2011

[Rezension] Erwachen von Julie Kenner

Freitag, 4. November 2011


Autor: Julie Kenner
Titel: Erwachen
Originaltitel: Tainted
Reihe: Blood Lily Chronicles #1
Verlag: Egmont Lyx
Umfang: 367 Seiten
Preis: 9,95 €uro
IBSN: 978-3-8025-8396-4


Klappentext

Nach dem Tod ihrer Mutter hat Lily Carlyle versprochen, ihre jüngere Schwester Rose zu beschützen. Als diese verfolgt, gefoltert und vergewaltigt wird, schwört sich Lily sich an den Schuldigen namens Lucas Johnson zu rächen. Das gelingt ihr auch, doch dabei verliert sie ihr eigenes Leben. 
Anstatt zu sterben erhält sie vom Himmel eine zweite Chance, unter der Bedingung, dass sie sich den Kräften des Guten anschließt. Kurz darauf erwacht sie im Körper der toten Alice Purdue. Alice ist unter rätselhaften Umständen gestorben, und Lily beschließt, Genaueres über ihren Tod in Erfahrung zubringen. Dabei begegnet ihr der mysteriöse und gut aussehende Deacon Camphire, der ein finsteres Geheimnis verbirgt. Ist er am Ende für Alices Tod verantwortlich? (Text- & Bildquelle: Egmont Lyx)


Meine Meinung

Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste, der Inhalt klingt sehr interessant. Ich lese sehr gern Urban-Fantasy und als eine Freundin sich es gekauft hatte, habe ich es mir ausgeliehen. Und es trifft wirklich ganz meinen Geschmack.
Auch wenn das Cover recht merkwürdig ist - vor allem der Kerl, der aussieht, als würde er rauchen - finde ich den Titel "Erwachen" sehr passend. Die Hauptperson Lily stirbt und wacht anschließend in einem anderen Körper wieder auf, was eines der Hauptthemen im Buch ist.

Handlung
Schon nach den ersten Sätzen merkt man den lockeren und fesselnden Schreibstil der Autorin. Sie versetzt einen richtig in Lily hinein, so als wäre man die handelnde Person. Lily ist einem dabei sofort sympathisch, wie eine gute Freundin, die man Jahre nicht gesehen hat.
Auch ziehen sich sarkastische und zynische Ausdrücke durch das Buch, was mir persönlich sehr gefallen hat. Ich liebe es, wenn ich neben ernster, kalter Handlung auch mal lächeln und grinsen kann.
Die Handlung direkt beginnt sofort mit dutzenden Fragen und spannenden Gegebenheiten. Dabei ist man als Leser genauso ahnungslos wie Lily, und es macht riesigen Spaß, dass alles mit ihr herauszufinden.
Auch auf das erste Treffen mit Deacon braucht man nicht lange warten. Jedoch tritt er da ziemlich brutal und gefährlich auf, da er einen Riesen von einem Mann einfach so durch die Bar schleudert, in der Lily-Alice arbeitet. Immer öfter treffen sie auf einander, was nicht zuletzt Deacon zu verdanken ist, da er Lily regelmäßig beschattet.
Die Geschichte nimmt ihren Lauf - es gibt überraschende Wendungen, auch wenn sie nur sehr klein sind, die einen zum Lesen weiter verleiten. Immer wieder neue, dutzende Fragen über Alices Leben, ihrem mysteriösen Tod, ihre merkwürdige Verbindung zu Deacon usw. Ich kam teilweise von dem Buch gar nicht mehr los.
Doch es gibt nicht nur Fragerunden. Die vielen, gut geschriebenen Kampfszenen machten die Handlung abwechslungsreich und lockerten so manche, mit Fragen überflutete, Szene auf.
Gegen Ende merkt man, dass nicht jeder das ist, was er anfangs zu sein scheint. Viele Personen haben einen anderen Charakter, die Autorin täuscht ihre Leser sehr. Da ich so etwas niemals gedacht hätte, und auch nicht bemerkt hatte, kam das alles für mich sehr überraschend. Aber es war so gut!
Aber das Ende selbst war für mich viel zu abrupt. Es bricht einfach mitten in der Handlung ab, und lässt einen mit sehr vielen Fragen zurück. Zum Glück gibt es schon den zweiten Band.

Hauptcharakter
Lily war, vor ihrem Tod, eine einfache junge Frau. Sie hatte nicht viel Geld, keinen anständigen Job. Ihre Mutter verstarb vor wenigen Jahren, ihr Stiefvater interessiert sich nicht für sie oder ihre kleine Schwester Rose.
Lily hat sich einfach so durchs Leben geboxt, die unmöglichsten Jobs getan, um an Geld zu kommen und dabei vor allem versucht, ihre Schwester zu beschützen. Sie hätte das alles nie gemeistert, wenn sie keine so starke und taffe Frau wäre.
Als sich Lily dann in einem fremdem Körper und einem fremden Leben wiederfindet, merkt man, wie groß die Unterschiede zwischen den beiden Frauen sind. Im Gegensatz zu Lily hatte Alice eine liebevolle Familie, einen Job, Freunde, sie hätte studieren können und auch ihr Charakter war anders, sie war mehr die Puppe. Alice führte ein gutes Leben, und nun stolpert Lily da rein, die nichts davon je so wirklich besessen hat.
Sie muss sich in ihrem neuen Leben zurechtfinden ohne aufzufallen, und das ist ziemlich schwer, wenn man nichts über die Person, die man nun ist, weiß. Nebenbei muss sie noch trainieren und die Welt retten. Denn sie wurde dazu auserkoren, die neunte Pforte der Hölle zu schließen, damit keine Dämonen mehr auf die Erde kommen. Das alles im Gesamtbild ist eine sehr interessante Idee.
Doch auch Lily ist nicht Superwoman und nach einiger Zeit steckt sie in einem Zwiespalt, zwischen ihrem alten Leben und ihrer Verantwortung, fest. Und trotz der Fähigkeiten, die sie nun besitzt, gewinnt sie nicht jeden Kampf. Das gefällt mir gut, denn es ist realistischer, als wenn sie jede Aufgabe perfekt meistern würde.

Beziehung
Deacon hat vom ersten Moment an irgendetwas an sich, was mich fasziniert hat. Er ist ein sehr geheimnisvoller Mann und man kann nur durch einen Vorfall erahnen, wieso er so ist, wie er ist.
Zwischen Lily und ihm ist auch von Anfang an eine gewisse Anziehung vorhanden, die besonders er spürt. So hat er doch für die alte Alice nie etwas empfunden, und das bringt ihn ins Grübeln.
Auch hat Deacon etwas Böses an sich, was Lily beim ersten Blick sofort auffällt. Alles stellt ihn in ein sehr mysteriöses Licht, da man einfach nicht weiß, auf welcher Seite er steht. Das bleibt auch bis fast zum Ende so und lässt das ganze spannend werden.
Gefallen hat mir, dass diese Anziehung und die Gefühle der beiden vorhanden waren, aber nie wesentlich in den Vordergrund rückten. So blieb immer die Mission im Auge, die Sorge um Rose und das neue Leben, in dem sich Lily befindet. Natürlich spielt Deacon dabei auch eine Rolle, aber eben nicht die des Liebhabers, und das war sehr erfrischend zu lesen. 
Auch wenn Lily öfters mit sich ringt, ob sie einen kühlen Kopf behalten soll, oder doch eher der Anziehung nachgibt, die die beiden umgibt. Deacon ist gefährlich, und das weiß sie, doch trotzdem will sie nichts dagegen tun. Doch leider weiß er mehr, als ihr lieb ist, und das hat Folgen.


Fazit

Ich habe es geliebt, Lily in ihrem neuen Leben zu begleiten. Die Figuren fand ich gut ausgearbeitet, mit Stärken und Schwächen, es war nie wirklich langweilig, da sich die Handlung gut abwechselte. Die letzten 100 Seiten waren dabei die spannendsten, wo sich noch einmal alles änderte.
Das Buch war wirklich sehr gut. Das ist wieder ein perfektes Beispiel für gute Urban-Fantasy und ich weiß jetzt wieder einmal, wieso ich dieses Genre so toll finde.
Ich hoffe jetzt, ich kann baldigst den zweiten Teil lesen, da das Ende wirklich sehr abrupt war.


Erwachen bekommt:
4,5/5 Herzen




Band 1: Erwachen
Band 2: Zerissen
Band 3: Versuchung

3 Kommentar[e]:

  1. Klingt ja gut, das Buch! Steht jetzt auf meiner Wunschliste, sehr schöne und ausführliche Rezension ;) [Und der Kerl sieht echt aus als würde er rauchen...Seltsam^^]

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  2. Tolle Rezension, da bekomme ich direkt Lust das Buch zu lesen. Liebe Grüße :D

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  3. Stimmt, eine tolle Rezension. Es lohnt sich wirklich, es zu Lesen. Ich hoffe, ich habe bald Zeit für Teil 2 :-)

    LG Mareike

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