Donnerstag, 6. Oktober 2011

[Rezension] Spiel der Dämmerung von Christine Feehan

Donnerstag, 6. Oktober 2011


Originaltitel: Mind Game
Reihe: Der Bund der Schattengänger #2
Verlag: Heyne
Umfang: 532 Seiten
Preis: 8,95 €uro
ISBN: 978-3-453-53310-3

Der Inhalt oder die Rezension können möglicherweise Spoiler über Charaktere, Rahmenhandlung & Geschehnisse der Vorgänger enthalten.


Klappentext

Fast ihr ganzes Leben hat die übersinnlich begabte Dahlia Le Blanc in der Abgeschiedenheit der Sümpfe Louisianas verbracht, doch als eines Tages, bei einem ihrer Geheimeinsätze für den Naval Criminal Investigate Service etwas schiefgeht, ist es damit vorbei: Eine Spezialeinheit setzt ihr Haus in Brand, tötet oder verschleppt ihre engsten Vertrauten, und sie selbst wird von Scharfschützen verfolgt. Da taucht wie aus dem Nichts der Schattengänger Nicolas Trevane an ihrer Seite und zu ihrer Rettung auf. Gemeinsam machen sie sich an die Verfolgung ihrer Feinde und entdecken dabei eine feurige Leidenschaft füreinander... (Text- & Bildquelle: Heyne)


Meine Meinung

Auch das zweite Buch rund um die Schattengänger habe ich regelrecht verschlungen und bin wieder so begeistert, wie beim ersten. Wenn nicht sogar noch mehr, da mir das zweite doch etwas besser gefallen hat, als sein Vorgänger.

Bevor die Geschichte überhaupt losgeht, kann man das Bekenntnis und die Glaubenssätze der Schattengänger lesen. Die Idee finde ich richtig gut und schon vor der eigentlichen Geschichte, war ich erfreut. Solche kleinen Extras versüßen mir immer mein Lesevergnügen.
Die Kapitel waren mir insgesamt wieder zu lang, was mich störte, da man schwer kleine Pausen einlegen konnte.
Dann, am Anfang der Handlung, schauen sich Lily Whitney und die übrigen Schattengänger Videos über Dahlias Kindheit an, über ihre Fähigkeiten, die Experimente die Lilys Vater mit den kleinen Mädchen trieb. Man lernt Dahlia so direkt schon kennen, ohne das sie bisher aufgetaucht ist und bemerkt, wie anders doch ihre Fähigkeiten sind.
Mir hat es sehr gefallen, dass am Anfang alle bekannten Personen aus dem Vorband anzutreffen waren. Vor allem Lily und Ryland, von denen ich einfach nicht genug bekommen kann. Die restlichem Männer, wie Gator und Kanden, tauchten später in der Handlung noch einmal auf und helfen Nico und Dahlia.
Bei diesen Stellen musste ich dann wieder oft Lachen, denn sie alle zusammen versprühen soviel Witz und Sarkasmus, das ist unglaublich. Vor allem Gator ist so ein Extremfall. Ich freue mich so, dass der nächste Band über ihn ist. Er ist so ein toller Charakter.
Auch in diesem Buch ist wieder sehr viel Action und Kampf vorhanden, so wird es nie langweilig, da sich alles gut abwechselt. Vor allem da Dahlia und Nico die meiste Zeit verfolgt werden, lässt einen mitfiebern. Auch ist die spannende Handlung gut mit der Liebesentwicklung verzweigt.
Eine sehr interessante Tatsache ist, dass es noch mehr Schattengänger gibt, als die Gruppe Frauen, die als Kinder Experimente waren und Rylands Männer. Dr. Whitney hatte wirklich Nerven, an so vielen Menschen Experimente durchzuführen und ich verachte ihn noch mehr, aber es waren einige sehr interessante neue Charaktere dabei, die ich gern kennenlernen würde.
Der Showdown ist spannend, zwar nicht unbedingt spannender als die Handlungen davor, aber man erfährt endlich, wer der Verräter ist und alles wendet sich zum Guten. Dahlia entscheidet sich dann auch endlich, wie sie zu Nicolas stehen will.

Dahlia kann seit sie klein ist Gegenstände durch ihre pure Willenskraft bewegen. Sie kann die Energie um sich herum manipulieren, doch kann sie diese auch sehr hart treffen, zum Beispiel wenn sie die Gefühle ihrer Mitmenschen spürt. Dann erleidet sie Zusammenbrüche. Ihre Gabe ist gleichzeitig ihr Fluch, vor dem sie sich fürchtet und sich vor anderen Menschen mehr zurückzieht.
Sie selbst hat japanische Züge und das Aussehen einer zerbrechlichen Porzellanpuppe. Aber sie ist alles andere als zerbrechlich. Dahlia ist eine sehr starke, sture Persönlichkeit, die wortwörtlich Feuer versprüht.
Durch den Überfall und die Zerstörung ihres Zuhauses gerät ihre Welt aus den Fugen. Sowohl ihr Mentor Jesse, als auch die beiden Frauen Milly und Bernadette werden ihr genommen, sodass sie, mal wieder, ganz allein ist. Dahlia gibt sich selbst Schuld an dem Ganzen, weil es eigentlich sie treffen sollte. Und das, obwohl sie schon ihr ganzes Leben Verrat und Schmerz ertragen musste. Aber damit sollte es auch noch weitergehen.
Dahlias Charakter besteht eigentlich aus zwei Seiten. Normalerweise ist sie durch und durch eine starke Kämpferin und gibt niemals auf, egal worum es geht. Aber nach dem Verlust ihrer kleinen Welt und immer weiteren Problemen wird sie schwach und an vielen Stellen tat sie mir richtig leid. Vor allem, wenn man sah, wie tief ihre Wunden eigentlich wirklich gingen. Und sie das doch so gut versteckte. Doch von vielen Erlebnissen ist sie regelrecht traumatisiert worden.
Als Dahlia dann die anderen Schattengänger kennen lernt ist sie zunächst eher verhalten, hatte sie doch nie groß mit Menschen zu tun und fürchtet die Nähe. Aber als sie sieht, wie viel Spaß die Männer zusammen haben und wie sie sich alle geschlossen für sie einsetzen, taut sie auf und sieht sie als ihre Familie an. Sie fühlt sich sehr bald wohl und willkommen.

Nicolas kennt man schon aus dem Vorgänger. Er ist still und schweigsam, Lily gruselt sich regelrecht vor seiner tödlichen Ausstrahlung. Wenn Nico kämpft ist er sehr zielstrebig, schnell und explosiv. Er ist der perfekte Scharfschütze mit einer eiskalten Mimik, die nie seine Gefühle verrät. Aber ihm auch den nötigen Respekt einbringt.
Da Nico ein sogenannter Anker ist (ein Schattengänger, der die Gefühle der anderen besänftigen und kontrollieren kann), kann er Dahlia helfen, ihre Anfälle zu mindern. Das geschieht meistens durch Berührung, obwohl sich beide nicht gern anfassen lassen. Mit der Zeit gewöhnen sie sich immer mehr  aneinander und ihre Fähigkeiten wachsen zusammen weiter.
Nico ist als Junge bei beiden Großvätern aufgewachsen. Und bei beiden war er ausschließlich in der Natur. Er liebt die Wildnis und sieht diese als seine eigentliche Heimat an. Auch seine beiden Großväter liebt er über alles. Von ihnen hat er alles gelernt, sie sind seine Vorbilder. Es ist interessant an ihm, dass er glaubt, dass jedes Leben seinen Zweck erfüllt und nach jedem genommenen Leben es bedauert. Es ist eine andere Seite von ihm, die man auf den ersten Blick nicht vermutet.

Durch Dahlia wird Nicolas in seinem Leben zum aller ersten Mal weich, und es soll in ihrer Gegenwart nicht das letzte Mal sein. Bei ihr will er plötzlich Gefühle zeigen und er verspürt das Verlangen, sie zu trösten. Und das, obwohl er doch der kalte, unnahbare Krieger ist. Aber in ihrer Gegenwart ist er sofort anders, richtig sanft, so wie zu keinem zuvor. Er zeigt Emotionen und es ist unglaublich, wie eine Frau auf einen Mann wirken kann. Aber wahr. Vor allem liebe ich diese Weise, da Nicolas es wirklich nur ihr zeigt, nie vor seinen Freunden, sondern nur wenn sie wirklich allein sind.
Nicolas will Dahlia schon sehr früh. Er würde sie am liebsten nie mehr gehen lassen. Doch Dahlia ist da anders, von Beziehungen und Liebe will sie nichts hören und auch körperlich hält sie sich vor ihm zurück. Hier bewahrt die Frau einmal den kühlen Kopf und der Mann kämpft verzweifelt um die Liebe - normal ist das in den meisten Büchern andersrum, und deswegen ist dieses Buch so toll, weil es nicht so ist. Ich hätte es vor allem von so einem kalten Mann wie Nicolas eher nicht erwartet. Das ganze war erfrischend und überraschend.
Und beide sind so unterschiedlich! Nicolas ist so ruhig und kalt, während Dahlia eher chaotisch und feurig ist. Sie ergänzen sich total, auch in ihren Fähigkeiten. Sie bringt Nico zum Schmelzen und er kann ihr das Leben leichter machen. 
Doch haben sie auch viel gemeinsam. Beide sind normal viel lieber einsam, sie lieben die Natur über alles. Das  Schöne ist immer noch, die beiden können zusammen sein, ohne das die Nähe ihnen gegenseitig zu viel wird. <3


Fazit

Die Geschichte rund um Nicolas und Dahlia hat mir noch besser gefallen, als der erste Band. Ihre Beziehung hat sich langsamer, realer entwickelt, war für mich greifbarer. Und so etwas punktet bei mir sehr.
Insgesamt kann ich diese Bücher ohne Sorge weiterempfehlen, nicht nur, weil Christine Feehan sehr gute Ideen hat, nein, auch ihr Schreibstil ist sehr schön und zieht mich total in ihren Bann.
Eine neue Suchtreihe wurde erfolgreich gefunden!


Spiel der Dämmerung bekommt:
5/5 Herzen


Band 2: Spiel der Dämmerung
Band 3: Tänzerin der Nacht
Band 4: Schattenschwestern
Band 5: Düstere Sehnsucht
Band 6: Fesseln der Nacht
Band 7: Magisches Spiel
Band 8: Schicksalsbund
Band 9: Im Bann des Jägers

2 Kommentar[e]:

  1. Das du sagst, dass Band 2 besser ist wie 1 beruhigt mich ein bisschen und macht mir Hoffnung darauf, dass es mich doch noch weiter interessieren könnte.
    Ich habe Band 1 vor einiger Zeit gelesen, allerdings fand ich es weder richtig schlecht noch richtig gut. Die Geschichte an sich ist super interessant und alles, nur hatte ich ab und zu Probleme mitzukommen und habe deswegen ziemlich lange gebraucht um diesen Band zu lesen.
    Vielleicht sollte ich mich doch mal an Band 2 heran wagen, was meinst du?!

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  2. Klingt nach einer echt guten Reihe. Muss ich mir unbedingt mal näher anschauen. :)
    Traumtänzerin

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