Dienstag, 25. Oktober 2011

[Rezension] Darkyn 01. Versuchung des Zwielichts von Lynn Viehl

Dienstag, 25. Oktober 2011


Autor: Lynn Viehl
Originaltitel: If Angels Burn
Reihe: Darkyn #1
Verlag: Egmont Lyx
Umfang: 390 Seiten
Preis: 9,95 €uro
ISBN: 978-3-8025-8269-1



Klappentext

Als plastische Chirurgin hilft Alexandra Keller vor allem bedürftigen Menschen. Eines Tages erhält sie einen Anruf von dem Millionär Michael Cyprien aus New Orleans, der angeblich dringend ihre Hilfe braucht. Da Alexandra sich weigert, seinen Fall zu übernehmen, lässt Cyprien sie kurzerhand entführen. Als die Ärztin ihm gegenübersteht, ist sie schockiert. Cyprien wurde von seinen Feinden grausam gefoltert und ist schwer entstellt. Doch das Unfassbare ist seine Fähigkeit, innerhalb von wenigen Augenblicken zu heilen. Dies machte eine Operation bisher so gut wie unmöglich. Durch ihre außergewöhnliches Geschick gelingt es Alexandra, sein Gesicht wieder vollständig herzustellen, und sie sieht sich einem äußerst attraktiven Mann gegenüber. 
Alexandra gerät in eine düstere Welt, deren Existenz alles in Frage stellt, woran sie glaubt. Denn Michael Cyprien ist einer der unsterblichen Darkyn, die sich von menschlichem Blut ernähren. Die Darkyn wurden vor vielen Jahrhunderten zu Vampiren gewandelt und sind davon überzeugt, unter einem Fluch zu stehen. Als Wissenschaftlerin ist Alexandra fest entschlossen zu beweisen, dass es für alles eine rationale Begründung gibt. Doch die magische Anziehungskraft, die Michael Cyprien auf sie ausübt, lässt sich nicht mit dem Verstand erklären. (Text- & Bildquelle: Egmont Lyx)


Meine Meinung

Bei den Darkyn-Büchern gehen ja die Meinungen ziemlich auseinander. Es gibt Leute, die lieben diese Bücher und es gibt Leute, die können sich dafür gar nicht begeistern. Da der Inhalt nicht schlecht klang, habe ich mich einfach mal daran versucht und ich gehöre wahrscheinlich zu der dritten Gruppe von Leuten, die die Bücher ganz gut fanden, aber sie nicht gleich vergöttern.

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr brisant, so beginnt sie doch gleich mit dem Erhalt eines Briefes von Cyprien an Alexandra, indem er ihr ein millionenschweres Angebot macht.
Gleich zu Beginn bekommt man auch einen Einblick in Alexandras Alltag, vor allem in ihr ärztliches Leben, für das sie fast ausschließlich lebt. Da ich sehr gerne Arztserien schaue, interessierte mich ihre Arbeit sehr und das hob sich gleich am Beginn positiv heraus. Man lernt auch schreckliche, traurige Schicksale kennen, um die sie sich kostenlos kümmert und die in einem eine Art Mitgefühl für diese Menschen wecken.
Nachdem die Handlung so ihren Lauf nahm wird Alex auch bald entführt, den Zeitpunkt fand ich sehr passend, denn sonst wäre es zu langweilig und eintönig geworden. Doch Spannung kommt trotzdem nicht wirklich auf. Mit der Zeit legte sich das, es wurde interessanter, man verstand langsam besser und man will die Wahrheit wissen. Wenn ich es jetzt im Nachhinein betrachte, war es genial eingefädelt von Viehl.
Bei Cyprien selbst kommt so einiges auf den Leser zu. Ganz vorne dabei sind hier französische Sätze, da Philippe, Michaels Seneschall, kein Englisch spricht und so meist mit französischen Worten kommuniziert. Es ist ärgerlich, dass diese Sätze nicht übersetzt wurden. Ich verstand das meiste zwar, aber Leser, die der Sprache nicht mächtig sind, muss das nerven und diese haben sicherlich einen Übersetzer gebraucht. Das war nicht sehr klug überlegt und behinderte den Lesefluss. Das gleiche gilt für lateinische Worte und einige komplizierte Arztbegriffe, mit denen man als Normalsterblicher ohne Erklärung doch nur wenig anfangen kann.
Auch gilt das bei den vielen fremden Begriffen, wie Tresora, Jardin oder Sykgenis (?), die in der Welt der Darkyn gebraucht werden, jedoch nie ganz klar wird, was sie eigentlich bedeuten. Ein Glossar wäre hierbei vielleicht gar nicht so schlecht gewesen.

Nach und nach fließen andere Handlungsstränge mit ein, die mich jedoch anfangs erstmal verwirrten. Man musste hierbei schon aufmerksam lesen um mitzukommen. Jedoch ging es auch dann nach den Anfängen dieser Nebenhandlungen und man merkte, dass sie alle im Zusammenhang stehen. Auch tauchen hier Personen auf, um die es sich in den Folgebänden drehen wird.
Am Ende führen alle Verstrickungen zusammen. Es gibt totale Überraschungen und Wendungen und der Showdown ist nicht zu verachten.
Doch hatte ich mir insgesamt mehr aus dem Buch in Sachen Liebe und Romantik erhofft. Die sucht man hier eigentlich vergeblich, denn Alex und Michael stellen irgendwann einfach fest, dass sie sich lieben und fertig.
Auch kam das Ende sehr abrupt und man wird eigentlich im Dunkeln gelassen, ob sie sich denn nun für ihn entschieden hat oder nicht. Ich hoffe mal, ich finde im zweiten Band Antworten!

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass Alexandra sehr humorvoll sein kann. Mit ihren sarkastischen Bemerkungen brachte sie mir ab und an ein Lächeln auf die Lippen und sie lockerte so manche ernste Situation auf.
Alex hat in ihrer Kindheit auf der Straße gelebt, mit ihrem Bruder John. Bis sie von einer Pflegefamilie adoptiert wurden. Früher verstand sie sich super mit ihrem Bruder und sie hat ihn sehr geliebt, aber durch gewisse Vorkommnisse hat er sie enttäuscht und das zeigt sie ihm offen.
Alex war mir eigentlich auf Anhieb sympathisch. Mit ihrer locker flockigen Art und ihren sarkastischen Ausdrücken erinnerte sie mich etwas an mich selbst. Auch mit ihrer taffen und starken Art ist sie sehr liebenswert. Sie bringt wirklich nichts aus der Ruhe. Jedoch lässt sie sich auch kaum was sagen, vor allem von Michael, und rebelliert oft gegen ihn. Der kannte so etwas nicht, auf ihn müssen Frauen und Untertanen hören, aber Alex beleidigt ihn sogar öffentlich. Sie wehrt sich sehr lange gegen ihn und seine Anziehung, was gut so ist. Wenn sie den Widerstand früher aufgegeben hätte, wäre es einfach total unpassend zu ihrem sturen Charakter gewesen.

Michael ist ein sehr charmanter und gefühlvoller Mann. Als Alexandra jedoch zu ihm kommt, ist sie zutiefst erschrocken. Sein Körper hat schlimme Verletzungen davon getragen, woran deutlich wird, wie viel er durchleiden musste und immer noch muss. Schnell wird klar, wieso nur Alexandra ihm helfen kann.
Anfangs war er mir doch recht sympathisch, so empfand ich ihn als arrogant und egoistisch. Doch mit der Zeit hat sich das gelegt und ich fand ihn richtig nett. Er hat Alex nie schlecht behandelt, auch wenn er die Möglichkeit dazu gehabt hätte.

John selbst ist Priester geworden, hat sich, laut Alex, stark verändert. Er hatte Gründe, Priester geworden zu sein, diese werden aber anfangs sehr mysteriös gehalten. Vor allem bei ihm und Alex wird klar, wie gegensätzlich die Autorin ihre Figuren darstellt. John wirft bei jeder Szene, in der er ist, Fragen auf, die erst nach und nach geklärt werden. So bleibt es, was ihn angeht, spannend. Es war sehr gut durchdacht, dass ganze so darzustellen.
Er würde sich gern mit seiner Schwester wieder gut stellen, jedoch erweist sich das schwerer als gedacht und da er nicht von Gottes Pfad abweichen darf, bleiben ihm auch nicht viele Möglichkeiten.

Ich muss sagen, ich habe schon sehr viele Vampirbücher gelesen und der Markt boomt immer noch damit, aber solche Ideen sind mir noch nirgendwo untergekommen. Sie sind neu und stechen sich von der Masse ab.
Denn bei Lynns Vampiren spielen die Blumen eine tragende Rolle, was eine sehr schöne Überlegung war. Außerdem sollen die Darkyn verflucht sein. Die Rolle ihrer Feinde, die ich nicht verraten werde, ist auch sehr interessant und habe ich bisher so noch nicht gekannt.


Fazit

Ich habe lange überlegt, was ich dem Buch denn nun für eine Bewertung gebe. Schlussendlich habe ich mich für die schlechtere Bewertung entschieden, da ich das Buch nur durchschnittlich fand und ich den weiteren Bände viel Luft nach oben lasse. Die positiven und negativen Aspekte gleichen sich ungefähr aus und so entstand die Bewertung.
Die Idee rund um die Darkyn gefällt mir allerdings sehr und Lynn Viehl hat einen recht erfrischenden Schreibstil, sodass das Lesen wirklich Spaß gemacht hat. Außerdem geht es im zweiten Band um eine sehr interessante Person, weswegen ich weiterlesen werde und hoffe, dass sich die Bücher steigern können.


Versuchung des Zwielichts bekommt:
3/5 Herzen



Band 1: Versuchung des Zwielichts
Band 3: Dunkle Erinnerung
Band 4: Blindes Verlangen
Band 5: Für die Ewigkeit
Band 6: Ruf der Schatten
Band 7: Am Ende der Dunkelheit

3 Kommentar[e]:

  1. Schön geschriebene Rezension und man soll sich von einem nicht ganz so starken Start ja auch nicht abhalten lassen, wenns danach bergauf geht. Werde den ersten Teil auf jeden Fall bald lesen und bin schon gespannt auf deine zukünftige Meinung zu Band 2. Ganz liebe Grüße :)

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  2. Ich bin jetzt Leser bei dir :) Es ist wirklich ein schöner Blog ;)

    LG
    Emmily

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  3. Boah was für eine lange Rezension! :D Umso schader ist es, dass dieser Auftakt dann nun so m ausfiel. Für mich sind nur 3 Sterne ein Grund nicht mehr zu zugreifen- dafür gibts einfach zu viele schöne Bücher :)

    ich habe deinen Blog im Übrigen eben erst entdeckt und fand ihn farblich sehr ansprechend! Ich LIEBE orange :D Schönes Herbstfeeling bei dir!

    LG
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    Jeden Montag neuer Lesestoff

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