Freitag, 2. September 2011

[Rezension] Zwielichtlande 01. Schattentochter von Erin Kellison

Freitag, 2. September 2011


Autor: Erin Kellison 
Originaltitel: Shadow Bound
Reihe: Zwielichtlande #1
Verlag: Egmont Lyx 
Umfang: 381 Seiten
Preis: 9,99 €uro
ISBN: 978-3-8025-8471-8


Klappentext

Die Welt wird von seelenlosen Wesen heimgesucht, die den Menschen die Essenz aussaugen und sie in unsterbliche, gnadenlose Geschöpfe verwandeln. Sie zu verletzen oder gar zu töten ist keinem Menschen möglich. Sie sind viel stärker als Menschen und generieren sich schon nach kürzester Zeit. Ein Krieg der aussichtslos erscheint steht vor der Tür. 
Auch Adam Thornes Bruder Jacob wurde von diesem Schicksal ereilt. Nachdem Adam mit ansehen musste, wie sein Bruder ihre Eltern tötete, suchte er nach einem Weg, ihn zu vernichten und Rache zu nehmen. Solange hält er Jacob gefangen. Um eine Möglichkeit zu finden, seinen Bruder zu töten, hat er ein Forschungsinstitut gegründet. Als er dann der geheimnisvollen Talia O'Brian begegnet, glaubt er, der Lösung nahe zu sein. Talia verfügt über ungewöhnliche Fähigkeiten: sie kann die Schatten um sich weben und durch bloße Berührung die Gefühle eines Menschen spüren. Adam ist fasziniert von der zarten Schönheit, die schon bald tiefe Leidenschaft in ihm weckt. 
Doch die Seelenlosen sind Talia auf den Fersen, da sie Zugang zu einer Macht hat, welche die dämonischen Jäger zu vernichten vermag. Aber Talia begreift ihre Kräfte selbst kaum und fürchtet sich vor der Kreatur, die sie durch ihre Stimme herbeirufen kann. Ist der geheimnisvolle Schattenmann, der als Einziger die Seelenlosen vernichten kann, wirklich auf ihrer Seite, oder beschwört sie durch die Vernichtung eines Übels ein noch viel größeres Unheil herauf? (Text- & Bildquelle: Egmont Lyx)


Meine Meinung

Schon als ich vor Monaten diesen Titel bei Lyx entdeckte wusste ich, dass ich ihn unbedingt kaufen und lesen muss. Mich hatte damals das Cover richtig in seinen Bann gezogen und der Inhalt klang ganz nach den Dingen, die ich verschlinge wie ein Sandwich.
Die Idee mit den seelenlosen Geschöpfen war mir neu und es interessierte mich brennend, dass ich den August seit Monaten entgegenfieberte.
Rechts ist im übrigen das Originalcover von Schattentochter zu sehen, zu dem ich mich diesmal nicht so viel äußern möchte, nur eins - das deutsche Cover ist viel hübscher! <3

Schon den Prolog fand ich total schön, Erin Kellison kann sich so wundervoll ausdrücken und verzauberte mich nach wenigen Seiten mit ihren Worten. Ich war so verdammt neugierig auf das weitere Geschehen.
Der mysteriöse Schattenmann hat mich das ganze Buch lang tierisch interessiert. Man erfuhr nicht viel über ihn, außer, dass er der Todesbote war und die gerade frisch Verstorbenen in die Zwielichtlande begleitete. Und das er die herzkranke Frau namens Kathleen innig liebte, so innig, dass er ein Kind mit ihr zeugte.
Die Zwielichtlande selbst sind der Ort, an dem die Toten kurz verweilen, bevor sie weiter reisen. Es bildet den Übergang zwischen dem Jenseits und der Erde.
Die Idee, dass der Schattenmann alle Verstorbenen mit einem Boot über das Meer zum Jenseits, einer Insel, bringt, ist richtig gut und originell. Aus etwas altbekanntem wird etwas Neues gezaubert.

Schließlich beginnt die eigentliche Handlung, welche, wenn man sie insgesamt betrachtet, eine gute Mischung aus Action und Romanze ist.
Durch den späteren Verrat, die große Flucht, das Treffen von Zoe und Abbigal und den Showdown auf dem Schiff des Dämons bleibt die ganze Zeit über Spannung und es wird nie langweilig. Immer passiert etwas und in den wenigen Pausen dreht sich alles um die Beziehung von Adam und Talia.
Die Idee, wie die Menschen zu Seelenlosen werden und was genau dahintersteckt, ist einfach abgrundtief genial! Erin Kellison hat so viele gute Ideen, dass mich ihre Fantasie schlichtweg begeistert.

Man lernt zuerst Adam kennen, der verzweifelt versucht eine Möglichkeit zu finden seinen Bruder Jacob zu töten und somit seine Eltern zu rächen. Er würde alles dafür tun, soviel steht fest.
Als er dann die Dissertation von Talia liest, in welcher der Schattenmann erwähnt wird, den Jacob so fürchtet, beschließt er, sie zu suchen.
Adam sieht in ihr anfangs - aber auch noch später eine ganze Zeit lang - nur ein Mittel zum Zweck. Eine Waffe, mit der er Jacob vernichten und die Welt retten kann. So absurd wie es klingt, Adam hält sich wirklich für einen Helden. Und das nervt mich an ihm gewaltig!
Auch macht es ihn wirklich unsympathisch, dass er Talia nur als Waffe ansieht. Klar, jeder würde die Menschheit beschützen wollen vor einem Krieg, der aussichtslos erscheint, aber er hat eine merkwürdige Vorgehensweise.
Adam will wirklich alles und jeden beschützen, was unmöglich ist - trotzdem glaubt er daran, dass er es kann. Aber egal was passiert, er ist immer für seine Leute da und denkt in Stresssituationen pragmatisch. Er will allen helfen und wegen seinem großen Herz lieben ihn so viele (Custo, Patty...).

Talia ist Kathleens Tochter und somit auch die Tochter des Schattenmannes. Dadurch hat sie besondere Augen, die ihre Farbe wechseln, je nach Stimmung und besondere Fähigkeiten. Sie kann sich zum Beispiel in den Schatten verstecken, sodass man sie nicht erkennen kann.
Wenn sie schreit, dann kann sie ihren Vater rufen und dieser ist die einzig bekannte Möglichkeit, die Seelenlosen zu töten.
Talia ist ein Mensch, der über alles Kontrolle und absolute Ordnung braucht, ansonsten funktioniert nichts. Leider bedient sich Kellison auch einem typischen Klischee, welches ich abgrundtief hasse: schwache Frau braucht Hilfe von einem starken Mann, der versucht, die Welt zu retten. Auch wenn Talia stur ist und auch zunächst misstrauisch gegenüber Adam, es nervt mich trotzdem.
Irgendwann bietet Talia Adam Paroli und lässt nicht mehr komplett über sich bestimmen. Ab diesem Zeitpunkt macht sie eine riesige Entwicklung bis zum Schluss durch. Sie stellt sich langsam ihrer Angst, versucht mit den Schatten umzugehen und ist endlich nicht mehr nur ängstlich wie ein kleines Kind, was immerzu davon rennt und sich versteckt.

Von den zahlreichen Nebenpersonen, die im Band starben, hatte ich Custo am liebsten gewonnen. Er war mir sogar lieber als die beiden Hauptprotagonisten. Um ihn geht es im zweiten Band, auf welchen ich mich schon riesig freue!
Denn Custo ist kurz gesagt ein toller Kerl. Er baut Adam, seinen besten Freund, auf und ersetzt ihm seine Familie. Sie sind wie Bruder zueinander, und Custo hat ein riesiges Herz, so groß, dass er sich für Adam jederzeit opfern würde, wenn es nötig ist.
Als er sich dann im letzten Drittel opferte und starb hatte ich Tränen in den Augen. Da war ich es schon gewohnt, dass viele Nebenpersonen starben, aber dass es Custo auch traf, stimmte mich traurig. :/
Gleichzeitig ist Custo der Hauptgrund, wieso ich mir den zweiten Band überhaupt zu legen werde.

Auch Patty, eine nette, herzliche Frau und Wissenschaftlerin, war eine herzliche Person - und starb. Sie setzte sich von Anfang an für Talia ein, war auch teils gegen Adams Entscheidungen, und opferte sich ebenfalls, aber für Talia. Weil sie Adam versprach, auf diese aufzupassen.
Sie war eine alte Freundin der Familie Thorne und kannte sowohl Adam, als auch Jacob, von klein auf. Nicht zuletzt deswegen weigerte sie sich, Jacob weh zu tun. Das zeigt ihr großes Herz.

Nachdem Custo verstorben war nahm der Spannungsbogen ein ganzes Stückchen zu. Das war der Moment, an dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Der Moment, an welchem Adam und Talia die Rollen tauschten. Er gab auf und sie versuchte alles, um ihn zu retten. Das anschließende Finale auf dem Schiff des Dämons war bombastisch und hätte nicht besser seien können!
Auch wenn viele Fragen über die Zukunft der beiden am Ende offen bleiben, so kann man sich sicher sein, dass sie eine Zeit lang glücklich sein werden. Es ist kein Happy-End für immer, und genau das gefällt mir gerade daran.
Der anschließende Epilog, in welchem mein heißgeliebter Custo wieder auftauchte, ist ein Übergang zum zweiten Band und er verspricht einige Wendungen.


Fazit

Nachdem ich mir nun alles ausführlich von der Seele geschrieben habe, musste ich mich für eine Bewertung entscheiden, was mir nicht leicht fiel. Klar, dass Buch hatte einige negative Punkte, die ich auch aufgeführt habe.
Aber die Idee ist so neu, die teils genialen Überlegungen machen Lust auf mehr und das Buch mich wirklich gefesselt und auch teils begeistert.


Schattentochter bekommt:
4/5 Herzen




Band 1: Schattentochter
Band 3: Schattenmann

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