Sonntag, 25. September 2011

[Rezension] Nach dem Sommer von Maggie Stiefvater

Sonntag, 25. September 2011


Originaltitel: Shiver
Reihe: Die Wölfe von Mercy Falls #1
Verlag: Script5 
Umfang: 421 Seiten
Preis: 18,90 €uro
ISBN: 978-3-8390-0108-0



Klappentext

Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren - und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf, der sie vor sechs Jahren gerettet und sie nun jedes Jahr aufs Neue beobachtet. 
Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotz er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen - bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. 
Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher - und mit ihm den endgültigen Abschied. (Text- & Bildquelle: Script 5)


Meine Meinung

Ich liebe sämtliche Bücher, die mit Gestaltwandlern zu tun haben, so auch die mit Wölfen. Durch sehr viele Empfehlungen wollte ich "Nach dem Sommer" unbedingt lesen, habe es mir gekauft - und dann lag es erstmal einige Zeit hier rum, ich habe nur immer wieder das total schöne Cover angestarrt.
Jetzt frage ich mich mittlerweile, wieso ich es nicht eher gelesen habe? Denn das Buch verkörpert alles, was ich liebe.

Was mir am Anfang gleich auffiel, waren die Temperaturangaben neben den Kapiteltiteln. Die Titel stellen immer die Namen dar, der Person, aus deren Sicht geschrieben wurde, also Grace oder Sam. Die Temperatur zeigte an, wie warm oder wie kalt es in dem Moment ist.
Anfangs war ich verwirrt und überlegte, was das sollte. Aber da sich Sam und die anderen immer in Wölfe verwandelten, sobald es kalt genug war, machte das Sinn und ergänzte die Handlung etwas. Es hat mir sehr positiv gefallen.

Anfangs findet ein Rückblick statt, auf das Ereignis, bei welchem Grace als Elfjährige von den Wölfen angegriffen und in den Wald verschleppt wurde. Sam rettete sie vor den anderen, weil sie keine Angst vor dem Tod hat und so menschlich ist. Denn er will auch menschlich sein, wie im Laufe der Handlung klar wird. Er hasst seine wölfische Seite.
Der Rückblick selbst ist etwas verwirrend am Anfang, da man nicht sofort versteht, dass es einer ist, aber danach ist man sofort in der Handlung drin. Ich war regelrecht davon gefangen.
So sehr viel passiert im Buch nicht. Was ich aber nicht als störend empfand, im Gegenteil, ich fand das Buch total schön. Es ist herzzerreißend, wie Sam und Grace versuchen, ihn warm zu halten und vor der Kälte zu schützen, damit sie immer noch einen Tag länger zusammen bleiben können.
Außerdem gab es immer wieder kleine Überraschungen während der Handlung, was das Ganze interessanter machte.

Grace ist gerade mal siebzehn Jahre alt, aber schon vollends auf sich allein gestellt. So eine richtige Familie hatte sie nie. Ihre Eltern sind beide mehr mit sich oder ihrer Arbeit beschäftigt, weswegen das Kochen und die Hausarbeit an Grace hängen bleiben.
Sie interessieren sich wirklich null für ihre Tochter. Da frag ich mich, wieso sie dann eine haben wollten? Wenn man solche Eltern hat, braucht man auch gar keine. Aber durch diese Umstände hat Grace eine gewisse Reihe und ist erwachsen. Insgesamt betrachtet ist das Verhältnis sehr unterkühlt.
Sam fasziniert Grace schon, seitdem er sie damals gerettet hat. Schon da fand sie seine Augen außergewöhnlich und jedes Jahr im Winter sieht sie ihn wieder. Sie sagt, im Laufe der Handlung, dass es Liebe auf den ersten Blick war, und das merkt man bei ihr. Sie würde für Sam durchs Feuer gehen.
Grace ist eine richtige Leseratte und eigentlich ein stiller Typ von Mädchen. Aber sie weiß, was sie will - und sie will Sam. Das macht sie ihm auch immer wieder deutlich.
Insgesamt finde ich ihren Charakter erfrischend, ich kann mich mit ihr identifizieren und könnte sie mir als Freundin vorstellen.

Sam ist ein, kurz gesagt, wirklich toller Kerl. Er ist einer der Wölfe, der aber nie einer sein wollte. Wie kein anderer hängt er an seiner menschlichen Seite und hat früher immer viel gelesen, um zu lernen.
Mit seinen Eltern hat er viel Mist durchgemacht, und dafür tut mir leid. Was seine Eltern getan haben ist schrecklich, und das hat ihn geprägt. Allerdings ist ihr Schock auch etwas nachvollziehbar, ihre Reaktion trotzdem nicht, weil es inhuman ist. Jedoch hat Sam dann im Rudel eine Familie gefunden und in Beck so was wie eine Vaterfigur. Er spricht immer so liebevoll von ihm, bis Beck etwas Dummes macht, was nicht spurlos an Sam vorbeigeht.
Sam ist gegenüber Grace stets vorsichtig und berührt sie nur zaghaft, weil er ihr nicht weh tun will. Das ist ziemlich süß von ihm. Genauso süß ist seine Schüchternheit, die er manchmal an den Tag legt. Man kann ihn wirklich nur lieben für seine Art, denn trotz allem tut er alles, um Grace zu schützen und würde sie mit seinem Leben verteidigen.
Sehr interessant fand ich auch die Tatsache, dass sich die Wölfe nicht an ihr Dasein als Wolf erinnern können, sobald sie sich zurückverwandeln oder umgekehrt. Genauso wie, dass die Temperaturen damit zusammenhängen. Das habe ich noch nirgendwo gelesen und fand ich klasse.

Sam und Grace sind ein richtig süßes Liebespaar, was mit keinem so richtig vergleichbar ist. Grace ist anfangs eher der offensive Part der Beziehung, sie weiß was sie will. Sam weiß natürlich auch, aber ihr gegenüber ist er zunächst sehr zurückhaltend. Mit der Zeit wird ihre Beziehung tiefer und gefühlvoller und es gibt einige romantische Szenen, die mir sehr gefallen haben.
Im Großen und Ganzen passiert ja im Buch nicht viel. Es steht immer die Beziehung von Grace und Sam im Vordergrund, was mich aber nicht gestört hat. Es war durch und durch einfach ein Buch zum träumen. Die perfekte Mischung aus kleinen Neckereien zwischen den beiden, ernsten Gesprächen und Augenblicken, traurigen Momenten und total romantischen Szenen.
Besonders schön fand ich ja, dass Sam für Grace sogar einen Song geschrieben hat. So etwas wünscht sich doch jedes Mädchen, oder nicht?

Isabel, um welche es auch mehr im nächsten Band gehen soll, ist die Schwester von Jack, der vor einigen Tage im Wald tot gefunden wurde, von Wölfen getötet. Anschließend ist er spurlos aus der Leichenhalle verschwunden.
Isabel wirkt zunächst nicht traurig darüber, sondern eher gefühllos. Generell ist sie anfangs eine total arrogante, egoistische Zicke. Doch während der Zeit nimmt sie eine positive Wendung und das gefällt mir. Sie ist einer der Charaktere, der sich am meisten weiterentwickelt.

Die beiden Freundinnen von Grace, Rachel und Olivia, haben auch mehrere Auftritte, wobei man Olive wesentlich besser kennenlernen darf, als Rachel. Jedoch finde ich, dass das Verhältnis zu beiden unterkühlt ist, wie bei Graces Eltern. Es ist kompliziert und es herrscht eine gewisse Distanz, da Grace beiden nichts von ihren Wölfen erzählen möchte, was ja schon sehr persönlich für sie ist.
Doch finde ich gut, dass sie Grace nicht glauben, wenn sie mit der Werwolfsache anfängt. Das gibt dem ganzen eine gewisse Realität und Glaubhaftigkeit.


Fazit

Bei diesem Buch ist nicht nur das Cover wunderschön, sondern auch die Liebesgeschichte zwischen Sam und Grace, die mir vor allen auf den letzten 50 Seiten die eine oder andere Träne ins Auge trieb.
Ich kann diese Geschichte mit keinem Buch so recht vergleichen, da sie einfach was Besonderes ist. Aber was ich weiß ist, dass es jeder unbedingt lesen sollte, der auf eine herzzerreißende Liebesgeschichte steht, deren Ausgang auch noch nach dem Ende des ersten Bandes etwas ungewiss ist und gespannt auf alles Weitere macht.


Nach dem Sommer bekommt:
5/5 Herzen


Die Wölfe von Mercy Falls

Band 1: Nach dem Sommer

1 Kommentar[e]:

  1. hihi, wir haben dich auch erfolgreich angesteckt ^.^ Werwölfe sind und bleiben einfach sexy =)
    Gruß Hanna :*

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