Dienstag, 20. September 2011

[Rezension] Jägerin der Dunkelheit von Christine Feehan

Dienstag, 20. September 2011


Originaltitel: Shadow Game
Reihe: Der Bund der Schattengänger #1
Verlag: Heyne
Umfang: 552 Seiten
Preis: 8,95 €uro
ISBN: 978-3-453-53309-7


Klappentext

Sie sind Schattengänger, eine Gruppe herausragender Kämpfer mit übersinnlichen Kräften. Um aus ihnen eine Truppe von Elitesoldaten zu machen, wird der brillante Wissenschaftler Dr. Peter Whitney beauftragt, ihre besonderen Begabungen noch zu verstärken. Doch dann gerät das geheime Experiment außer Kontrolle und einige Männer kommen auf mysteriöse Art ums Leben. 
Ihr Anführer, Captain Ryland Miller, ahnt, dass er das nächste Opfer sein wird. Als Dr. Whitney ermordet wird, ist Millers letzte Hoffnung dessen junge, geniale Tochter Lily. Von der ersten Sekunde an sind sie voneinander gebannt - was niemand weiß: auch Lily trägt übersinnliche Fähigkeiten in sich. Gemeinsam stoßen Miller und Lily auf ein Geheimnis, das den Lauf der Welt verändern wird... (Text- & Bildquelle: Heyne)


Meine Meinung

Schon mehrere Male durfte ich mir von einer Freunden Schwärmereien bezüglich dieser Reihe anhören und nun habe ich mich endlich dazu entschlossen, den ersten Band zu lesen. Auch, wenn sie meinte, dass der erste angeblich nicht so gut sein soll, davon musste ich mich natürlich selbst überzeugen - und ich finde ihre Kritik nicht berechtigt! Der Auftakt dieser Reihe ist, meiner Meinung nach, richtig genial und grandios.

Die Handlung beginnt im Forschungslabor selbst. Von Anfang an fand ich sie spannend und mitreßend. Und noch auf den ersten 50 Seiten geschieht ein Mord, der alles verändert. Alles ist mysteriös und das zieht sich durch das ganze Buch hin.
Lily wird durch den Mord ihres Vaters klar, dass ihre Kindheit und ihr bisheriges Leben eine Lüge war. Genauso wie ihr Vater ein Mann, der im Rahmen von Experimenten schreckliche Dinge getan hat, und mit den Schattengängern wiederholt. Ihr Weltbild rund um ihr Leben und ihren geliebten Vater wird komplett auf den Kopf gestellt. Sie muss Ryland und seine Kameraden retten, ihnen helfen aus dem Labor freizukommen, sonst werden sie alle früher oder später sterben.
Außerdem entwickelt sich eine sehr heiße Anziehung zwischen Ryland und Lily. Sie fühlen sich unweigerlich voneinander angezogen und das wird sehr schön beschrieben. Sonst empfinde ich diese Anziehung auf den ersten Blick als total nervend, aber hier passt es einfach. Zu der Situation, zu den Charakteren, zur ganzen Geschichte.

Die erotischen Szenen, die im Buch vorkommen, sind voller heißer Leidenschaft. Vor allem da wurde mir Christine Feehans wunderschöner Schreibstil bewusst, da sie alles ein wenig träumerisch aufzog und ihre Sprache mich total begeisterte. Auch wenn es mir manchmal doch ein paar Sexszenen zu viel hintereinander waren.
Aber neben der Beziehung der beiden, die im Vordergrund steht, ist auch die Handlung rund um den Staatsverräter und den Mörder von Dr. Whitney immer präsent. Auch wenn Lily und Ryland sehr offensichtlich immer wieder in Fallen laufen, was schon etwas dämlich von ihnen ist, kommen sie sehr geschickt jedes Mal aufs Neue da wieder raus.
Es schließt sich ein spannendes Finale an viele, sehr spannende Momente im Vorfeld, an. Ich fand den Mix aus Spannung, Erotik&Romantik, sowie Gefühl wirklich sehr, sehr gut! Die Geschichte ist voller Herz und das Ende einfach traumhaft.

Ryland ist einer der Schattengänger, der damals zu Peter Whitneys Experiment zugestimmt hat und nun wie ein gefangenes Tier im Käfig haust, wie ein Schwerverbrecher behandelt wird.
Sein Geist ist äußerst empfindlich, wie bei vielen seiner Kameraden. Er kann so Gefühle und Empfindungen spüren, hört Informationen und Gedanken anderer und kann sich mit den übrigen Männern über Telepathie verständigen. Außerdem besitzt er die seltene Gabe vom Traumwandern. Doch haben die Schattengänger mit ihren Fähigkeiten auch so ihre Probleme, da sie sie einfach übermannen, ohne dass sie sich großartig schützen können, da sie es nie gelernt haben.
Ryland ist ein Mann, der sich ständig um seine Kameraden und Freunde sorgt. Er stellt ihr Leben über seines und versucht ständig unter der Last der Verantwortung, die er sich selbst auferlegt, nicht zusammenzubrechen. Lily bewundert ihn für seine Stärke, und ich auch.
Sein Charakter ist sehr zielstrebig, brutal und mutig, jedenfalls wenn er im Krieger- und Beschützermodus ist. Aber genauso kann er, nur für Lily, charmant und süß sein. Außerdem will er sie, wie seine Männer, um jeden Preis beschützen, was diese aber nicht immer mit sich machen lässt.

Lily Whitney ist die Tochter des Wissenschaftlers, der dass Schattengängerprogramm ins Leben gerufen hat, um die Welt zu verbessern. Sie ist mindestens genauso intelligent und begabt wie ihr Vater.
Ihre besondere Begabung ist es, dass sie die intimsten Gedanken und Gelüste eines Menschen erkennt, sobald sie diesen berührt. Aber auch diese Gabe hat ihre Nachteile, was erklärt,wieso Lily so lebt, wie sie lebt.
Sie ist einfach eine Frau, die sexy und schön ist, aber es selbst überhaupt nicht sieht. Eher sieht sie in sich das ganze Gegenteil. Aber neben ihrem starken Auftreten ist sie auch manchmal in einsamen Momenten schwach. Und diese zwei Seiten an ihr, die starke und die schwache, machen Lily so greifbar, authentisch und sympathisch. Auch, da sie das ein oder andere Mal wirklich rot wird.
Lily fühlt sich durch den Verlust ihres Vaters einsam, und ich fand es sehr schön zu lesen, dass die Schattengänger ihr nach und nach die Einsamkeit genommen haben. Gegen Ende würden die Männer genauso für sie sterben, wie für jeden einzelnen von ihnen. Sie waren ihre neue Familie und das hat mir sehr gefallen, da sie genau so etwas gebraucht hat. Nicht zuletzt mögen sie Lily, weil a.) Ryland sie liebt und b.) Lily ihnen den Arsch gerettet hat und ihnen versucht zu helfen.
Aber Lily war auch vorher nicht allein, denn das Hauspersonal war immer ihre richtige Familie. Sowohl Rosa, das Hausmädchen, als auch John, der Chauffeur und Arlyn, der Sicherheitsexperte, liebt Lily und die drei lieben sie. Die drei sind auch sehr tolle Charaktere, die Lily auch sehr helfen und beistehen.

Als Lily das erste Mal in Rylands leben tritt, spürt er sofort, dass zwischen ihnen etwas Besonderes ist. Und dass auch sie eine Schattengängerin ist. Sie bringt auch beim ersten aufeinander treffen sofort Ruhe in sein Leben. Sie ergänzen sich mit ihren Fähigkeiten auf Anhieb perfekt. Weswegen ihre gegenseitige Anziehung kurze Zeit später auch nicht verwunderlich ist.
Er ist derjenige, der die Beziehung zu Lily erstmal richtig ins Rollen bringt. Und Ryland ist auch derjenige, der am meisten dafür kämpft, den anderen davon zu überzeugen, dass es erst ist, dass es funktioniert mit ihnen beiden. Man spürt Seite um Seite, dass ihre Verbindung stärker wird und Lily mehr und mehr kapituliert.
Ryland bezeichnet Lily gerne mal als Eisprinzessin, was sie wirklich perfekt drauf hat, aber er ist auch derjenige, der diese Fassade knacken kann und das ist Lily zuerst sehr unheimlich. Sie denkt, die Anziehung, die beide füreinander empfinden, ist auch nur ein Experiment ihres Vaters und ihre Zweifel verschwinden ewig nicht, egal was Ryland auch tut. Auch mit seiner, doch sehr offensiven, Leidenschaft kommt er nicht sofort an sie heran.

Die Person, die ich wirklich verachte aus diesem Buch ist Peter Whitney, der Vater von Lily. Ich möchte einfach nicht zuviel verraten, für Personen, die die Bände noch lesen möchten, aber er ist richtig menschenverachtend.
Vielleicht wurden ihm dann ja im Laufe der Zeit die Augen geöffnet, aber das ist keine Entschuldigung für seine Taten und es hat ihn auch nicht daran gehindert, dass Experiment noch einmal Jahre später an erwachsenen Männern durchzuführen.
Nachdem ich so vieles erfahren hatte, fand ich seinen Tod auch nicht mehr sehr tragisch. Aber ich verstehe auch Lilys Zwiespalt ihm gegenüber, den sie hegt. Um ehrlich zu sein war er mir fast unsympathischer als all die anderen Verschwörer, Mörder und Staatsverräter.


Fazit

Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, was mich von der ersten Seite an so sehr begeistert hat! Ich hatte nur wenige Kritikpunkte anzuführen, da ich sonst alles wirklich gelungen und perfekt fand.
Ich empfehle das Buch jedem, der Lust auf eine spannende, erotische, aber auch gefühlvolle Liebesgeschichte mit viel Potential zur Suchtgefahr hat.
Christine Feehan schreibt einfach göttlich und hat hiermit eine Welt erfunden, die einfach etwas anderes ist. Ich freue mich schon sehr darauf,  bald den zweiten Teil lesen zu dürfen!


Jägerin der Dunkelheit bekommt:
5/5 Herzen




Band 1: Jägerin der Dunkelheit
Band 3: Tänzerin der Nacht
Band 4: Schattenschwestern
Band 5: Düstere Sehnsucht
Band 6: Fesseln der Nacht
Band 7: Magisches Spiel
Band 8: Schicksalsbund
Band 9: Im Bann des Jägers

1 Kommentar[e]:

  1. Das werde ich auch dann demnächst in Angriff nehmen =) Super Rezi ♥

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