Dienstag, 30. August 2011

[Rezension] Die Auswahl von Ally Condie

Dienstag, 30. August 2011


Autor: Ally Condie
Titel: Die Auswahl
Originaltitel: Matched
Reihe: Cassia & Ky #1
Verlag: Fischer FJB
Umfang: 453 Seiten
Preis: 16,95 €uro
ISBN: 978-3-8414-2119-7



Klappentext

Cassia ist siebzehn Jahre alt, alt genug, um am Paarungsbankett teilzunehmen, der wichtigste Tag ihres Lebens. Denn dann erfährt sie, wen sie mal heiraten wird, wen das System für sie festgelegt hat. Denn mit ihm wird sie ihr restliches Leben verbringen. Es könnte einfach jeder Junge sein, doch die Überraschung ist riesig, als es gerade ihr bester Freund Xander wird. Wie jeder, der am Paarungsbankett teilgenommen hat, bekommt auch Cassia ein silbernes Etui, welches einen Mikrochip enthält. Dort sind die Daten über den jeweiligen Partner drauf, in Cassias Fall über Xander. 
Als sie sich die Informationen über ihn ansehen will, erscheint jedoch nicht Xanders Gesicht, sondern das Gesicht eines anderen Jungen. Das Gesicht von Ky. Cassia ist verängstigt und schockiert, denn das System macht keine Fehler. Und als ihr von offizieller Seite versichert wird, dass sich alles nur um einen einmaligen Fehler handelt, beruhigt sich Cassia. Doch sie bekommt Ky nicht mehr aus ihrem Kopf und will mehr über den stillen Jungen erfahren, den niemand zu kennen scheint. 
Gemeinsam haben sie die gleiche Sommeraktivität gewählt und lernen sich mit jedem Tag mehr kennen. Sie teilen Geheimnisse und zwischen ihnen entwickelt sich eine Liebe, die gar nicht sein dürfte. Denn Ky darf niemals eine Partnerin haben, er ist ein Verstoßener. Und Cassia ist auf Xander geprägt worden. Und trotzdem nehmen sie das Risiko auf sich, teilen Poesie, verbotene Schrift und heimliche Berührungen. Bis alles in einer riesigen Katastrophe endet... (Text- & Bildquelle: Fischer FJB)


Meine Meinung

Das Buch rund um Cassia & Ky wurde so hoch gelobt, dass ich es mir selbst gekauft habe, um zu sehen, was alle daran finden.
Vermutlich bin ich aber mit zu hohen Erwartungen ran gegangen, denn vor allem am Anfang bin ich so gut wie gar nicht mit der Geschichte warm geworden.

Die Welt, in der Cassia lebt, fand ich sehr interessant. Es gibt so viel Neues zu entdecken. Alle Menschen bewegen sich mit den Airtrains fort, es ist vorgeschrieben, wann man welche Schule besucht, wann man seinen Partner bekommt, wann man heiraten, wann man Kinder kriegen soll und wann man stirbt.
Jeder Tag, jede Stunde, jede Minuten, ja, sogar jede Sekunde, wird von der Gesellschaft verplant und man lebt danach. Es gibt so gut wie keine Ausnahmen und keine Auswahl. Man bekommt Kleidung vorgeschrieben, es gibt Sperrstunden, an denen man im Haus sein muss, die Träume werden mittels Schlafelektroden überwacht und das Essen wird für jede Person speziell zusammengestellt und geliefert.
All diese Informationen und diese Welt, die Ally Condie geschaffen hat, ist sehr interessant. Allerdings hat man eben dort keine Wahl. Alles wird bestimmt.

Es hat Ewigkeiten gedauert, bis mich das Buch gefangen nehmen konnte. Der Anfang ist so langweilig gewesen, es gab so viele Erklärungen und nichts ist so wirklich passiert. Ich war überhaupt nicht begeistert und habe mich gefragt, wieso alle das Buch so toll finden? Oder ob es an mir liegt, dass ich nicht gefesselt bin?
Auch die Personen waren sehr oberflächlich gehalten und mir gar nicht sympathisch. Vor allem Cassia und Xander waren für mich einfach nur undurchsichtig.
Ky fand ich im Gegensatz dazu schon die ganze Zeit interessant. Es war einfach anders als andere, hatte Geheimnisse, die niemand wusste. Und er ist auf seine eigene Art und Weise einfach toll.

Nach dem Tod von Cassias Großvater nahm die Handlung langsam einen Lauf an, und ungefähr ab Seite Zweihundert konnte mich das Buch endlich fesseln. Es wurde endlich interessant, denn Cassia und Ky kamen sich näher, verstießen immer mehr gegen die Ordnung der Gesellschaft.
Sie wagten Verbotenes, indem Ky ihr das Schreiben beibrachte. Sie wagten etwas, und das gefiel mir. So hat sich Cassia vorher dem System unterworfen, doch das wollte sie nicht mehr. Ihr Zwiespalt, dem System zu folgen und dagegen zu rebellieren, wurde sehr gut dargestellt.
Auch wurden dann die Personen sympathischer und farbiger, bekamen mehr Gestalt. Vor allem Cassias Familie ist so herzlich gewesen, sie verstoßen auch immer mal gegen die Regeln, weil sie sich lieben und auch viele Dinge für falsch halten, die die Gesellschaft tut.

Die Texte und Bilder, die Ky schreibt und malt und Cassia dann heimlich übermittelt, fand ich am besten. Er erzählt und zeigt ihr so seine Vergangenheit, teilt sie mit ihr, auf eine sehr tolle Weise.
Mir hat das von allem am Besten gefallen.
Ally Condies Sprache ist genial, so schön und poetisch wie sie schreibt. Das einzige, was mich immer gestört hat, waren die fehl platzierten Klimax, wie auf S. 449 "Ich denke an ihn, denke an ihn, denke an ihn." Es hätte auch einmal gereicht.

Durch die rasante Wendung am Ende, die doch schon ziemlich krass ausgefallen ist, weil ich das einfach nicht erwartet hätte, und immer wieder kleine Überraschungen, die alles änderten, freu ich mich riesig auf den zweiten Teil.
Ich will unbedingt wissen, in welche Richtung sich die Handlung noch entwickelt, die momentan so aussichtslos erscheint.
Was ich nicht verstehen kann ist aber, wie das Buch immer wieder mit der Biss-Reihe verglichen wird. Ich erkenne keine Ähnlichkeit. Biss ist einfach nur total schmalzig (ja, ich bin kein Fan mehr davon) und Bella wagt nichts, im Gegensatz zu Kassia. Auch Ky und Edward sind total unterschiedliche Charaktere. Ich verstehe nicht, wie man so was bei total unterschiedlichen Geschichten behaupten kann.

Die beiden Cover sind sich ziemlich ähnlich. Beide Male wird Cassia dargestellt, wie sie in einer Glaskugel gefangen ist. Das soll die Gefangenschaft und Kontrolle durch die Gesellschaft darstellen und drückt sich sehr gut zum Inhalt aus.
Auf dem Originalcover erkennt man besser das Grün des Kleides, welches vermutlich das Kleid ist, welches Cassia zu ihrem Paarungsbankett trägt.
Jedoch gefällt mir bei dem deutschen Cover der Schriftzug besser, so sticht einem das Pink sofort ins Auge und lockt einen regelrecht.
Insgesamt finde ich beide Cover sehr ansprechend, doch das deutsche einen Tick besser. Es ist, um es kurz zu sagen, wunderschön *-*


Fazit

Trotz des langatmigen, recht langweiligen Anfangs konnte ich mich dann doch noch für die Auswahl begeistern und warte nun begierig auf den nächsten Teil, in der Hoffnung, dass Ally Condie ihre exzellente Leistung vom Ende beibehält.
Denn nochmal so einen langwierigen Anfang halte ich nicht aus.


Die Auswahl bekommt:
3,5/5 Herzen



Cassia & Ky

Band 1: Die Auswahl
Band 2: Die Flucht
Band 3: Die Ankunft

2 Kommentar[e]:

  1. Schade, dass dir der Anfang nicht gefallen hat. Ich war schon vom ersten Satz an verzaubert, ich liebe den Schreibstil der Autorin einfach ;)

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  2. Hey :)
    Bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und er gefällt mir sehr gut!
    Und das hier ist eine tolle Rezi - werde hier öfter vorbeischauen!

    Liebe Grüße,
    Sanny

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